April, April
Aprilscherze können billig sein, aber dieses Jahr hatten sie eine gewisse Klasse. Am besten gefiel mir, dass die ICANN die Rootserver des Internet für einen Tag abschaltet, weil alle IPV4-Adressen vergeben sind. Es ist zwar offensichtlich, dass man daran zweifelt, aber so verkehrt ist die Idee nicht. Und tauchte auch noch die Nachricht auf, dass man es ein Video über das letzte Experiment am LHC gibt, wo man Wissenschaftler sieht, die an einer nicht bekannten Konsole hantieren und man vermutet, dass damit schwarze Löcher aufgespürt werden sollen. Auch nicht von der Hand zu weisen. Aber Geschichten über Gebühren für E-Mails, die Umbenennung von Google waren schon zu offensichtlich.
Keine Fehlmeldung ist, dass Adobe an der Version 3 meiner “Weapon of choice” für einfache Fotobearbeitung arbeitet. Letztens ist die Beta von Lightroom erschienen und muss wohl einiges an nachträglicher Rauschunterdrückung mit sich bringen.
In den letzten Wochen war ich wieder viel unterwegs, Schulungen, Beratungsgespräche usw. Aber Schulungen laufen nicht ohne einen gewissen Grad von Humor, auch wenn er sehr spezifisch auf Programmierer gemünzt ist. So schnappte ich den Hinweis auf esoterische Programmiersprachen auf. Grund genug, da mal abends im Hotel etwas genauer zu forschen und festzustellen, dass es da wirktlich absonderliche Sachen gibt.
Drei Sprachen gefielen mir von der Idee so gut, dass ich hier mal ein paar vorstellen möchte. Fangen wir mit “Chef” an. Die Idee hinter Chef ist, dass programmieren doch nichts anderes ist, wie kochen. Man nimmt Zutaten, vermischt sie im richtigen Verhältnis und hofft, dass nichts anbrennt. Man schaue sich nur mal das Rezept für die “Fibonacci Zahlen begleitet von Karamelsauce” an – klingt nicht nur lecker, sondern berechnet nebenbei auch noch die ersten 100 Fibonacci-Zahlen.
Manche behaupten ja auch Programmieren sei eine Kunst und deshalb sind Programmierer auch immer ein Stück Künstler. Und um ein richtiger Künstler zu sein, benutzt man eine Sprache, in der man sich nicht nur logisch, sondern auch grafisch verausgaben kann – Piet. Der Namensvetter für Piet war Piet Mondrian.
Für die etwas groberen, nicht künstlerisch begabten Programmierer, die sich vielleicht mit Taxifahren ihr Studium finanziert haben, ist Taxi die richtige Wahl. Für manche mag es ja wichtig sein, dass alles richtig funktioniert – bei Taxi ist es wichtig, dass die Daten am richtigen Platz landen. Und schon geht es los… “‘Hello’ is waiting at the Writer’s Depot.
Go to Starchild Numerology: west 1st left, 2nd right, 1st left, 1st left, 2nd left.”
Auch wenn es schon einen halben Monat her ist und seither Lena Meyer-Landrut wie eine Plage über die Charts herfällt, ich habe mir das Ausscheidungsspektakel für den Eurovision Song Contest angesehen. Zugegeben Lena polarisiert – entweder man mag sie oder überhaupt nicht. Ich schließe mich der “überhaupt nicht”-Kategorie an. Ich weiß nicht, ob ihr nervöses Gezappel gespielt oder real ist, genau ihre Rolle als kleines schüchternes Schulmädchen. Das hat schon damals Britney Spears auf Dauer keiner abgekauft. Aber kommen wir doch mal zum inhaltlichen Teil – sie kann nicht singen, hat keine Technik und zudem kommt “Satellite” auch noch komplett ohne Melodie aus. Hingegen zog Jennifer Braun mit ihrer Darbietung das Publikum, die Jury mit Ausnahme von Stefan “Ralph Siegel V2″ Raab in den Bann. Selbst die Besucher der Eurovision Song Contest Seite verwiesen Lena auf Platz 3 – und an der Stelle mit einer konkreten Prozentzahl, die ich bei der Sendung vermisst habe. Was bleibt, ist der fade Geschmack einer getürkten Wahl und der Stoßseufzer, dass deutsche Musikohren endlich eigenen Geschmack entwickeln und ihn sich nicht vorgeben lassen.
