Fällig
Ich habe es jetzt schon seit Monaten vor mir hergeschoben – die Aktualisierung des Blogs. Das hat nichts mit Angst zu tun, sondern eher mit Faulheit. Ich habe so viele Geister im Hintergrund, die ich manuell am Leben erhalte, dass ein Umstieg immer schwieriger wurde. Dazu muss man jedoch einen Blick in die Vergangenheit werden.
Als ich auf den WordPress-Blog wechselte, war die Sidebar (das Menü rechts) noch komplett von Hand zusammengestellt. Doch schon mit der nächsten größeren Version entschloss sich die Crew der WordPress-Entwickler, sogenannte Widgets einzuführen, d.h. man konnte sich seine Sidebar zusammenklicken, die dann irgendwo in der Datenbank landete. War für mich ja schwierig, da ich jede Menge eigener Elemente drin hatte, wie z.B. die Werbung für amnesty international und der Blogcounter. Natürlich funktionierte der alte Mechanismus noch, musste aber von Hand jedes Mal auf die nächste Version angehoben werden, wenn sich die Funktionsnamen im Inneren von WordPress änderten.
Mit der aktuellen Version 2.7.1 hab ich davon die Nase voll. Ich habe ohnehin nicht mehr die Zeit, mich hier stundenlang hinzusetzen und Quelltexte anzupassen. Außerdem sind die Jungs von WordPress so clever, viele Funktionen, die von Hand dazugepatcht werden mussten, automatisch anzubieten (z.B. Hierarchien in den Kategorien). Und deshalb kam auch ein neues Design, denn nach den 4 Jahren, die mein Blog in diesem Blauton verbrachte, wurde es höchste Zeit für einen Tapetenwechsel.
Updates, Idioten und andere Highlights
Grummel – kaum habe ich mit viel Mühe letztes Wochenende meinen Blog von der WordPress-Version 2.5.1 auf die 2.6.5 upgedatet… oder geupdatet… aktualisiert und schon lauert WordPress mit der 2.7. Jetzt soll auch eine automatische Aktualisierung a la Windows-Update möglich sein. Ich weiß nicht, ich bin da sehr skeptisch, da ich bei einigen Plugins doch selbst in den Funktionen von WordPress gespielt hab und keine Lust hab, mir das ganze durch ein schnelles FTP-Update kaputtspielen zu lassen.
Und wo das eine Update ansteht, habe ich schon ein anderes durchgeführt. Von Shredder (Thunderbird 3.0 Alpha 3) auf Thunderbird 3.0 Beta 1. Noch viel genialer wie die Alpha – jetzt Extrem-Tabbed-Mail-Schreibing! Leider fehlt mir noch eine Einstellung, wo ich sagen könnte, dass ich die neuen Mails in einem neuen Tab geöffnet haben möchte, den sonst bleibt nur der Rechtsklick “In einem neuen Tab öffnen”. Gleiches gilt natürlich auch für neue Mails. Eine geniale Vision… ein Mailprogramm, wo man zwischen mehreren Tabs hin- und herspringen kann. Ich weiß, Lotus Notes kann das schon lange, aber ich will das auch zuhause haben!
Mir klappte diese Woche ganz gewaltig der Unterkiefer runter, als ich diesen Artikel las [Anm.: gefunden via Kraftfuttermischwerk]. Ich hab nichts gegen Metallica, im Gegenteil – ich liebe ihre frühen Werke, speziell “One”. Wo damals die Diskussion mit Napster aufkam, dachte ich mir, dass die Jungs einen an der Klatsche haben. Regen sich drüber auf, dass ihre Musik in P2P-Netzwerken getauscht wird, verklagen ihre Fans, veröffentlichen aber weiter brav ohne Kopierschutz. Wer aber stolz drauf ist, dass ihre Musik zur Folter von Gefangenen eingesetzt wird, weil sie dann ihren Zweck erfüllt, gehört für mich nicht nur in die Entzugsklinik, sondern auch resozialisiert. Darauf werfe ich doch jetzt glatt eine Runde Massive Attack vs Mad Professor – “No protection” in den CD-Player.
