Abmarsch!
Ich muss mal wieder dringend ein Update rauslassen. Denn nach der Woche in der Schweiz hat mein Leben ja nicht aufgehört. Die darauf folgende Woche verschlug es mich nach Eltville. Eltville ist wirklich nicht die Weltstadt, aber für eine Woche mal ganz schön. Wer irgendwas mit Eltville assoziieren will, dem werfe ich mal MM Sekt vor. Ansonsten kommt man sich zu Beginn etwas hilflos vor, denn der erste Eindruck ist, dass hier die Bürgersteige um 18 Uhr hochgeklappt werden und man danach keine Chance mehr hat, etwas zu essen zu bekommen.
Weit gefehlt – ein Blick auf die Webseite der Stadt offenbart, dass es einiges an Gaststätten gibt. Wir haben alles mal probiert – vom Asiaten am Bahnhof bis hin zum Anleger 511, das etwas exklusiver ist, aber äußerst hochqualitative Speisen zu akzeptablen Preisen anbietet (Merke: 11. Generation Bratwurst). Mittags ging es immer zum Italiener Da Pino am Holztor, bei dem es drei Mittagsgerichte zur Auswahl gab.
Wieder angekommen, gingen wir mal wieder ins Kino. Auf einer Schokoladenpackung gab es Gutscheine, die wir einlösen wollten. Nur ich war so clever, die Werbung auf der Vorderseite auszuschneiden, statt den eigentlichen Gutschein auf der Rückseite. Trotzdem ging es los – Männerherzen. Das Kino war so gut wie leer, offensichtlich hatte keiner Lust auf diesen Film.
Ich bin kein großer Fan des deutschen Films, in der Regel sind diese sehr… ich weiß nicht, wie es ausdrücken soll – kalt. Es gibt sehr wenig natürliche Herzlichkeit, Wärme und Freundlichkeit. Vielleicht bin ich einfach nur in den falschen Filmen gewesen, aber dieser war auch wieder einer von denen, die mein Bild bestätigten. Til Schweiger darf ein Produzentenarschloch spielen, der haufenweise Models um sich herum hat und einen Schlagerstar produzieren soll, der sich sehr Ethno gibt und ein “Lied für die Welt” schreiben will. Christian Ulmen darf wieder den bleichen Deppen spielen, der bei den Frauen verloren hat, sobald er den Mund aufmacht. Und dann gibt es noch den Werbefutzi, der ständig plant, aber vergisst zu leben, den U-Bahn-Fahrer, dessen Frau sich von ihm trennen will, weil er seit seit einem Unfall mit der U-Bahn sehr aggressiv ist und sich aber nicht helfen lassen will und zum Schluss noch der ewige Praktikant, dessen Freundin schwanger wird.
Der Charme des Films ist eigentlich, dass überall die Fassade etwas bröckelt. Jerome ist zwar Produzent, heißt aber in Wirklichkeit Hans-Jürgen und will seine Jugendliebe zurück. Günter ist Beamter, lässt aber die Gaststätte des ewige Praktikanten mit einer Sonderregelung durchgehen. Der Planer und Werber wagt einen Seitensprung und wagt somit seiner Ehe ein ungeplantes Ende zu bereiten. Und der unbeliebte, hartherzige U-Bahn-Fahrer sorgt etwas rau dafür, dass sein demenzkranker Vater im Altenheim doch noch einmal Plätzchen backen darf. Der Schlagersänger hat Angst, dass keiner seine Schnulzen mehr mag und der Praktikant muss Verantwortung übernehmen.
Und ich glaube, damit kann ich meinen Finger genau in die Wunde des deutschen Films legen – nachdem, was ich da oben schrieb, brauche ich nur morgen auf die Straße gehen und erlebe diese Geschichten wieder. Es fehlt dem deutschen Film an solchen Stellen an der Fähigkeit, zu verzaubern und fremde Welten zu erschaffen. Man bleibt gern bei der Realität oder bereits abgeschlossenen Geschichten. Ich will damit nicht die Fiktion heraufbeschwören, aber etwas realitätsfremdes würde gut dahin passen. Beispiel: Die fabelhafte Welt der Amelie – spielt im hier und jetzt, weiß aber zu verzaubern.
Genug über den Film, jetzt gehts ans Eingemachte… ab sofort ist Ruhe hier! Zumindest für die nächste Zeit. Ab morgen löst sich mein Rechner in seine Bestandteile auf und materialisiert sich an anderer Stelle wieder. Und dort wird er frühestens ab dem 16.11. wieder ans Netz dürfen.