Yes Tokyo, No Tokyo!
Unser Urlaubsplan für dieses Jahr steht… zumindest in groben Zügen. Nächstes Wochenende werde ich mich wieder gen Süden begeben und dann Kriszta in Madrid besuchen, die dann eine Woche Sprachschule hinter sich hat. Das Merkwürdige an unseren Urlaubsplanungen ist immer, dass wir zwei Ziele ins Auge fassen und uns dann für ein drittes entscheiden. So auch diesmal. Die Auswahl stand zwischen Mexiko und Japan. Mit Tendenz nach Japan. Aber Japan ist teuer und Japan ist strange. Da muss man sich mit Gepäckfächern als Unterkunft anfreunden und das meist zu Preisen, die auf die Dauer ganz schön teuer werden könnten.
Also schaut man sich auch mal nach Hostels um und wird relativ schnell fündig. Auch wenn wir jetzt nicht nach Japan fahren, ist die Webseite des Tokyo International Hostel einfach nur genial. Man stelle sich eine gemütliche Mittagspause am Wochenende vor, man legt sich aufs Ohr und mitten in die Stille diese Webseite… “Welcome – to – Tokyo International Hostel. Tokyo, Tokyo….. Yes, Tokyo!” Ein definitiver Ohrwurm.
Und nun zieht es uns nach China. Es geht von Peking auf eigene Faust nach Hongkong. Ich träume vom Li Shui, der Terrakotta-Armee in Kaiser Qins Mausoleum, der Chinesischen Mauer und natürlich von den Städten. Mal sehen, was wir davon alles schaffen. Natürlich wäre ein Besuch in Tibet der Kracher, aber das geht nur mit Reisegruppe und würde wahrscheinlich den gesamten Urlaub auffressen. Aber die Beantragung des Visums muss man sich mal geben:
- Nur persönlich oder per Vollmacht zu beantragen, Briefweg ausgeschlossen (die Botschaften sind in Frankfurt, München, Hamburg und Berlin)
- durchschnittliche Bearbeitungsdauer = 4 Tage, Abholung auch nur persönlich oder per Vollmacht; Bearbeitung in einem Tag möglich, kostet dann aber gleich mal das Doppelte
- frühestens 50 Tage vorher
- Öffnungszeiten: täglich von 9-12 Uhr (Abgabe bei Bearbeitung am gleichen Tag bis spätestens 11 Uhr)
Hab da heute schon mal vortelefoniert – ja, das mit der Vollmacht ist definitiv, wäre schon blöd, wenn man einen Tag Urlaub verheizt, nur um ein Visum zu beantragen.
Salsa, alte Bekanntschaften und Schlafsackhippies
Eins habe ich mir vorgenommen – wöchentlich Updates im Blog. Es kann nicht sein, dass hier nur sporadisch was kommt. Ein bißchen Regelmäßigkeit muss schon sein. Wie ich das natürlich mit den Reiseberichten mache… Ich denke mal, ich werde das auf einen Beitrag zusammenschrumpfen und nur über die Highlights berichten. Alles weitere wird seit den Dolomiten analog dokumentiert.
Heute Morgen bin ich beim Kraftfuttermischwerk über das Video von Jeff Desom zu Hauschkas “Morgenrot” gestolpert. Ich hatte schon mal was über Hauschka gelesen bzw. in das Album reingehört, aber es wollte mich nicht so richtig bewegen. Aber das Video dazu… seht selbst.
Diese Woche war unser zweiter Salsakurs. Wir haben einen dreiwöchigen Einsteigerkurs gebucht, der hier regelmäßig in Bamberg abgehalten wird. Nachdem wir auf Kuba die Grundlagen lernten, haben wir jetzt die Möglichkeit die offizielle Version kennenzulernen. Das Lerntempo ist stellenweise gefühlt etwas langsam, aber wenn es dann mal losgeht, sind wir Feuer und Flamme. Und das wir ein Gefühl für Salsa haben, scheint durch die Fragen, ob wir schon länger tanzen oder ob wir schon öfter einen Salsakurs besucht haben, bestätigt zu werden. Aber selbst wenn es 20 Uhr ist – bei 30°C geht es beim Tanzen schon sehr hitzig zu, da helfen auch geöffnete Fenster kaum.
