--::[ electro-space ]::--

Gefährliches Halbwissen

Category: Serie

Die passende Optik (Hitchhiker’s Guide – Teil 2)

objektiveSeit über einem Jahr hat es mich gewurmt. Mit dem Umstieg auf die EOS 400D hat mich der Faktor von 1,6 immer wieder gestört. Für Nichtfotografen: mit der Einführung der Digitaltechnik ergab sich durch den kleineren Sensor auf einmal ein Brennweitenfaktor von 1,6, d.h. aus meinem 28-80mm-Objektiv wurde ein 45-128mm-Objektiv. Und gerade im Weitwinkelbereich (also in der Nähe der 28mm) macht man sehr viele Bilder.

Vielleicht noch ein Loblied auf die EOS 400D – für mich nach wie vor von allen digitalen EOS von 300D bis 500D die Beste. Auch wenn die 500D noch etwas weiter geht, was die Auflösung und die Technik anbetrifft, der LiveView bei der 450D war schon eine furchtbare Idee, welche die Einsteiger-SLR-Kamera in eine größere Digiknipse verwandelt hat. Aber mit der 500D dann noch einen Modus zu integrieren, womit man Videos aufnehmen kann, verpasst meiner Meinung nach der Reihe einen herben Imageverlust.

Aber zurück zu den Zwillingen. Früher tat es auch ein ungleiches Paar, die beiden Standardobjektive 28-80mm und 80-200mm. Schon damals störte es mich, dass das Zoomobjektiv nur einen 52er Durchmesser hatte, was es nicht ermöglichte, den Polfilter einzusetzen, denn er passte nur zum kleinen 58er Objektiv. Alles kein Problem bei dem neuen Pärchen, denn das passt besser zusammen. Hier haben beide eine Objektivöffnung von 58mm. Um den Schmerz vom Norwegenurlaub zu lindern, habe ich gleich mal einen extraschmalen Polfilter mit dazugeholt, damit sich keine finsteren Ränder abzeichnen. Und damit erreiche ich ultimativen Luxus: 2 Polfilter – 2 Objektive, kein Abschrauben mehr notwendig – genial!

Und wenn ich gerade mal im Freudenrausch bin – meine Freundin als Bewundererin meiner fotografischen Arbeiten, hat mich überredet, dass ich mal ein paar meiner Fotos mal bei flickr hochlade. Das Ergebnis: ein Reiseführer hat jetzt eins meiner Fotos in ihren Guide von München aufgenommen.

Registrierter Bürger (Hitchhiker’s Guide – Teil 1)

reisepassNormalerweise steht auf einem guten Guide in freundlichen Buchstaben “DON’T PANIC!” – hier hat es nur dem Wort “Reisepass” gereicht. Nicht mal die Koordinaten des Planeten stehen drauf, von dem man kommt. In einem ikonifizierten Universum darf natürlich auf keinen Fall ein Symbol fehlen, dass jeder Spezies der Galaxie mitteilt, dass dieser Guide in der Tat ein elektronisches Spielzeug ist. Der sicherheitsbewußte Reisende verpackt demzufolge seinen Guide in ein kleines Tütchen, dass ihn vor den Augen Fremder schützen soll. Die etwas grobmotorisch Veranlagten hauchen der Elektronik mit einer Mikrowelle das Leben aus. Zu letzterem würde ich nicht unbedingt raten, denn tote Elektronik kann dazu führen, dass die Daten angefordert werden können, was an einem gemütlichen Samstag Nachmittag doch zu einigen Minuten Aufenthalt in der neutralen Zone führen dürfte.

Schon die Beantragung des Guides erfordert Geduld. Wo mein Notebook im Millisekundenbereich an meinen Fingerspitzen erkennt, ob sein Herrchen etwas von ihm begehrt, braucht der Scanner für das Scannen der Finger ca. 10 Sekunden pro Finger. Drei mal jeden Zeigerfinger abtasten kann schon zur Geduldsprobe werden und bei der Größe des Scanners fragt man sich, ob hier sehr robust gebaut wurde (vielleicht auch für den Einsatz auf der ISS gedacht?) oder gleich die DNA mitgescannt wird. Vom hygienischen Faktor ganz zu schweigen, denn weder vorher noch nachher habe ich ein Tuch über den Scanner fliegen sehen – Pandemie, ich grüße dich!

