Ostereier
Den Kopf etwas freier, denn ab morgen habe ich Urlaub, wird es Zeit, dass ich mal wieder aufschreibe, was mir so passiert ist.
Nachdem ich letztens einen Termin für TÜV und AU gemacht habe, war es letzte Woche an der Zeit, Rüedi in die Werkstatt zu fahren und dann beide Augen zu schließen und alle Daumen zu drücken. Es gab ja noch den Zwischenfall mit den Eimer auf der Autobahn, der sich unter meinem Auto verfangen hat und die merkwürdigen Aussetzer, die er hat, wenn es nass draußen ist.
Während Rüedi gründlich inspiziert wurde, bekam ich einen Ersatzwagen gestellt – ein Meisterwerk koreanischer Schmiedekunst – ein Chevrolet Matiz. Ja, früher hießen sich Daewoo, aber das war einmal. Der erste Blick beim Einsteiger verrät, dass auch der Beifahrer etwas Kino haben soll, weswegen die Konsole mit Tachometer etc. in der Mitte ist. Der Fahrer schaut nur noch auf ein Sammelsurium von Leuchten (Öl, Handbremse, Sicherheitsgurt, Blinker…). Für den Rest braucht man keine Bedienungsanleitung, der erläutert sich von selbst. Nachdem ich Platz genommen habe, wollte ich den Sitz nach hinten verschieben, aber ich war schon am Anschlag. Also sind 1,85m wirklich das Maximum als Fahrer, sonst wird es mit den Beinen ungemütlich.
Die Fahrt konnte losgehen. Bis Tempo 60 zieht der Kleine flott an und reagiert auch in unteren Drehzahlbereichen nicht beleidigt. Aber spätestens an der Autobahnauffahrt merkte ich, dass alles über 60 Hinausgehende zum Experiment wird. Wo Rüedi bequem schon seine Zielgeschwindigkeit von 120 erreicht hat (mehr darf man nicht), zuckelte ich mit 100 dahin. Aber ich bin trotzdem angekommen. Immer wieder ein Highlight ist das Ein- und Aussteigen, denn die Türen des Matiz wollen noch mit Kraft geschlossen werden. Mutet sehr archaisch an. Die Krönung kam mittags, als wir zu viert zum Essen gefahren sind. Vier normal gewachsene Mitteleuropäer passen zwar hinein, aber spürt der Fahrer schon sehr intensiv die Knie des hinten Sitzenden im Rücken. Wir warfen dann auch mal einen Blick in den Kofferraum, der nicht mal einer Einkaufskiste Platz geboten hätte. Und der Blick in den Motorraum war die Frage auf: Ja, wo ist er denn – der Motor?
Am Nachmittag durfte ich dann Rüedi wieder abholen gehen und als treuer Japaner stellten sich die Aussetzer als eine undichte Stelle im Zündkabel heraus und der Unterboden war auch in Ordnung. Der TÜV bemängelte, dass die “Betriebsbremse: Pedalweg”, was im Klartext hieß, dass die Handbremse relativ hoch angezogen werden mußte und Rüedi hinten leichte Bremsunterschiede hat. Diese Probleme wurde aber auch gleich behoben und schon war er wieder einsatzbereit.
Und ganz klammheimlich, mitten im Beitrag verstecke ich mal die Ankündigung, dass es mal wieder an der Zeit ist, neue Marmelade zu machen. Mir schwebt auch schon wieder was exotisches vor. Sowas in Richtung Erdbeer-Pomelo oder so. Interessenten mal ganz vorsichtig andeuten, dass sie Interesse hätten.
Und letzten Samstag Morgen, ich bin gerade mitten in meiner Klavierstunde, fragt mich meine Klavierlehrerin, ob ich nicht Interesse hätte, bei einem Konzert der Musikschule vorzuspielen. Ich glaube, ich war noch etwas müde, denn ich habe zugesagt. Na mal sehen, auf was ich mich da eingelassen habe…
In wenigen Minuten werde ich mich in mein Auto schwingen und Richtung Dresden fahren, Ostern in Familie ist angesagt. Aber zuvor stehen noch ein Termin bei einem Kollegen in Dresden und endlich mal wieder ein gemeinsames Squashen mit der Squashgruppe an. Allseits frohe Ostern!