Mein letzter Artikel zum Thema Auktionen rächte sich gleich am nächsten Tag. Nichts ist anstrengender wie Kunden, die nach Ende der Auktion verhandeln – angefangen bei den Versandkosten, bis hin zum Artikel, auch wenn alles in der Auktion drin stand. Ich meine, diese Nachricht ist schon zum Brüllen komisch, aber mal im ernst: Wie reagiert man auf solche Nachrichten?
Hallo,der Schlafsack ist gestern angekommen,es ist ja uch alles wunderbar,nur hast du eine ganz schöne Duftnote hinterlassen (Parfüm)?
Also ich brauche den Schlafsack für Tierbeobachtungen in der Natur also im Wald,und ich weiß nicht op du schonmal im wald gewesen bist,aber dort ist die Luft unglaublich rein,
und der Gruch des Sclafsacks würde weite Wege ziehen und Tiere vernhalten.Ich bin halt auch so ein öko hippi typ und benutze nur bbio shampoo und absolut nichts chemisches wie parfum) usw.,ich habe den Sack 1 Tag an die frische Luft gehängt,aber jetzt ist mein Zimmer wieder mit dem Pafrfüm Geruch durchflutet,Es ist ja ein schöner Geruch aber ich werde ihn reinigen lassen müssen um damit in die Natur zu gehen ,ich habe mich erkundigt,es wird ziemlich teuer,kostetet 20-40 und Porto noch dazu,selber machen ist zu riskant,
also kannst du etwas dzusteuern? Wir könnten uns einigen die Transaktion nicht abgeschlossen zu haben,somit spart du die ca.5 Euro [xxx] Gebühren.
10€ ? Bitte
Also bin ich ganz brav gewesen und habe höflich, aber bestimmt erklärt, dass eine Reinigung meinerseits nicht finanziert wird, worauf ich die Antwort erhielt, dass der Käufer ohnehin nicht das Geld für die Reinigung hätte. Ist das die Internetvariante von “Haste ma nen Euro übrig?”
Von Zeit zu Zeit logge ich mich ja mal via Webinterface bei meinem EMail-Provider ein, der jetzt eine einheitliche Zierleiste an das obere Ende genagelt hat. Ich wäre nicht im Traum darauf gekommen, da genauer hinzusehen, aber da war ein rotes Pünktchen auf das ich neugierig geklickt hab – ahhh, hier kann man auch chatten und ich wurde in die Kontaktliste aufgenommen. Am anderen Ende – ein bekanntes Ehepaar, dass ich schon seit Jahren nicht mehr gesehen, gehört oder gelesen hab. Nachdem wir erstmal kurz Nachrichten ausgetauscht haben, habe ich mich heute Morgen hingesetzt und mal die Ereignisse der letzten Jahre zusammengetippt, seit 2005 ist schon ein bißchen was passiert. Und vorhin erhielt ich dann Antwort. Ich überlege, wenn wir das nächste Mal in Dresden sind, vorbeizuschauen…
Auktionen und Spaßverderber
Ich hatte letztens mal wieder ein paar Auktionen als Verkäufer zu laufen und frage mich immer noch – wie konnte sich ein solches System überhaupt durchsetzen? Da ist doch alles dran gesetzt worden, um den Spaß minimal zu halten.
Stellen wir uns mal eine stinknormale Auktion vor: Der Raum ist voller Leute und der Auktionsleiter stellt den Artikel vor und legt den Startpreis fest. Und ab der Stelle geht es los – entweder der Auktionsleiter sagt das nächsthöhere Gebot an und man signalisiert durch Zeichen seine Zustimmung oder man ruft gleich sein Gebot in den Raum. Wer ein Schnäppchen machen will, hat so gute Chancen, weil das höchste Gebot im direkten Vergleich ermittelt wird. Könnte wie folgt aussehen – Startpreis 10 Euro, Erhöhung um 0,50 Euro, A der Auktionsleiter, der Rest Bieter:
- A: 10 Euro als Startgebot
- Signal von B
- A: Wir haben 10 Euro, höre ich 10,50?
- Signal von X
- A: 10,50 Euro, 10,50 Euro für dieses tolle Stück, wer bietet mehr?
- [...] usw [...]