Nachdem ich letztens meine Vermieterin anrief und fragte, ob der Hausbau noch weiter geht, weil mein Keller wie eine Baustelle aussieht und die Beleuchtung auf dem Boden liegt, sowie ein Haufen Werkzeug, Müll etc. rumliegt, meinte sie, dass sie den Elektriker vorbeischickt, um die Lampe anzubringen. Der kam in meine Wohnung und wollte, dass ich dort die Sicherung für den Keller ausschalte. Die Sicherung für den Keller in der Wohnung? Nein, die ist unten beim Stromzähler. Daraufhin wollte er dann die Hauptsicherung im Keller rausnehmen. Ich fuhr den Rechner runter und ging mit runter. Er drehte die Sicherung raus, im Keller ging das Licht aus und ich ging wieder in die Wohnung – alles hell beleuchtet, Küche, Bad, Wohnzimmer alles an. Zehn Minuten später machte es *klick* und mein Verstärker im Wohnzimmer nahm wieder den Betrieb auf – stimmtm, es war so ruhig. Merke: An der Hauptsicherung für den Keller und die Waschmaschine im Keller hängt auch eine Steckdose im Wohnzimmer!
Ich hatte ganz vergessen, die Ursache für mein kaputtes Auto anzugeben. So etwas passiert ja in der Regel nur, wenn es gerade unpassend ist. Und genau dieser Umstand wurde dadurch hervorgerufen, dass ich mich eine Woche zuvor einen neuen Rechner gekauft hatte. Da meine Rechenknechte doch eine Weile halten müssen, hole ich mir immer einen wahren Dampfmann. Und so werkelt jetzt unter meinem Schreibtisch ein Quadcore von AMD, jeder der Kernchen hat sein eigenes Gigabyte RAM und für den grafischen Output sorgt eine nVidia 9800GT (passiv gekühlt!) und ein schicker schwarzer 22″ Monitor (der von der Höhe perfekt zu meinem alten 19″ passt). Der Desktop wird, wie so oft, gestellt von Desktopography.
Als ich das Bild auf die externe Platte kopieren wollte, meldete sich wieder mein Windows und meinte, die gesamten 500GB durchsuchen zu wollen. Und jedes Mal klicke ich mich durch 6 Dialoge, die ich garnicht haben will (3x den Autoscan abbrechen und 3x mal “Was wollen Sie mit dem Laufwerk eigentlich anstellen?”). Es gibt zwar in der Systemsteuerung einen Schalter, wo man den Autorun abschalten kann, aber der gilt nur für alle Laufwerke, die bereits erkannt wurden. Kommt man mit einem neuen Datenträger, geht der Spaß von vorn los. Da hilft nur eine Tiefenbereinigung. Man gehe in die Registry unter “HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Policies\Explorer” und stellt dort den Schlüssel “NoDriveTypeAutoRun” auf 0x000000ff. Nach einem Neustart wird sich Windows nie mehr drum kümmern, was mit neuen Datenträgern passiert. Mal eben eine Treiber-CD einlegen und 5 Minuten warten, bis der Autorun den Dialog hochgewürgt hat – alles Geschichte.
Ansonsten doch eine sehr stressige Woche, ich mußte diesmal sogar Klavier ausfallen lassen. Ungeschlagener Favorit diese Woche: Einfach mal eine Rose von der Freundin geschenkt bekommen (Also kein Geburtstag oder sonstiger Feiertag). Gibt auf der nach oben offenen Punkteskala für Sympathiepunkte einen neuen Highscore: unendlich + 1. So langsam gelange ich zu der Überzeugung, sie mag mich ein kleines bißchen… :excited:
Brückentag
Ich schiebe es schon eine ganze Weile vor mir her, aber heute ist es nun soweit. Ich werde meinen Blog auf die neue WordPressversion 2.5.1 updaten. Also wird mein Blog eine Weile nicht erreichbar sein. Ich hoffe, ich erwische alle Stellen, die ich selbst angepasst habe, damit alles wie vorher funktioniert.
Heute mal wieder…
Googlesuchende fragen – wir antworten.
kann die erde von ein anderen planet gefressen werden
Da das in der Tat ja schon fast eine sinnvolle Frage ergibt, lasst mich grundsätzlich erstmal feststellen: Unser Sonnensystem ist eine Geschichte voller Mißverständnisse…
Ich würde natürlich auch die Sonne in Betracht ziehen, aber diese fällt schon mal nicht in die Kategorie “Planet” und hat damit leider verloren, auch wenn sie noch so ein strahlendes Lächeln aufsetzt. Demzufolge kommt als potientieller Fresser der Erde natürlich als erstes der Jupiter in Frage. Wer dabei an Götter denkt, liegt weit daneben, denn in Wirklichkeit handelt es sich einen älteren Herren, dessen Flatulenzen ihm immer wieder zu schaffen machen. Wahrscheinlich wurde er deshalb der Gruppe der “Gasriesen” zugeordnet.
