Ice Climbing
Über eine lange holprige Straße kämpfte sich unser Taxi bis zur Laguna Llaca. Von dort aus mussten wir ein Stück zu Fuß gehen. Es ging über Geröll und große Steine, schon eine gewaltige Anstrengung vorwärts zu kommen, wenn man bedenkt, dass wir uns auf über 4.400 Metern bewegen. Unser Guide ging schon vor und bereitete die Ausrüstung vor, während unser Taxifahrer uns begleitete.
Etwas enttäuscht waren wir schon, als wir am Gletscher ankamen. Auf den Bildern in der Agentur war ein strahlend weißer Gletscher zu sehen und wir bekamen einen Schutt und Dreck zugestaubten grauen Gletscher. Nach anfänglicher Enttäuschung gab uns unser Guide Rafael eine kurze Einweisung, wie man den Gletscher emporsteigt. Entweder Fuß/Fuß, Arm/Arm oder Fuß/Arm, Fuß/Arm. Drei Punkte müssten immer fest an der Eiswand sein, sonst kann es schiefgehen. Wir waren natürlich mit Sicherungsseil gesichert.
Kriszta machte den Anfang und kämpfte sich die ca. 10 Meter nach oben. Von unten sieht alles ganz einfach aus, aber wenn man einmal in der Wand hängt (man beachte auch die Höhe!), wird alles schwer. Ich habe es nicht gedacht, aber nach 2/3 des Weges machten meine Arme langsam schlapp und die Eispickel wollten nicht mehr greifen. Mit Mühe und Not zog ich mich die letzten 2 Meter hoch. Mein Herz raste und meine Lunge hatte liebe Not genügend Sauerstoff zu liefern. Das Abseilen ging dafür viel einfacher. Einfach nach hinten lehnen und abwärts laufen. Ich habe schon gehört, dass manche davor Angst haben, aber mich hat es kaum gestört, unser Guide sicherte uns gut.
Laguna 69

Statt schön lange zu schlafen nach so einer anstrengenden Tour, ging es gleich am nächsten Morgen wieder früh raus, Richtung Laguna 69. Wir fuhren 6 Uhr los, machten noch einen viel zu langen Frühstücksstop unterwegs und dann holperten wir wieder auf einem Feldweg für weitere 2 Stunden. Kaum dass wir ausgestiegen waren, ging die Diskussion los – wie lange haben wir Zeit? Uns wäre es Recht, wenn wir gegen 16 Uhr wieder zurückfahren (da wir ja den Nachtbus bekommen mussten), anderen wurden 7 Stunden Wanderung versprochen, d.h. gegen 17.30 Uhr. Unser Fahrer meinte: Allerspätestens 16 Uhr rollt der Bus wieder los.
Am Anfang gingen wir noch als Gruppe, später löste es sich mehr und mehr auf, da alle ein unterschiedliches Tempo liefen. Die Landschaft war überwältigend und das Wetter zeigte sich von seiner leicht diesigen Seite. Ziel der Wanderung war die Laguna 69, die auf 4.600m liegt. Der Startpunkt war auf 4.000m und ungefähr 9km vom Ziel entfernt. Am Anfang lief es für noch gut, es war nur ein leichter Anstieg. Später schleppten wir uns die Serpentinen eines Berges hoch. Als wir oben waren, wartete ein kleiner See und wieder ein Stück Ebene. Die letzten 200 Höhenmeter waren die Schwersten, aber die Motivation war groß, denn das Ziel war nahe.
Oben angekommen, ruhten wir uns aus, nahmen einen kleinen Snack zu uns und machten jede Menge Bilder. Dann hieß es aber schon langsam Zeit umzukehren. Nachdem wir 3 Stunden für den Weg aufwärts benötigt hatten, liefen wir ganz entspannt in 2 Stunden wieder zurück zu Minibus. Wir rechneten mit 3 Stunden Rückfahrt, d.h. wir wären rechtzeitig wieder da. Aber es wurde 17 Uhr, 17.30 Uhr… und dann kamen die anderen. Wir waren so nervös, dass wir schon die ganze Zeit auf den Fahrer einredeten, der uns beruhigte – wir schaffen den Bus. Uns genau so kam es auch. Wir schafften die Punktlandung und konnten ganz entspannt in den Bus einsteigen.