- Signal von B
- A: 20 Euro sind geboten…
- nichts weiter passiert
- A: Verkauft für 20 Euro an B
Und jetzt stellen wir uns das mal auf das Internet bezogen vor. Diesmal ist E der Auktionsleiter (Zusammenhänge, die jetzt geschlossen werden, sind aus eurem Kopf!) Denn da gibt es zwei Typen von Bieter, die Schnäppchenjäger (mit und ohne Ehrgeiz) und die Spaßverderber (legt sich geistig den Höchstbetrag fest und bietet diesen). Ich ordne mich selbst in die letzte Kategorie ein. Schauen wir mal, wie es da abläuft… Zuerst ein Spaßverderber gegen einen Schnäppchenjäger mit Ehrgeiz.
- E: 10 Euro Startgebot
- B: Bietet 50 Euro
- E: aktuelles Gebot 10,50 Euro
- X: Bietet 11,00 Euro
- X: Bietet 12,00 Euro
- X: Bietet 13,00 Euro
- X: Bietet 14,00 Euro
- X: Bietet 5 Sekunden vor Autionsende 21,99 Euro
- E: B gewinnt mit 22,49 Euro
Warum hatte jetzt der Schnäppchenjäger Ehrgeiz? Eigentlich wollte er nur bis 20 Euro gehen, denkt aber mit einem total daneben liegenden Preis schlägt er knapp die Konkurrenz, ohne zu ahnen, dass die mehr als das Doppelte geboten hat. Ergebnis: der Spaßverderber hat gewonnen und der Schnäppchenjäger jede Menge Zeit vergeudet und hat auch noch sein selbst gesetztes Ziel überschritten. Analog wäre es mit dem Schnäppchenjäger ohne Ehrgeiz, denn der hätte bei Punkt 20 Euro aufgehört. So ist eigentlich der klassische Fall, der Schnäppchenjäger hat zwar Spaß beim Bieten, macht aber bei dem System nicht wirklich Pluspunkte. Spaßig wird es nur, wenn zwei Schnäppchenjäger mit Ehrgeiz aufeinandertreffen, dann kann der Verkäufer schon mal die Hände reiben.
Natürlich kann man sich als Spaßverderber hinterher grün und blau ärgern, wenn man um 50 Cent überboten wurde. Aber vielleicht war der andere auch ein Spaßverderber und hat mehr als das Doppelte geboten. Wie dem auch sei, besser wäre es, wenn der gebotene Preis auch gleichzeitig der Höchstpreis wäre, denn das würde den Spaßverderber dazu bringen, doch niedriger zu setzen, da ansonsten er wirklich die 50 Euro zahlen müsste.
Fällig
Ich habe es jetzt schon seit Monaten vor mir hergeschoben – die Aktualisierung des Blogs. Das hat nichts mit Angst zu tun, sondern eher mit Faulheit. Ich habe so viele Geister im Hintergrund, die ich manuell am Leben erhalte, dass ein Umstieg immer schwieriger wurde. Dazu muss man jedoch einen Blick in die Vergangenheit werden.
Als ich auf den WordPress-Blog wechselte, war die Sidebar (das Menü rechts) noch komplett von Hand zusammengestellt. Doch schon mit der nächsten größeren Version entschloss sich die Crew der WordPress-Entwickler, sogenannte Widgets einzuführen, d.h. man konnte sich seine Sidebar zusammenklicken, die dann irgendwo in der Datenbank landete. War für mich ja schwierig, da ich jede Menge eigener Elemente drin hatte, wie z.B. die Werbung für amnesty international und der Blogcounter. Natürlich funktionierte der alte Mechanismus noch, musste aber von Hand jedes Mal auf die nächste Version angehoben werden, wenn sich die Funktionsnamen im Inneren von WordPress änderten.
Mit der aktuellen Version 2.7.1 hab ich davon die Nase voll. Ich habe ohnehin nicht mehr die Zeit, mich hier stundenlang hinzusetzen und Quelltexte anzupassen. Außerdem sind die Jungs von WordPress so clever, viele Funktionen, die von Hand dazugepatcht werden mussten, automatisch anzubieten (z.B. Hierarchien in den Kategorien). Und deshalb kam auch ein neues Design, denn nach den 4 Jahren, die mein Blog in diesem Blauton verbrachte, wurde es höchste Zeit für einen Tapetenwechsel.