Der von den Wissenschaftlern fälschlicherweise für einen Wirbelsturm gehaltene Rote Fleck ist in Wirklichkeit eine zu beobachtende Reizung der Mundhöhle, die durch eine kürzlich durchlebte Phase der Magen-Darm-Grippe hervorgerufen wurde. Weitere Beweise für diese Tatsache sind die Brocken, die zwischen Mars und Jupiter herumfliegen. Die Wissenschaft hat immer behauptet, es könnte nie ein Planet gewesen sein, sind aber nie darauf eingegangen, dass ein großer Teil von Jupiter verschlungen wurde. Eigentlich wäre ja garnichts übrig geblieben, wenn da nicht die Magen-Darm-Grippe bei Jupiter zugeschlagen hätte.
Wie wir also sehen können – die Erde kann von einem anderen Planeten gefressen werden, denn sobald sich Jupiter wieder erholt hat, macht er weiter. Denn von einem Mars wird man nicht satt!
Die Sechs-Machine
Endlich kann ich mich mal zusammenreißen und den Rest der Nummernschildgeschichte aufschreiben. Der Montag Morgen begann mit einem Besuch auf der Polizei – im Gegensatz zum Telefonat am Sonntag Abend waren alle sehr freundlich. Nachdem ich mein Anliegen geschildert hatte, kam sofort ein Beamter, notierte sich alles und sagte mir, dass er die Kollegen in Chemnitz anruft, da auf die Autobahnmeisterei nicht so Verlass wäre. Er wollte mir anschließend Bescheid geben, ob das Schild gefunden wurde, da es sonst für bedeuten würde, neue Nummernschilder zu beantragen.
Gegen Mittag kam dann der etwas depremierende Anruf, dass er gerade die Meldung von den Kollegen erhalten hat, die das Schild nicht auffinden konnten. Er sagte mir, dass er die Verlusterklärung bereits ausgestellt hätte und ich bräuchte dann nur noch vorbeikommen und das Schreiben abholen. Also fuhr ich nach Arbeit hin, erzählte an der Anmeldung, dass ein Schreiben für mich bereit gestellt wäre. Der Beamte quälte darauf hin seinen Computer und meinte, es gäbe keinen Kollegen dieses Namens bei der Verkehrspolizei, sondern nur bei der Kripo. Also suchte er meinen Vorgang, lachte und meinte, das System würde seine eigenen Kollegen nicht kennen und schon kam jemand mit dem Schreiben, sah sich schnell mein Auto an und händigte mir die Erklärung aus.
Da die Zulassungsbehörde fast nur vormittags offen hat, wartete ich bis Mittwoch (meinem ersten Urlaubstag). Ich war sofort an der Reihe, legte alle Schreiben auf den Tisch und suchte mir ein neues Kennzeichen aus, denn das alte ist für die nächsten fünf Jahre gesperrt. Ich hatte gerade nochmal Glück, denn die Buchstabenkombination gab es noch ein einziges Mal. Ich ließ mir neue Schilder anfertigen und fragte anschließend noch, ob sie eine Deckungskarte der Versicherung benötigen. War nicht nötig, ein Anruf würde genügen. Ich brachte das Nummernschild hinten an, fuhr in meine Werkstatt und besorgte mir eine neue Halterung für das vordere Schild (gab es gratis). Somit beliefen sich die Gesamtkosten auf knapp über 60 Euro – und das für einen herrenlosen Eimer auf der Autobahn.
Zuhause angekommen klingte ich dann noch schnell bei meiner Frisörin durch und kam gleich mittags dran. Anschließend ging ich noch einkaufen, denn seit dem Wochenende hatte ich nichts mehr geholt und die Vorräte schwanden. Nachdem alles dringende hinter mir lag, konnte ich mich mal wieder meiner Lieblingsbeschäftigung widmen – die Ramschkisten mit den CDs im Supermarkt durchsuchen. Nachdem ich mich durch Berge von CDs gewühlt hatte, die wirklich keiner haben will, hielt ich “Die Reklamation” von den Helden in der Hand. Schnäppchen – meins! Abends traf ich mich dann noch Kollegen auf ein Bierchen, war aber etwas reduziert, mein Schädel brummte mal wieder, außerdem konnte ich dem Thema “Kücheneinrichtung” und den Vorteilen eines Induktionsherds nicht viel abgewinnen.