2. Advent
Ich habe mal wieder hier einen ganzen Batzen von Stichpunkten, über die ich scheiben will bzw. schon längst schreiben wollte. Also nutze ich diesen äußerst grauen und regnerischen Sonntag mal dazu, alles auf den Punkt zu bringen. Fangen wir mit dem Rückblick auf den 9.12.2006 an. Denn genau vor einem Jahr fand mein Umzug statt. Kaum zu glauben, wie schnell das Jahr vorüber ist. Aber dafür kommt dann irgendwann noch mal gesondert der Jahresrückblick. Mit dem werde ich dann auch keine Probleme haben, denn sämtliche Beiträge von 2007 fanden schon auf diesem Blog statt, während immer noch eine überwältigende Anzahl von Beiträgen auf meinem alten Blog schlummert. Wenn ich zumindest 2 Beiträge pro Tag übernehmen würde, wäre ich in einem halben Jahr fertig…
Vor geraumer Zeit fand ich einen Artikel, in dem die Ausführungen zweier Wissenschaftler beschrieben wurden, die behaupten, durch die Beobachtung des Universums würde sich dessen Lebenszeit verkürzen. Sie begründeten das mit quantenmechanischen Effekten. Sie beschränken sich dabei auf das Beispiel einer Supernova von 1998 und grenzen den Kreis der Beobachter auf die Forscher ein. Bei genauerer Überlegung dürfte das ja auch nicht nur auf Supernovas zutreffen, sondern jeglichen Vorgang im All und die Beobachter wären wir alle. Interessant dabei wäre ja der Gedanke, wie alt das Universum ohne Beobachter werden würde und schon könnte man auch die Frage stellen “Gibt es ein Geräusch, wenn ein Baum im Wald fällt und niemand ist da, um es zu hören?”
Den krönenden Abschluss meines Urlaub gab es letzte Woche, als ich das letzte Mal vor Weihnachten Richtung Heimat fuhr. Freitag kurz nach dem Mittag zu fahren ist natürlich eine ganz blöde Idee und wie zu erwarten war, landete ich bei Zwickau im Stau. Nachdem die Bauarbeiten auf der A72 Ende November fertig sein sollten, kann man nicht erwarten, dass ein Ende der Bauarbeiten gleich dem Freigeben der Strecke ist. Und wenn es dort noch einen Pannen-LKW gibt, ist das Chaos perfekt. Zu allem Überfluss verabschiedete sich dann auch noch mein MD-Player und ich mußte auf Radio umsteigen. So rückte ich 1 Stunde lang gemütlich vorwärts, bis es weiter ging. Es reichte aber allemal, um nach Hause zu kommen, kurz “Hallo!” zu sagen, einen Adventskalender in Empfang zu nehmen und mich dann gleich wieder in die Spur zu einer ehemaligen Kollegin zu begeben. Der Abend ging nicht allzu lang, wir spielten Billard und wir wurden Zeugen meiner kleinen Zauberkunststückchen, die ich gelegentlich ungewollt produziere. Vier Kugeln mit einem Stoß einzulochen und dabei nicht einen einzigen Fehler zu produzieren, kann auch nur mir passieren. Samstag besuchten wir wieder meine Oma und abends besuchte ich dann Claudi und Basti. Auf Wunsch eines einzelnen Herren hatte ich eine Kiste mit ausgewählten Sorten Bamberger Bieres mitgebracht. War ein schöner Abend, wir schwelgten in Erinnerungen (Besuche im Sachs, Verschiebung von DT64 von UKW auf MW). Wir hörten die gleiche Musik und sind demzufolge auch in die gleichen Diskos und Läden gegangen, aber über den Weg liefen wir uns dabei nie. Das kam erst zur kleinen Weihnachtsfeier vom Studium bei mir daheim, es lief “Public energy” von Speedy J und Basti steht in der Türe und meint: “Hör mal Claudi, das ist doch mal Musik!”
Ja, auch der Abend ging vorbei und ich fuhr Sonntag nach dem Mittag wieder heim, es war wieder stürmisch, aber diesmal keine Eimer auf der Autobahn. Montag ging es dann wieder auf Arbeit, kaum zu ertragen, wie munter ich am Montag Morgen war. Im Laufe der Woche relativierte sich das aber wieder sehr schnell. Der Donnerstag Abend war dann aber der Höhepunkt der Frustration, als ich meine Klavierstunde hatte und nur Unfug zusammenspielte. Meine Klavierlehrerin meinte nur, dass dieser Tiefpunkt völlig normal ist. “Sie hatten doch mal gesagt, es kommt irgendwann ein Leistungssprung?” – “Ja, der kommt danach!” Einzige Hilfe für die Wanderung durch das Tal – Durchziehen, bis zum bitteren Ende. Aber schon der Mittwoch war ein rabenschwarzer Tag für die Musik – Karlheinz Stockhausen ist verstorben. Er war einer der Pioniere der elektronischen Musik und wird vielfach von Künstlern als Inspiration für ihre Arbeit genannt. Mitbekommen habe ich es auch erst am Freitag, als die ersten Nachrichten über seinen Tod zu mir durchdrangen. Auch der heise-Newsticker veröffentlichte erst gestern die Nachricht.