Updates, Idioten und andere Highlights
Grummel – kaum habe ich mit viel Mühe letztes Wochenende meinen Blog von der WordPress-Version 2.5.1 auf die 2.6.5 upgedatet… oder geupdatet… aktualisiert und schon lauert WordPress mit der 2.7. Jetzt soll auch eine automatische Aktualisierung a la Windows-Update möglich sein. Ich weiß nicht, ich bin da sehr skeptisch, da ich bei einigen Plugins doch selbst in den Funktionen von WordPress gespielt hab und keine Lust hab, mir das ganze durch ein schnelles FTP-Update kaputtspielen zu lassen.
Und wo das eine Update ansteht, habe ich schon ein anderes durchgeführt. Von Shredder (Thunderbird 3.0 Alpha 3) auf Thunderbird 3.0 Beta 1. Noch viel genialer wie die Alpha – jetzt Extrem-Tabbed-Mail-Schreibing! Leider fehlt mir noch eine Einstellung, wo ich sagen könnte, dass ich die neuen Mails in einem neuen Tab geöffnet haben möchte, den sonst bleibt nur der Rechtsklick “In einem neuen Tab öffnen”. Gleiches gilt natürlich auch für neue Mails. Eine geniale Vision… ein Mailprogramm, wo man zwischen mehreren Tabs hin- und herspringen kann. Ich weiß, Lotus Notes kann das schon lange, aber ich will das auch zuhause haben!
Mir klappte diese Woche ganz gewaltig der Unterkiefer runter, als ich diesen Artikel las [Anm.: gefunden via Kraftfuttermischwerk]. Ich hab nichts gegen Metallica, im Gegenteil – ich liebe ihre frühen Werke, speziell “One”. Wo damals die Diskussion mit Napster aufkam, dachte ich mir, dass die Jungs einen an der Klatsche haben. Regen sich drüber auf, dass ihre Musik in P2P-Netzwerken getauscht wird, verklagen ihre Fans, veröffentlichen aber weiter brav ohne Kopierschutz. Wer aber stolz drauf ist, dass ihre Musik zur Folter von Gefangenen eingesetzt wird, weil sie dann ihren Zweck erfüllt, gehört für mich nicht nur in die Entzugsklinik, sondern auch resozialisiert. Darauf werfe ich doch jetzt glatt eine Runde Massive Attack vs Mad Professor – “No protection” in den CD-Player.
Nachdem ich letztens meine Vermieterin anrief und fragte, ob der Hausbau noch weiter geht, weil mein Keller wie eine Baustelle aussieht und die Beleuchtung auf dem Boden liegt, sowie ein Haufen Werkzeug, Müll etc. rumliegt, meinte sie, dass sie den Elektriker vorbeischickt, um die Lampe anzubringen. Der kam in meine Wohnung und wollte, dass ich dort die Sicherung für den Keller ausschalte. Die Sicherung für den Keller in der Wohnung? Nein, die ist unten beim Stromzähler. Daraufhin wollte er dann die Hauptsicherung im Keller rausnehmen. Ich fuhr den Rechner runter und ging mit runter. Er drehte die Sicherung raus, im Keller ging das Licht aus und ich ging wieder in die Wohnung – alles hell beleuchtet, Küche, Bad, Wohnzimmer alles an. Zehn Minuten später machte es *klick* und mein Verstärker im Wohnzimmer nahm wieder den Betrieb auf – stimmtm, es war so ruhig. Merke: An der Hauptsicherung für den Keller und die Waschmaschine im Keller hängt auch eine Steckdose im Wohnzimmer!
Ich hatte ganz vergessen, die Ursache für mein kaputtes Auto anzugeben. So etwas passiert ja in der Regel nur, wenn es gerade unpassend ist. Und genau dieser Umstand wurde dadurch hervorgerufen, dass ich mich eine Woche zuvor einen neuen Rechner gekauft hatte. Da meine Rechenknechte doch eine Weile halten müssen, hole ich mir immer einen wahren Dampfmann. Und so werkelt jetzt unter meinem Schreibtisch ein Quadcore von AMD, jeder der Kernchen hat sein eigenes Gigabyte RAM und für den grafischen Output sorgt eine nVidia 9800GT (passiv gekühlt!) und ein schicker schwarzer 22″ Monitor (der von der Höhe perfekt zu meinem alten 19″ passt). Der Desktop wird, wie so oft, gestellt von Desktopography.