Mir ging die ganze Zeit durch den Kopf, warum der See “Laguna 69″ heißt. Nach einiger Suche fand ich die Lösung, die ich schon vermutet hatte. Beim Kartografieren, nummerierten die Forscher die Seen durch. Später fügten sie die einheimischen Namen hinzu – nur Laguna 69 hatte noch keinen. Also wurde die Bevölkerung aufgerufen, einen Namen für den See zu finden. Also blieb es bei Laguna 69…
Wieviele Katastrophen kann man in einem Tag unterbringen? Es fing damit an, dass wir halb 7 Uhr morgens aufstanden und fix unseren Flugstatus prüften. skyscanner.de meinte plötzlich, dass unser Flug 8.30 Uhr geht. Endlich ein Grund zur Panik! Schnell angezogen, zusammengepackt und ab ins Taxi zum Flughafen. Natürlich hatte sich am Flugplan nichts geändert, der Flug ging nach wie vor 10.15 Uhr. Na Danke! Also machten wir uns bei Subway gemütlich (die haben eine Ledercouch zum Lümmeln) und warteten…
Zu allem Unglück hatten wir noch eine Ultrazicke vor uns, die sich bei der Stewardess beschwerte, dass sie ihren Sitz nicht voll nach hinten klappen kann, weil meine Beine im Weg waren. Ihrer Meinung nach hätte ich mich umsetzen müssen. Das sie ganz am Anfang unser Gepäck aus dem Gepäckfach über sich ausräumte, weil sie der Meinung war, das Fach gehöre ihr, verschweige ich lieber. Laut Aussage des Cruz del Sur-Büros hätten wir gegen 8 – 8.30 Uhr in Nazca ankommen müssen. In Realität waren wir um 5 Uhr da und schauten dumm aus der Wäsche.
Die Reiseagentur schickte uns für die verbleibende Zeit in das gleich nebenan liegende 3-Sterne-Hotel, wo wir am Pool noch etwas entspannen und im Internet surfen konnten. 10 Uhr ging es los, wir wurden zum Flughafen gefahren, mussten wieder mal Flughafengebühr von 25 Soles bezahlen und dann ging es zur Sicherheitskontrolle wie in jedem Flughafen. 11 Uhr summte die Cessna los und brachte mich in luftige Höhe. Das Ruckeln hielt sich in Grenzen, etwas gewöhnungsbedürftig waren die Steilkurven, die für die Fotos geflogen wurden.
Manchmal muss man einfach aufhören, wenn es am schönsten ist. Den letzten Monat sind wir (Franzi, Kriszta, André und ich) gemeinsam durch Peru und Bolivien gereist. In der Zeit haben wir viel zu erzählen gehabt, jede Menge gelacht und waren natürlich auch als kleines Team schlagkräftiger, wenn es um Beschwerden oder Verhandlungen ging.
Früh um 6.15 Uhr in La Paz stehen und auf einen Tourbus warten, ist nicht unbedingt prickelnd. Aber der Guide entschuldigte sich und es ging aufwärts. Bis auf 4.600 Meter. Von dort aus startete unsere Mountainbike-Tour entlang der Death Road (aka Most Dangerous Road, aka Yungas Straße) ins Tal bis auf 1.200 Meter. Zuvor noch ein paar Fakten über diese Straße…
Tiwanaku wird als die wichtigste archäologische Stätte Boliviens bezeichnet. Die Fahrt dahin hat man in 1,5 Stunden hinter sich gebracht. Hier findet man atemberaubende Tempelanlagen, die zwar nicht imposant sich, aber Spuren bis 1.500 v.u.Z. enthalten. Die Epoche von Tiwanaku gipfelte nach der Expansion des Volkes in den Inkas.
