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Gefährliches Halbwissen

Category: Kochen und Backen

Grünzeug

borkeEndlich mal wieder ein Wochenende, wo ich nichts vorhatte bzw. auch nicht krank war. So etwas muss schamlos ausgenutzt werden! Also stand ich gleich mal Samstag früh etwas unfreiwillig kurz nach 7 Uhr auf, frühstückte in aller Ruhe und ging zum Klavierunterricht. Danach ging es noch in den Baumarkt, denn etwas stört mich schon seit längerem – die halb vertrocknete Krüppelpalme, die ich nun seit weit über 10 Jahren hatte und die mittlerweile mehr Äste als Blätter hatte. Sie mußte einer Goldblattpalme weichen. Ich habe mich gerade mal über die Palme kundig gemacht – einerseits soll sie sehr genügsam sein, andererseits braucht sie viel und wenn möglich kalkarmes Wasser. Ja was denn nun?

herbstlaubEigentlich wollte ich am Samstag mit einem Kollegen auf Fototour gehen, aber das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnungs, also verschoben wir den Versuch auf Sonntag und gingen statt dessen abends auf eine Pizza und ein paar Guinness weg. Das Gute an Irish Pubs ist immer noch die Live-Musik, aber das Schlechte an Irish Pubs in Bamberg ist auch die Live-Musik. Da sich doch einige der hier stationierten Amerikaner aufhalten, ist die Quote der Countrystücke doch einen Tick zu hoch. Aber nach ein paar Guinness singt man von “Sweet home Alabama” bis “Knocking on heaven’s door” alles mit.

Nachdem ich heute Morgen einen Blick nach oben warf und mich ein strahlend blauer Himmel anstrahlte, stand für mich fest, dass die Fotosession heute statt findet. Ich begann den Tag mit mehreren Aktionen, die ich schon seit längerem vor mir herschiebe (z.B. Bügeln) und dann ging es raus in die Natur. Ein paar der Ergebnisse gibt es hier zu sehen. Unterwegs diskutierten wir Objektive, Speicherformate (Wie kann man denn nur was anderes wie RAW nehmen?) und Speicherkarten. Und mit einem Generalhähnchen schloss ich den Tag dann ab.

Die Grippe: Eine Tragödie in mehreren Teilen

schaschlikErst mal ein kleiner Nachtrag zu letztem Wochenende… Nachdem ich schon wieder vergessen hatte, dass mein Essen 24 Stunden marinieren mußte, bereitete ich am Sonntag Nachmittag die Schaschlikspieße vor und legte sie in den Kühlschrank. Dort mußten sie bis Montag auf mich warten und dann ging die Zubereitung relativ simpel von der Hand, nur dass ich die Spieße nicht habe 2 Stunden schmoren lassen. Eine halbe Stunde bei mittlerer Hitze hat da schon völlig ausgereicht.

Am Dienstag fing dann das Trauerspiel an, als ich von ziemlich heftigen Kopfschmerzen gezwungen wurde, schon nach dem Mittag heimzugehen. Normalerweise stecke ich das locker bis in die Abendstunden weg, aber an dem Tag war es schlimmer wie normal. Mittwoch stand ich dann wieder ganz normal auf der Matte, aber gegen Abend machte sich dann langsam ein Husten breit und ich fühlte mich schlapp. Donnerstag früh ging es auch nicht wesentlich besser, ich machte auch noch den tödlichen Fehler, das Fieberthermometer rauszuholen. Die Anzeige gab mir Gewissheit, warum ich es mir so dreckig ging. Bis Mittag hatte ich das, was ich noch auf Arbeit erledigen wollte, hinter mich gebracht und ging dann wieder heim. Die Couch war den ganzen Abend mein Freund, ich kuschelte mich in meine Decke und fror trotzdem.

