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Gefährliches Halbwissen

Höhenrausch

Ice Climbing

Über eine lange holprige Straße kämpfte sich unser Taxi bis zur Laguna Llaca. Von dort aus mussten wir ein Stück zu Fuß gehen. Es ging über Geröll und große Steine, schon eine gewaltige Anstrengung vorwärts zu kommen, wenn man bedenkt, dass wir uns auf über 4.400 Metern bewegen. Unser Guide ging schon vor und bereitete die Ausrüstung vor, während unser Taxifahrer uns begleitete.

Etwas enttäuscht waren wir schon, als wir am Gletscher ankamen. Auf den Bildern in der Agentur war ein strahlend weißer Gletscher zu sehen und wir bekamen einen Schutt und Dreck zugestaubten grauen Gletscher. Nach anfänglicher Enttäuschung gab uns unser Guide Rafael eine kurze Einweisung, wie man den Gletscher emporsteigt. Entweder Fuß/Fuß, Arm/Arm oder Fuß/Arm, Fuß/Arm. Drei Punkte müssten immer fest an der Eiswand sein, sonst kann es schiefgehen. Wir waren natürlich mit Sicherungsseil gesichert.

Kriszta machte den Anfang und kämpfte sich die ca. 10 Meter nach oben. Von unten sieht alles ganz einfach aus, aber wenn man einmal in der Wand hängt (man beachte auch die Höhe!), wird alles schwer. Ich habe es nicht gedacht, aber nach 2/3 des Weges machten meine Arme langsam schlapp und die Eispickel wollten nicht mehr greifen. Mit Mühe und Not zog ich mich die letzten 2 Meter hoch. Mein Herz raste und meine Lunge hatte liebe Not genügend Sauerstoff zu liefern. Das Abseilen ging dafür viel einfacher. Einfach nach hinten lehnen und abwärts laufen. Ich habe schon gehört, dass manche davor Angst haben, aber mich hat es kaum gestört, unser Guide sicherte uns gut.

Laguna 69

Statt schön lange zu schlafen nach so einer anstrengenden Tour, ging es gleich am nächsten Morgen wieder früh raus, Richtung Laguna 69. Wir fuhren 6 Uhr los, machten noch einen viel zu langen Frühstücksstop unterwegs und dann holperten wir wieder auf einem Feldweg für weitere 2 Stunden. Kaum dass wir ausgestiegen waren, ging die Diskussion los – wie lange haben wir Zeit? Uns wäre es Recht, wenn wir gegen 16 Uhr wieder zurückfahren (da wir ja den Nachtbus bekommen mussten), anderen wurden 7 Stunden Wanderung versprochen, d.h. gegen 17.30 Uhr. Unser Fahrer meinte: Allerspätestens 16 Uhr rollt der Bus wieder los.

Am Anfang gingen wir noch als Gruppe, später löste es sich mehr und mehr auf, da alle ein unterschiedliches Tempo liefen. Die Landschaft war überwältigend und das Wetter zeigte sich von seiner leicht diesigen Seite. Ziel der Wanderung war die Laguna 69, die auf 4.600m liegt. Der Startpunkt war auf 4.000m und ungefähr 9km vom Ziel entfernt. Am Anfang lief es für noch gut, es war nur ein leichter Anstieg. Später schleppten wir uns die Serpentinen eines Berges hoch. Als wir oben waren, wartete ein kleiner See und wieder ein Stück Ebene. Die letzten 200 Höhenmeter waren die Schwersten, aber die Motivation war groß, denn das Ziel war nahe.

Oben angekommen, ruhten wir uns aus, nahmen einen kleinen Snack zu uns und machten jede Menge Bilder. Dann hieß es aber schon langsam Zeit umzukehren. Nachdem wir 3 Stunden für den Weg aufwärts benötigt hatten, liefen wir ganz entspannt in 2 Stunden wieder zurück zu Minibus. Wir rechneten mit 3 Stunden Rückfahrt, d.h. wir wären rechtzeitig wieder da. Aber es wurde 17 Uhr, 17.30 Uhr… und dann kamen die anderen. Wir waren so nervös, dass wir schon die ganze Zeit auf den Fahrer einredeten, der uns beruhigte – wir schaffen den Bus. Uns genau so kam es auch. Wir schafften die Punktlandung und konnten ganz entspannt in den Bus einsteigen.

Mir ging die ganze Zeit durch den Kopf, warum der See “Laguna 69″ heißt. Nach einiger Suche fand ich die Lösung, die ich schon vermutet hatte. Beim Kartografieren, nummerierten die Forscher die Seen durch. Später fügten sie die einheimischen Namen hinzu – nur Laguna 69 hatte noch keinen. Also wurde die Bevölkerung aufgerufen, einen Namen für den See zu finden. Also blieb es bei Laguna 69…

Einfach abfliegen

Wieviele Katastrophen kann man in einem Tag unterbringen? Es fing damit an, dass wir halb 7 Uhr morgens aufstanden und fix unseren Flugstatus prüften. skyscanner.de meinte plötzlich, dass unser Flug 8.30 Uhr geht. Endlich ein Grund zur Panik! Schnell angezogen, zusammengepackt und ab ins Taxi zum Flughafen. Natürlich hatte sich am Flugplan nichts geändert, der Flug ging nach wie vor 10.15 Uhr. Na Danke! Also machten wir uns bei Subway gemütlich (die haben eine Ledercouch zum Lümmeln) und warteten…