Königin nach E7
Soweit ja kein Problem, aber L14 oder O1? Wo sind wir denn hier gelandet? Wohl eine Stadt, die stolz auf ihre Söhne ist und sich ein System für ihre Straßenbezeichnung ausgedacht hat, um Touristen bei der ersten Durchfahrt in den Wahnsinn zu treiben. Und mit diesem System werben sie auch noch für ihre Stadt.
Einfach: den Zielpunkt finden. Katastrophal: dort hinzukommen! Denn die komplette Innenstadt ist ein System aus Einbahnstraßen, die abwechselnd angeordnet sind. Bevor ich mich auf das Strategiespiel einließ, suchte ich mir einen Punkt nahe dem Ziel und sondierte die eventuell vorhandene Parkplätze und wie man dahin kommen könnte.
So nahmen wir das Hotel in Besitz, bummelten den ganzen Nachmittag durch die Stadt und wurden Zeugen von etwas, was ich bisher aus Dresden oder Bamberg nicht kannte: eine türkische Demo. Unterwegs entdeckte ich noch einen Hinweis auf ein Restaurant, das mir indisch vorkam. Wie wir dann am Abend feststellten, war es ein Restaurant, das mit der “wunderbaren kulinarischen Welt des geheimnisvollen Orients” warb. Der erste Blick in die Karte war ziemlich ernüchternd und wir blätterten eine gefühlte halbe Stunde ratlos in der Karte. So wie die Gerichte auf der Karte standen, machten sie hinter der Fassade eines “orientalischen Genusses” zweifellos einen kontinentalen Eindruck. Und bei genauerem Hinsehen – ups, da war ein “Hähnchen ala Kiew”, ein anderes war mit einer provencialischen Sauce garniert. Klar doch, Kiew und die Provence liegen mitten im Orient…
Wir waren schon drauf und dran zu gehen, aber die Getränke kamen schon und wir rätselten weiter. Wenigstens ein kurzer Moment der Heiterkeit kam auf, als meine Freundin folgenden Dialog mit dem Kellner begann:
F (mit Blick auf die Karte): Gibt es noch andere Gerichte?
K: Ja, das Tagesgericht.
F: Und das wäre?
K: Hähnchensteak.
F: Und was gibt es dazu?
K: Currysauce.
War das ein Beispiel arabischer Gastfreundschaft? War der Kellner schlecht gelaunt, weil sich normales Publikum in sein pseudonobles Restaurant traute? Oder hatte er einfach nur ein kulturelles Problem damit, dass er von einer Frau gefragt wurde? Alles in allem eine große Enttäuschung, wir nahmen dann den Vorspeisenteller für 2 Personen, der reichte für uns völlig aus.
Den nächsten Tag noch ein bißchen das Schachbrett tangiert und außen herumgelaufen. Am späten Nachmittag brachen wir dann heimwärts auf und machten noch einen kleinen Abstecher nach Speyer, schauten uns den Dom an (ungünstig, war gerade Gottesdienst) und liefen dann noch etwas durch die Stadt. Hübsch dort, sollten wir nochmal besuchen. Memo an mich: Hol dir endlich mal das EF-S 18-55 IS! Ich mag es nicht, wenn ich den Weitwinkel zu Fuß simulieren muss…
Letzte Woche – Finale
Freitag abend hatte ich mir auch schon die Route eingeprägt, die ich zu meinen Freunden fahren wollte. Da die beiden auch Urlaub hatten und erst Samstag nachmitag eintreffen wollten, schlief ich erstmal schön aus, frühstückte in aller Ruhe und hörte dabei Antenne Bayern. Kaum zu glauben – morgens halb zehn macht Antenne einen Test, wer Alkohol besser verträgt, Männer oder Frauen. Der Test hatte wohl vor einer knappen Stunde begonnen und man/frau hatte bereits die erste Maß hinter sich. Es folgten erste Alkoholtests, die ungefähr 1 Promille bei beiden ergab. Dann kamen noch ein paar Gedächtnistests, die flopten weil offensichtlich auch schon der Moderator und sein Kollege auch schon ein Bierchen genascht hatten.