Freitag früh kam dann der Besuch beim Arzt, der eine Grippe diagnostizierte und mich erstmal für ein paar Tage aus dem Verkehr zog. Freitag und Samstag passierte dann überhaupt nichts weiter. Ich fieberte vor mich hin, verputzte reihenweise Schmerztabletten, trank literweise Tee, hustete, schnupfte und krächzte. Samstag verabschiedete sich dann meine Stimme entgültig. Sonntag war dann der erste Tag, wo ich den Weg vom Bett zur Couch ohne Schmerztabletten geschafft hab, auch Husten und Schnupfen gingen langsam zurück. Dafür nahm es der Kreislauf nicht so ganz genau, mir wurde regelmäßig beim Aufstehen schwindelig. Dass es Kaffee gegeben hatte, spielte dabei keine Rolle. Heute ist es eigentlich unverändert zu gestern, mal abgesehen dass die rebellische Abteilung heute nicht der Kreislauf, sondern die Verdauung ist. Mal sehen, wer sich morgen und übermorgen noch alles zu Wort meldet!

kassettendeckGarnicht so recht zur Beachtung kamen bis jetzt zwei Dinge. Das wäre zum einen das Kassettendeck, was natürlich ungünstigerweise auch noch am Freitag eintraf. Gestern veranstaltete ich schon mal einen ersten Probelauf und reinigte mal die Tonköpfe. Für sein gehobenes Alter leisten sie noch gute Dienste. Aber was haben wir denn hier überhaupt? Ein Philips Kassettendeck N2533, Baujahr 1979, hergestellt in Österreich. Wie schon das Design erkennen läßt, ist hier neumodischer Schnickschnack noch nicht erfunden worden. Hier schaltet der Nutzer noch selbst zwischen Eisen und Chrom um bzw. pegelt die Lautstärke und die Balance für die Aufnahme ein. Natürlich konnte ich mir gestern nicht verkneifen, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Eine große Leiterplatte am Boden des Gerät mit einer sehr übersichtlichen Anzahl an Widerständen und Kondensatoren. An manchen Stellen sieht es fast aus, als wäre hier noch mit Hand gelötet worden.

wahlzettel2008

Bereits am Donnerstag lag mein Wahlschein im Briefkasten. Der Wahlzettel hat ein etwas größeres Format wie A2. Und jetzt habe ich die Qual der Wahl, wie ich meine 44 Stimmen auf dem Blatt verteilen darf. Hauptsache, ich verzähle mich beim Verteilen der Stimmen auf dem Blatt nicht. Das ist alles, was bei mir am heutigen Abend noch auf dem Programm steht. Allzu gemütlich finde ich den Platz am Rechner immer noch nicht.

PS: Gerade gefunden – Angesichts des riesigen Wahlzettels und der vielen Kästchen empfiehlt es sich mal einen Blick auf diese Broschüre zu werfen.

Wochenend und Sonnenschein

Die vergangene Woche hatte mich mal wieder richtig gern. Hatte ich meinen Frostschutz aufs Auto gelegt, gefror es nicht und umgekehrt. Gegen Ende der Woche verabschiedete sich dann noch mein Eiskratzer, den ich freitags durch einen neuen ersetzte. Wenigstens hatte es sich gelohnt, denn Samstag Vormittag konnte er gleich zum Einsatz kommen.

regensburg 20080209Das Wetter versprach nur das Beste und es war mal wieder Zeit für einen kleinen Ausflug. Ich packte das Nötigste zum Fotografieren ein, schnappte mir noch meinen Autoatlas und schon ging es von Oberfranken in die Oberpfalz. Mein letztes Besuch in Regensburg war nun mittlerweile fast 13 Jahre her und es wurde mal wieder höchste Zeit. Ich hatte noch vage Erinnerungen, wie es aussah, aber ich konnte jetzt nicht sagen, ob sich viel geändert hat. Zumindest mußte die ein oder andere Straße einer Fußgängerzone weichen und das Einkaufszentrum am Bahnhof war komplett neu. Die Stadt hatte mir schon Mitte der Neunziger Jahre gefallen und gestern konnte ich meine Erinnerung von damals bestätigen. So lief ich von Mittag bis Abend durch die kleinen Gassen, stellte etliche Buchläden auf der Suche nach einem Kalender auf den Kopf. Als die Sonne unterging verließ ich Regensburg mit schönen neuen Erinnerungen, einem Kalender und Nick Hornbys neustem Roman “Slam”.