Der Flug verlief unspektakulär und wir fuhren gleich mit dem Taxi zur Busgesellschaft Cruz del Sur. Dort hatten wir WiFi und surften, bis es Zeit wurde, in den Bus zu steigen. Und der Nachmittag der bleichen Gesichter begann. Von 3.700 Meter kurvten wir Serpentinen bis auf 2.000 Meter hinunter, um dann wieder hinaufzufahren usw. Kriszta flüsterte mit einer Plastiktüte und ich musste mich streng zusammenreißen, denn der Fahrer hielt Bremsen für eine Art Charakterschwäche und donnerte den Bus mit vollem Schwung in die Kehren. Wir hatten auch zwei Kleinkinder an Bord, der bei jeder Kurve anfingen, unheilvoll zu wimmern, was die Gesamtsituation noch verschlimmerte.

Zu allem Unglück hatten wir noch eine Ultrazicke vor uns, die sich bei der Stewardess beschwerte, dass sie ihren Sitz nicht voll nach hinten klappen kann, weil meine Beine im Weg waren. Ihrer Meinung nach hätte ich mich umsetzen müssen. Das sie ganz am Anfang unser Gepäck aus dem Gepäckfach über sich ausräumte, weil sie der Meinung war, das Fach gehöre ihr, verschweige ich lieber. Laut Aussage des Cruz del Sur-Büros hätten wir gegen 8 – 8.30 Uhr in Nazca ankommen müssen. In Realität waren wir um 5 Uhr da und schauten dumm aus der Wäsche.

Nach einer Weile hatte sich mein Körper wieder beruhigt und wir verdrückten das Frühstück, dass wir noch im Bus hätten bekommen sollen. Wir schauten ein wenig fern und beruhigten uns wieder. Gegen 8 Uhr verließen wir den Busbahnhof. Wir fanden das nette Reisebüro Alegria, was uns gut wegen der Linien beriet. Frauen können schon ganz schön verführerisch sein, denn Kriszta jubelte mir die Idee unter, nun doch zu fliegen. Mein schwacher Magen war unentschlossen und ich auch, aber ich ließ mich überreden. Also buchten wir für 100 USD einen Flug bei Alas Peruanas für mich.

Die Reiseagentur schickte uns für die verbleibende Zeit in das gleich nebenan liegende 3-Sterne-Hotel, wo wir am Pool noch etwas entspannen und im Internet surfen konnten. 10 Uhr ging es los, wir wurden zum Flughafen gefahren, mussten wieder mal Flughafengebühr von 25 Soles bezahlen und dann ging es zur Sicherheitskontrolle wie in jedem Flughafen. 11 Uhr summte die Cessna los und brachte mich in luftige Höhe. Das Ruckeln hielt sich in Grenzen, etwas gewöhnungsbedürftig waren die Steilkurven, die für die Fotos geflogen wurden.

Zwischendurch hatte ich immer wieder Freudentränen in den Augen, denn ich habe schon immer davon geträumt, hier zu sein und die Linien zu sehen. Nach einer halben Stunde hatte mich meine Kriszta wieder und ich bekam noch ein Zertifikat, dass ich den Flug erfolgreich absolviert habe und für den Rest des Tages hatte ich ein breites Freudenstrahlen im Gesicht…

Nachruf

Manchmal muss man einfach aufhören, wenn es am schönsten ist. Den letzten Monat sind wir (Franzi, Kriszta, André und ich) gemeinsam durch Peru und Bolivien gereist. In der Zeit haben wir viel zu erzählen gehabt, jede Menge gelacht und waren natürlich auch als kleines Team schlagkräftiger, wenn es um Beschwerden oder Verhandlungen ging.

Ich hatte es mir schon vorab gewünscht, dass wir als kleine Gruppe durch Bolivien reisen können, weil die Gefahr bestohlen oder ausgeraubt zu werden unglaublich sinkt. Als wir die beiden in San Pedro kennenlernten und sie sich später entschlossen mit nach Bolivien zu kommen, freute ich mich. Nun nach einem Monat sind wir nicht nur ein Team gewesen, sondern auch gute Freunde geworden.

Ihre Reise geht jetzt seit 15 Monaten und sie haben sich jetzt Richtung Miami begeben, um dann langsam heimzukehren. Wir wünschen den beiden noch eine schöne Reise, gute Heimkehr und … ein baldiges Wiedersehen / -hören.