Nach dem Frühstück nutzte ich den Rest des Vormittags für eine Besichtigung der Bamberger Geschäfte. Endlich hatte ich mal das Glück den Nici-Laden offen zu erwischen. 3 Etagen (na eigentlich sind es 2,5) kuschliger Freunde, die gerettet werden wollten. Schnell die Hände in die Taschen und weg hier. Die Rettung kommt… später! Ich bummelte bis Mittag noch umher und ging dann heim, lud alle Sachen ins Auto und fuhr los. Ich düste die A3 entlang, machte bei Aschaffenburg eine kleine Pause und dann kam ein Stau. Es ruckte zwar langsam vorwärts, aber es wollte und wollte nicht aufhören. Kurze Zeit später kam der Verkehrsfunk: A3 bei Aschaffenburg, 14km Stau! Murphy hatte wieder zugeschlagen – ich hatte mich an der Schlange angestellt, die am längsten braucht. Aber das Ende war bereits in Sicht und ich düste weiter, wechselte noch ein paar mal die Autobahn, als ich endlich die Abfahrt fand und dann auch noch das Glück hatte, durch das beschauliche Weindorf Wolfsheim zu fahren. Schade, dass ich meinen Scanner nicht aktivieren kann, sonst könnte ich ein paar legendäre Fotos ausbuddeln.
Kurz bevor ich die Abfahrt erreichte, klingelte mein Telefon und mir wurde verkündet, dass ich jetzt eintreffen könnte. Als ich ankam, quatschten wir erstmal, ich verschaffte mir einen kurzen Überblick über den Ablauf des Abends. Später traf noch mein Freund und Baltikumurlaubskumpel Alex ein, wir blödelten etwas herum und sprangen alle nochmal kurz unter die Dusche (nacheinander!). Gegen 6 ging es los! Wir trafen uns noch mit anderen Leuten und auf ging es Richtung St. Goar. Auf dem Berg angekommen, suchten wir uns einen schönen Platz. Der Federweißer mußte gleich mal mit frischer Wurst und Brötchen ausprobiert werden. Ich baute dann meine Kamera samt Stativ auf und wurde noch im selben Moment von einem Mütterchen angesprochen, die mich ungefähr 10 Minuten in ein Gespräch um die Kamera verwickelte, wobei ich immer noch nicht herausgefunden hab, was sie eigentlich wollte. Ich erntete mitleidige Blicke.
Nach Einbruch der Dämmerung begann langsam das Spektakel. Er wurden Bengalfeuer angezündet, die überall leuchteten und dann kamen jeweils drei Startböller von den beiden Burgen und vom Fluß her. Danach folgte ein Feuerwerk, das über eine Stunde ging und wohl laut Angaben im Radio ca. 1,5 Millionen Euro gekostet hat. Während dessen verschoss ich knapp über zwei Filme und bin schon sehr gespannt, wie die Bilder geworden sind. Wir hatten zum Abschluss erfolgreich 6 Liter Federweißer vernichtet (und das bei 7 Leuten davon 3 Autofahrer – jetzt wird mir einiges klar!) und setzten uns dann noch abends gemütlich zu einem Rauchbier zusammen. Der Geschmack des Bamberger Rauchbieres ist extrem gewöhnungsbedürftig, aber ich nur sagen: Selten hab ich so bei dem Trinken eines Bieres gelacht. Mir tat zum Schluß der Bauch weh, denn es kamen Sprüche wie “Das ist ja wie 500g Rauchschinken essen” oder “Ein Bier ist wie eine Mahlzeit, nur getrunken hat man ja noch nichts.” Gegen drei hatten wir dann genug gelacht und verzogen uns ins Bett.
Nicht lange geschlafen, geweckt durch den Lärm in der Bäckerei unten, standen wir kurz vor 9 Uhr wieder auf und ich spürte schon meinen Schädel brummen. Und genau wie Rüedi brummte er dann auch die nächsten 500km als es wieder heimwärts ging.
Einsiedler
Nun der versprochene Bericht von der Kulturinsel Einsiedel. Ich würde das Gebiet als Abenteuerspielplatz für Jung und Alt bezeichnen. Die Kulturinsel liegt ungefähr ein Viertel- bis halbe Stunde von Görlitz entfernt und von dem kleinen Zentendorf abgesehen, irgendwo im Nichts.
Nachdem ich Freitag abend sehr spät ins Bett gegangen bin, war ich den nächsten Morgen wie gerädert, als ich auch noch vor dem Wecker munter wurde. Ich packte Schlafsack, Iso-Matte, ein paar Grillutensilien und den Nudelsalat, den ich am Abend davor gemacht hatte zusammen, setzte meine Kontaktlinsen ein und fuhr zu Claudi + Basti. Dort wurden die ganzen Sachen umgeladen und wir düsten los.