Bevor ich mit dem eigentlichen Bericht beginne, möchte ich noch ein paar Details zur Erklärung vorweg schicken. Also in Bolivien kommt man bequem in einem Doppelzimmer für 20 Euro unter (inkl. Frühstück) und wenn man abends zu seinem Lieblingsitaliener geht, ist man für eine kleine Pizza, Pasta und 1 Liter Saft mit 6 Euro dabei. Was wird also eine 3-Tages-Tour mit allen Mahlzeiten, Unterbringung in Holzhütten mit Moskitonetzen und ein paar Ausflügen mit dem Boot kosten? Vielleicht so 100 Euro? Aber lasst euch überraschen…
Wir hatten Glück, dass wir mit Franzi und André zusammen waren, denn es stellte sich heraus, dass ein Ex-Schweizer, der schon seit 18 Jahren in Rurrenabaque lebt, gerade seine Tochter zum Flughafen schaffte und uns mit zurück in die Stadt nehmen konnte. Er empfahl uns ein Hostel und eine Gesellschaft mit der man die Pampa-Tour machen kann – Balatours. Nachdem wir im Pahuichi-Hostel eingezogen waren, buchten wir sofort die Tour bei Balatours und konnten noch 10% Empfehlungsrabatt herausschlagen, da uns der Laden von Jürgen empfohlen wurde. Trotzdem zahlten wir 216 US-Dollar pro Person. Unser Anspruch an die Reise war sehr hoch.
Wir fuhren den nächsten Morgen um 9 Uhr los, im Gegensatz zu den anderen Touren wurden wir mit einem geschlossenen Wagen mit Klimaanlage gefahren. Zwischendurch hielten wir an und unser Guide kaufte eine Flasche Cola für uns. Es ließ sich sehr gut an. Als wir ankamen, nahmen wir unsere Quartiere in Beschlag, einfach aber nicht heruntergekommen und abgenutzt. Mit uns kam noch eine andere Gruppe mit 3 Leuten plus Guide, d.h. zusammen waren wir 9 Personen. Als dann das Mittagessen aufgetischt wurde, waren wir entsetzt. Das sollte für uns alle reichen? Nachdem wir Essen geholt hatten, war schon fast nichts mehr für die anderen da, außerdem war es kalt und fade. Unser Guide erklärte, dass die Köchin nicht genügend Zeit zur Vorbereitung hatte und wir nachsichtig sein sollten.
Der Vormittag sollte uns zu den Flussdelphinen führen, die sich aber in andere Regionen verzogen hatten, da der Wasserstand extrem niedrig war. Wir brüteten vier Stunden in der prallen Sonne, konnten aber wieder jede Menge Fotos von der Tierwelt machen. Über das Essen rede ich nicht mehr, es war weit unter dem, was man für diesen Preis erwarten konnte. Zum späten Nachmittag fuhren wir noch einmal raus und gingen Piranhas fischen. Nur unser Guide hatte Glück. Wir fingen nur ganz kleine Fische. Die Küche fritierte den Fisch für uns und als Kriszta den Guide fragte, wir man einen Piranha am besten isst, bekamen wir nur die Antwort: “Mit dem Mund”. Ernst gemeint, ohne jegliche Ironie.
Dann begann der Schreckenstag. Die Nacht war Stromausfall und wir sammelten unser Hab und Gut im Dunklen ein. Wir standen schon auf dem Flughafen, ich schaute in meinem Rucksack nach, wo mein iPod ist und in dem Moment fiel mir ein, dass ich ihn unter das Kopfkissen gelegt hatte. Ich fluchte und wir beschlossen auf den Nachmittagsflug zu wechseln, während Franzi und André schon nach La Paz zurückdüsten. Der Player war noch da, aber auf dem Weg zum Hotel verlor Kriszta noch ihre Jacke, die nicht wieder aufzufinden war. Als sich der Nachmittag näherte, zogen dunkle Regenwolken auf und der Wind verschärfte sich. Durch dieses Wetter mussten wir durch. Es schaukelte wieder extrem und wir durchflogen etliche Luftlöcher, die uns ganz schön nach unten rissen. Aber in La Paz war wieder schönes Wetter.