Freitag Nachmittag ging es dann auf der Autobahn Richtung Nürnberg, die Strecke war frei, ich hatte Zeit und tuckerte gemütlich dahin, mit dem Frust, dass mein MD-Player im Auto nach wie vor seinen Dienst verweigert. In Nürnberg angekommen, verfuhr ich mich erstmal, aber daran habe ich mich mittlerweile gewöhnt, es ging ja auch nur darum, ein Parkhaus zu finden. Die Innenstadt war dicht, ich brauchte für 500 Meter ungefähr eine halbe Stunde und nahm dabei in Kauf, dass ich ein Stück weiter laufen mußte. Ich drängelte mich einmal quer über den Christkindlesmarkt bis zum Rathaus, rief Alex nochmal zurück und lief dabei hin und her. Auf einmal tönte es hinter mir “Eh Jan, nun lauf doch nicht gleich weg!”. Da stand sie nun also. Wir gingen erstmal in eine kleine mittelalterliche Ecke, ich probierte einen warmen Biertrunk. Pfui Deibel! Doppelbock und dann auch noch warm. Aber irgendwie hatte ich an dem Abend kein glückliches Händchen mit Essen und Getränken. Als wir dann beim Griechen einfielen, war mein Hunger weg, als ich den Teller vor mir stehen sah. Ich stocherte lustlos in meinem Tomatenreis herum, während wir quatschten. Ich probierte von ihr einen Schluck Samos. Mein Wochenbedarf an Kohlehydraten war gedeckt. Wir blieben noch eine Weile, unterhielten uns über Musik (von DJ Jazzy Jeff + the Fresh Prince bis Sven Väth), Theater, Filme (mir war bis zu dem Zeitpunkt nicht klar, dass ich in letzter Zeit vorwiegend französische Filme geschaut hab), aktive Sterbehilfe und Überbevölkerung. Wer mich kennt, weiß ja, dass ich der Meinung bin, dass der Planet im Bereich der Resourcen weit über dem Limit gefahren wird, weil wir (also als Menschheit) einfach zu viele sind. Aber dass ich das mal zu hören bekomme, hätte ich auch nicht geglaubt. Wir zogen dann noch in die Prinzenbar und lümmelten uns gemütlich in die Ledersofa und ließen den Abend ausklingen. Gegen Mitternacht machte ich mich auf den Heimweg, mußte den ganzen Weg über Schluchz- und Schlummermusik im Radio ertragen. Das Maß war voll.
Nachdem ich Freitag nicht zum Einkaufen gekommen bin, mußte ich das am nächsten Vormittag hinter mich bringen. Vorher machte ich mich noch ein wenig wegen Autoradios kundig. Nach dem Einkaufen ging es dann in den lokalen Elektronikhandel und schaute mich ein wenig um. Schließlich überredete ich noch die Verkäuferin, dass ich mal testhalber meinen MP3-Player via USB an das Autoradio andocken will. Alles kein Problem, ging hervorragend. Und damit war es meine und einem Bastelnachmittag stand nichts im Weg. Ich hatte ein wenig zu kämpfen, was die Demontage, sowie Verkabelung und Einbau des neuen Radios betraf, habe aber alles unterbekommen. Bevor ich es endgültig in die Verankerung einrasten ließ, machte ich mehrere Probeläufe und stellte zum Glück fest, dass die Modifikation der Verdrahtung nicht nur einige VW und Opel betrifft, sondern auch meinen Suzuki. Die Heimfahrt zu Weihnachten kann kommen, die Musik sollte mir nicht so schnell ausgehen.
Nachdem ich den Rest des Nachmittags wie ein Zombie durch meine Wohnung stolperte, beschloss ich abends ins Kino zu gehen. Ich hatte gerade noch Glück, denn Persepolis lief noch. Die Geschichte des Films war bewegend. Ein junges Mädchen erlebt die Revolution und den Krieg im Iran mit, wird von ihren Eltern, die politisch anders denkend waren, zur Sicherheit nach Österreich geschickt. Dort ist sie zwar sicher, aber nicht daheim. Sie gehört zu einer kleinen Gruppe von Außenseitern, zu denen sie sich aber auch nicht zugehörig fühlt. Irgendwann verliebt sie sich bis über beide Ohren in einen Schriftsteller, den sie dann inflagranti mit einer anderen erwischt. Es folgt der Absturz, die Obdachlosigkeit und schließlich die Rückkehr in die Heimat. Dort versucht sie sich anzupassen, schafft es aber auch nicht. Obwohl die Geschichte bedrückend ist, da sie die Lebensgeschichte der Autorin Marjane Satrapi erzählt, ist doch voll von kindlich naivem Witz, jungendlicher Rebellion und dem Wunsch nach Freiheit in der Heimat. Die Geschichte, die ursprünglich in 4 Comicbänden erschien, wurde nun das erste Mal animiert. In Anlehnung an das Original – größtenteils schwarz/weiß. Sehr empfehlenswert und dass er aus Frankreich ist, brauch ich an der Stelle nicht mehr zu erwähnen, oder?