Nach ungefähr anderthalb Stunden Fahrt erreichten wir uns Fahrtziel und stellten das Auto auf dem Parkplatz ab. Fast wie abgesprochen kamen, trafen die anderen auch ein und nach einigen Verhandlungen konnten wir unsere Tipis beziehen. Wir hatten die Tipis Rammelsau (20 Personen), kochender Pfeil (5 Personen) und reiernder Geier (5 Personen). Da noch einige abgesagt hatten, waren nur die Rammelsau und der kochende Pfeil voll belegt. Mit Hilfe von Schubkarren transportierten wir unser Gepäck ins Zelt und dann wurden schon die ersten Kuchen und Muffins aufgefahren. Nachdem wir uns ein wenig gestärkt hatten, ging es auf eine erste Rundschau, die mit einem kleinen Mittagessen endete.
Um unseren Aufenthalt interessanter zu gestalten, teilten wir uns in zwei Teams auf und holten uns zwei Schatzsucherrätsel, wo mit Hilfe von Hinweisen Lösungbegriffe oder Buchstaben gefunden werden müssen, die dann ein Lösungswort ergeben. Das interessante an der Kulturinsel ist, dass die einzelnen Plätze komplett untertunnelt sind, in denen für Erwachsene nur gebückt oder auf allen Vieren voran kommen. Licht gibt es dort natürlich nicht. Viele der Räsel lassen sich nur lösen, in dem man die Tunnelsysteme besucht und mit Hilfe von Taschenlampen sich seinen Weg bahnt. Trotz Licht habe ich mir mehrmals teils leicht, teils ziemlich heftig den Schädel eingehauen, der mit das auch heute noch mit mürrischem Brummen quittiert.
Gegen drei trafen wir alle wieder zusammen und besichtigten Deutschlands erstes Baumhaushotel. Zu einem doch sehr stolzen Preis von 180,- Euro pro Nacht können dort vier Personen (meist ausgelegt auf 2 Erwachsene und 2 Kinder) im Baumgipfel übernachten. Besonders schön war die Freiluftdusche, wo man mit Blick aufs freie Feld und den Boden in ca. 10 Metern Höhe eiskalt duschen kann. Und wer den schnellen Abgang aus dem Baumhaus sucht, nimmt einfach die Rutsche und schon ist man wieder auf dem Boden der Tatsachen.


Nach der Besichtigung ging es mit unserem Rätsel weiter und wir kämpften uns Buchstabe für Buchstabe vorwärts. Unter anderem ging es auch ins U-Boot, wo ein Rohr mit Spiegel nach oben zeigte und dort die Richtung zum nächsten Lösungsbuchstaben wies. Nach einer Unterbrechung durch einen ziemlich heftigen Regenschauer, konnten wir unser Lösungwort bilden – “Dödelfurz”. Denn Rest des Nachmittags hatten wir “Freizeit” zum “Spielen”. Also gingen wir zum Schloß, krabbelten durch alle Gänge, bis ich eine Rutsche entdeckte. Natürlich wollte ich diese ausprobieren. Ein erster Blick zeigte, es ging in die Finsternis. Ich bat um eine Taschenlampe und meinte, es wäre wohl ziemlich steil. In dem Moment bekam ich einen Schubs von hinten und es ging ungefähr 2-3 Meter fast senkrecht in die Dunkelheit. Auch unter dem Schloß gab es ein großes Labyrinth aus Tunneln aus dem es wieder herauszufinden galt.
Als das Schloss komplett erkundet war, gingen wir noch schnell zum Trampolin rüber und sprangen darauf etwas herum. Leider konnte ich nicht so ausgiebig springen, wie ich wollte – mein Schädel legte Einspruch ein. Weiter ging es zum Türenlabyrinth, das wir schnell durchquerten. Natürlich führte kein Weg durch ohne dass eine selbstzufallende Tür mir nochmal richtig mit aller Kraft in die Ferse fiel. Nach dem Labyrinth mußten wir uns wieder unterstellen, weil es wieder heftig regnete. Ich erwähne lieber nicht den Nieselregen, der weitaus häufiger kam. Wir sahen schon unser Grillen davonschwimmen.