Leicht müde kommen wir nachmittags im windigen Uyuni an und suchen uns eine Unterkunft. Wir bekommen nur noch ein Raucherzimmer, wo der Putz von der Decke kommt. Aber es ist ja nur für eine Nacht. Durch Franzi und André haben wir den Tipp bekommen, dass El Desierto nicht schlecht sein soll. Das Büro liegt schräg gegenüber von unserem Hotel und wir beginnen die Verhandlungen. Anfangspreis sind 600 Bolivianos pro Person. Wir wollen aber nicht mit sieben Personen in einen Jeep gequetscht werden und fragen nach, was der Jeep kostet, wenn wir ihn zu viert nehmen wollen und landen bei 3.400 Bolivianos, was 850 pro Person sind. Etwas mehr Komfort ist uns das wert. Durch die Empfehlung wissen wir auch, dass Roman als Fahrer nicht schlecht ist. Leider ist er nicht verfügbar und wir bekommen Valerio als Fahrer. Für 120 Bs extra bekommen wir sogar noch eine Köchin dazu.
Valerio macht sich als Fahrer gut, er fährt sicher, quasselt nicht pausenlos, gibt aber ausreichende und für mein Spanischverständnis qualifizierte Informationen. Von Uyuni geht es in die Salar de Uyuni (25km), wo wir den ersten Stop beim Salzhotel machen und jede Menge Fotos schießen. Bis zum Mittag geht es zur Isla del Pescado (oder auch Isla Incahuasi) auf der wir eine kleine Wanderung machen. Auf der Insel wachsen jede Menge Cardones (d.h. die Kakteen, die beim Absterben verholzen). Die Salar ist unglaublich weiß und hell, trotz Sonnenbrille und Mütze blendet es und ich bin froh, als wir am Nachmittag die Salar verlassen. Unsere erste Übernachtung ist in San Juan in einem kleinen Hotel, dass komplett aus Salzblöcken aufgebaut ist.
Der zweite Tag startet 8.30 Uhr, wir fahren eine ganze Weile bis zum ersten Stop, wo wir einen wunderbaren Ausblick auf einen aktiven Vulkan haben, der auch leicht qualmt. Es stellt sich heraus, dass es eine sehr gute Entscheidung war, den Jeep zu viert zu nehmen, da die hinterste Reihe für normal große Mitteleuropäer nicht erträglich ist. Zum Mittag sind wir dann an der ersten Lagune (Laguna Cañapa), wo sich die Berge herrlich im See spiegeln. Den restlichen Nachmittag folgen noch drei weitere Lagunen. Zum späten Nachmittag erreichen wir die Laguna Colorada. Alle Jeeps die nach uns folgen biegen vor dem Nationalpark zu einer Aussicht ab, nur wir fahren gerade aus. Wir bemängeln diesen Zustand und etwas mürrisch kehrt Valerion um und wir haben eine geniale Aussicht auf die Laguna Colorada. Es dauert eine Weile, bis sich unser Fahrer beruhigt hat und wir fahren zu unserer Unterkunft, die garnicht so primitiv ist, wie uns erzählt wurde.
Auf dem Rückweg nach Uyuni zerlegt es uns zwei mal den Vorderreifen. Das erste Mal wechselt Valerio den Schlauch, beim zweiten Mal nimmt er das Ersatzrad. Wir halten noch etliche Male, weil die Aussicht so schön ist, aber viel schlafe ich auch und hole so die Nacht etwas nach. Letzte Station unserer Reise ist der Zugfriedhof kurz vor Uyuni, wo Dutzende Lokomotiven stehen und vor sich hin rosten. Ich mache eine erste Hochrechnung: über 300 Fotos habe ich in den letzten drei Tagen geschossen und schon beim Entwickeln bin ich mir sicher: Es war eins der Highlights unserer Weltreise.