Around La Paz

Yungas Straße

Früh um 6.15 Uhr in La Paz stehen und auf einen Tourbus warten, ist nicht unbedingt prickelnd. Aber der Guide entschuldigte sich und es ging aufwärts. Bis auf 4.600 Meter. Von dort aus startete unsere Mountainbike-Tour entlang der Death Road (aka Most Dangerous Road, aka Yungas Straße) ins Tal bis auf 1.200 Meter. Zuvor noch ein paar Fakten über diese Straße…

  • unbefestigte Straße, links bis zu 400 Meter abwärts, rechts Fels
  • durch die Höhe: Nebel, Regen und Schlamm
  • als sie noch als Straße betrieben wurde: jährlich 200-300 Unfalltote
  • an manchen Stellen nicht breiter als 3 Meter
  • Linksverkehr, da der Fahrer links sitzt und so besser den Abstand schätzen kann
  • Aufwärtsfahrende haben Vorfahrt
  • seit die Umgehungsstraße existiert, hauptsächlich touristisch genutzt

Die ersten 32 Kilometer fuhren wir auf befestigter Straße mit dem normalen Verkehr. Manchmal mussten wir LKWs überholen, unser Guide schätzte die Geschwindigkeit, die wir erreicht haben auf ca. 60 km/h. Es war schon etwas abenteuerlich, denn wir waren mitten in den Wolken und es war sehr schlechte Sicht, ungefähr 50 Meter. Dann folgt ein kurzes Stück, dass aufwärts geht. Diese Mühe wurde uns erspart und der Bus fuhr uns das Stück. Danach ging es die alte Straße weiter und es wurde ungemütlich. Viele Steine auf dem Weg, es regnete und die Straße verwandelte sich in eine Schlammpfütze. Wir hatten zwar Full Suspension Bikes, aber das schützt vor Dreck nicht. Nachher waren die Hosen komplett nass und wir waren von oben bis unten mit Dreck vollgespritzt. Nach einer Pause mit Möglichkeit zum Duschen und Mittagessen ging es dann wieder heim.

Tiwanaku (Tiahuanaco)

Tiwanaku wird als die wichtigste archäologische Stätte Boliviens bezeichnet. Die Fahrt dahin hat man in 1,5 Stunden hinter sich gebracht. Hier findet man atemberaubende Tempelanlagen, die zwar nicht imposant sich, aber Spuren bis 1.500 v.u.Z. enthalten. Die Epoche von Tiwanaku gipfelte nach der Expansion des Volkes in den Inkas.

Unser Guide erzählte viel von der Mythologie, von der Religion und von der Kultur des Volkes. Natürlich musste er auch zugeben, dass es absolut ungeklärt ist, wie sich die 120 Tonnen schweren Steinblöcke an ihren Platz begeben haben. Deswegen waren die meisten Dinge, die er erwähnte Theorien. Am interessantesten fand ich, dass eine Theorie besagt, dass die Priester diejenigen wurden, die mit den Füßen zuerst zur Welt kamen. Im Laufe ihres Lebens wurde ihr Schädel verformt und ein Stück Gold in ihren Hinterkopf eingesetzt.

Ab in die Pampa

Bevor ich mit dem eigentlichen Bericht beginne, möchte ich noch ein paar Details zur Erklärung vorweg schicken. Also in Bolivien kommt man bequem in einem Doppelzimmer für 20 Euro unter (inkl. Frühstück) und wenn man abends zu seinem Lieblingsitaliener geht, ist man für eine kleine Pizza, Pasta und 1 Liter Saft mit 6 Euro dabei. Was wird also eine 3-Tages-Tour mit allen Mahlzeiten, Unterbringung in Holzhütten mit Moskitonetzen und ein paar Ausflügen mit dem Boot kosten? Vielleicht so 100 Euro? Aber lasst euch überraschen…

Unser Flug von La Paz ging am Nachmittag mit einer 19 sitzigen Fairchild Metro III, das ist eine kleine Propellermaschine mit 2 Sitzreihen. Es holperte und schaukelte, aber dafür flogen wir unmittelbar an den Bergen hinter La Paz vorbei und hatten einen sensationellen Blick darauf. 35 Minuten später landeten wir im kleinen Rurrenabaque und es begann die Umstellung. Vorher: 7°C auf 3.700 Meter, jetzt: 34°C auf 220 Meter. Von der Fluggesellschaft amaszonas hatten wir noch jede Menge Gutscheine und Rabattmarken für Kneipen bekommen und standen jetzt auf dem Flughafen, der nüchtern betrachtet ein Sturzacker mit angeschlossenem Abrisshaus war.

Wir hatten Glück, dass wir mit Franzi und André zusammen waren, denn es stellte sich heraus, dass ein Ex-Schweizer, der schon seit 18 Jahren in Rurrenabaque lebt, gerade seine Tochter zum Flughafen schaffte und uns mit zurück in die Stadt nehmen konnte. Er empfahl uns ein Hostel und eine Gesellschaft mit der man die Pampa-Tour machen kann – Balatours. Nachdem wir im Pahuichi-Hostel eingezogen waren, buchten wir sofort die Tour bei Balatours und konnten noch 10% Empfehlungsrabatt herausschlagen, da uns der Laden von Jürgen empfohlen wurde. Trotzdem zahlten wir 216 US-Dollar pro Person. Unser Anspruch an die Reise war sehr hoch.