Ich hatte letztes Wochenende auf Wunsch einer einzelnen Frau mit “Das Jesus Video” von Andreas Eschbach angefangen. Wenn man zuviel “Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod” gelesen, stolpert man schon über den Titel. Ich hatte mich schon letzten Freitag durch die ersten 40 Seiten gekämpft und war schon etwas skeptisch, dass die Spannung gleich am Anfang so anzog. Wie wollte er denn die Spannung das gesamte Buch über halten? Wie sich später herausstellte, gelang ihm das nicht so recht. Andreas Eschbach greift dabei sehr gern auf das Prinzip der Fortsetzung zurück, wo gegen Ende des Kapitels schon der nächste Schritt klar ist, man sich aber noch durch gut 20 Seiten eines anderen Handlungsstrangs kämpfen muss, um zu erfahren, dass alles so eintritt, wie man es erwartet hat. Es ist nicht gerade so, dass es nicht spannend geschrieben wäre, aber die Hinhaltetaktik gefällt mir ganz und garnicht. Er verliert sich sprachlich auch sehr oft in Vergleichen, die ich zwar auch gerne hier verwende, aber man kann es auch übertreiben. Da ich nun endlich damit fertig werden wollte, schnappte ich mir heute Morgen das Buch und gab mir bis kurz nach 12 die restlichen 300 Seiten. Wenn man nicht anhand der verbleibenden Seiten gesehen hätte, dass noch mehr folgte, wäre ich mit dem Ende zufrieden gewesen, dass die Kamera komplett zerstört wird. Es muss nicht immer ein Happy End geben. Aber nein, Andreas Eschbach drückt auf “Fast forward” und rasselt in den letzten Seiten runter, als hätte er keine Lust mehr gehabt. Von den Charakteren bleibt nichts mehr übrig, außer den Namen – es hätte auch jeder x-beliebige sein können, das wäre garnicht aufgefallen. Die Hauptdarsteller, die in mühsamer Puzzlearbeit die Teilchen für das Gesamtbild im ganzen Roman zusammengetragen haben, vergessen ihren Scharfsinn und begnügen sich damit, den Reisenden anhand der Tatsache zu identifizieren, dass er Amerikaner ist, nach Isreal fliegt und das Modell der Kamera bei sich trägt.
Bevor ich heute Morgen meinen Lesemarathon startete, klemmte ich mich noch schnell an den Rechner und mir fiel, dass ich letztens bei thelastbeat.com las, dass Anfang November das neue Album “Untrue” von Burial erscheint. Also habe ich da mal reingehört. Einmal hat schon gelangt… aber hört doch selbst.
Netlabel 2.0
Als ich mich gestern Abend an den neuen Podcast setzte und die Stücke zusammenstellte, ging mir so durch den Kopf, dass es immer schwieriger wird, passende Releases zu finden, die mir gefallen und nicht den “Das klingt doch alles gleich”-Nerv treffen. Ich setzte den Gedanken bei meinem Spaziergang heute Mittag fort und mir fiel eine Analogie zur Vergangenheit ein…
Mitte der 90er Jahre gab es Unmengen an Plattenlabels für alle möglichen Musikrichtungen. Auf dem Laufenden zu bleiben, bedeutete im Plattenladen zu arbeiten oder jemanden dort so gut zu kennen, dass er eine Vorauswahl traf (hat sich zwar heute nicht geändert, aber das nur nebenbei). Es gab gute Label, von denen man fast alles kaufen konnte und es gab mittelmäßige bis schlechte Label, die mit auf den Zug aufsprangen, aber den größten Unfug, den sonst keiner wollte, veröffentlichten. Soweit nichts neues, denn das gleiche Bild zeichnet sich heute bei den Netlabels ab. Nur dass die Menge des veröffentlichten Schrotts unglaublich groß ist, da jeder seine Versuche online stellen kann.