La Paz
Schon wieder früh aufstehen und den nächsten Bus nehmen. Nächstes Ziel: Copacabana in Bolivien. Der Grenzübergang nach Bolivien geht reibungslos von statten, keiner will unser Gepäck sehen und der Grenzbeamte schaut auf meinen Pass, lächelt und meint “Ah, Lukas Podolski!” Mittags erreichen wir Copacabana, was in Bezug auf Puno keine Weiterentwicklung ist. Wir nehmen uns ein Hotel für 175 Bolivianos (=17,50 Euro) und entscheiden uns, nicht länger als nötig zu bleiben. Schnell buchen wir eine Halbtagestour zur Isla del Sol – der Geburtsstätte der Inkas. Übrigens haben die Inkas in der Form des Titikakasees einen Puma gesehen, weshalb Titikaka auf auf Quechua auch “großer Puma” bedeutet.
Nach der kleinen Überschwemmung, die im Zimmer von Franzi und André ausgebrochen war, schafften wir es trotzdem pünktlich zum Bus von Cuzco nach Puno. Wir hatten eine Fahrt mit mehreren Stops an “interessanten” Orten gebucht. Tatsache war, dass es wieder Orte waren, die wie alle bisher gesehenen aussahen. Einzig interessant war noch die Inkastätte Raqchi, wo unser Guide aus dem Bus uns mit interessanten Fakten zum Thema Erdbebensicherheit und Wasserfestigkeit der Inkagebäude informierte. Nach Einbruch der Dunkelheit erreichten wir Puno, welches sich schon auf den ersten Blick als hässliche Stadt entpuppte.
Wir hatten zwei Zimmer in San Antionio Suite gebucht und hatten auch noch das Glück, dass wir vom Busbahnhof abgeholt und zum Hotel gefahren wurden. Wir liefen am Abend noch etwas durch die Stadt, es war ein großer Umzug zum Jahrestag der Universität im Gange. Aber es war kalt und wir hielten es nicht lange aus. Wir buchten noch eine Inseltour für den nächsten Morgen und gingen dann schlafen.
Am nächsten Morgen beginnt unsere Tour auf dem Titikakasee. Wir fahren ca. eine halbe Stunde, bis wir Uro – die schwimmenden Inseln – erreichen. Wir werden mit einem freundlichen “Kamisaraki” begrüßt, was auf Aymara “Wie geht’s” bedeutet. Die passende Antwort bekommen wir schon im Vorfeld gelehrt – “Hualiki!” Mit gemischten Gefühlen hören wir uns an, wie die Inseln aufgebaut sind, welche Bedeutung die Kleidung hat und wie gejagt wird. Wohl wissend, dass dieser Ort ausschließlich so existiert, weil Touristen ihn besuchen und nur deshalb die Tradition erhalten bleibt.
Unser Weg nach Cusco wurde wieder von unserer bevorzugten Busgesellschaft Cruz del Sur durchgeführt. Diesmal hatten wir Glück und erwischten einen schwulen Steward, der nach dem Bingo (es gab eine Busreise zu gewinnen) ein Lied in Quechua, “Stand by me” und “Do you really want to hurt me” zum besten gab. Nur die nächtlichen Temperaturwechsel machten die Nacht etwas weniger angenehm (erst eiskalt, dann sehr warm). So kamen wir etwas übernächtigt früh im Hostel “La Casa de mi Abuelo” an. Wir frühstückten und machten einen ersten Stadtrundgang. Gegen Mittag konnten wir unsere Zimmer beziehen, nur stellte sich heraus, dass die vorherigen Zimmerbewohner die Zimmerschlüssel mitgenommen hatten und die Schlüssel am Flughafen sichergestellt wurden. Es dauerte jedoch bis zum späten Abend, bis wir die Schlüssel in Empfang nehmen konnten. Bis dahin standen unsere Zimmer mit all unseren Sachen offen.