Kleine Geschichten vom Regenbogen

Letztens kam ja über Google die Suche nach den “Kleinen Geschichten vom Regenbogen” bei mir an und ich dachte mir, das wäre doch eine prima Idee einige lustige, traurige, interessante oder verschwörerische Geschichten über den Regenbogen zu schreiben. Nicht besonders lang, vielleicht so 200 bis 400 Wörter. Wer mitmachen mag, darf mir seine Geschichte gern per PN oder Mail schicken. Aber gefallen muss sie mir schon… Ich liefere mal eine Vorlage:

Kleine Geschichten vom Regenbogen

“Himmelhoch” by Speedy

Hallo! Heute morgen bin ich ziemlich zeitig aufgestanden. Ich wollte mich eigentlich nur mal schnell umsehen, bei Freunden vorbeischauen und dann noch meine Familie besuchen. Auf einmal kam ich zu nah an den Rand, stolperte und fiel.

Ich bekam noch mit, dass ich von weit oben gefallen bin. Es war dunkel über mir, dunkle Wolken zogen hastig über mir hinweg und machten Platz für die Sonne, die mich schon kräftig anstrahlte. Ich spürte ihre Wärme auf meiner Haut, man könnte fast sagen, ich konnte fühlen, wie sie mich durchdrang. Aber von der Wärme blieb nicht viel übrig, während ich fiel. Merkwürdigerweise machte ich mich ganz schlank und stieg weiter ab, ganz schnell. Auf einmal sah ich neben mir – einen Regenbogen. Wie kräftig der strahlte! Und all diese Farben! Ich fragte mich, wo er denn hergekommen sei. Irgendjemand muss doch einen Pinsel und einen Farbtopf genommen haben und das Blau des Himmels mit all diesen lustigen bunten Farben verziert haben. Und diese schöne Halbkreisform, hoffentlich sieht man ihn noch eine Weile!

Als ich wieder zu mir kam, lag ich im Gras. Genauer gesagt auf einem Grashalm. Ich fühlte mich total zerschlagen, aber der Wind blies und ich wippte mit dem Grashalm auf und ab. Ach so, hab ich mich schon vorgestellt? Ich bin Bruno, der Regentropfen!

Das NachWMunsoweiter

Unglaublich, was die WM für Nachwehen hat. Da trudeln Witze wie diese ein…

Ein blinder Bär und ein blinder Frosch treffen sich im Wald! Der Frosch betastet den Bären und sagt: “Du bist groß, du hast ein weiches Fell, du hast einen großen Kopf und scharfe Zähne. Du bist ein Bär.” Stimmt, sagt der blinde Bär und betastet den Frosch und sagt: “Du bist klein, du hast ein großes Maul, du bist klebrig und glitschig und hast einen kleinen Stummel als Schwanz. Du bist ein Italiener!”

… da wird spekuliert, ob Zidane nun als Terrorist beschimpft wurde, oder ob es doch gegen seine Schwester oder Mutter ging. Fest soll auf jeden Fall gestanden haben, dass Zidane auf das Ziehen an seinem Trikot mit dem Satz “Wenn du das Trikot haben willst, mußt du bis nach dem Spiel warten.” Und alles was folgte, darüber will sich Zidane morgen äußern. Aber bis es soweit ist, gibt es das Zinedine Zidane Combat Game. Und noch mehr in dieser Richtung gibt es bei Multiple Extase

Angeblich wird auch auf den Gängen der FIFA getuschelt, dass 2010 die WM doch nicht in Südafrika statt findet, weil der Bau von Stadien und Infrastruktur schon viel zu weit hinter dem Plan herhinkt. Statt dessen stehen die USA und wiederholt Deutschland zur Auswahl. Die USA, weil sie finanziellen Mittel hätte innerhalb von vier Jahren ein Event in der Größenordnung aufzuziehen und Deutschland… nun ja, wir hatten ja gerade die WM und könnten quasi für die nächsten vier Jahre in Feierlaune bleiben und die Fähnchen an den Autos lassen.