Als ich das Bild auf die externe Platte kopieren wollte, meldete sich wieder mein Windows und meinte, die gesamten 500GB durchsuchen zu wollen. Und jedes Mal klicke ich mich durch 6 Dialoge, die ich garnicht haben will (3x den Autoscan abbrechen und 3x mal “Was wollen Sie mit dem Laufwerk eigentlich anstellen?”). Es gibt zwar in der Systemsteuerung einen Schalter, wo man den Autorun abschalten kann, aber der gilt nur für alle Laufwerke, die bereits erkannt wurden. Kommt man mit einem neuen Datenträger, geht der Spaß von vorn los. Da hilft nur eine Tiefenbereinigung. Man gehe in die Registry unter “HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Policies\Explorer” und stellt dort den Schlüssel “NoDriveTypeAutoRun” auf 0x000000ff. Nach einem Neustart wird sich Windows nie mehr drum kümmern, was mit neuen Datenträgern passiert. Mal eben eine Treiber-CD einlegen und 5 Minuten warten, bis der Autorun den Dialog hochgewürgt hat – alles Geschichte.
Ansonsten doch eine sehr stressige Woche, ich mußte diesmal sogar Klavier ausfallen lassen. Ungeschlagener Favorit diese Woche: Einfach mal eine Rose von der Freundin geschenkt bekommen (Also kein Geburtstag oder sonstiger Feiertag). Gibt auf der nach oben offenen Punkteskala für Sympathiepunkte einen neuen Highscore: unendlich + 1. So langsam gelange ich zu der Überzeugung, sie mag mich ein kleines bißchen… :excited:
Brückentag
Ich schiebe es schon eine ganze Weile vor mir her, aber heute ist es nun soweit. Ich werde meinen Blog auf die neue WordPressversion 2.5.1 updaten. Also wird mein Blog eine Weile nicht erreichbar sein. Ich hoffe, ich erwische alle Stellen, die ich selbst angepasst habe, damit alles wie vorher funktioniert.
Heute mal wieder…
Googlesuchende fragen – wir antworten.
kann die erde von ein anderen planet gefressen werden
Da das in der Tat ja schon fast eine sinnvolle Frage ergibt, lasst mich grundsätzlich erstmal feststellen: Unser Sonnensystem ist eine Geschichte voller Mißverständnisse…
Ich würde natürlich auch die Sonne in Betracht ziehen, aber diese fällt schon mal nicht in die Kategorie “Planet” und hat damit leider verloren, auch wenn sie noch so ein strahlendes Lächeln aufsetzt. Demzufolge kommt als potientieller Fresser der Erde natürlich als erstes der Jupiter in Frage. Wer dabei an Götter denkt, liegt weit daneben, denn in Wirklichkeit handelt es sich einen älteren Herren, dessen Flatulenzen ihm immer wieder zu schaffen machen. Wahrscheinlich wurde er deshalb der Gruppe der “Gasriesen” zugeordnet.
Der von den Wissenschaftlern fälschlicherweise für einen Wirbelsturm gehaltene Rote Fleck ist in Wirklichkeit eine zu beobachtende Reizung der Mundhöhle, die durch eine kürzlich durchlebte Phase der Magen-Darm-Grippe hervorgerufen wurde. Weitere Beweise für diese Tatsache sind die Brocken, die zwischen Mars und Jupiter herumfliegen. Die Wissenschaft hat immer behauptet, es könnte nie ein Planet gewesen sein, sind aber nie darauf eingegangen, dass ein großer Teil von Jupiter verschlungen wurde. Eigentlich wäre ja garnichts übrig geblieben, wenn da nicht die Magen-Darm-Grippe bei Jupiter zugeschlagen hätte.
Wie wir also sehen können – die Erde kann von einem anderen Planeten gefressen werden, denn sobald sich Jupiter wieder erholt hat, macht er weiter. Denn von einem Mars wird man nicht satt!
