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Gefährliches Halbwissen

Tag: Nepal

Nepal – Land und Leute

Nepal – Wirtschaft und Politik: Nepal wird als eins der ärmsten Länder aufgeführt. Das Bruttoinlandsprodukt beträgt pro Kopf gerade mal 450 US$, was ungefähr 31.000 Rupien entspricht. Rechnet man das mal auf den Tag runter, kommt man grob geschätzt auf ca. 100 Rupien einkommen pro Tag. Diese Zahl sollte man immer mal ein wenig im Hinterkopf behalten, denn Armut ist ja nur ein Begriff, den wir an weltlichen Dingen wie Geld und Besitz festmachen.

Sieht man sich die Nepalesen an, machen sie nicht den Eindruck, als wären sie todunglücklich über ihre Armut. Was wir in den zwei Wochen Nepal festgestellt haben war, dass der gemeine Nepalese sehr stolz auf sein Land an sich ist (aber nicht auf die aktuelle Politik), ehrlich, zurückhaltend und freundlich gegenüber Fremden ist. Natürlich gibt es die Ausnahmen, die der Meinung sind, dass Touristen über unbegrenzten Reichtum verfügen und man den Geldbeutel eines Touristen melken kann. Sowas sollte man sich nicht gefallen lassen, denn laut unserem Reiseführer sorgen wir schon mit unseren normalen Ausgaben dafür, dass wir 10-12 Nepalesen “durchbringen”. Mal kurz nachrechnen… wir haben z.B. für unseren 2-Tage-Rafting-Trip (inkl. Busfahrten) 60$ hingelegt, was über 4.000 Rupien entspricht – passt.

Natürlich wandert ein nicht unbeträchtlicher Teil auch in die eigene Tasche, was dazu führt, dass eine junge Generation in den touristischen Regionen heranwächst, die besser gestellt sind, westliche Ansprüche haben und sich gegenüber Fremden fast schon respektlos verhalten.

Nepal leidet natürlich auch unter seiner Regierung, die auch ihren Teil von den Touristen haben möchte und ordentlich in die Taschen der Touristen langt – nicht ohne einen riesigen bürokratischen Aufwand. Ich denke dabei nur an die Beantragung der TIMS-Card und der Permit für die Annapurnaregion. Vorgehen: Man füllt einen Antrag aus, tackert die Passbilder drauf und bezahlt. Dafür bekommt man dann die TIMS (Trekker’s Information Management System)-Card, die man auch nochmal selbst ausfüllen darf und dann gibts einzig und allein einen Stempel rein. Kostet 1.420 Rupien für die TIMS-Card und 2.000 Rupien für die Permit. Früher standen die Maoisten am Wegesrand und haben die Touristen “um eine kleine Spende” gebeten, jetzt sind sie in der Regierung es geht seinen bürokratischen Weg.

Von Unruhen, wie vom Auswärtigen Amt gewarnt wird, haben wir nichts mitbekommen. Auch gab es keine plötzlichen Streiks. Für 2011 hat Nepal das Jahr des Tourismus ausgerufen und hofft, dass die Zahl der Touristen weiter steigt (momentan über 80.000 Touristen pro Jahr).

Nepal – Umwelt: Der Nepalese hat ein – ich will es mal so sagen – gespaltenes Verhältnis zur Umwelt. Er verkauft sie als touristische Attraktion, erstickt sie aber mit seinem Müll. Natürlich wird der Tourist gerne dazu angehalten, nicht so viele Plastikflaschen zu kaufen und die Umwelt zu schon, was diese im Allgemeinen auch machen. Aber das ist nur oberflächlich – wer in Kathmandu über einen Fluss gegangen ist, fällt nicht nur optisch, sondern auch olfaktorisch ins Koma. Das sind keine Plastikflaschen von Touristen, die dort herumgammeln, sondern der gesamte Hausmüll und das ist ein Punkt, wo man Aufklärungsarbeit leisten muss und auch finanziell nachlegen sollte, dass der Hausmüll nicht im Fluss, sondern in eine Recycling- / Verbrennungsanlage wandert.

Apropos verbrennen… das sieht man in Nepal öfter. Nicht nur die sterblichen Überreste am Fluss, sondern auch den Müll. Oder man benutzt Diesel zum Anzünden von Lagerfeuern und nimmt Plastikflaschen als Brandbeschleuniger. Wenn ringsherum eine Touristengruppe steht und sich lauthals beschwert, wird man fragend angesehen – warum eigentlich nicht?