Nachtrag: Noch mehr NachWMdingsda! Klinsi ist von seinem Posten als Bundestrainer zurückgetreten :( Erst nur als Gerücht unterwegs, wird das jetzt in der FAZ von Gerhard Mayer-Vorfelder bestätigt.

Zum Finale

pizzaschnitzelEigentlich hatte ich es garnicht so bewußt auf das Finale der Fußball-WM ausgerichtet, aber es passte hervorragend als heutiges Essen und quasi als Vorbereitung für den Fernsehabend. Wieder einmal habe ich chefkoch.de befragt und heute fiel meine Wahl auf Pizzaschnitzel. Als Beilage habe ich mich für grüne Bandnudeln entschieden und einen trockenen italienischen Weißwein. Sehr lecker…

Ich hoffe, die italienische Mannschaft weiß das zu würdigen und gewinnt heute.

Radkappen – Räder… 3:4

Diese Woche machte sich eine von meinen Radkappen selbstständig und wiedergefunden habe ich sie auch nicht. Ich glaube, es war Dienstag morgen als ich früh ins Auto stieg, mich noch wunderte, warum er nicht so besonders fährt und dann auf Arbeit feststellte, dass eine Radkappe sich abgelöst hat.

Also hab ich meinem Rüedi als kleine Belohnung und als kleines Geschenk einen neuen Satz Radkappen bestellt. Denn seit gestern sind wir 30.000 km zusammen, davon ungefähr 25.000 km auf Autobahnen. Da fühlt er sich so richtig wohl und dankt mir das mit einem Verbrauch von 6,5 l/100 km. Auch wenn ich ihn mal ein paar Kilometer mit mehr als 160 km/h über die Autobahn treibe. Kleines japanisches Wunderwerk…

Im August gibt es dann erstmal einen neuen Auspuff, weil der alte langsam durchgerostet ist. Hoffentlich ist es bis dahin mal kühl geworden, denn momentan scheint es noch nicht zum Gewitter zu kommen, dass schon seit Donnerstag angedroht wurde. Richtig – überall scheint es zu regnen, zu gewittern, nur hier hält sich tapfer die Sonne.

Na wenigstens ist es jetzt etwas angenehmer. Und ab 21:00 Uhr geht es wieder los, wenn es heißt: Deutschland gegen Portugal. Meine Stimme ist betriebsbereit, das Bier steht kühl, von mir aus kann es losgehen. Ich freu mich schon auf das Spiel, denn so wie ich das Spiel der Portugiesen bis jetzt gesehen habe, dürfte es der deutschen Mannschaft nicht schwer fallen.

Licht gesehen (III)

Sammeln wir mal zusammen, was wir für das Verständnis von der Entstehung von Farben benötigen. Wir brauchen den Welle-Teilchen-Dualismus und eine moderne Ansicht vom Aufbau von Atomen. Sicherlich ist der Begriff des Photons geläufig. Das ist das "Teilchen", was mit Licht in Verbindung gebracht wird. Mit den Augen der klassischen Physik betrachtet, wird klar, wie der photoelektrische Effekt funktioniert. Schließlich hat unser Physiklehrer uns eingebläut, dass eine Welle keine Materie transportieren kann, wie sollte sonst Licht dann elektrische Ladungen freisetzen, wie es in Solarzellen geschieht. Also muss Licht aus Teilchen bestehen! Oder?