Zu den Gutscheinen gehörte auch ein Gratis-Caipirinha in einer sogenannten Moskkito-Bar. Gratis? Alkohol? Wir wurden wahnsinnig positiv überrascht. Es wurde nicht an Alkohol gespart und der Caipi war sehr lecker, sodass wir uns entschlossen, gleich noch das Abendessen und ein paar Cocktails mehr hinten anzuhängen. Wir entschieden uns für ein gegrilltes Fischfilet mit Knoblauchsauce mit Gemüse, Reis und Pommes Frites. Sämtliche kulinarischen Genüsse von Südamerika wurden übertroffen – es war ein Genuss. Wir hatten alle ordentlich zugelangt und trotzdem belief sich unsere Rechnung auf ca. 28 Euro (für 4 Personen). Wie gut musste dann unsere Tour werden?

Wir fuhren den nächsten Morgen um 9 Uhr los, im Gegensatz zu den anderen Touren wurden wir mit einem geschlossenen Wagen mit Klimaanlage gefahren. Zwischendurch hielten wir an und unser Guide kaufte eine Flasche Cola für uns. Es ließ sich sehr gut an. Als wir ankamen, nahmen wir unsere Quartiere in Beschlag, einfach aber nicht heruntergekommen und abgenutzt. Mit uns kam noch eine andere Gruppe mit 3 Leuten plus Guide, d.h. zusammen waren wir 9 Personen. Als dann das Mittagessen aufgetischt wurde, waren wir entsetzt. Das sollte für uns alle reichen? Nachdem wir Essen geholt hatten, war schon fast nichts mehr für die anderen da, außerdem war es kalt und fade. Unser Guide erklärte, dass die Köchin nicht genügend Zeit zur Vorbereitung hatte und wir nachsichtig sein sollten.

Am Nachmittag begannen wir mit einer kleinen Bootsfahrt, wo wir jede Menge Kaimane, Wasserschweine und Vögel sahen. Leider spielte das Wetter nicht so mit, es regnete zwischendurch. Zu unserem Glück, denn dadurch war es nicht mehr ganz so heiß. Als das Abendessen anstand, hatte sich nichts geändert. Das Essen war kalt und bei weitem nicht ausreichend. Wir reklamierten den Zustand, die andere Gruppe hingegen sagte nichts. Als am nächsten Morgen wieder kalte frittierte Sachen gereicht wurden, meinte unser Guide nur, wir sollten selbst in der Küche vorsprechen, er hätte es jetzt zwei mal gesagt. Ab diesem Moment wurde er auch uns gegenüber immer wortkarger.

Der Vormittag sollte uns zu den Flussdelphinen führen, die sich aber in andere Regionen verzogen hatten, da der Wasserstand extrem niedrig war. Wir brüteten vier Stunden in der prallen Sonne, konnten aber wieder jede Menge Fotos von der Tierwelt machen. Über das Essen rede ich nicht mehr, es war weit unter dem, was man für diesen Preis erwarten konnte. Zum späten Nachmittag fuhren wir noch einmal raus und gingen Piranhas fischen. Nur unser Guide hatte Glück. Wir fingen nur ganz kleine Fische. Die Küche fritierte den Fisch für uns und als Kriszta den Guide fragte, wir man einen Piranha am besten isst, bekamen wir nur die Antwort: “Mit dem Mund”. Ernst gemeint, ohne jegliche Ironie.

Als wir den nächsten und letzten Morgen Anacondas suchen gingen, lief unser Guide immer lustlos herum, während die anderen beiden Guides (es kam den Tag zuvor eine neue Gruppe) im Gras suchten. Wir fanden nichts und gingen wieder zurück. Bei unserem letzten Mittag fragten wir unseren Guide, ob er krank wäre, er wäre so ruhig und er wirkt so lethargisch. Nein, es wäre unsere Schuld, wir würden nicht mit ihm reden. Wir hatten den Kanal voll und waren froh, dass wir wieder zurückfahren. Die Moskkito-Bar wartete auf uns. Das Essen war wieder legendär und die Drinks auch.

Dann begann der Schreckenstag. Die Nacht war Stromausfall und wir sammelten unser Hab und Gut im Dunklen ein. Wir standen schon auf dem Flughafen, ich schaute in meinem Rucksack nach, wo mein iPod ist und in dem Moment fiel mir ein, dass ich ihn unter das Kopfkissen gelegt hatte. Ich fluchte und wir beschlossen auf den Nachmittagsflug zu wechseln, während Franzi und André schon nach La Paz zurückdüsten. Der Player war noch da, aber auf dem Weg zum Hotel verlor Kriszta noch ihre Jacke, die nicht wieder aufzufinden war. Als sich der Nachmittag näherte, zogen dunkle Regenwolken auf und der Wind verschärfte sich. Durch dieses Wetter mussten wir durch. Es schaukelte wieder extrem und wir durchflogen etliche Luftlöcher, die uns ganz schön nach unten rissen. Aber in La Paz war wieder schönes Wetter.

Auf dem Flughafen von Rurrenabaque entdeckte ich noch den Grund, warum die Touren so teuer waren: Es wurde ein Beschluss gefasst, dass der Mindestpreis für 3 Tage Tour 100 Euro sind, um die Qualität zu gewährleisten. Sonst nichts – nur der Preis war der Garant für mehr Qualität. Und was wir für Qualität bei Balatours bekommen haben, steht ja da. Auf unsere Beschwerden im Büro wurde nur geantwortet: Ihr habt ja doch die 10% Rabatt bekommen. Nie wieder Balatours.