Wie man sieht eine gewisse Naivität liegt dem Nepalesen im Blut. Deswegen wird auch eine Straße von Tatopani bis hoch nach Jomsom gebaut. Gut, Straße kann man das nicht nennen – es ist eher ein staubiger, breiter Weg mit Steinen, hindert aber Busse, Jeeps und LKWs nicht daran, so schnell wie möglich mit ihren klappernden Kisten darüber zu heizen – Aufschrift an der Seite “Save the environment”! Motivation der Straße – Touristen so schnell wie möglich ans Ziel bringen und die Gasthäuser am Weg mit Lebensmitteln zu versorgen. Gutes Beispiel für “Nicht weit genug gedacht” – die Touristen bleiben aus, entweder weil sie gleich durchfahren oder weil keiner die Lust hat den ganzen Staub zu schlucken (knirscht herrlich auf den Zähnen). Und so haben wir es erlebt, dass in den Unterkünften auf der Strecke Jomsom – Tatopani Leerstand herrscht, obwohl es Hochsaison ist und früher die Unterkünfte bis zum Brechen voll waren.

Nepal – Religion: Anders als einem immer in den Läden verkauft wird – Nepals Bevölkerung sind zu 80% Hinduisten. Allerorts kann man Buddha Eyes als Taschen, Aufkleber und Mousepads kaufen sowie auch Gebetsfahnen und “Free Tibet”-Aufkleber, doch dient das hauptsächlich, um den Touristen den Geist des Buddhismus zu verkaufen und ihnen so ein bißchen Geld aus der Tasche zu locken.

Nepal – kulinarisch: Wer hoch in den Bergen unterwegs ist, wird überrascht sein, wie viele Äpfel dort angebaut werden und sollte unbedingt einen Apple Pie oder Apple Crumble probieren, am besten wenn sie noch heiß sind. Es ist ein Genuss, von dem ich aber glaube, dass er nicht den einheimischen Genüssen entspricht. Ansonsten kann man sich durch eine Vielzahl von einheimischen Gerichten durchschlagen, bei denen man immer eins beachten sollte: kein Fleisch! Wer in Kathmandu mal durch die Straßen geschlendert ist, und auf den offenen Theken das Fleisch hat vor sich hingammeln gesehen und die Fliegen, die darum schwirren, wird wissen, warum ich das sage.

Wer sich unschlüssig ist und auf dem schlechten Englisch der Einheimischen beim Erklären, um was für eine Speise es sich handelt, ausweichen möchte, kann ich nur eins empfehlen: Dal Bhat. Dal Bhat besteht hauptsächlich aus zwei Teilen – Linsensuppe (Dal) und gekochtem Reis (Bhat). Meistens gibt es noch etwas Gemüse in Form eines Currys dazu oder sauer eingelegt. Ist meistens sehr reichlich, würzig bis scharf und mit einer Preisspanne zwischen 70 und 180 Rupien auch meistens das preiswerteste Hauptgericht, was man auf der Karte findet.

Initial wurden wir in Nepal mit dem Thema Teegenuss konfrontiert. In Nepal habe ich folgendes Gemisch sehr gern getrunken: eine Kanne schwarzen Tees deren Boden mit geriebenem Ingwer bedeckt ist und dazu ordentlich Zucker, der mit Nelken versetzt ist. Ist echt ein Erlebnis, weil der Tee durch den Ingwer sehr würzig schmeckt und der Zucker wunderbar aromatisch nach Nelken riecht.

Geh doch dahin, wo der Pfeffer wächst!

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Knapp drei Wochen Urlaub sind jetzt vorbei und wir wieder an einigen Erfahrungen reicher. Wie gewohnt wird es zwei Teile geben – den Erlebnisbericht, sowie Land und Leute. Wir flogen Samstag Morgen ab Frankfurt los, um abends in Delhi zwischen zu landen, den nächsten Morgen sollte es dann nach Kathmandu weiter gehen. Wir wurden am Steig abgefangen und gleich zum Transferschalter geführt “Bitte warten Sie hier.” Nach einer Weile stellte sich die Frage: Wie lange denn? Also nahmen wir es selbst in die Hand, unsere Transfertickets mühevoll abzuschwatzen. Danach folgte eine störungsreiche Nacht auf den Liegen des Delhier Flughafens und schon kamen wir zur ersten Station:

1. Kathmandu: Hier verbrachten wir den ersten Tag damit, unsere gesamte Nepalreise (soweit wie notwendig) zu buchen. Wer darüber nachdenkt, seine Nepalreise im Voraus zu buchen – Fehlanzeige! Im Stadtteil Thamel, wo eigentlich sämtliche Touristen absteigen, wimmelt es von Reisebüros, die einem das passende Paket zusammenschnüren. Aber ruhig zwei oder drei aufsuchen, vergleichen lohnt sich. Abends suchten wir uns noch ein schönes einheimisches Lokal – keine Touristenabsteige – und probierten ein wenig herum.