Aber rechtzeitig hörte es auf, wir holten alles an die Feuerstelle heran und sehr schnell war die Betriebstemperatur erreicht und die Steaks, Bratwürste, Maiskolben, Baguettes wurden vertilgt. Da es auch hier zwischendurch immer nieselte, kamen wir schnell zu dem Entschluss, dass wir ein richtiges Feuer machen – Holz wurde uns ja genügend zur Verfügung gestellt. Neben unserer Feuerstelle befand sich noch ein riesiger Metalltopf, in den Wasser eingelassen wurde und der mit Feuer angeheizt wurde. Unser Lagerfeuer hatte schnell die richtige Temperatur, sodass man auf den umstehenen Felsblöcken seine Sachen legen konnte, die dampfend das Wasser wieder freigaben. Zusammen mit dem Qualm des nassen Holzes hockten wir stellenweise einem Tal aus Nebel. Kurze Zeit später fanden sich dann auch die Leute zum Baden ein, die erst rummaulten, dass das Wasser so kalt war und dann noch ordentlich rumspritzten und das Feuer unter dem Topf fast löschten. Kein weiterer Kommentar…


Denn gegen 23 Uhr hatte das Wasser eine richtig angenehme Badetemperatur und einige von uns nutzten die Möglichkeit, um in den dampfenden Topf zu steigen. Als wir nachmittags das Türenlabyrinth besichtigten, warfen wir auch mal einen Blick in den Gruselwald, wo mittels Bewegungsmeldern schauerliche Geräusche aus Lautsprechern ertönten. Ein unbedingtes Muss für die Nacht, nur als wir dann nachts den Gruselwald nochmal betraten, waren die Bewegungsmelder nicht mehr aktiviert und die ganze Wirkung war dahin. Also trollten wir uns gegen Mitternacht ins Tipi zurück, wo sich durch den Nebel der aufstieg, ein gespenstisches Licht bildete.
Einschlafen wollte durch den harten Boden und den dröhnenden Schädel nicht so recht funktionieren und auch bei 20 Leuten in einem Zelt findet sich immer einer, der schnarcht. Besonders erstaunt war ich, wie laut Kinder schnarchen können. Auch die Temperatur war viel zu warm, sodass ich mehr außerhalb des Schlafsacks lag, als darin. Ich drehte mich von einer Seite auf die andere, schlief immer mal kurz ein, wurde dann wieder durch einen Schnarcher geweckt und als ich dann eingeschlafen war, bekam ich langsam mit, wie im Zelt sich etwas rührte. Es war morgen und ich vernahm als erstes das Prasseln auf der Zeltplane und dann sah ich, wie sich das Wasser entlang der Tipistäbe den Weg nach unten arbeitete und auf die Schlafsäcke tropfte.
Höchste Zeit munter zu werden und alles in Sicherheit zu bringen. Da während des Packens der Regen aufhörte, konnten wir unser Gepäck gleich zum Auto bringen und nahmen dann unser abschließendes Frühstück zusammen ein. Nach der Verabschiedung düsten wir wieder Richtung Heimat, wo wir gegen Mittag wieder eintrafen. Auch wenn das Wetter nicht so richtig mitspielte, war es doch ein richtig schönes Erlebnis. Denn bei 35° möchte ich nicht in dem Zelt schlafen oder durch die Röhren krabbeln…

Wieder heimgekehrt
Vor einer guten Stunde bin ich wieder vom Ausflug zur Kulturinsel Einsiedel zurückgekehrt. Momentan sind erstmal die notwendigsten Dinge getan – ausgeräumt, Waschmaschine angeworfen, in der Wanne gewesen und die Fotos gesichtet.
Nachdem ich die Wanne verlassen hatte, roch es in der Wohnung leicht geräuchert. War höchste Zeit, dass ich mich der Klamotten entledigte. In der gesamten Wohnung haben sich kleine Häufchen von Schlafsack, Wäsche und Taschen gebildet. Jetzt folgt noch schnell eine Kopfschmerztablette und dann leg ich mich erstmal ein Stündchen auf’s Ohr. Weitere Informationen gibt es dann heute nachmittag / abend. Als kleinen Vorgeschmack schon mal ein erstes Foto.
Wochenende im Schnelldurchlauf
Letztes Wochenende stand alles im Zeichen der LA(H)N-Party. Bei den Temperaturen mag man sich garnicht vorstellen, wie man nur in der Wohnung hocken kann und stundenlang gegeneinander kämpfen kann – wir haben das geschafft.
Abfahrt war Freitag nachmittag. Geplant hatte ich 15 Uhr, aber das Verladen der gesamten Technik hat dann doch etwas länger gedauert, mal ganz davon abgesehen, dass es unglaublich heiß war. Schnell noch eine Flasche Wasser verladen und schon konnte es losgehen. Kurz nach der Auffahrt auf der Autobahn stellte ich fest, dass ich das Wichtigste zum Fahren vergessen hatte – den Soundtrack. Nun ja, also mußte das Radio herhalten. Ich hörte mir also ein Telefonat mit einem Professor für Verkehrsforschung an, der sich zum Ferienbeginn in Sachsen äußerte. Ferienbeginn?!? Ich stellte mich schon mal auf eine kleine Verzögerung ein. Aber was war? Außer den üblichen LKW’s und Niederländern, Franzosen und Dänen, die offensichtlich auch Ferien hatten – nichts.