Die Sechs-Machine
Endlich kann ich mich mal zusammenreißen und den Rest der Nummernschildgeschichte aufschreiben. Der Montag Morgen begann mit einem Besuch auf der Polizei – im Gegensatz zum Telefonat am Sonntag Abend waren alle sehr freundlich. Nachdem ich mein Anliegen geschildert hatte, kam sofort ein Beamter, notierte sich alles und sagte mir, dass er die Kollegen in Chemnitz anruft, da auf die Autobahnmeisterei nicht so Verlass wäre. Er wollte mir anschließend Bescheid geben, ob das Schild gefunden wurde, da es sonst für bedeuten würde, neue Nummernschilder zu beantragen.
Gegen Mittag kam dann der etwas depremierende Anruf, dass er gerade die Meldung von den Kollegen erhalten hat, die das Schild nicht auffinden konnten. Er sagte mir, dass er die Verlusterklärung bereits ausgestellt hätte und ich bräuchte dann nur noch vorbeikommen und das Schreiben abholen. Also fuhr ich nach Arbeit hin, erzählte an der Anmeldung, dass ein Schreiben für mich bereit gestellt wäre. Der Beamte quälte darauf hin seinen Computer und meinte, es gäbe keinen Kollegen dieses Namens bei der Verkehrspolizei, sondern nur bei der Kripo. Also suchte er meinen Vorgang, lachte und meinte, das System würde seine eigenen Kollegen nicht kennen und schon kam jemand mit dem Schreiben, sah sich schnell mein Auto an und händigte mir die Erklärung aus.
Da die Zulassungsbehörde fast nur vormittags offen hat, wartete ich bis Mittwoch (meinem ersten Urlaubstag). Ich war sofort an der Reihe, legte alle Schreiben auf den Tisch und suchte mir ein neues Kennzeichen aus, denn das alte ist für die nächsten fünf Jahre gesperrt. Ich hatte gerade nochmal Glück, denn die Buchstabenkombination gab es noch ein einziges Mal. Ich ließ mir neue Schilder anfertigen und fragte anschließend noch, ob sie eine Deckungskarte der Versicherung benötigen. War nicht nötig, ein Anruf würde genügen. Ich brachte das Nummernschild hinten an, fuhr in meine Werkstatt und besorgte mir eine neue Halterung für das vordere Schild (gab es gratis). Somit beliefen sich die Gesamtkosten auf knapp über 60 Euro – und das für einen herrenlosen Eimer auf der Autobahn.
Zuhause angekommen klingte ich dann noch schnell bei meiner Frisörin durch und kam gleich mittags dran. Anschließend ging ich noch einkaufen, denn seit dem Wochenende hatte ich nichts mehr geholt und die Vorräte schwanden. Nachdem alles dringende hinter mir lag, konnte ich mich mal wieder meiner Lieblingsbeschäftigung widmen – die Ramschkisten mit den CDs im Supermarkt durchsuchen. Nachdem ich mich durch Berge von CDs gewühlt hatte, die wirklich keiner haben will, hielt ich “Die Reklamation” von den Helden in der Hand. Schnäppchen – meins! Abends traf ich mich dann noch Kollegen auf ein Bierchen, war aber etwas reduziert, mein Schädel brummte mal wieder, außerdem konnte ich dem Thema “Kücheneinrichtung” und den Vorteilen eines Induktionsherds nicht viel abgewinnen.
Ich hatte letztes Wochenende auf Wunsch einer einzelnen Frau mit “Das Jesus Video” von Andreas Eschbach angefangen. Wenn man zuviel “Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod” gelesen, stolpert man schon über den Titel. Ich hatte mich schon letzten Freitag durch die ersten 40 Seiten gekämpft und war schon etwas skeptisch, dass die Spannung gleich am Anfang so anzog. Wie wollte er denn die Spannung das gesamte Buch über halten? Wie sich später herausstellte, gelang ihm das nicht so recht. Andreas Eschbach greift dabei sehr gern auf das Prinzip der Fortsetzung zurück, wo gegen Ende des Kapitels schon der nächste Schritt klar ist, man sich aber noch durch gut 20 Seiten eines anderen Handlungsstrangs kämpfen muss, um zu erfahren, dass alles so eintritt, wie man es erwartet hat. Es ist nicht gerade so, dass es nicht spannend geschrieben wäre, aber die Hinhaltetaktik gefällt mir ganz und garnicht. Er verliert sich sprachlich auch sehr oft in Vergleichen, die ich zwar auch gerne hier verwende, aber man kann es auch übertreiben. Da ich nun endlich damit fertig werden wollte, schnappte ich mir heute Morgen das Buch und gab mir bis kurz nach 12 die restlichen 300 Seiten. Wenn man nicht anhand der verbleibenden Seiten gesehen hätte, dass noch mehr folgte, wäre ich mit dem Ende zufrieden gewesen, dass die Kamera komplett zerstört wird. Es muss nicht immer ein Happy End geben. Aber nein, Andreas Eschbach drückt auf “Fast forward” und rasselt in den letzten Seiten runter, als hätte er keine Lust mehr gehabt. Von den Charakteren bleibt nichts mehr übrig, außer den Namen – es hätte auch jeder x-beliebige sein können, das wäre garnicht aufgefallen. Die Hauptdarsteller, die in mühsamer Puzzlearbeit die Teilchen für das Gesamtbild im ganzen Roman zusammengetragen haben, vergessen ihren Scharfsinn und begnügen sich damit, den Reisenden anhand der Tatsache zu identifizieren, dass er Amerikaner ist, nach Isreal fliegt und das Modell der Kamera bei sich trägt.