Nicht dass ich noch einen Kalender zuhause gebrauchen könnte, aber auf Arbeit fehlt mir einer, nachdem ich diese Woche mich mehrfach im Datum geirrt hatte, mußte ich unbedingt Abhilfe schaffen. Und Wandkalender waren keine mehr im Haus zu haben. Dafür wird ab morgen der c’t-Kalender mich vor weiteren Zeitsprüngen schützen. Aber nur bis Dienstag, denn dann ziehe ich um bzw. so gut wie alle ziehen um. Mal sehen, wie sich die unmittelbare Nähe zur Kaffeekanne auf meinen Kaffeekonsum auswirkt.

haehnchenragout banane kokosHeute war ich von einer bemerkenswerten Energie zum Aufräumen gepackt, sodass ich mir den Kistenstapel mit den ganzen Fraktalkalendern schnappte und diese zerlegte. Die Blätter werde ich mir aber aufheben, vielleicht kommt mir noch eine ausgefallene Idee, wie ich sie verwenden könnte. Nebenbei sorgte ich noch für den finalen Feinschliff für den Februarpodcast, der als nächstes online geht. Und zum Abschluss des Tages gab es noch die Antwort auf die Frage – wie schmecken Hähnchen, Porree, Bananen und Kokos zusammen in einem Gericht? Na lecker!

The geek shall inherit the earth

Die Woche fing doch so gut an und mußte irgendwie völlig verworren enden. Montag lief alles prima. Urlaubsantrag abgegeben, genehmigt bekommen und mit dem Chef gleich noch ein bißchen über Norwegen unterhalten.

lofotenbuch1Dienstag bin ich das erste Mal wieder schwimmen gewesen. Das Hallenbad ist zwar nicht optimal für Schwimmer, aber es geht. Natürlich wurde ich etwas entsetzt angesehen, als ich mich mit spielerischer Leichtigkeit an den Schalter begab und eine Stunde Schwimmen verlangte. Ein etwas irritierter Blick folgte mit dem Fingerzeig in Richtung Wand: “Dort ist der Automat”. 1,80 Euro für 2 Stunden? Das sind ja Schnäppchenpreise. Natürlich teilt man sich das Becken mit der Ü50-Wasserturngruppe, die ihre gichtigen und massiven Keulen ohne Rücksicht auf Verluste durchs Wasser schwingen. Aber das bin ich gewöhnt. Kritischer war da nur das Wenden in der Uferzone, wo das Becken nur noch 90 cm tief ist. Das Wenden von 1,85m auf 90 cm führt zu wunderbaren Schürfwunden im Kniebereich. Aber Dienstag ist auch was Gutes passiert. Mein erstes Lofotenbuch ist da und sobald ich mich meinem derzeitigen Buch fertig bin, werde ich mich schon mal kundig machen.

Mittwoch hatte sich dann die Technik gegen mich verschworen und ich kam Mittwoch garnicht erst nach Hause. Es war bereits Donnerstag, wo ich wieder heim kam. Es muss so gegen halb 2 Uhr gewesen sein, wo ich ins Bett gefallen bin. Meine Illusion, ein wenig länger zu schlafen, wurde mir dadurch genommen, dass daheim ein Zettel an der Tür hing, der mir verriet, dass am nächsten Morgen 7 Uhr der Schornsteinfeger vor der Tür steht, der sich um meine Gasanlage kümmern soll. Zu doof, dass die bereits im Herbst ausgebaut wurde, das mußte der gute Mann dann auch feststellen. Ich stand den ganzen Tag neben mir und bekam auch noch zu hören, dass man mir das anmerkt, dass es gestern länger ging. Ich wäre garnicht so, wie man mich sonst kennen würde.