So kam ich doch sehr gut voran und als ich mich meinem Ziel näherte, stellte ich fest, dass mein Routenplaner mir nicht die Route angeboten hatte, die ich sonst kannte. Aber ich lag gut in der Zeit und probierte die Alternativroute. Natürlich kam ich an einer ganz anderen Stelle in Marburg raus. Also suchte ich einen Platz zum halten, atmete erstmal tief durch und wollte zum Handy greifen, um meinen Kumpel zu fragen. In dem Moment drang ein Stimme durch meine Scheibe “Suchen Sie etwas? Kann ich Ihnen helfen?” Mir war geläufig, dass Uni-Städte doch kontaktfreudiger gegenüber Fremden sind, aber dass das solche Ausmaße annimmt…? Sie konnte mir auch nicht weiterhelfen, gab mir aber eine Richtung vor und nachdem ich ein Stück fuhr, kam mir alles sehr bekannt vor und 2-3 Minuten später hatte ich mein Ziel erreicht.
Ich hatte schon die üble Befürchtung, dass mein Rechner Probleme nach seiner kompletten Neuinstallation macht, aber es traf eher auf einen anderen Kumpel zu, der ein ähnliches Prozedere vollzogen hat und zwar im Netzwerk sichtbar war, aber von den Spielen nicht erkannt wurde. Für ihn hieß es bis Mitternacht – Neuinstallation. Aber dann konnte es losgehen und wir spielten bis es wieder hell wurde. Um 5 Uhr ließen wir die Rechner ruhen und verkrochen uns ins Bett. Leicht entnervt wurden wir wenig später geweckt, als jemand der Meinung war, samstag früh um 8 Uhr den Rasen zu mähen. Prima! Aber es dauerte nicht lang an, oder ich schließ schnell wieder ein. Auf jeden Fall standen wir halb 12 wieder auf, frühstückten und während ich gegen Abwasch kämpfte (bzw. mich an der X-Box warmzockte), gingen meine Freunde schon mal Grillzeug für den Abend holen.
Als sie wieder eintrafen, ging das Spielen weiter. Das Problem bei abgedunkelten Räumen ist natürlich, dass man nicht sieht, was draußen vor sich geht, aber wohl davon etwas hört und als ich meinte: “Gewittert es draußen?” kam die Antwort “Ich dachte schon, ich bilde mir das ein.” Ein Blick in der Spielpause zeigte – es regnete in Strömen, die Wassertonne lief schon über und es sah nicht aus, als wenn es schnell aufhören würde. Grillen war auf halb 7 angesetzt und nachdem es 18 Uhr immer noch regnete stimmte sich mein Kumpel mit den Bekannten aus dem Haus ab, dass wir noch eine halbe Stunde warten und dann beginnen. Aber der Regen war der Meinung nicht abzubrechen und wir verlegten, das Grillen in die Pfanne und mußte notgedrungen die Technik auf dem Esstisch abbauen. Aber es folgte ein lustiger Abend, wo wir dann auch noch nebenbei unsere Berufe mit “Mach’ mal eine typische Handbewegung!” erklärten. Dabei wurde bei mir Dauerfrust diagnostiziert – Computer, Anwender… alle sind gegen mich!
Nachdem wir unsere Technik wieder aufgebaut hatten und eine kurze Vorstellung gegeben hatten, was LAN-Party ist und was wir denn spielen, konnten wir schnell wieder zum ernsthaften Spiel übergehen und wieder begann es hell zu werden, als wir uns zum Schlafen legten. Lange ging der Schlaf jedoch nicht, denn die Wärme des nächsten Morgens kroch schnell in die Zimmer und bei Wärme schläft es sich unglaublich schlecht. Nach einem ausgiebigen Frühstück und einem (oder waren es zwei) Abschiedsspielen warf ich die Idee der Kombination von verlängertem Wochenende und LAN-Party in den Raum. Und dann hieß es auch schon Abschied nehmen. Ich ließ mir kurz den kurzen Weg zur Autobahn erklären und schon war ich auf dem Heimweg. Anfänglich mußte ich noch mit Klimaanlage fahren, aber als ich die Grenze zu Thüringen passierte, ließ es sich auch bequem ohne Klimaanlage aushalten, was natürlich dazu führte, dass ich auch ein bißchen schneller voran kam. Der Gebrauch der Klimaanlage macht sich bei meinem Auto doch ziemlich stark bemerkbar. Und so trudelte ich gegen 18 Uhr wieder zuhause ein, wuchtete die Technik wieder hoch, schloss sie an, packte aus, warf eine Ladung Wäsche in die Waschmaschine und konnte mich erstmal ausruhen.