Das kleine Schwarze
Ich beginne den Eintrag mal mit einem Zitat, was ich schon vor einiger Zeit zu hören bekam:
Wenn du die Wahl zwischen mir und der Musik hättest, würdest du dich für die Musik entscheiden!
Keine Ahnung, ob das ernst oder ironisch gemeint war, ich glaub, ein bißchen von beidem und nicht von der Hand zu weisen. Nachdem ich heute ein wenig Kleinkram erledigt habe – den Anzug, den ich bei Janines + Thomas’ Hochzeit anhatte, endlich mal in die Reinigung bringen (ja, doch schon so zeitig), Zahnarzttermin ausmachen, Postcrossingkarten schreiben und verschicken, Abwaschberg abtragen, dümpelte ich ein wenig auf dem Sofa vor mich hin, als es klingelte. Eine Stunde zeitiger wie ausgemacht, standen die Spediteure vor meiner Türe, schleppten das Klavier hoch und bauten es auf. Der Rest des Nachmittags / Abends war Geschichte. Na gut, ein bißchen telefonieren nebenbei ging allemal.
Und wenn ich schon das Thema Musik bei der Hand habe – heute stolperte ich über einen Eintrag bei lastbeat.com, der eine neue CD von Burial ankündigte. Burial, da war doch was… Irgendwie lugte dieser Begriff aus meiner Musikwolke heraus und wollte sagen: Denk doch mal an Basic Channel. Und jetzt wieder dieses Wort, diesmal mit Dubstep verknotet. Nachdem ich jetzt lesen mußte, dass es bereits in der de:bug vor einem Jahr einen Artikel darüber gab, war mir klar – Alzheimer und Neugier gehen bei mir Hand in Hand. Jahre später entdeckt man noch neue Sachen, von denen man schon längst wissen sollte. Ich hörte in das gleichnamige Album von 2006 rein und mir verschlug es die Sprache – die Scheibe verdient nicht nur ein *habenwill* sondern ein *habenmuss*.
Urlaub, 2. Tag
… und schon 230 Kilometer hinter mir und keinen Kilometer vorwärts gekommen. Geplant war ja ohnehin alles anders, aber reden wir nicht darüber. Den Mittwoch habe ich fast ausschließlich vorm Computer verbracht, das Wetter war grau und es zog mich aber auch wirklich garnichts nach draußen.
Gestern sah es schon besser aus und so machte ich mich auf den Weg nach Fürth, zum liberalfarbenen Schweden. Mit dem Gedanken einer Wohnzimmerumgestaltung schlage ich mich schon länger herum, aber jetzt wird es Zeit, das Projekt so langsam anzugehen. Ich hatte geplant, meinen minimalen Computertisch auf einen Ecktisch zu vergrößern, damit ich nicht jedes Mal, wenn ich drucken oder scannen will, unter den Tisch kriechen muss. Die alte Schrankwand soll weichen und mehreren Bücherregalen Platz machen, an die sich halbhohe geschlossene Schränke anschließen. Und abschließend die Couch – aus dem alten Eckmodell soll ein 3-3,5-Sitzer werden, optional als Bettcouch. Also hab ich geschaut, geschrieben und gegrübelt und bin mir bis auf die Couch schon so ziemlich sicher, wie es aussehen wird. Das wußte ich zwar schon vorher, aber Farben im Internet sehen und live zu betrachten, ist schon ein kleiner Unterschied. Gekauft habe ich von den Möbeln noch nichts, bin aber trotzdem mit einer großen Tüte von dannen gezogen. Hat schon mal jemand von dem Fall gehört, dass jemand zu IKEA gegangen ist und nichts gekauft hat?
Donnerstag Abend war wie immer, wenn keine Ferien sind – Klavierstunde. Wahnsinn, ich liebe diesen Klang – verglichen mit meiner kleinen Gurke, die bei mir auf dem Couchtisch steht, ein himmelweiter Unterschied. Am meisten Probleme macht mir noch der Anschlag, da mein Keyboard ohne jegliche Anschlagdynamik daherkommt. Wird sich aber alles ändern, denn ich habe die Stunde gestern bereits genutzt, um mir zu merken, wie der Anschlag eines richtigen Klavieres ist. Da E-Pianos den Widerstand der Mechanik simulieren müssen und das nur selten schaffen, wußte ich, dass ich darauf aufpassen muss. Außerdem habe ich bereits an zwei Modellen beim Unterricht gespielt und weiß, welche Ausmaße das annehmen kann. Lange Rede, kurzer Sinn – ich fuhr heute zum Händler meines Vertrauens, probierte an mehreren Modellen, unterhielt mich mit dem Verkäufer, der mir bestätigte, dass ich mit meiner Auswahl das beste Modell der Preiskategorie erwischt habe und schlug zu. Nach einer Vermessungsaktion mußte ich feststellen, dass ich das gute Stück nicht mit meinem Auto transportiert bekomme und deshalb muss ich jetzt noch bis Montag Nachmittag warten, dann wird es geliefert.