Der Witz damals war aber der, dass jeder brav nach Schema F gefahren ist und das bittere Erwachen erst in dem Moment kam, als die Labels merken mußten, dass sie den Trend verpennt hatten und einige Musikrichtungen nicht mehr angesagt waren (speziell Trance und Hardcore). Die kleinen Label hat es sofort dahingerafft, bei manch einem war man sicherlich nicht böse, dass es weg war, die größeren überlebten noch ein wenig, versuchten nochmal ihr Fähnchen in den Wind zu hängen, mussten aber eingestehen, dass sie die Dinosaurier waren (oder hat jemand mal wieder was von Superstition gehört?).
Basierend auf diesen Gedanken überlegte ich, wie wohl die Netlabel 2.0 aussehen könnten? Da es für die meisten Netlabel nicht um Umsatz geht, wird es garantiert die Hartnäckigen geben, die jedem Trend standhalten und stur ihre Strategie weiter fortsetzen. Vielleicht wird es auch nur eine Verschiebung geben und weniger gefragte Labels verzeichnen plötzlich steigende Downloadraten und die gefragte Label sehen fallende Kurven in ihrer Statistik – die Summe wird allemal relativ konstant bleiben. Mein Wunsch und damit wäre ich wieder zurück bei meinem Podcast wäre ein Label, was weniger borniert in Sachen Stil ist, sondern ein offenes Herz für alle Richtungen hat. Es ist ja schließlich keine Schande vielseitig zu sein, oder?
Aber vielleicht gibt es das schon und hab es bis jetzt verpennt, die Möglichkeit ist natürlich nicht auszuschließen. Für Tipps wäre ich dann dankbar.
Wochenende der Ruhe
Der Freitagabend fing schon herrlich ruhig an. So ruhig, dass es mich schon fast wieder gerappelt hat, etwas zu unternehmen. Ich kaufte ein, um mir mal wieder etwas leckeres zu zaubern. Gleichzeitig holte ich auch die Bilder von der Hochzeit (und alle, die noch seit dem Frühjahr auf dem Film schlummerten) ab. Günstigerweise habe ich sie gleich mit auf CD brennen lassen, sodass ich mir den Scanprozess ersparen kann. Die Qualität ist zwar nicht so berauschend, aber dafür überzeugen die Papierabzüge um so mehr. Ich erinnerte mich an ein Programm, dass jetzt schon seit Monaten darauf wartet, mal angetestet zu werden – ShiftN. Ich schnappte mit als Vorlage ein Foto der Wallfahrtskirche Maria Limbach und drückte aufs Knöpfchen. Das Programm erkennt automatisch stürzende Linien und korrigiert das Bild entsprechend. Auch leichte Bildneigungen für Schieffotografen werden dabei selbstständig ausgeglichen. Notfalls kann man aber trotzdem immer noch manuell eingreifen und nachkorrigieren. Aber das war bei den von mir gewählten Beispielen kaum notwendig, funktioniert alles elektrisch. Beim Speichern werden weiße Bereiche, die durch Neigungen entstanden sind, automatisch weggelassen und das Bild auf die entsprechende Größe verkleinert. Als Programmierer würde mich natürlich mal interessieren, wie die Linienerkennung funktioniert. Vielleicht mittels Hough-Transformation?
Das für die Nacht versprochene Gewitter traf nicht ein, ganz im Gegenteil, die Sonne weckte mich gegen 9. Ich machte erstmal eine Liste mit den Sachen, die ich dieses Wochenende erledigen will und begann damit, eine Ladung von Sachen, die sich in der Wohnung angesammelt hatten, in den Keller zu schaffen und Sachen aus dem Keller in den Müll zu verfrachten. Ich hatte am Freitag neue Wischerblätter für Rüedi geholt und mußte feststellen, dass sie nicht passten, obwohl sie eigentlich für meinen Baleno bestimmt waren. Also Scheibenwischer umgetauscht und nach viel Bastelarbeit brachte ich das neue Paar Wischerblätter an Rüedi an. Nachmittags ging es dann in den Baumarkt, ich wollte mir einen neuen Abstreicher holen, denn der alte lag noch von der Vorbesitzerin da und sah tüchtig mitgenommen aus. Jetzt grinst mich eine Kuh an, wenn ich heimkomme. Auch die Berge von Papier verschwanden von meinem Tisch und mittlerweile sieht die Wohnung wieder bewohnbar aus. Morgen werde ich dann wohl in den sauren Apfel beißen müssen und mal den Feudel bzw. das Bügeleisen schwingen. Aber als Belohnung für die Arbeit gibts was Scharfes zu essen.