Close to the sky

Leicht müde kommen wir nachmittags im windigen Uyuni an und suchen uns eine Unterkunft. Wir bekommen nur noch ein Raucherzimmer, wo der Putz von der Decke kommt. Aber es ist ja nur für eine Nacht. Durch Franzi und André haben wir den Tipp bekommen, dass El Desierto nicht schlecht sein soll. Das Büro liegt schräg gegenüber von unserem Hotel und wir beginnen die Verhandlungen. Anfangspreis sind 600 Bolivianos pro Person. Wir wollen aber nicht mit sieben Personen in einen Jeep gequetscht werden und fragen nach, was der Jeep kostet, wenn wir ihn zu viert nehmen wollen und landen bei 3.400 Bolivianos, was 850 pro Person sind. Etwas mehr Komfort ist uns das wert. Durch die Empfehlung wissen wir auch, dass Roman als Fahrer nicht schlecht ist. Leider ist er nicht verfügbar und wir bekommen Valerio als Fahrer. Für 120 Bs extra bekommen wir sogar noch eine Köchin dazu.

Ziemlich hungrig verlassen wir das Geschäft und gehen ein paar Schritte weiter, wo eine kleine Pizzeria ist. Wir sind ziemlich allein dort, bekommen aber eine erstklassige Gemüsesuppe und eine hervorragende Pizza. Den nächsten Morgen gehen wir auch gleich wieder dort frühstücken und finden uns kurz nach 10 Uhr bei El Desierto ein. Wir werden hereingebeten, hinter uns schließt sich die Tür. Es gibt keine Köchin, aber die 120 Bs will man uns trotzdem nicht zurückgeben, Valerio würde ja für uns kochen. Wir rebellieren – das wäre doch die Standardtour und die kostet auch nichts extra. Etwas widerwillig gibt man uns das Geld zurück.

Valerio macht sich als Fahrer gut, er fährt sicher, quasselt nicht pausenlos, gibt aber ausreichende und für mein Spanischverständnis qualifizierte Informationen. Von Uyuni geht es in die Salar de Uyuni (25km), wo wir den ersten Stop beim Salzhotel machen und jede Menge Fotos schießen. Bis zum Mittag geht es zur Isla del Pescado (oder auch Isla Incahuasi) auf der wir eine kleine Wanderung machen. Auf der Insel wachsen jede Menge Cardones (d.h. die Kakteen, die beim Absterben verholzen). Die Salar ist unglaublich weiß und hell, trotz Sonnenbrille und Mütze blendet es und ich bin froh, als wir am Nachmittag die Salar verlassen. Unsere erste Übernachtung ist in San Juan in einem kleinen Hotel, dass komplett aus Salzblöcken aufgebaut ist.

Der zweite Tag startet 8.30 Uhr, wir fahren eine ganze Weile bis zum ersten Stop, wo wir einen wunderbaren Ausblick auf einen aktiven Vulkan haben, der auch leicht qualmt. Es stellt sich heraus, dass es eine sehr gute Entscheidung war, den Jeep zu viert zu nehmen, da die hinterste Reihe für normal große Mitteleuropäer nicht erträglich ist. Zum Mittag sind wir dann an der ersten Lagune (Laguna Cañapa), wo sich die Berge herrlich im See spiegeln. Den restlichen Nachmittag folgen noch drei weitere Lagunen. Zum späten Nachmittag erreichen wir die Laguna Colorada. Alle Jeeps die nach uns folgen biegen vor dem Nationalpark zu einer Aussicht ab, nur wir fahren gerade aus. Wir bemängeln diesen Zustand und etwas mürrisch kehrt Valerion um und wir haben eine geniale Aussicht auf die Laguna Colorada. Es dauert eine Weile, bis sich unser Fahrer beruhigt hat und wir fahren zu unserer Unterkunft, die garnicht so primitiv ist, wie uns erzählt wurde.

Zum Abendessen gibt es Spaghetti und Rotwein. Wir sind auf 4.300 Meter über Normal Null und die Nacht wird zu meiner persönlichen Horrornacht. Ich bekomme höllische Kopfschmerzen, gegen die auch keine Tabletten helfen und liege die ganze Nacht völlig aufgekratzt im Bett. Erst gegen halb 4 Uhr kann ich eine Stunde schlafen. Halb 5 Uhr geht es schon wieder weiter, wir fahren zu erst zu den Geysiren (auf über 4.900 Metern), dann zu den Thermalquellen und zur Laguna Verde, die sich nicht in Grün präsentiert.

Auf dem Rückweg nach Uyuni zerlegt es uns zwei mal den Vorderreifen. Das erste Mal wechselt Valerio den Schlauch, beim zweiten Mal nimmt er das Ersatzrad. Wir halten noch etliche Male, weil die Aussicht so schön ist, aber viel schlafe ich auch und hole so die Nacht etwas nach. Letzte Station unserer Reise ist der Zugfriedhof kurz vor Uyuni, wo Dutzende Lokomotiven stehen und vor sich hin rosten. Ich mache eine erste Hochrechnung: über 300 Fotos habe ich in den letzten drei Tagen geschossen und schon beim Entwickeln bin ich mir sicher: Es war eins der Highlights unserer Weltreise.

