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Gefährliches Halbwissen

Tag: Estland

Baltikumreise: 10. Tag (21.09.2005)

Endlich mal wieder halb 8 Uhr aufstehen… Das konnte nur mit Kaffee bekämpft werden, von dem es reichlich (und vor allen Dingen guten) gab. Danach hieß es Auto holen, auschecken und auf nach Saaremaa. Das Wetter hatte sich entschieden heute von bedeckt nach wolkig zu wechseln. Mein Kumpel nahm noch eine Mütze voll Schlaf, während ich uns bis zur Fähre beförderte.

Halb 12 Uhr waren wir dann an der Fähre und durften für 95 Kroon (1 Auto und 2 Personen) nach Muhu übersetzen. Wir fuhren dann über Muhu auf die Insel Saaremaa und dort zu unserem Zielort Kuressaare, wo wir die Touristeninformation (die offen hatte) ausfindig machten und uns dort ein Quartier (350 EEK) suchten, was für uns dann auch gleich telefonisch reserviert wurde. Wir bezogen die Unterkunft und unterhielten uns noch ein wenig mit dem “Vermieter”, der uns gleich eine Karte der näheren Umgebung mit Tipps für Besichtigungen überließ. Danach gingen wir zur Burg und besichtigten diese samt Umgebung. Interessant: Eine Ausstellung von Gemälden, die aus Fisch hergestellt wurden. Um nicht zu sagen: “The whole thing looks fishy”

Nach der Burg setzten wir uns ins Auto und fuhren weiter auf Saaremaa herum. Zu unseren Zielen gehörten der Meteoritenkrater von Kaahli, die “Steilküste” und zum Abschluss der Sonnenuntergang. Mitten an der Steilküste entschloss sich mein Akku, keine Energie mehr an die Kamera zu liefern und so war ich auf mein Handy angewiesen. Während mein Kumpel den Sonnenuntergang ins Visier nahm, sah ich mich ein bißchen um, entdeckte merkwürdige Steinhaufen und einen geodätischen Punkt. Wenn man sich auf Saaremaa entschließt einen der ganz kleinen Wege zu fahren, muss man schon fast geländetüchtig sein, denn die Strecke war eine Schotterpiste.




Auf der Heimfahrt entdeckten wir unsere Leidenschaft für die Astrofotografie und mein 600-1300mm Objektiv kam zum Einsatz. Ein wunderschöner Sternhimmel, da es kaum Lichtverschmutzung gibt. Als wir heimkehrten, entschlossen wir uns noch in einen Pub zu gehen. Leider mit Selbstbedienung und einer sehr mürrischen Bedienung. Als wir wieder zuhause waren gab es vorbeugend noch etwas Medizin und dann schliefen wir wieder tief und fest.

Mein erstes estnisches Wort…

*mal den Staub wegbläst* Noch eine Woche, bis ich wieder in Dresden bin und endlich wieder Loni bei mir begrüssen kann. Dann wird in den darauf folgenden Tagen der Blog wieder belebt mit Urlaubserinnerungen.

Heute schon mal ein kleiner Vorgeschmack. Uns fiel im Urlaub auf, dass es in den estnischen Orten viele Strassen gibt, die Rüütli heissen. Wer finnisch kennt, dem dürfte estnisch bestimmt nicht fremd vorkommen. Sieht vom Bild her ziemlich ähnlich aus. Da mich aber Rüütli sehr an die Schweiz erinnert (dort sind ja meine Gedanken sowieso pausenlos) habe ich heute in der Touristeninformation nachgefragt, was den Rüütli eigentlich heisst. Die Antwort: Ritter! Alles klar – wenn man die Geschichte betrachtet wird einem das auch einleuchten. Hier findet man sehr viele mittelalterliche Ordensburgen, die von … na genau … Ordensrittern bewohnt wurden