Wer jetzt den obligatorischen Wohnungsbericht vermisst – keine Panik, es hat sich in der letzten Zeit überhaupt nichts getan. Es kam heute mal jemand, der das Wasser ab- und wieder aufgedreht hat, sonst blieb es ruhig. Urlaubsstörend ist das überhaupt nicht, da ich ohnehin vor den Handwerkern munter bin (was zugegeben keine Kunst ist, bis 8 Uhr hab ich locker ausgeschlafen).
Wolkentürme
Auweia, ich weiß nicht, was momentan mit mir los ist. Zum einen bin ich völlig unmotiviert, so schlimm habe ich das noch nie erlebt. Ich hatte mich gerade hingesetzt und mal wieder ein paar Postcrossing-Postkarten geschrieben, aber fragt nicht, in was für einem Englisch! Ganz brachiales 1:1-Übersetztes. Als ich dann auf der vierten Postkarte angekommen war, normalisierte sich die Lage halbwegs und ich konnte wieder ein paar klare Sätze formulieren. Und gerade wollte ich mich noch hinsetzen und eine fünfte Karte schreiben, Dinge sagen, die noch gesagt werden sollten und finde noch eine Karte von Hans-Werner Sahm. Dummerweise hört sie noch auf den Titel “Ausweg” – schon ein bißchen daneben.
Trotzdem wollte ich in den Keller gehen, einen Karton hochholen, öffnete dazu eine Schublade in der Schrankwand und fragte mich: Was such ich hier eigentlich? Mein Blick fiel auf die Schere. Ach ja, die Kartons sind noch vom Umzug mit Klebeband gesichert. Und so zerstreut irre ich heute schon den gesamten Tag, nein, die ganze Woche umher. Anfang der Woche kapierte ich, dass Lonis Sommerfest und die Hochzeit von Janine und Thomas auf zwei verschiedene Wochenenden fallen und ich kein Problem gehabt hätte, alles nach Plan durchzuziehen. Die meiste Zeit der Abende der Woche verbrachte ich damit, am Keyboard zu sitzen und die Stücke zu üben. Wenigstens in der Zeit war ich konzentriert und ganz bei der Sache. Trotzdem funktionierte es nicht so, wie ich es mir vorstellte.
Am Donnerstag kam dann der Moment der Wahrheit – es lief im Gegensatz zur Vorwoche doch wesentlich besser, ich verschob den Termin nächsten Donnerstag auf den letzten vor den Sommerferien. Wir unterhielten uns noch eine Weile, was den Kauf eines Klavieres betrifft. Sie riet mir für den Anfang zu einem E-Piano, eine Bekannte von ihr würde jetzt bereits seit 5 Jahren darauf spielen und es wäre immer noch ausreichend. Wichtig wäre nur, dass ich darauf achte, dass der Anschlag nicht zu weich ist. Also fuhr ich heute Mittag zu Thomann in Burgebrach, natürlich nicht ohne mich gründlich zu verfahren – ich war schon fast in Forchheim. Die Auswahl war überwältigend und irrte durch die Reihen der Klaviere. Bei den E-Pianos angekommen, merkte man schnell die preislichen Unterschiede, auch schon am Aussehen. Die ganz billigen kamen im Plastik-Brüllwürfel-Look daher und schreckten schon durch ihre äußere Erscheinung ab. Danach folgte die Mittelklasse mit dem Look eines Möbel-Boss-Schreibtisches und dem angekündigten weichen Anschlag. Tja und dann stand ich davor und dachte “Das isses!” Es heißt Roland (Aber nicht TB 303). Nur momentan hat die Bafög-Rückzahlung höchste Priorität, alles andere muss warten. Aber nur nebenbei – die Frage, wie hoch die Transportkosten sind, habe ich natürlich wieder vergessen gehabt.