Eine neue Woche hat jetzt begonnen und es gibt viel zu erledigen. Ich werde mal meinem Rechner, nicht nur der Hitze wegen, eine Ruhepause gönnen. Es stehen diverse Aufgaben an, die ich nur zu lange schon vor mir hergeschoben habe. So zum Beispiel die Aufarbeitung meiner Zeitschriften, die sich immer noch auf dem Fußboden stapeln. Heute entdeckte ich auch noch ein paar Minidiscs mit Radiomitschnitten, die ich mal durchhören wollte. Ich vermute mal, die liegen schon seit gut zwei Jahren da. Aber keine Angst, der Blog wird nach wie vor gefüllt und auch den Fraktalblog werde ich weiterpflegen.
Attention crew attendants, all doors in flight!
Dieses Wochenende gings wieder auf Reisen – natürlich mit Deutschlands Schnellstem: dem ICE. Ich döste träge vor mich hin, starrte aus dem Fenster, in meinen Ohren polterte, schnarrte und brummte eine Drum’n'Bass-MD während ich auf die Autobahn neben der Strecke schaute. Irgendwas stimmte da nicht. Selbst die schnellsten Autos auf der linken Spur lies der Zug spielend hinter sich. Ich vermutete eine Zone mit Geschwindigkeitsbegrenzung, bis ich meinen Blick auf die Anzeige an der Tür des ICE richtete – 300 km/h stand dort. Abgesehen auf dem Rollfeld des Flughafen war ich noch nie so schnell zu ebener Erde unterwegs. Neuer Geschwindigkeitsrekord!
Und auf einmal ergab alles einen Sinn – der Drum’n'Bass war wie das Rattern der Schienen, das nicht vorhanden war. Aber das reichte mir natürlich noch nicht, ich benötigte Musik mit noch mehr Schubkraft. Und kommt wieder die von mir allseits über den grünen Klee gelobte Abfahrt Hinwil ins Spiel. Das passte…

Rückblick aufs Wochenende
Freitag früh fiel 6:30 Uhr der Startschuss. Wir bestiegen den Bus und fuhren nach Berlin. Man glaubt garnicht, wie langsam Bus fahren auf der Autobahn sein kann. Und als wir endlich den Berliner Ring erreichten und kurz vor dem Ziel standen, entschloss sich der Busfahrer, Pause anzuordnen, damit wir uns mit dem anderen Bus treffen können.
Nach einer halben Stunde ging es weiter und wir fuhren nach Charlottenburg, um dort mit einer Fähre eine Spreerundfahrt zu machen. Es ging vorbei am Reichstag, am ehemaligen Palast der Republik, an der Museumsinsel, bis wir bei den Molecule Man wendeten und wieder zurück fuhren. Friedrichstraße stiegen wir dann aus und hatten bis 17 Uhr Freizeit. Wir nutzten die Gelegenheit, um die Ausstellung anlässlich des Einsteinjahres im Kronprinzenpalais zu besuchen.

Die Ausstellung war sehr gut gemacht. Im Erdgeschoss wurden die Grundlagen vorgestellt, die zur Zeit von Einsteins Relativitätstheorie existierten, in der ersten Etage wurden die Probleme, die in der Physik existieren vorgestellt bzw. wie Einstein sie löste. Letztendlich im dritten Stock wurde der aktuelle Stand von der praktischen Überprüfung seiner Theorien vorgestellt. Gleichzeitig aber die Widersprüche mit denen Albert Einstein zu kämpfen hatte. So zum Beispiel die Quantentheorie, die er zu widerlegen suchte. Dazu entwickelte er Gedankenexperimente, die auf gesundem Menschenverstand basierten. Eines davon entwickelte Einstein mit seinen beiden Studenten Podolsky und Rosen.
