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Gefährliches Halbwissen

Tag: Lettland

Baltikumreise: 14. Tag (25.09.2005)

Wieder gerade so zum 10:45 Uhr zum Frühstück erschienen, die Österreicher kamen wieder kurz nach uns. Nach Auschecken aus dem Hotel gingen wir zur “Findung eines Postkastens zur Entsorgung von kunstvoll gestalteten Poesiewerken” über.

Unsere Route führte uns heute von Riga nach Klaipeda, dass wir auch 16 Uhr erreichten. Das Hotel hatten wir relativ schnell gefunden und buchten uns für 3 Nächte a 180 Lita ein. Dann ging es in die Altstadt. Da Klaipeda dem Zerstörungswahn mehrerer Völker nachgeben mußte, war die Stadt im Stile des Sozialismus errichtet worden. Also waren wir mit unserer Besichtigung relativ schnell fertig. Bevor wir unsere nächste Tagestour zu planen begannen, gingen wir noch in eine Jazz-Kneipe und nahmen einen Happen zu uns. Offensichtlich hatten wir die Bedienung gerade beim Schwatzen / Fernsehen gestört und so wurden wir auch behandelt. Wir beschlossen uns zu rächen und abends zum Jazz-Konzert wieder zu kommen.

Dann suchten wir die Personenfähre zur Kurischen Nehrung und wurden sehr schnell fündig. Es war Sonntag und wir sahen, dass das Delphinarium Montag und Dienstag geschlossen hatte. Nun ja, also suchten wir noch die Autofähre, die auch in Klaipeda war und verfuhren uns furchtbar. Sind aber doch noch fündig geworden und eilten dann zum Sonnenuntergang am Strand, der leicht von Umweltverschmutzung getrübt war.

Danach ging es wieder ins Hotel, Karten schreiben (jeden Tag wurde die Sehnsucht nach meinem Liebling schlimmer). Und dann ging es in die Jazz-Kneipe. Dort gönnten wir uns leckeres Fingerfood. Dann wurde es richtig schlimm, eine ziemlich angetrunkene Prostituierte war auf der Suche nach Kundschaft und schwankte zwischen den Tischen hin und her und wurde dabei richtig aufdringlich. Nur gut, dass sie bald das Lokal verließ und wir uns der Musik ungestört zuwenden konnten.

Wir beschlossen heute eine weitere Planänderung: Wir verlassen Klaipeda einen Tag eher Richtung Kaunas, fahren vorher nach Palanga zum Bernsteinmuseum und fahren von Kaunas aus zur Wolfsschanze und suchen uns wieder ein Motel in Polen… und dann geht’s nach Hause.

Baltikumreise: 5. Tag (16.09.2005)

Gegen halb zehn weckte ich mehr oder weniger gewaltsam meinen Kumpel auf und wir setzten uns ins Auto und fuhren Richtung Norden. Unterwegs fanden wir einen McDonalds und wollten uns ein Frühstück genehmigen. Wir wurden verstutzt angesehen: “Breakfast???” Also nahmen wir einen “leckeren” Salat und wenigstens einen Saft und natürlich – Kaffee.

Gegen 14 Uhr erreichen wir den Berg der Kreuze. Ursprünglich eine Stätte für den Kampf der Unabhängigkeit, weil das Sowjetregime zweimal den Berg einebnete und den nächsten Tag die Kreuze wieder standen, als auch eine Stätte der Volksfrömmigkeit. Jetzt ist es jedoch zu einem Ort verkommen, wo Busse voller Touristen ausgekippt werden, die am Stand ein Kreuz kaufen, um es irgendwo aufzustellen. Meinem Kumpel fiel nur ein: “Jeder nur ein Kreuz und dann rechts”

Danach kam die Grenze nach Lettland. Lettland kam auf unserer Reise leider ein wenig zu kurz, aber die Zeit war ja ohnehin knapp. Nach Wechselstuben suchten wir hinter der Grenze leider vergeblich. Lettland hat als Währung den Lat, wobei 1 Lat = 66 Eurocent sind. Richtig – der Lat hat einen höheren Wert als der Euro. Also steuerten wir ohne Lat das Schloss Rundāle an und mußten leider Postkarten (für Liebling) und Eintrittskarten mit Kreditkarte bezahlen – 3 Lat. Ein wirklich sehr schönes Schloss, für das auch eine Menge getan wird. Der Garten befindet sich zwar gerade im Aufbau, ist aber traumhaft schön.

Schon nachdem wir die Grenze überquerten bemerkten wir, dass wir den Zeitplan nicht halten können, da wir noch bestimmt 150 Kilometer bis Sigulda fahren müssen. Also nahmen wir den ersten Tag, der uns übrig blieb und beschlossen in Bauska zu übernachten. Den nächsten Tag sollte es dann bis Tartu gehen und den darauf folgenden zurück zum Wandern in die Hochebene von Otepää mit wiederholter Übernachtung in Tartu.

Problem des Ganzen war nur, dass das einzige Hotel in Bauska (10.000 Einwohner) geschlossen hatte. Auf einer Hinweistafel fanden wir eine modernisierte Villa, die zum Hotel umfunktioniert war. Also fuhren wir dorthin (10 Kilometer) und dann zu erfahren, dass eine Nacht 100 Lat (ca. 150 Euro) kostet. Nachdem wir die Nacht davor 15 Euro gezahlt haben, war das unseres Ermessens nach unerschwinglich. Unterwegs hatten wir jedoch einen Zeltplatz mit Hüttensymbol gesehen, dass sich als Bed & Breakfast ( B&B ) herausstellte. Dort kamen wir mit 10 Lat pro Person unter.

Dann kam ein Sonnenuntergang, den wir fotografisch an der Burg festhielten. Als nächstes Problem stellte sich die Nahrungsaufnahme heraus, in diesem Dort gab es offensichtlich noch nicht mal eine Gaststätte. Also keine, die offen hatte. Wir wollten uns schon wieder Sandwiches an der Tankstelle holen, war dann aber nicht – statt dessen: Pizza. Und dann noch kalt… Danach gings schnell ins Quartier.

Mein Kumpel brauchte dann noch seine persönliche Frustecke in meinem Tagebuch: Bei Ländern, die kaum größer sind als ein Fußballfeld, kann es schon mal passieren, dass man die Grenze überschreitet, aber noch Postkarten von einem anderen Land hat, die nicht eingeworfen wurden.