Licht sind Teilchen? Wenn dem so wäre, würden nur zwei Linien an der Wand zu sehen sein, wenn wir eine Taschenlampe auf einen Doppelspalt richten. Aber wir sehen viele Linien an der Wand (siehe Bild oben). Also muss doch mehr dahinter stecken. Beugung tritt ja eigentlich nur bei Wellen auf. Also doch Welle und gleichzeitig Teilchen? Weil sich das doch sehr schwer vorstellen läßt, dass etwas ein Teilchen sein kann, aber auch eine Welle, gibt es ein kleines Gedankenexperiment. Stellen wir uns also eine Person vor, die im 2-dimensionalen Raum lebt, also nur Höhe und Breite kennt. Wie würde diese Person reagieren, wenn wir sie mit einem Zylinder konfrontieren. Betrachten wir den Zylinder von oben, hat er den Querschnitt eines Kreises und von vorn gesehen, wirkt der Zylinder wie ein Rechteck. Und genauso würde ihn die 2-dimensionale Person wahrnehmen, je nachdem welchen Querschnitt sie sieht. Für sie wäre es kaum vorstellbar, dass es sich bei Kreis und Rechteck um ein und denselben Körper handelt. Na, klingelt es?

Setzen wir unsere Reise durch die wunderbare Welt der Atome fort. Natürlich haben sich die Wissenschaftler einige Gedanken gemacht. Ich hoffe, aus der Schulbildung ist noch hängengeblieben, dass Atome aus Protonen, Neutronen und Elektronen bestehen?! Die ersten Atommodelle sahen die ganzen Teilchen nebeneinander umherschwirren. Bis ein Herr Rutherford folgendes Experiment machte: Er nahm eine hauchdünne Goldfolie und hat sie mit Teilchen (alpha-Strahlung) beschossen. Und was mußte Rutherford feststellen: Die Teilchen passierten die Folie ungehindert und wurden nur gelegentlich abgelenkt. Also konnten die Protonen, Neutronen und Elektronen nicht gleichmäßig verteilt sein. Er schlußfolgerte, dass die Protonen und Neutronen den Atomkern bilden und die Elektronen diesen mit hohem Tempo umkreisen. Nur mal zum Vergleich: Der Atomkern ist ca. 1 x 10-15 Meter im Durchmesser, während das gesamte Atom zwischen 100 und 400 x 10-12 Meter einnimmt, was dann mehr als das 100.000-fache der Größe des Atomkerns entspricht. Auch wenn das nicht dazugehört, besteht doch ein Atom im wesentlichen aus Nichts.

Niels Bohr, der sich einen Namen bei der Entwicklung zur Quantentheorie gemacht hat, bemerkte dann, dass doch bei dem Modell von Rutherford was nicht stimmt. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere an das Experiment im Physikunterricht. Der Versuchsaufbau war folgender: Ein Elektromagnet (nach Möglichkeit in Stabform) und ein Metallring, der um den Magenten gelegt wurde. Schaltete man den Elektromagneten ein, flog der Ring weg. Was war also passiert? Bewegte Ladungen erzeugen ein Magnetfeld und umgekehrt. Der Elektromagnet hat also die Elektronen in dem Ring auf Trab gebracht, die wiederum ein Magnetfeld erzeugt haben. Beide stoßen sich ab und der Ring ist derjenige, dem das Entweichen am besten möglich ist. Nach Rutherford bewegen sich die Elektronen ständig um den Kern und erzeugen demzufolge immer ein elektromagnetisches Feld. Da das natürlich nicht ohne Energieverlust geht, müßten die Elektronen ständig Energie verlieren und würden früher oder später in den Kern stürzen. Also schuf er zwei Annahmen: zum einen, gibt es Bahnen um den Atomkern, wo sich Elektronen aufhalten können, ohne Energie zu verlieren und zum zweiten, dass ein Bahnwechsel nur möglich ist, wenn ein Elektron Energie in einer bestimmten Menge aufnimmt oder abgibt.