Wir hatten die Tage zuvor schon immer ein kritisches Auge auf die Karten zum Machu Picchu geworfen. Inzwischen kannten wir auch die
So hatten wir einen freien Tag, an dem wir die Stadt und ihre Inkamauern besichtigten, die peruanische Fast-Food-Kette
Der Wecker klingelte um 4.40 Uhr. Wir standen auf, gingen frühstücken und liefen zum Bus, der uns zu Machu Picchu bringen sollte. Vor uns war schon eine riesige Schlange, die auf den Start der Busse um 5.30 Uhr wartete. Wer den ersten Bus erwischen will, wird schon um diese Uhrzeit von Straßenverkäufern gut versorgt. Wir erwischten den 6. Bus und schon ging es die engen Serpentinen hoch. Noch einmal anstehen für den Eintritt und schon ist man auf dem Gelände. Man muss sich vor Eintritt sehr genau überlegen, ob man auf Toilette möchte, denn auf dem gesamten Gelände gibt es kein Klo!
Auf den Bildern, die man von Machu Picchu findet, sieht man immer wieder Wolken, die an den Bergen hängen bzw. dicht über der Anlage liegen. Das erweckt den Eindruck, dass Machu Picchu besonders hoch liegt. Mit 2.400 Metern ist es zwar höher als Aquas Calientes, aber weitaus tiefer wie Cusco (3.300m). Wir bestaunten noch, wie die Sonne sich am Bergrand zeigte, doch dann mussten wir schon durch die Anlage laufen, um unsere Besteigung des Huayna Picchu zu beginnen. Die erste halbe Stunde fluchte ich wie ein Rohrspatz, denn die Treppen zum Huayna Picchu sind sehr steil und man ist geneigt umzukehren. Aber in der zweiten Hälfte hatte ich den inneren Schweinehund überwunden. Der Ausblick war überwältigend und nach einer kleinen Pause begannen wir den Abstieg. Zu dem Zeitpunkt erkannten wir, dass es eine gute Idee war, schon 7 Uhr hoch zu gehen, denn die Sonne heizte uns ganz schön ein.
Ich hatte im Vorfeld unseres Besuches immer gedacht, dass man den klassischen Ausblick auf Machu Picchu nur durch die Karte zum Huayna Picchu bekommt. Dass dies der Berg im Hintergrund auf dem bekannten Motiv ist, wurde mir nach dem Eintritt erst klar. Und wenn ich schon bei der Erweiterung des Allgemeinwissens bin: Machu Picchu heißt nicht die Anlage, sondern der Berg hinter der Inkastätte. Machu Picchu bedeutet soviel wie “Alter Berg”.
Wir entspannten uns den nächsten Tag ein wenig bzw. wagten den schwierig aussehenden, aber in 15 Minuten zu bewältigenden Weg zu Saqsayhuaman (klingt gesprochen wie “sexy woman”), einer weiteren Inkastätte, die mit gewaltigen geschliffenen Mauern zu beeindrucken weiß. Abends schauten wir nochmal bei Bembos vorbei, bezahlten das Hostel und gingen schlafen. Unser Bus nach Puno sollte den nächsten Morgen um 8 Uhr gehen, deshalb wunderten Kriszta und ich uns, als kurz nach 5 Uhr ein lautes Fluchen aus dem Zimmer von Franzi und André kam. Ursache: Das Zimmer stand 2cm unter Wasser und hatte ihre Rucksäcke, Daypacks usw. unter Wasser gesetzt. Natürlich wurde uns seitens des Hostel die Schuld gegeben. Wir packten murrend unsere Sachen und zogen weiter.