Finstere Zeiten I
Gerade las ich bei Dirk die magischen Worte “Reisepass” und “lauschen”. Anfang Juni hatte der Bundesrat genehmigt, dass biometrische Daten auf dem RFID-Chip im Reisepass gespeichert werden dürfen. Zwar spricht man von ziemlich guten Verschlüsselung der Daten, aber betrachten wir doch mal die Schattenseiten…
- Mit der Speicherung der Daten wurde auch gleichzeitig genehmigt, dass die Daten von der Polizei und Ordnungsbehörden elektronisch angefordert werden dürfen (auch für Verkehrsdelikte). Ergo – Chip zerstören bringt überhaupt nichts, die Daten können sofort abgerufen werden.
- Auch wenn die Daten sicher sind, wer kann gewährleisten, dass sie beim Auslesen nicht irgendwo unverschlüsselt auf einer Festplatte landen und dort ausgelesen werden können?
Und wenn schon die Bevölkerung kriminalisiert wird, warum dann nicht gleich richtig? Werfen wir mal einen Blick auf den kürzlich verabschiedeten Paragraphen 202c des Strafgesetzbuches…
§ 202c
Vorbereiten des Ausspähens und Abfangens von Daten(1) Wer eine Straftat nach § 202a oder § 202b vorbereitet, indem er
1. Passworte oder sonstige Sicherungscodes, die den Zugang zu Daten (§ 202a Abs. 2) ermöglichen, oder
2. Computerprogramme, deren Zweck die Begehung einer solchen Tat ist, herstellt, sich oder einem anderen verschafft, verkauft, einem anderen überlässt, verbreitet oder sonst zugänglich macht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.
Konstruieren wir mal einen ganz einfachen Fall: Ein Administrator bekommt von der Firmenleitung den Auftrag, zu prüfen, ob der Datenverkehr, der die Firma betritt und verläßt, regulär ist. Tools gibt es dazu viele und allein dass er sich die Software besorgt, macht ihn strafbar. Er könnte ja theoretisch damit meinen privaten Mailverkehr abfangen, der nicht für ihn bestimmt ist (Ging mir gerade so durch den Kopf, denn §202 ist die Verletzung des Briefgeheimnisses). Noch besser fand ich das Beispiel auf den Seiten der Gesellschaft für Informatik – ein Jugendlicher, der sich das Passwort für das Pay-TV seiner Eltern besorgt. Statt ihm eine Standpauke zu halten, könnten sie ihn auch gleich in den Knast schicken.
Und natürlich die Mutter aller Fragen: Was ist mit dem Bundestrojaner?
Finstere Zeiten brechen an…
Sammelsurium
Die letzten Tage hat sich eine ganze Menge angesammelt und jetzt wird es mal Zeit alles abzuarbeiten. Ich stieß vor ein paar Tagen auf einen Artikel bei Golem, aus dessen Inhalt hervorging, dass sich der Förderverein für eine freie informationelle Infrastruktur (FFII) gegen die ISO-Standardisierung von Microsofts Officeformat ausspricht. Schließlich wäre doch schon das Open Document Format (ODF) ISO-Standard, man sähe also keine Notwendigkeit für einen weiteren Standard. Wovor haben die denn Angst? Dass das Hauptargument “Proprietärer Standard” flöten geht und statt dessen eine Festlegung erfolgt, die für beide Seiten von Nutzen sein kein? Microsoft wäre in dem Fall gezwungen, sich an den eigenen Standard zu halten und für alle andere wäre es die Möglichkeit, ihn in ihren Programmen zu unterstützen.