Der zweite Tag in Kathmandu war den Sehenswürdigkeiten gewidmet. Wir begannen mit dem Fußmarsch zur Swayambhunath (aka Monkey Temple) und sahen das erste Mal frei lebende Affen. Über den Durbar Square ging es dann zum Nepal Tourism Board, damit wir die Zulassung zum Trekken in der Annapurna-Region bekommen und damit wir FIT (Free Individual Trekkers) sind. Nepal unterscheidet zwei Gruppen von Wanderern – die mit Guide und die ohne. Dreimal dürft ihr raten, welcher Gruppe wir angehören! Es ist ratsam gleich die vier Passbilder mitzubringen, sonst fängt man wieder an zu laufen… Zwei Stunden und einige tausend Rupien später, hatten wir den Papierkram erledigt und konnten wieder zum Sightseeing übergehen. Wir schafften noch die Bouddhanath Stupa und Pashupatinath und konnten beobachten, wie die sterblichen Überreste von Hindus verbrannt und im Fluss versenkt wurden.

2. Rafting am Trishuli: Geplant war, dass wir den nächsten Morgen zwischen 6.20 Uhr und 6.30 Uhr abgeholt wurden und dann zum Startpunkt des Rafting gebracht werden. Zehn vor um 7 Uhr stand plötzlich eine Rikscha mit den Worten “You are late!” vor uns. Dank der hinduistischen Festivals in Kathmandu dauerte unsere Fahrt statt der geplanten zwei plötzlich 5,5 Stunden. Ein Stau am anderen durch liegen gebliebene Trucks. Aber das Rafting machte alles wieder gut, wir wurden bis auf die letzte Faser durchnässt und kurz danach von der Sonne wieder getrocknet. Zwischendurch genossen wir bei einem Zwischenhalt ein leckeres Essen und weiter ging es. Zum späten Nachmittag stiegen klatschnass von den letzten Stromschnellen aus und es war schon kühl, da sich die Sonne hinter den Bergen verkrochen hatte. Nun hieß es zum Zeltplatz kommen. Die lokalen Busse waren bis zum Dach voll, also fuhren wir mit einem Truck die 15 Minuten bis zum Zeltplatz. War spaßig – Heizung auf volle Kanne und dazu dröhnende nepalesische Mucke.

Wir waren froh, dass wir unsere eigenen Schlafsäcke hatten, denn die uns überreichten strömten ein intensives Aroma aus – zuviel im Feuchten gelagert. Es war entgegen den Erwartungen garnicht so kalt, am Fluss zu übernachten. Der nächste Tag begann wolkig, klarte aber während des Raftings auf. Es war heute schwieriger, wie tags zuvor und als wir hingewiesen wurden, dass jetzt eine technische Stelle kommt, passierte es – unser Boot wurde durchgewalkt, Kriszta, die ganz hinten saß, lag auf einmal neben mir ganz vorn und zwei andere wurden rausgeworfen. Wir sammelten sie schnell wieder ein und konnten uns dann noch ein wenig vom Schrecken erholen.

3. Chitwan Nationalpark: Mit dem einheimischen Bus fuhren wir nach dem Rafting bis Chitwan und wurden dort eingesammelt und mit einem Jeep zum Hotel Chitwan Tiger Camp gebracht. Kaum waren wir da, wurden wir zum Elephant Breeding Center geschafft. Hier konnte man kleine bis große Elefanten bestaunen, aber leider nicht auf Rüsselkontakt gehen. Im Anschluss erfolgte noch ein mehr oder weniger peinlicher Besuch bei den “Eingeborenen” – den Tharu, die missmutig die Besucher über sich ergehen ließen. Wir ließen den Tag bei einem guten Essen ausklingen. Bis jetzt hatte keiner Probleme mit der Verdauung. Die Nacht war aber katastrophal – wir waren auf Mücken eingestellt und was hatten wir – Mäuse im Dach, die es auf unsere Äpfel abgesehen hatten. Selbst nachdem wir die Äpfel rausgeräumt hatten, raschelte und fiepte es die ganze Nacht.