Damit hätten wir unser Ziel fast erreicht. Denn diese "Energiepakete", die ein Elektron aufnehmen und abgeben kann, sind die "Lichtteilchen" oder korrekter Lichtquanten. Und nun kam ein österreichischer Physiker daher und stellte fest, dass man Ort und Impuls eines Elektrons nie genau bestimmen kann, sondern nur eine Wahrscheinlichkeitsgleichung aufstellen kann, wo sich das Elektron mit höchster Wahrscheinlichkeit aufhält. Er faßte das natürlich allgemeiner, damit es für alle Quantensysteme gilt und die Formel wurde nach ihm benannt: die Schrödingergleichung. Wenn wir vom einfachsten Atom – dem Wasserstoffatom – ausgehen, dann wissen wir, dass es dort ein Elektron gibt, was um den Atomkern schwirrt. Die höchste Wahrscheinlichkeit, an welchen Positionen sich das Elektron in seinem optimalen Zustand (dazu später) aufhalten kann, ergibt eine Kugel. Diese Kugel nennt man Orbital. Beim Helium, wo es zwei Elektronen gibt, findet noch ein zweites Elektron in diesem Orbital Platz. Denn jedes Orbital kann nur zwei Elektronen aufnehmen. Abhängig ist das vom Drehimpuls des Elektrons, den man sich vereinfacht als Drehung des Elektrons vorstellen kann.

Ich muss jetzt wieder ein bißchen im Schulwissen stochern, denn wer sich noch an das Schalenmodell der Chemie und den Begriff Valenzelektronen erinnern kann, ist schon mal gut dran. Vielleicht als kleine Erinnerung: auf die 1. Schale passten zwei Elektronen, auf die 2. Schale acht Elektronen usw… Elemente mit vollbesetzten Elektronenschalen sind die allseits bekannten Edelgase. Dabei besteht jede dieser Schalen aus einem oder mehreren Orbitalen. Wie bereits oben beschrieben, ist das einfachste Orbital kugelförmig. Für alle weiteren Schalen kommen weitere Orbitale hinzu, die sich dann unterschiedlich im Raum anordnen. Mit steigender Schalenanzahl steigt auch die Anzahl der Orbitale, deren Form immer komplexer wird.

Auch wenn es jetzt ein wenig durcheinander ging, kommt jetzt der große Aha-Effekt, denn die Elektronenschalen entsprechen der Hauptquantenzahl, die Nebenquantenzahl gibt an, in welchem Orbital sich das Elektron aufhält, die Magnetquantenzahl, wie sich das Orbital räumlich ausrichtet und letztendlich die Spinquantenzahl, um den "Eigendrehimpuls" des Elektrons anzugeben. Mit Hilfe dieser vier Quantenzahlen können wird genau sagen, von welchem Elektron wir sprechen und mit dem Wissen können wir jetzt Farben erklären. Aber nur für einfache Atome, denn der Wirrwarr mit den ganzen Orbitalen wird bei Molekülen so komplex, dass man die Gleichung für die Aufenthaltswahrscheinlichkeit garnicht mehr mit mathematischen Mitteln darstellen kann und sich auf den Computer verlassen muss, dass der mittels numerischer Methoden alles korrekt berechnet.

Ein Elektron hat natürlich immer das Bestreben, dass tiefste nicht vollständig besetzte Orbital zu belegen. So ein Elektron kennt natürlich auch einen "angeregten" Zustand, d.h. es besitzt mehr Energie und befindet sich in einem höhergelegenen Orbital. Um diesen Zustand loszuwerden, gibt es Energie in Form eines Lichtquant ab und fällt auf das tiefstmögliche Orbital. Die Wellenlänge des freigesetzten Lichtquants wird dabei bestimmt, von welcher Elektronenschale das Elektron in welche fällt. Je "tiefer" es fällt, um so größer die freigesetzte Energie und desto kurzwelliger das Licht (d.h. höhere Frequenz). Und wie kann man das Freiwerden der Energie schöner sehen, als in den Spektrallinien. Umgekehrt lassen auch die Spektrallinien Rückschlüsse auf die chemische Bindung zu.