Aber es ging diese Woche nicht nur alles daneben, es gab auch positive Momente. Ich freute mich gestern Abend darüber, dass ich Uwe in einer mehrstündigen Skype-Sitzung doch bei seinem CSS-Problem weiterhelfen konnte. Und dann trudelte vorhin bei mir ein Kommentar von der Lagunamuch Community auf meinem Blog ein. Sie bedankten sich, dass ich im Mai-Podcast einen Titel von Riverz End aufgenommen habe. “Es wird immer weiter gehn, Musik als Träger von Ideen…”
Zum Abschluss noch ein Wort zu den Bildern – Blick aus meinem Wohnzimmerfenster, gestern und heute Abend. Die letzten Tage gaben sich ja Sonne, Regen und Wind die Klinke in die Hand, es türmten sich riesige flauschige Wolkenberge auf und entleerten ihre Last. Gerade das Trommeln des Regens auf meinem Schlafzimmerfenster sorgte dafür, dass mich meine Bettdecke heute bis nach halb 11 Uhr nicht freigab. Noch besser wäre ein Morgen zu zweit gewesen, aber man kann nicht alles haben…
Telefonierwochenende II
Heute Morgen viel zu zeitig munter geworden, ich möchte mal wissen, ob ich irgendwann die Ruhe zum Schlafen im Leben finde. Also startete ich nach dem Frühstück mit einem Anruf bei meinen Eltern, ich hatte gestern die Festsetzung zu Steuererklärung bekommen und wollte nun wissen, was aus der “gesonderten Feststellung nach §10a EStG” wird. Denn die Differenz aus dem, was das Steuerprogramm als Rückzahlung ausspuckte und dem tatsächlichen Betrag war genau die gesonderte Feststellung.
Nach einer Stunde Klavierspielen tat mir die linke Hand weh, ich bekomm langsam Krämpfe mit den kleinen Tasten auf dem Keyboard. Als ich am Donnerstag beim Klavierunterricht war und meine Klavierlehrerin “Tiefer, tiefer!” rief und meine Finger auf den Tasten meinte, blieb mir nichts anderes übrig, als zu antworten “Das geht so nicht, denn dann verklemm ich mich zwischen zwei schwarzen Tasten.” *plöng* – ein Finger bewegt, drei Tasten gedrückt. Also bleibt mir bei Keyboards nichts anderes übrig, als im vorderen Bereich zu bleiben und das schmerzt mit der Zeit.
Danach kam der Kampf gegen den Papiertiger – endlose Stapel von Rechnungen und Mitteilungen wollten abgeheftet werden, mittlerweile seit Mitte April herumliegend. Dann noch schnell Hausordnung gemacht, was auch belohnt wurde – der Hausmeister brachte mir frisch gepflückte Kirschen vom Kirschbaum hinterm Haus.
Danach ging der Telefoniermarathon los. Ich schloss mich mit Marlis und Alex bzw. Claudia und René zur Telefonkonferenz zusammen und quatschten und entdeckten die Wunder der Smileykommunikation. Man kann ganze Geschichten damit erzählen. Zwischendurch klingelte dann noch mein reales Telefon – eine Stuttgarter Nummer? Nach 3 Stunden Skype hängte ich noch eine Stunde mit Anja dran und damit sollte es genug sein für dieses Wochenende. Es folgte zum Abschluss noch Hühnerbrust mit Senfkruste im Tomaten-Zwiebelbett, wirklich extrem lecker. Apropos Bett, ich bin müde…
Auftakt zum Wochenende
Hier weht momentan ein frischer Wind. Aber nicht nur draußen, sondern auch in meinem Kopf. Ich habe die letzten Tage und Wochen mal etwas ausgemistet. Im Resultat wurden zwei Konten aufgelöst und eine Zeitschrift gekündigt. Ich kann das ganze Papiergetöse nicht mehr ertragen. Jeden Monat stapeln sich hier die Zeitschriften und Mitteilungen – die lesen sich nicht von allein, geschweige denn, dass sie sich wegräumen würden.
Ansonsten ging ich endlich mal die ausstehenden Releasetexte an, die habe ich viel zu lange vor mir hergeschoben. Der Reinfall kam dann gleich Anfang der Woche, wo ich auf meine Idee die Antwort bekam:
Ich würde den Titel des Albums und die Songtitel nicht so thematisieren. Da sollte jeder der es hört sein eigenes Bild haben. Was es an sich bedeutet ist eh nur schwer zu sagen. Meistens bedeutet es gar nichts und alles.
Grandios – ich mag Musiker, die mit Herz und Verstand bei der Sache sind und ihre Tracks gefühllos in die Welt hinauskatapultieren. Von dem Dämpfer mußte ich mich erstmal erholen. Es hat mich ein klein wenig Überwindung gekostet, das nächste Projekt anzugehen. Aber von Ronny aka Das Kraftfuttermischwerk kam das genaue Gegenteil, jede Menge Ideen, Gedanken und Emotionen, die bei der Erstellung der Tracks mit am Werke waren. Außerdem liest sich sein Blog auch interessant, sodass ich ihn gleich mit in meine Blogroll aufgenommen habe.