Am nächsten Morgen starteten wir mit einer Kanutour in den Dschungel. Wir sahen Krokodile, Affen, jede Menge Käfer und Schmetterlinge und auch ein Nashorn. Am Nachmittag kam dann noch der Ausritt auf den Elefanten, was zwar ungemütlich und unbequem war, uns aber trotzdem bis auf 10 Meter an Rehe heranführte. Den Rest des Nachmittags lagen wir auf Liegestühlen am Fluß und schauten der Sonne beim Untergehen zu. Abends stand noch das Kulturprogramm mit Tänzen der Tharu auf dem Programm, wo ich anfänglich skeptisch war, mich dann aber geschlagen geben musste – es war richtig toll. Nach einer weiteren Nacht mit den Mäusen, machten wir mit unserem Führer Ussa uns morgens noch auf Vogelsuche und sahen auch einen Eisvogel.

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4. Trekking im Himalaya: Es begann mit einer Übernachtung in Pokhara und den nächsten Morgen flogen wir auf 2760m nach Jomsom. Wir gingen die Straße abwärts und wurden auch regelmäßig von Bussen, Jeeps und LKWs eingestaubt. Hinter Marpha wechselten wir die Flussseite und gingen abseits des Verkehrs bis kurz vor Tukuche. Da wir beide (Kriszta mehr, ich weniger) mit der Höhe zu kämpfen hatten, übernachteten wir im High Plains Inn, einem nepalesisch / niederländisch geführten Guesthouse. Trotzdem hatten wir in 3,75 Stunden über 13km zurückgelegt. Purna erzählte, dass sie auch immer Probleme mit der Höhe hat, wenn sie von Pokhara hochkommt, es liegt an der trockenen Luft. Sie hatte einen guten Tag erwischt, ihr Guesthouse war an dem Abend voll, was trotz Hochsaison zur Seltenheit geworden ist, seit die Busse fahren und somit die Touristen vorbeifahren bzw. durch den Staub vergrault werden. Wer also vorbeikommt – dort übernachten, solange es noch offen ist!

Der nächste Morgen war gesundheitlich besser und so stiegen wir ca. 24km lang in 5,5 Stunden von 2482m auf 2092m nach Ghasa ab. Das Wetter spielte an dem Tag nicht so mit, es war den ganzen Tag wolkig und somit keine Sicht auf die Berge. Die Unterkunft in Ghasa war mehr als dürftig, der Wind fegte durch die Schlitze der Bretterwand und machte die Übernachtung zum frostigen Erlebnis. Danach ging es abwärts – wir stürzten uns in 5 Stunden auf 1229m nach Tatopani hinab, auch diese Etappe war knapp 24km lang. Hier war es schon wesentlich angenehmer von den Temperaturen und wir wollten in die heißen Quellen gehen, die sich aber an Wasch- und Putzgelegenheit für Einheimische und ihre Wäsche herausstellte. Ab 15 Uhr durfte man als Tourist dann in diese Hinterlassenschaft steigen. Wir ließen es bleiben…

Ein knochenharter Tag stand vor uns. Alles, was wir bisher an Höhe verloren hatten, stiegen wir an einem Tag wieder aufwärts – von 1229m ging es erstmal 250m abwärts und dann 1840m aufwärts. Wir brauchten 7 Stunden für diese 18km (mit Pause). Erschöpft in Gorepani angekommen, konnten wir von Glück reden, denn es fing gerade mit regnen an. Wir hofften, dass am nächsten Morgen das Projekt “Poon Hill” nicht ins Wasser fallen würde.

Tat es nicht! Um 5 Uhr gingen wir in einer dreiviertel Stunde die 300 Höhenmeter aufwärts und wurden Zeuge eines atemberaubenden Panoramas. Nach dem Abstieg gab es erstmal Frühstück und dann begann unsere Tagesetappe. Wer allerdings (wie wir) vor hat, nach Ghandruk zu laufen, kann sich den Umweg am Morgen nach Poon Hill schenken, auf dem Weg nach Ghandruk kommt man auf die gleiche Höhe mit einem ruhigeren und vergleichbar schönen Anblick. Wer denkt, der Aufstieg des letzten Tages war die Härte – vergesst es einfach! Diese Etappe fordert nochmal alles. Über eine schiefe Treppe geht es steil abwärts ins Tal und danach erstmal wieder aufwärts, bevor es entgültig in das wunderschöne Ghandruk geht. 22km wollten zurückgelegt werden, wir brauchten 7,5 Stunden, um 880m Höhenmeter aufwärts und 1700m Höhenmeter abwärts zu bewältigen.