Der große bolivianische Städtetest

La Paz

Zu La Paz fällt mir nicht viel ein. Wir buchen unsere Flüge für den Dschungeltrip und unseren Rückflug nach Cuzco. Ansonsten befällt mich ein anhänglicher Schnupfen und Husten, den ich über die Zeit, die wir hier sind, auskuriere. Wir versuchen uns hier an die Bolivianischen Verhältnisse zu gewöhnen. Zum Frühstück gibt es zwar Brot, aber keinen Belag. Marmelade bekommen wir auf Nachfrage. Die Ananas hat schon längst den Status “überreif” überschritten, wird aber trotzdem Tag für Tag aufgetischt. Und am nächsten Morgen ist dann auch noch die Milch sauer.

Wir laufen etwas durch die Stadt, unter anderem um etwas Essbares zu finden. Entweder sind die Restaurants bei minderer Qualität hoffnungslos überteuert oder man traut sich nicht mal, den Laden zu betreten. Zu unseren Zielen in der Stadt gehören der Hexenmarkt, auf dem man z.B. getrocknete Lama-Föten kaufen kann und auch der Schwarzmarkt, der aber so übel nach Urin riecht, dass wir es nicht lange aushalten. Außerdem kommt uns der Verdacht, dass man Touristen hier nicht mag. Fragt man Preise an Nicht-Touristen-Ständen nach, wird man angenuschelt oder bekommt einen astronomischen Preis genannt, der auch nicht verhandelbar ist.

Sucre

Sucre hinterlässt bei uns schon einen besseren Eindruck. Hier ist nicht alles so verfallen wie in La Paz. Ja, man könnte fast behaupten, dass die Stadt Charme hat. Unser Weg von La Paz nach Sucre führt nicht über die schlechte Straße, über die man 14 Stunden holpert, sondern wir wagen den Flug mit einer Bolivianischen Fluggesellschaft. Im Flughafen stolpern wir über einen Subway, der sich im Gegensatz zum Essen der vergangenen Tage als purer Genuss entpuppt. Nur das Flugzeug mit dem wir fliegen, hat schon die besten Jahre hinter sich (Boeing 727-200, geschätztes Alter: ca. 35 Jahre).

In Sucre wagen wir etwas, was man sich normalerweise nicht Bolivien wagen sollte: einen Besuch im Kino (Hangover 2) und anschließend einen nächtlichen Heimspaziergang. Aber da wir zu viert sind und es Samstagabend ist, fällt das Risiko relativ gering aus. Der Film ist enttäuschend, wie alle Fortsetzungen, aber trotzdem werden wir gut unterhalten.

Potosi

Wie schreibt der Planet so schön “Potosi shocks.” Stimmt ausnahmsweise. Eine dreckige, verlassen wirkende Stadt, die kaum sehenswerte Plätze hat. Auf eine Besichtigung der Minen verzichten wir – Menschen zu besichtigen, wie sie ihre Gesundheit für einen Hungerlohn ruinieren, ist für uns absurd. Irgendwo lese ich, dass die Menschen hier ca. 10 Jahre in den Minen arbeiten und danach ihre Lungen hinüber sind.

Ich habe meine Uhr kalibriert, dass sie die richtige Höhe anzeigt und sie liegt mit +/-10 Metern Abweichung immer relativ genau. Nur Potosi, dass angeblich über 4.000 Metern liegen soll und den Titel “höchst gelegene Stadt der Welt” für sich beanspruchen will, lässt meine Uhr kalt. Sie meint, dass Potosi gerade mal 3.950 Meter hoch liegt.

Ein im kalten Wind flatterndes Plakat lässt mich aufhorchen – Potosis erstes Trance-Festival fand am 20. September statt. Hätte mich schon mal interessiert, wie man in Bolivien auf elektronische Musik reagiert.

Der große Puma

Schon wieder früh aufstehen und den nächsten Bus nehmen. Nächstes Ziel: Copacabana in Bolivien. Der Grenzübergang nach Bolivien geht reibungslos von statten, keiner will unser Gepäck sehen und der Grenzbeamte schaut auf meinen Pass, lächelt und meint “Ah, Lukas Podolski!” Mittags erreichen wir Copacabana, was in Bezug auf Puno keine Weiterentwicklung ist. Wir nehmen uns ein Hotel für 175 Bolivianos (=17,50 Euro) und entscheiden uns, nicht länger als nötig zu bleiben. Schnell buchen wir eine Halbtagestour zur Isla del Sol – der Geburtsstätte der Inkas. Übrigens haben die Inkas in der Form des Titikakasees einen Puma gesehen, weshalb Titikaka auf auf Quechua auch “großer Puma” bedeutet.

Mit einem einfachen Boot werden wir 1,5 Stunden zur Isla del Sol gefahren und laufen dort 1,5 Stunden, ohne nennenswerte Artefakte der Inkas zu sehen. Aber für 15 Bolivianos (= 1,50 Euro) ist das leicht verschmerzbar, denn der Ausblick auf die Berge und den See ist schön. Auf dem Rückweg müssen wir Benzin sparen und fahren nur mit einem Motor und benötigen deshalb über 2 Stunden zurück. Angesichts mangelnder Auswahl entscheiden wir uns für Pizza als Abendessen und kehren dann ins Hotel zurück.