Interessant sich die Welt vorzustellen, wenn man weiß, dass dabei ständig Elektronen ihre Schalen wechseln, deren Sprünge wir als Farben wahrnehmen…

Zimmertemperatur 300K

Bevor die Hitze mein Gehirn morgen völlig dahinschmelzen läßt, mal ein kleiner Newsflash…

  • Wie jedes Jahr findet nächsten Freitag die lange Nacht der Wissenschaften statt. Da Dresden dieses Jahr auch noch offiziell Stadt der Wissenschaft 2006 ist und zusätzlich seine 800-Jahr-Feier vorbereitet, ist auch der Katalog der angebotenen Veranstaltungen dementsprechend umfangreich. Die meisten forschenden Anstalten, Fachbereiche der TU Dresden sowie der HTW Dresden bieten interessante Vorträge oder Ausstellungen. Ich hab mich mal durch durch den Veranstaltungskatalog durchgearbeitet und hab mir mal folgende Veranstaltungen vorgemerkt:
    • 20:00 Uhr präsentiert das Forschungszentrum Rossendorf den Vortrag “Zu Ihrem 150. Geburtstag wünschen wir Ihnen und uns ein hohes Magnetfeld, Herr Tesla”
    • 21:00 Uhr geht es gleich dort weiter mit dem Vortrag “Kerne und Sterne”
    • 22:00 Uhr kommt dann als Abschluss meines offiziellen Programms die Präsentation und der Vortrag “Licht und Farbe” meines Physikprofessors Prof. Christoph – gleichzeitig auch der Schöpfer vieler witziger Bemerkungen während der Vorlesungen.
  • Am Freitag flatterte bei mir eine Mail mit einem Gutschein von meinem Plattendealer des Vertrauens ein. Die Damen und Herren gewährten pro geschossenem Tor bei der Begegnung Deutschland – Ecuador einen Bonus von 1,50 Euro. Nicht schlecht, da ich schon vor 2-3 Wochen einen ähnlichen Gutschein bekommen hab. Also suchte ich nach passendem Vinyl für meine Plattensammlung. Nach einigen Proben begann die gezielte Suche nach den üblichen Verdächtigen (Aphex Twin) und ich stieß auf die “Xylem Tube EP” und “Digeridoo”. Ja Moment mal, die sind doch schon seit ca. 15 Jahre Geschichte, wie kann da was von Ende Juni 2006 als Releasedatum stehen. Ist R&S Records wieder auferstanden? Also fix nach dem Labelcode gesucht und siehe da, es öffnete sich der gesamte Backstock. Na das wird teuer, denn kann man Jaydee – Plastic dreams, Jam & Spoon – Stella oder die Klassiker von Dave Angel einfach so stehen lassen? Ich denke nicht, Tim!
  • Und weil ich das Thema Aphex Twin gerade beim Wickel hatte – auch bei eBay schaue ich von Zeit zu Zeit mal nach, was da Schönes angeboten wird. Zu der Analord-Serie erschien limitiert auf (soweit ich weiß) 1.000 Stück ein mit Leder eingebundener Ordner mit Goldprägung, in dem bereits eine limitierte Auflage der Analord 10 enthalten war. Alle weiteren Scheiben dieser Serie (Analord 1 – Analord 11) konnte und kann man auch jetzt noch einzeln erwerben. Dieses gute Stück konnte man nun bei eBay ersteigern. Nur mit ein paar Nachteilen, die auch noch falsch beworben werden. Der originale Ordner enthält nämlich nicht die Picture-Disc der Analord 10, sondern 180g-Vinyl mit schwarzem Label für die Audiophilen. Wenn ich mir das Endergebnis der Versteigerung ansehe, bin ich mir sicher – Aphex-Twin-Fans haben zu viel Geld oder definitiv einen Dachschaden… oder beides.
  • Unglaublich gut war ja heute das Spiel der Deutschen gegen die Schweden. Nur die Entscheidungen des Schiedsrichters haben mich ein bißchen verwundert. Weder das Gelb/Rot noch den Elfmeter hab ich so recht eingesehen. Aber wie immer sorgte der Kommentator für Erheiterung. Als die Kamera auf die Bank der deutschen Mannschaft schwenkte und Oliver Kahn einfing, der griesgrämig, den Arm aufs Bein und den Kopf wiederum in die Hand gestützt, das Spiel beobachtete, fiel die Bemerkung “Auch Oliver Kahn freut sich über den Spielverlauf…. Aber mehr so nach innen hinein.” Schenkelklopfer! Der Sieg war verdient oder wie Andi Möller schon sagte: “Ich hatte vom Feeling her ein gutes Gefühl. Mal abwarten, wie es am Freitag gegen Argentinien läuft.
    Bei der Gelegenheit fällt mir noch das Gemecker des Kommentators bei den Spiel Argentinien – Mexiko ein, der sich über die freien Plätze im Leipziger Zentralstadion beschwerte. Die Ticketvergabe bei der EM 2008 in Österreich / Schweiz soll nicht personalisiert ablaufen, wie bei dieser WM, sondern derjenige, der die Karten kauft, übernimmt die Verantwortung für alle anderen Kartenbesitzer, für die er mitbezahlt. Sehr vernünftige Regelung…
Vom feeling her