Aber auch sonst hat sich viel in Sachen Musik getan. Ich folgte der Bitte, doch mal einen Podcast zu machen, der etwas in die trancige Richtung geht. Ich hatte so meine Vorurteile, was diesen Stil anbelangt, ließ es aber auf einen Versuch ankommen. Ich konnte mich früher sehr für diese Musik begeistern, doch als Trance massenkompatibel wurde und mittelmäßig talentierte Leute den Status von Stars erreichten, war die Musik für mich tabu. Bis Mitte dieser Woche, wo ich ein Netlabel entdeckte, das von Chill über Goa bis hin zu raueren Tönen das gesamte Spektrum des Trance abdeckt und dabei meinen ziemlich hohen Ansprüchen gerecht wurde. Nach zwei Releases hatte ich den kompletten Backstock auf meiner Platte und seit gestern den August-Podcast. Das Zeug ist aber auch wirklich verdammt gut.
Donnerstag folgte nach wochenlanger Pause endlich mal wieder eine Klavierstunde. Ich hatte mich mit meiner Lehrerin geeinigt, dass wir die Stunde auf 18 Uhr verschieben, dann brauch ich nicht so herumzuhetzen. Kurz vor fünf zogen plötzlich dunkle Wolken auf und es begann zu schütten, wie aus Kannen. Was für ein Glück, dass ich losmußte. Als ich beim Auto ankam, hörte es bereits auf und die Sonne kam wieder zum Vorschein. Ich bedauerte es, keinen Fotoapparat mitgenommen zu haben, denn die Straßen dampften, es war wie durch eine Nebelwand zu fahren. Ich war ein paar Minuten zu zeitig da und lief noch eine kleine Runde durch die Ortschaft. Es war unerträglich – ich erinnerte mich an Kew Gardens, den botanischen Garten Londons, wo wir bei 25°C und 100% Luftfeuchte klatschnass wieder aus dem Treibhaus herauskamen. Und so war beim Spielen einfach nichts hinzubekommen, meine Finger versagten einfach ihren Dienst.
Mal sehen, was das Wochenende noch so bereithält. Ich hatte geplant, heute Abend ins Kino zu gehen, vielleicht noch etwas zu telefonieren. Den Auftakt zum Telefonierwochenende gab es schon gestern, als ich mit den Eltern redete, mir die neusten Geschichten und Katastrophen von daheim anhörte und heute Morgen folgte die Fortsetzung als ich ein Stündchen mit Loni quatschte.
Freitag, der Heizende
Diese Woche startete ziemlich hektisch. Es gab jede Menge auf Arbeit zu tun und nach der Arbeit ging es nahtlos weiter. Da ich letzte Woche das Üben etwas schleifen ließ, mußte ich diese Woche das Versäumte nachholen. Gestern Nachmittag saß ich dann wieder vor dem Klavier und hatte die üblichen Probleme mit Anschlag und Tastenbreite. Also einigten wir uns kurzerhand darauf, dass wir doch mal zum Keyboard wechseln, das dort stand und dann gab es was zu staunen – ich hatte die Stücke auf einmal im Griff. Mittlerweile komm ich mir auch nicht mehr so blöd vor, denn das eine oder andere Stück spielen wir zusammen oder sie singt dazu. Lockert die Stimmung ungemein auf. Die nachfolgende Schülerin wurde mittendrin von ihrer Mutti schon etwas zeitiger abgeliefert und malte inzwischen mit ein paar Stiften und sang dann auch noch mit. Naja, es sind doch noch einige Kinderlieder dabei.
Diesmal hatte ich es auch etwas zeitiger zum Unterricht geschafft und kam nicht auf den letzten Drücker an. Also schlenderte ich noch etwas die Straße entlang, wollte gerade die Straßenseite wechseln, als ein Auto vorüberfuhr und hupte. Aus dem Fenster blickte eine hübsche junge Dame, die mich anlächelte und mir zuwinkte. Garantiert verwechselt, in einem kleinen Nest 20km außerhalb von Bamberg kenn ich niemanden, erst recht nicht mit Forchheimer Kennzeichen. Garantiert verwechselt – denn letztens rief mir eine Kollegin auf dem Gang zu “Halt! Zu dir wollte ich gerade!” Ein paar Schritte näher erkannte sie mich und meinte “Ach nee, dich meinte ich nicht.” Schon blöd, wenn man einen Kollegen hat, der in Körpergröße, Status, Frisur und Brille mir doch ziemlich ähnlich sieht.
Und damit hatte ich gestern Abend erstmal eine Ruhepause eingelegt. Ich machte die Steuererklärung versandfertig und der Rest des Abends gehörte mir und dem “Herrn der Ringe”. Heute schaffte ich dann die Steuererklärung zur Post und holte noch meine neue Plattenlieferung ab. Und heute Abend traf mich der Schlag – nicht nur, dass die Platte unglaublich gut ist, sondern ich entdeckte auch, dass Tori Amos mit “American Doll Posse” ein neues Album abgeliefert hat. 23 Titel – was für eine gute Zahl. Alle mal schön: Das Video zu Almost Rosey. Ich trieb den Gedanken noch auf die Spitze, indem ich nach Noten suchte. Auch da wurde ich fündig. Das landete alles ziemlich zügig auf meiner Wunschliste. Ach übrigens – Amazon hat seine Tiefstpreisgarantie von DVDs auch auf Musik ausgeweitet.