Faszinierend fand ich auch den Beitrag, auf dem Mond ein Teleskop zu errichten, dessen Spiegel aus einer reflektierenden Flüssigkeit besteht und durch Rotation in Form gehalten wird. Man verspricht sich davon die Beobachtung von 100 bis 1000 mal lichtschwächeren Objekten, wie sie mit der nächsten Generation von Weltraumteleskopen möglich wäre. Klingt traumhaft, gäbe es da nicht zwei gravierende Probleme: zum einen muss die Flüssigkeit auch bei -98°C flüssig bleiben und ausreichend Licht reflektieren. Aber prinzipiell erstmal eine gute Idee. Und weil wir gerade bei guten Ideen sind: der Large Hadron Collider (LHC) ist eine solche. Als Teil des CERN in Genf soll er Anfang 2008 seine Arbeit aufnehmen und dabei tiefer in den Aufbau der Materie blicken, als jeder andere Teilchenbeschleuniger zuvor. Die Wissenschaftler schwärmen von einem Blick auf die Zustände kurz nach dem Urknall. Andere erhoffen sich den Nachweis des Higgs-Bosons. Ich wünsche es nicht, aber ich hoffe, sie irren sich. Weniger um sie scheitern zu sehen, aber eher das Eingestehen, dass das derzeitige Standardmodell der Elementarteilchenphysik doch falsch ist oder zumindest das Higgs-Boson nicht die Lösung der Gleichung ist.
Und nach so viel Theorie noch etwas leichte Kost – mich erreichte heute eine Karte aus Otepää. Soweit nichts ungewöhnliches, außer das ich schon mal in Otepää war, was bei einem estnischen 2.000-Seelen-Dorf doch etwas ungewöhnlich ist. Ich erinnere mich auch an die Wanderung entlang der Straße, wo Alex und ich “Ich packe meinen Koffer” spielten. Wir nahmen Ortseingangs- und Ortsausgangsschilder mit, aber ich kann mich auch nicht mehr daran entsinnen, weshalb wir abbrachen, aber wir waren dann bei ca. 40 Begriffen angelangt. Auf jeden Fall ein schönes Fleckchen Erde, besonders die nahegelegende Universitätsstadt Tartu.
Zum Abschluss nun noch das Stöckchen, dass ich bei Fr. Blondi aufgesammelt habe.
Aufgabe ist es, acht Dinge über sich zu erzählen und diese Aufgabe dann an acht weitere Leute zu übertragen.
Den letzten Teil lasse ich mal weg, aber wer möchte, darf sich gern daran versuchen.
- Mein Morgen beginnt mit einer zufällig ausgewählten CD im Radiowecker. Am Anfang der Woche komme ich noch relativ schnell in die Gänge, gegen Ende drücke ich doch gerne mal die Schlummertaste.
- Zu meinem Starterfrühstück gehören jeden Morgen eine aufgebackene Semmel, Kaffee, noch mehr Musik und was zu lesen – vorzugsweise eine Musikzeitschrift.
- Ich mag keinen Smalltalk (außer beim Frisör, da plaudere ich nicht gern aus dem Nähkästchen), ich schätze Gespräche, die aus einer erzählten Geschichte entstehen, wo von beiden Seiten immer neue Impulse kommen, das Gespräch fortzuführen und sich eine gewisse Intimität (aber nicht im sexuellen Sinn) aufbaut, die Tiefe verleiht und Vertrauen schafft.
- Es gibt zwei Dinge, die ich beim Telefonieren mache: entweder ich sitze in der Wanne oder ich laufe wie ein Panther im Käfig in der Wohnung auf und ab.
- Und wenn ich nicht in der Wanne sitze und telefoniere, dann lese ich oder brüte Gedanken aus. Schon in meiner Kindheit hat sich meine Mutter aufgeregt, wie man nur so lange in der Wanne sitzen kann und dann halb verschrumpelt wieder herauskrabbelt.
- Auf der Beliebtheitsskala der Hausarbeiten steht Abwaschen so ziemlich an letzter Stelle. Solange also noch Geschirr da ist und keine Kulturen entstehen (bei Brotkrümeln doch eher unwahrscheinlich), bleibt er stehen.
- Ich kann Stille nicht ausstehen, denn mit Stille verbinde ich immer die Stimmung, wenn eine Feier gerade zuende ist und man steht in mitten des Chaos und ist eigentlich noch mitten beim Feiern und dann holt einen blitzschnell die Realität ein.
- Von Zeit zu Zeit setze ich mich mit einem riesigen Stapel CDs oder Platten vor meine Anlage und hör sie alle an. Aber nur den Anfang der Lieder (zumindest bei den meisten), denn den Rest habe ich im Kopf und ich denke, es geht mir nur darum, die Erinnerung an die Melodie und den Text aufzufrischen. Und deswegen verstehe ich Leute nicht, die ewig lange mit einer CD am CD-Player im Laden stehen.