Die letzte Etappe ist allerdings wieder entspannend, ja geradezu langweilig. Die letzten 1100 Höhenmeter (13,5km Strecke) abwärts bis Naya Pul wollen in knapp 4 Stunden bewältigt werden, sodass man bequem den Bus nach Pokhara erreicht. Wir kamen wieder im New Annapurna Guesthouse unter, was nicht nur mit einer hervorragenden Unterkunft glänzt sondern auch noch eine heimelige Atmosphäre bietet und man im Garten ganz entspannt in der Sonne relaxen kann.

5. Das Goldene Dreieck: Die hinduistische Festivalsaison hatte ihren Höhepunkt erreicht und wir lernten einiges über den Tag des Hundes, den Tag der Kuh und das Brüder-Schwestern-Fest. Mit einer Übernachtung in Kathmandu bei Silvesteratmosphäre kamen wir dann in Delhi an. Noch ein kleiner Satz zu Flughafengebühren. In Pokhara werden grundsätzlich 170 Rupien pro Persion fällig, wenn man fliegt, in Kathmandu wurde die leicht überteurte Flughafengebühr wohl aufgehoben, wir mussten entgegen unserem Reiseführer nichts zahlen.

Von Delhi sahen wir nicht mehr viel, wir waren müde und gingen schnell ins Bett, schließlich wollten wir den nächsten Morgen nach Jaipur fahren. Wir hatten für diese Fahrt mit der indischen Eisenbahn noch Plätze in der B1-Klasse ergattern können, was bedeutet 4 Liegen in einem offenen Abteil, klimatisiert oder besser: Schockfrosten. Wir nutzten den Nachmittag in Jaipur noch, um das Hawa Mahal anzusehen, ein sehr schönes Gebäude in mitten vieler anderer historischer Gebäude in der Rosaroten Stadt. Da unser nächster Zug nach Agra erst am Abend ging, konnten wir noch den ganzen Tag nutzen, um Amber bzw. das Jal Mahal anzuschauen, die auch unbedingt sehenswert sind.

Obwohl wir eine Woche vorher gebucht hatten, waren die meisten Plätze in den Zügen schon voll und wir mussten Kompromisse in Sachen Bahnhof (abgelegen) oder Klasse hinnehmen. Wie wir später feststellten, gibt es Kontingente für Touristen und wenn die alle voll sind, gibt es keine Plätze mehr online zu ergattern. Für den Zug nach Agra hatten wir CC-Klasse (Climated chair), was sich als weiche Ledersessel im Sinne von Flugzeugsitzen herausstellte. Sehr bequem, aber wieder zu kalt.

Agra als Stadt ist das letzte – Wucherpreise, dreckig und außerdem… saudreckig. Aber man will ja mal das Taj Mahal gesehen haben. Nüchtern betrachtet ist das Taj ein großer Marmorklotz, weit ab von Liebesbezeugungen und religiösen Symboliken. Ich habe lange gebraucht, um die Magie des Gebäudes zu entdecken. Es sind nicht die Farben, die man angeblich je nach Tageszeit sieht. Es sind die Ausmaße, die Symmetrie und die Liebe zum Detail. Wer sich beim Taj befindet, sollte den Blick in den Fluss vermeiden, das ruiniert alles sofort wieder. Was da so drin schwimmt… Auch sollte man einen Blick ins Red Fort werfen, das zum Schlendern und entdecken einlädt.

Abends ging es dann nach Delhi zurück – D-Klasse oder anders gesagt: Die “Du kommst eh nicht zur Toilette”-Klasse. Viele Leute, sehr viele Leute, Gitter statt Fenster, Ventilatoren an der Decke, aber von hohem Unterhaltungswert, da die Inder sehr neugierig sind und man was im wechselseitigen Fragespiel über die indische Kultur lernt. Bis zum Rückflug nach Frankfurt hatten wir am nächsten Tag noch etwas Zeit, also versuchten wir uns an der Besichtigung einer Moschee – Wucher, Lügen und Betrug – wir ließen es bleiben und fuhren zum Flughafen hinaus.

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