Tag 2: 42, Wiedererwachen
Gestern ins Bett gegangen, noch lange gelesen und schließlich eingeschlafen. An diesem Morgen schon wieder sehr zeitig munter geworden, ein gutes Zeichen. Noch ein bißchen vor mich hingedöst und anschließend aufgestanden und gefrühstückt. Ich konnte und wollte nicht länger in den vier Wänden bleiben und zog mich an, um einen kleinen Spaziergang zu machen. Da ich gestern noch fünf neue Adressen vom Postcrossing-Projekt abgerufen hatte, führte mich mein Weg zur Post (wo ich nicht fündig wurde) und anschließend zurück nach Hause.
Es war schon gegen Mittag, die Sonne schien fast senkrecht auf mich herab und es war angenehm warm, fast ein wenig zu warm. Ich lief zwischen den Häusern lang, kein Lüftchen rührte sich und es war still. Richtig still, als hätte man Kopfhörer auf und den Soundtrack der Stille so laut gedreht, dass kein Geräusch mehr an die Ohren dringt. Für einen Moment kam ich mir wie dem in den letzten Tagen oft erwähnten Roman “42″ von Thomas Lehr vor. Ohne zu viel von der Handlung aufzudecken, erinnert es mich an drei Geschichten: “Das letzte Gefecht” von Stephen King, “Malevil” von Robert Merle und “Und täglich grüßt das Murmeltier”. Eine Handvoll Menschen “überleben” am Teilchenbeschleuniger des CERN das Einfrieren der Zeit, während alles andere still steht. In dieser Welt sind sie gleichzeitig Götter, denn sie können sich nahezu jeden Wunsch erfüllen (z.B. im Museum ein Schmuckstück mitgehen lassen), aber auch Opfer, denn jede Verletzung könnte wegen fehlender medizinischer Möglichkeiten tödlich enden. Noch 100 Seiten, die Spannung wird langsam unerträglich…
Der Riesenabwasch, der sich die letzten Tage angesammelt hatte, konnte mit der langsam wiederkehrenden Kraft beseitigt werden und nebenbei sprang noch ein Tomatensalat und als Kompott ein paar klein geschnittene Erdbeeren heraus. Letztendlich übte ich noch ein wenig, schließlich wollen alle 164 Stücke meines Übungsbuches mal gespielt werden. Die Schwierigkeit steigt langsam, ich bin bei Nr. 30. Laut meiner Klavierlehrerin brauchen ihre anderen Schüler für die Hälfte des Buches ungefähr ein Jahr, mal sehen, wo ich lande.
Tanz zwischen den Pollen
Gerade schwebte ich noch durch mein Wohnzimmer – der neue Podcast ist endlich in seiner Rohfassung fertig, auf einen Rohling gebannt und treibt jetzt sein Unwesen in meinem CD-Player. Überhaupt stand der ganze Abend im Zeichen der Musik. Ich setzte mich nach dem Essen erstmal hin und klimperte wieder. Faszinierend – für die Zeit des Übens werden mein Keyboard, das Notenbuch und ich eins und dabei sollte mich auch niemand stören bzw. ob ich es überhaupt mitbekommen würde, steht auf einem anderen Blatt. Meistens bleibe ich an einer Passage hängen und dann kenne ich nichts, die wird solange geübt, bis sie sitzt. Wie bei allem ist es erstmal die Überwindung sich hinzusetzen, danach läuft es von allein.
Als ich heute nach Hause kam, wartete jede Menge Post auf mich. Die de:bug verlängert mein Abo, sehr wohl, das sollen / müssen / dürfen sie auch, wobei ich überlege, das Abo der NEON einzustellen. Nachdem in der aktuellen Ausgabe ein Plädoyer für die Unentschlossenheit als positives Kennzeichen, offen allen Möglichkeiten gegenüber zu stehen, gehalten wurde, bröckelte auch das letzte bißchen des guten Willens. Was ist denn das für ein Unsinn? Ist Stalking demnächst auch nur eine nette Art zu sagen: “Ich denk’ an dich”?
Neben jeder Menge weiterer Infopost auch endlich der Beweis für mich, dass sich das Thema Versicherung geklärt hat. Und eine bunte Karte von Kaisu aus der Schweiz lag dazwischen. Postcrossing unaufgefordert. Alle meine Fragen wurden beantwortet und ich werde mich demnächst mal ransetzen und mal wieder was zurückschreiben. Überhaupt ist erstmal wieder eine neue Ladung Karten fällig.
Euch allen ein sonniges Wochenende!