Mikrostock
Bei den Glühweinjunkies geht zur Zeit ein Popularitätswettbewerb um und Uwe nimmt teil. Glückwunsch für das Erreichen der nächsten Runde von dieser Stelle aus! Jeder Teilnehmer musste sich ein paar Fragen gefallen lassen, die Stöckchencharakter haben, aber endlich mal so formuliert sind, dass man nicht mit einem einfach Ja oder Nein davon kommt. Also habe ich mir die Fragen mal gemopst und beantwortet.
- Was erwartet den Leser auf deinem Blog?
Ursprünglich waren es mal News aus dem Bereich Technik und Wissenschaft, doch das ist jetzt immer weiter in den Hintergrund gerückt. Jetzt dreht sich viel um Erlebtes, aber auch Musik, sei es als Podcast oder in Form von Plattentipps. Gespickt wird das Ganze mit wöchentlichen Rezepten und abschließend verfeinert mit entrückten, meist kritischen Gedanken. Ach ja, eine Bemerkung noch – ich gebe mir zwar Mühe mich kurz zu fassen, aber meistens blühen meine Gedanken nicht nur, sie wuchern. - Bei vielen Blogs hat der Name eine geradezu mystische Bedeutung. Welches Geheimnis versteckt sich hinter deinem Blognamen?
electro-space… das ist eine Geschichte, die sich schwierig erzählen läßt. Angefangen hat es, als ich während des Studiums eine Homepage aufbaute. Im Laufe der Zeit wollte ich sie auch unter einer Adresse erreichbar wissen, die weniger kryptisch ist. Also bot sich eine eigene Domain an. Jetzt mußte nur noch ein Name gefunden werden, der meine Liebe für elektronische Musik in sich trägt und auch einen Hauch von Fiktion hat. So entstand nach einigem Grübeln – electro-space. - Warum bloggst du eigentlich?
Wie ich oben schon erwähnt habe, begann ich mit Neuigkeiten aus dem Technik- und Wissenschaftsbereich. Ich wollte jeweils immer meine persönliche Sicht auf diese Dinge einfließen lassen. Oder um es allgemeiner zu sagen, ich habe ein Ventil für meinen Schreibdrang gesucht. Außerdem habe ich so eine Möglichkeit, Dinge, die mich beeinflusst haben, später noch einmal nachzuvollziehen, mit einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Zu guter letzt ist es natürlich auch ein prima Speichersystem für aufgesammelte Links oder Ideen. Dass meine Freunde mitlesen, gibt dem Bloggen natürlich noch mehr Reiz, denn damit schreibe ich nicht ausschließlich für mich. - Wie bist du überhaupt zum Bloggen gekommen?
Oh, kleine Geschichte – angefangen hat alles, als meine langjährige Beziehung in die Brüche ging. Ich konnte nicht schlafen und setzte mich hin und schnappte mich etwas Papier und fing an zu schreiben. Sämtliche Gedanken, alles was mich belastete, floss auf das Papier und ich hörte 2 Stunden bzw. 3 vollgeschriebenen Seiten später auf. Und ich spürte, wie es mir danach besser ging. Die nächsten Tage schrieb ich weiter, nur dass ich mich gleich an den Rechner setzte und meine Gedanken dort verewigte. Mit der Zeit wuchs das Dokument, ich fügte Bilder und Gedichte ein und kam so auf ca. 90 Seiten. Zwei Jahre später wechselte ich dann zum Bloggen, auf dem üblichen Weg (Suchen – Finden – Vergleichen – blog.de). Anfänglich überschnitten sich die Einträge noch etwas, weil ich dort viel privatere Gedanken niederschrieb, als ich das hier je machen würde. - Sagst du “der†Blog oder “das†Blog?
Für mich ist es der Blog, obwohl ich weiß, dass das Blog richtig wäre. Nachdem das Wort “Blog” nun wirklich derart zusammengestrichen ist, dass man kaum noch den Ursprung Weblog bzw. im weiteren Sinne Logbuch erahnen kann, habe ich damit auch keine Probleme mit dem Blog. Viel schlimmer finde ich “das” bzw. “ein Mail” *fröstel*
PS: Mit fällt gerade auf, dass sich in der Überschrift ungeplanterweise die Wörter “Mikro” wie Mikrofon und “Rostock” verbergen. Ersteres eröffnet ja ungeahnte Möglichkeiten – Stöckchen werfen via Podcast. Kann ich mir das patentieren lassen?