Bei diesem Experiment werden 2 verschränkte Photonen erzeugte. Verschränkt bedeutet in dem Fall, dass sobald die Polarisation des einen Photons festgelegt wird, auch die Polarisation des anderen Photons feststeht. Gemäß der Quantentheorie ist die Polarisation unbestimmt, solange sie nicht gemessen wird (Stichwort: Schrödingers Katze) Damit würde bedeuten, sobald ich zwei verschränkte Photonen erzeuge, diese in unterschiedliche Richtungen leite und die Polarisation eines Photons festlege, wird automatisch auch die Polarisation des anderen Photons festgelegt (theoretisch egal wo im Universum es sich befindet). Bevor jetzt die Fantasie des einen oder anderen aufblüht – nein, Informationen lassen sich damit nicht in Überlichtgeschwindigkeit übertragen – schließlich müssen ja die Teilchen irgendwo herkommen.
Genutzt werden kann dieser Effekt zur Quantenkryptographie, also Verschlüsselung – ziemlich effektiv, da kein Angreifer die Möglichkeit hätte, die Information zu lesen, den in dem Moment, wo er die Polarisation anfragen würde, wäre sie für das Photon und seinen Partner festgelegt. Aber zurück zum Tag…
Mit qualmenden Köpfen verließen wir die Ausstellung und gingen noch mal zum Checkpoint Charly. Von dort aus ging es zurück zum Bus und dann wieder heimwärts. Je näher ich Dresden kam, desto nervöser wurde ich. Etwas beschränkter Platz im Bus und kühler Luftzug im Nacken sorgten zusätzlich für ziemlich heftige Kopfschmerzen. Am Auto angekommen, machte ich mich sofort auf den Weg nach Nürnberg, wo mein Liebling mich wartete.
Bis Nürnberg war die Strecke einfach und leicht überschaubar. Was danach folgte, war entweder ein zu kompliziertes Nürnberger Autobahnsystem, persönliche Dummheit oder miserable Angaben aus den Routenplanern – oder eine Mischung von allem. Nachdem ich 22:45 kurz vor Nürnberg stand, war ich froh zwei Stunden später meinen Liebling in meine Arme nehmen zu können.
Wie immer verging die Zeit viel zu schnell, aber wir haben es dennoch geschafft, uns mit Osaka zu treffen und einen schönen Nachmittag mit einander zu verbringen. Und Montag morgen hieß es wieder Abschied nehmen und gen Heimat zu fahren. Wenn ich überhaupt etwas genießen konnte, war es die Fahrt gen Osten – in die Sonne hinein…

Und wieder sind es 10 Tage die mich von meinem Liebling trennen…
Liebling – was ich dir noch unbedingt sagen möchte: .. / .-.. — …- . / -.– — ..-
Sendung mit der Maus Stimme Das war Morsecode… Ich sag’s dir auch gern nochmal in deutsch Liebling: Ich liebe dich :-*
LAHN-Party
oder Marburg an der LAN. Dieses Wochenende war nicht nur 3TM (3 Tage Marburg), dass dortige Stadtfest, sondern auch das Treffen von Freunden zum gemeinsamen Zocken. Schon der Freitag abend wurde sehr schnell zum Samstag morgen und als es hell wurde, entschlossen wir und dann doch ins Bett zu gehen. Und den Samstag das gleiche Spiel nochmal. Natürlich war es schwierig, schönes Wetter, Spielen und Stadtfest zu kombinieren. Aber immerhin haben wir es zu folgenden Highlights gebracht…
Das Feuerwerk bei der Burg am Freitag abend

Dude – unser Maskottchen und Netzwerkadministrator
Am Samstag abend spielten vorm Rathaus Wolfenmond. Witzige Nebengeschichte: Ein Freund kaufte sich eine CD von denen und legte sie ein, worauf kurze Zeit später ein Ruf aus einem anderen Zimmer ertönte: Da klingelt ein Handy, geht da mal jemand ran? Mh, klingt wirklich ähnlich *g*
… und nebenbei ließ ich ein paar Fraktale berechnen …

Des Rätsels Lösung
Ich war da! Siehe Beweisfoto. Aber erstmal zur Auflösung:
Bild 1: Elisabeth-Kirche, 1235-1283 erbaut, frühste gotische Kirche Deutschlands
Bild 2: Marburg-Virus, wie ich letztens gelesen hab, einer der der tödlichsten natürlichen Viren (neben dem Ebola-Virus) (benannt nach der Stadt, weil dort 1967 31 Leute an dieser Krankheit erkrankten)
Weitere Infos über Marburg:
- 90.000 Einwohner
- davon ca. 20.000 Studenten – deswegen Universitätsstadt
- Kennzeichen: MR (war witzig, weil die Autos MR XY, MR T usw. hießen)