Kamisaraki

Nach der kleinen Überschwemmung, die im Zimmer von Franzi und André ausgebrochen war, schafften wir es trotzdem pünktlich zum Bus von Cuzco nach Puno. Wir hatten eine Fahrt mit mehreren Stops an “interessanten” Orten gebucht. Tatsache war, dass es wieder Orte waren, die wie alle bisher gesehenen aussahen. Einzig interessant war noch die Inkastätte Raqchi, wo unser Guide aus dem Bus uns mit interessanten Fakten zum Thema Erdbebensicherheit und Wasserfestigkeit der Inkagebäude informierte. Nach Einbruch der Dunkelheit erreichten wir Puno, welches sich schon auf den ersten Blick als hässliche Stadt entpuppte.

Wir hatten zwei Zimmer in San Antionio Suite gebucht und hatten auch noch das Glück, dass wir vom Busbahnhof abgeholt und zum Hotel gefahren wurden. Wir liefen am Abend noch etwas durch die Stadt, es war ein großer Umzug zum Jahrestag der Universität im Gange. Aber es war kalt und wir hielten es nicht lange aus. Wir buchten noch eine Inseltour für den nächsten Morgen und gingen dann schlafen.

Seit wir auf über 3.500 Metern übernachten, haben wir Probleme mit dem Durchschlafen. Mitten in der Nacht wachen wir auf und sind putzmunter. Es fällt unwahrscheinlich schwer, wieder einzuschlafen und wenn, dann ist man am nächsten Morgen gerädert. Zu alledem kommt noch, dass ich mir beim Machu Picchu eine kleine Erkältung zugezogen habe, die mich zusätzlich schwächt.

Am nächsten Morgen beginnt unsere Tour auf dem Titikakasee. Wir fahren ca. eine halbe Stunde, bis wir Uro – die schwimmenden Inseln – erreichen. Wir werden mit einem freundlichen “Kamisaraki” begrüßt, was auf Aymara “Wie geht’s” bedeutet. Die passende Antwort bekommen wir schon im Vorfeld gelehrt – “Hualiki!” Mit gemischten Gefühlen hören wir uns an, wie die Inseln aufgebaut sind, welche Bedeutung die Kleidung hat und wie gejagt wird. Wohl wissend, dass dieser Ort ausschließlich so existiert, weil Touristen ihn besuchen und nur deshalb die Tradition erhalten bleibt.

Nach einer weiteren Fahrt von 2,5 Stunden erreichen wir Taquile. Wir quälen uns den Berg hinauf, um bei einem spektakulären Blick auf den Titikakasee unser Mittagessen einzunehmen und anschließenden auf der anderen Seite der Insel wieder hinabzusteigen und eine 3-stündige Rückfahrt anzutreten.

Der alte Berg

Unser Weg nach Cusco wurde wieder von unserer bevorzugten Busgesellschaft Cruz del Sur durchgeführt. Diesmal hatten wir Glück und erwischten einen schwulen Steward, der nach dem Bingo (es gab eine Busreise zu gewinnen) ein Lied in Quechua, “Stand by me” und “Do you really want to hurt me” zum besten gab. Nur die nächtlichen Temperaturwechsel machten die Nacht etwas weniger angenehm (erst eiskalt, dann sehr warm). So kamen wir etwas übernächtigt früh im Hostel “La Casa de mi Abuelo” an. Wir frühstückten und machten einen ersten Stadtrundgang. Gegen Mittag konnten wir unsere Zimmer beziehen, nur stellte sich heraus, dass die vorherigen Zimmerbewohner die Zimmerschlüssel mitgenommen hatten und die Schlüssel am Flughafen sichergestellt wurden. Es dauerte jedoch bis zum späten Abend, bis wir die Schlüssel in Empfang nehmen konnten. Bis dahin standen unsere Zimmer mit all unseren Sachen offen.

Wir hatten die Tage zuvor schon immer ein kritisches Auge auf die Karten zum Machu Picchu geworfen. Inzwischen kannten wir auch die Internetadresse, mit der man prüfen kann, wieviele Karten für den jeweiligen Tag noch zu Verfügung standen. Da die Saison bis Ende August geht, standen unsere Chancen gut und so zeigte sich das Bild im Onlineverkauf. Als wir am Morgen unserer Ankunft im Kulturbüro standen (es war Sonntag), hieß es: 1. es gibt vor Freitag keine Karten und 2. selbst wenn, wir haben heute geschlossen. Man stelle sich eine weltweite Sehenwürdigkeit vor, für die man am Sonntag keine Karten kaufen kann. Etwas sauer gingen wir ins Stadtzentrum von Cusco und fragten in einem der vielen Reisebüros nach. Ich hatte schon vermutet, dass die Reisegesellschaften Kontingente auf die Karten haben und so war es auch. Wir konnten Karten für Mittwoch ergattern, inklusive Besichtigung des Huayna Picchu, für den es nur 400 Karten täglich gibt. Wir organisierten noch die Zugfahrt nach Aquas Calientes, dass mittlerweile unter dem Namen Machu Picchu Town vermarktet wird. Beim Kauf stellten wir schnell fest, dass allein der Name “Machu Picchu” den Preis ordentlich nach oben treibt. Das Ticket für Machu Picchu: 160 Soles (=40 Euro) und die Zugfahrt von Ollantaytambo nach Aquas Calientes und dann zurück nach Poroy schlug mit 80 Dollar zu Buche. Am Abend konnten wir uns wieder ein bißchen mit dem Hostel rumärgern, denn es gab bei uns im Zimmer kein warmes Wasser und auch das Internet wollte nicht.