Bevor ich heute Morgen meinen Lesemarathon startete, klemmte ich mich noch schnell an den Rechner und mir fiel, dass ich letztens bei thelastbeat.com las, dass Anfang November das neue Album “Untrue” von Burial erscheint. Also habe ich da mal reingehört. Einmal hat schon gelangt… aber hört doch selbst.
Netlabel 2.0
Als ich mich gestern Abend an den neuen Podcast setzte und die Stücke zusammenstellte, ging mir so durch den Kopf, dass es immer schwieriger wird, passende Releases zu finden, die mir gefallen und nicht den “Das klingt doch alles gleich”-Nerv treffen. Ich setzte den Gedanken bei meinem Spaziergang heute Mittag fort und mir fiel eine Analogie zur Vergangenheit ein…
Mitte der 90er Jahre gab es Unmengen an Plattenlabels für alle möglichen Musikrichtungen. Auf dem Laufenden zu bleiben, bedeutete im Plattenladen zu arbeiten oder jemanden dort so gut zu kennen, dass er eine Vorauswahl traf (hat sich zwar heute nicht geändert, aber das nur nebenbei). Es gab gute Label, von denen man fast alles kaufen konnte und es gab mittelmäßige bis schlechte Label, die mit auf den Zug aufsprangen, aber den größten Unfug, den sonst keiner wollte, veröffentlichten. Soweit nichts neues, denn das gleiche Bild zeichnet sich heute bei den Netlabels ab. Nur dass die Menge des veröffentlichten Schrotts unglaublich groß ist, da jeder seine Versuche online stellen kann.
Der Witz damals war aber der, dass jeder brav nach Schema F gefahren ist und das bittere Erwachen erst in dem Moment kam, als die Labels merken mußten, dass sie den Trend verpennt hatten und einige Musikrichtungen nicht mehr angesagt waren (speziell Trance und Hardcore). Die kleinen Label hat es sofort dahingerafft, bei manch einem war man sicherlich nicht böse, dass es weg war, die größeren überlebten noch ein wenig, versuchten nochmal ihr Fähnchen in den Wind zu hängen, mussten aber eingestehen, dass sie die Dinosaurier waren (oder hat jemand mal wieder was von Superstition gehört?).
Basierend auf diesen Gedanken überlegte ich, wie wohl die Netlabel 2.0 aussehen könnten? Da es für die meisten Netlabel nicht um Umsatz geht, wird es garantiert die Hartnäckigen geben, die jedem Trend standhalten und stur ihre Strategie weiter fortsetzen. Vielleicht wird es auch nur eine Verschiebung geben und weniger gefragte Labels verzeichnen plötzlich steigende Downloadraten und die gefragte Label sehen fallende Kurven in ihrer Statistik – die Summe wird allemal relativ konstant bleiben. Mein Wunsch und damit wäre ich wieder zurück bei meinem Podcast wäre ein Label, was weniger borniert in Sachen Stil ist, sondern ein offenes Herz für alle Richtungen hat. Es ist ja schließlich keine Schande vielseitig zu sein, oder?
Aber vielleicht gibt es das schon und hab es bis jetzt verpennt, die Möglichkeit ist natürlich nicht auszuschließen. Für Tipps wäre ich dann dankbar.