Minderheit

Geplant war ja ursprünglich, dass bei uns auf Arbeit im Hörsaal das Spiel Ecuador gegen Deutschland per Beamer angesehen werden kann. Heute Mittag kam dann die Absage – gerade mal 2 Leute von der gesamten Belegschaft haben sich als Zuschauer gemeldet. Sauerei! Also bin ich mit einem Kollegen kurz vor 16 Uhr in eine nahegelegene Kneipe gefahren und haben uns halt dort das Spiel angesehen. Schönes Spiel, kaum eine ernsthafte Bedrohung durch die Ecuadorianer. Am besten war der Austausch von Nettigkeiten und giftigen Blicken in der Halbzeit zwischen den Moderatoren.

Aber wir haben uns kurz vor Ende der Gruppenspiele entschlossen, die nächsten Spiele zu tippen. Dazu hat mein Kollege in den Tiefen des Internets ein Excel-Sheet gefunden, das schon alles beinhaltet: Eintragen der Kandidaten, Einlesen der Tipps, Gewinnverteilung, Punkteverteilung. Da wir fünf Leute sind, die mitspielen, haben wir uns für eine Gewinnverteilung von 50%, 30% und 20% geeinigt. Punkte werden nach folgender Reihenfolge verteilt:

  • 6 Punkte für das korrekte Ergebnis
  • 3 Punkte für die korrekte Tordifferenz
  • 2 Punkte für die korrekte Tendenz (d.h. Gewinner oder Verlierer richtig getippt)
  • 1 Punkt wenn richtig getippt wurde, ob unentschieden oder entschieden gespielt wurde

Und gerade ist das Spiel Schweden – England beendet. Die deutsche Mannschaft wird also am Samstag um 17.00 Uhr in München auf die Schweden treffen. Und die waren in der zweiten Halbzeit furchterregend gut…

Heute wird’s interessant

Die deutsche Fußballmannschaft hat das Achtelfinale erreicht. Das ist keine Neuigkeit, sondern schon längst Tatsache. Wahrscheinlich genauso, wie der Fakt, dass das Spiel heute ausschließlich strategischer Natur sein wird. Im Achtelfinale gibt es nämlich zwei Optionen. Entweder wir sind Gruppenerster, dann treten wir gegen den Zweiplatzierten von Gruppe B also wahlweise gegen England, Schweden oder Trinidad & Tobago an, je nachdem wie gut oder wie schlecht sich die Mannschaften spielen. Damit Trinidad zweiter wird, müßten sie auf jeden Fall gewinnen und die Schweden verlieren. Dann wäre Punktgleichheit erreicht. Dann müßte die Mannschaft aus Trinidad & Tobago nur noch eine Tordifferenz von 3 Toren überwinden. Klingt möglich, je nachdem wieviel Tore die Schweden heute kassieren. Die Schweden könnten aber auch noch Gruppenerster werden. Dann würden wir in jedem Fall gegen England antreten.

Zweite Option: Wir verlieren gegen Ecuador oder spielen zumindest unentschieden, dann bleiben wir Gruppenzweiter und haben England oder Schweden als Gruppenersten als Gegner. Also ist heute alles offen und die Spiele von Gruppe B werden jeweils um 21.00 Uhr ausgetragen, sodass die deutsche Mannschaft nur abwarten kann. Oder um es mit Jean-Paul Sartre auszudrücken: Beim Fußball verkompliziert sich alles durch die Anwesenheit des Gegners.

Kompliziert