So hatten wir einen freien Tag, an dem wir die Stadt und ihre Inkamauern besichtigten, die peruanische Fast-Food-Kette Bembos kennenlernten und ein bißchen unsere schmerzenden Waden vom Colca Canyon ausruhen konnten. Am Dienstag nahmen wir eine Tour, die von Cusco über die Inkastätte Pisac nach Ollantaytambo führte. Wir ließen uns dort absetzen und nahmen den Abendzug nach Aquas Calientes, wo wir zeitig ins Bett gingen, denn der nächste Tag sollte früh beginnen.

Der Wecker klingelte um 4.40 Uhr. Wir standen auf, gingen frühstücken und liefen zum Bus, der uns zu Machu Picchu bringen sollte. Vor uns war schon eine riesige Schlange, die auf den Start der Busse um 5.30 Uhr wartete. Wer den ersten Bus erwischen will, wird schon um diese Uhrzeit von Straßenverkäufern gut versorgt. Wir erwischten den 6. Bus und schon ging es die engen Serpentinen hoch. Noch einmal anstehen für den Eintritt und schon ist man auf dem Gelände. Man muss sich vor Eintritt sehr genau überlegen, ob man auf Toilette möchte, denn auf dem gesamten Gelände gibt es kein Klo!

Auf den Bildern, die man von Machu Picchu findet, sieht man immer wieder Wolken, die an den Bergen hängen bzw. dicht über der Anlage liegen. Das erweckt den Eindruck, dass Machu Picchu besonders hoch liegt. Mit 2.400 Metern ist es zwar höher als Aquas Calientes, aber weitaus tiefer wie Cusco (3.300m). Wir bestaunten noch, wie die Sonne sich am Bergrand zeigte, doch dann mussten wir schon durch die Anlage laufen, um unsere Besteigung des Huayna Picchu zu beginnen. Die erste halbe Stunde fluchte ich wie ein Rohrspatz, denn die Treppen zum Huayna Picchu sind sehr steil und man ist geneigt umzukehren. Aber in der zweiten Hälfte hatte ich den inneren Schweinehund überwunden. Der Ausblick war überwältigend und nach einer kleinen Pause begannen wir den Abstieg. Zu dem Zeitpunkt erkannten wir, dass es eine gute Idee war, schon 7 Uhr hoch zu gehen, denn die Sonne heizte uns ganz schön ein.

Ich hatte im Vorfeld unseres Besuches immer gedacht, dass man den klassischen Ausblick auf Machu Picchu nur durch die Karte zum Huayna Picchu bekommt. Dass dies der Berg im Hintergrund auf dem bekannten Motiv ist, wurde mir nach dem Eintritt erst klar. Und wenn ich schon bei der Erweiterung des Allgemeinwissens bin: Machu Picchu heißt nicht die Anlage, sondern der Berg hinter der Inkastätte. Machu Picchu bedeutet soviel wie “Alter Berg”.

Wir durchquerten die Anlage noch bis 11.30 Uhr, dann war es für mich höchste Zeit, das Gelände zu verlassen und die Toilette aufzusuchen. Wir suchten uns noch ein Restaurant, was uns völlig ungenießbares Essen zu einem überteuerten Preis (Menü für 20 Soles, in Cusco zahlt man 7-10 Soles) anbot und zusätzlich noch Machu-Picchu-Steuern wollte, die wir natürlich nicht zahlten. Mit dem Nachmittagszug ging es dann nach Poroy, denn der Zug fährt aus unerfindlichen Gründen nicht bis Cusco. Von dort aus kann man dann zum Unkostenpreis von 20 Soles mit einem Collectivo (Gruppentaxi) nach Cusco fahren.

Wir entspannten uns den nächsten Tag ein wenig bzw. wagten den schwierig aussehenden, aber in 15 Minuten zu bewältigenden Weg zu Saqsayhuaman (klingt gesprochen wie “sexy woman”), einer weiteren Inkastätte, die mit gewaltigen geschliffenen Mauern zu beeindrucken weiß. Abends schauten wir nochmal bei Bembos vorbei, bezahlten das Hostel und gingen schlafen. Unser Bus nach Puno sollte den nächsten Morgen um 8 Uhr gehen, deshalb wunderten Kriszta und ich uns, als kurz nach 5 Uhr ein lautes Fluchen aus dem Zimmer von Franzi und André kam. Ursache: Das Zimmer stand 2cm unter Wasser und hatte ihre Rucksäcke, Daypacks usw. unter Wasser gesetzt. Natürlich wurde uns seitens des Hostel die Schuld gegeben. Wir packten murrend unsere Sachen und zogen weiter.