Den Schlaf holte ich in der Nacht zum Freitag wieder nach und das Wochenende konnte Freitag Nachmittag beginnen. Viel ging trotzdem nicht mehr, also lümmelte ich mich vor den Fernseher. Das Ende der LOTR-Trilogie wartete auf mich. Samstag Vormittag war dann der geeignete Zeitpunkt, die Rechnung für den Radiowecker rauszusuchen und mal auf Garantie zu pochen. Ich habe alles gefunden, nur nicht den Kassenzettel. Meine Laune war nicht gerade berauschend. Ich schaute mich nach einem passenden Ersatz um, aber Wecker mit CDs waren gerade garnicht zu haben. Da ich ja die alte Anlage meiner Oma im Schlafzimmer habe, entschloss ich mich zur preiswerten Alternative – einer Zeitschaltuhr. Zuhause stellte ich dann fest, dass ich ein defektes Exemplar erwischt hatte. Ich brauchte also was Positives. Also hörte ich mal in “Soundso” von den Helden rein. War nicht gerade überzeugt, bis ich zu Titel 7 gelangte. Da sprach mir jemand aus dem Herzen. Da ich meinen USB-Stick auch noch daheim vergessen hatte, war ich froh, von meiner neu gewonnenen Hymne nach Hause getragen zu werden.

Nach dem ganzen Geraffel half nur noch eine schwere Ladung Humor, also beschloss ich ins Kino zu “Darjeeling Limited” zu gehen. Die Handlung kurz im Überblick: Drei Brüder, die sich nach dem Tod ihres Vater nicht mehr gesprochen haben, begeben sich auf eine spirituelle Reise (offizielle Version) nach Indien. Später stellt sich heraus, dass daraus zusätzlich noch ein Überraschungsbesuch bei ihrer Mutter werden soll, die dort in einem Kloster arbeitet. Der Film ist schon witzig, auch wenn die Handlung doch sehr vorhersehbar ist. Anfangs verstehen sie sich nicht, der Konflikt spitzt sich zu und am Ende haben sich alle lieb. Aber dafür sind die Einblicke ins indische Leben sehr interessant, ich würde sogar sagen, realistisch. Interessant auch der Vorfilm, der mehr oder weniger zum Film gehört, denn er berichtet von einem der Brüder, der seine Ex-Freundin wieder trifft, die ihn offensichtlich immer wieder ausfindig macht (auch wenn das sehr geplant aussah). Naja und als ich das Kino verließ – wer stand am Eingang und wartete auf den Einlass zur Spätvorstellung des Films? Mh…

PutenrouladenNachdem ich gestern auch das Abwaschmonster in der Küche bekämpfte, konnte ich heute problemlos wieder ein Neues beschwören. Und dabei habe ich noch die Version abgeschwächte Form der Putenrouladen mit Camembert-Pilz-Füllung gemacht. Ich verzichtete auf den Gratin als Beilage und gab statt dessen etwas Sahne in die Soße und dickte sie an. Schon passten auch prima Nudeln dazu.

Heute stellte ich fest, dass mittlerweile Nachfragen nach dem Blog von Portishead bei mir landen. Also liebe Freunde von Portishead. Zum Blog von Portishead geht es über MySpace oder ihre Homepage. Da die beiden nicht synchron gehalten werden, empfiehlt es sich beide zu lesen. Unter anderem erfährt man dort, dass auf der Webseite von Portishead der Verkauf ihrer Konzertkarten am 23. Januar beginnt. Welch denkwürdiges Datum…

Alles Banane?

banane mango marmeladeJa irgendwie sollte es gestern ein Obstsalat werden – Birne, Mango, Banane. Aber die Birne erwies sich bei einem ersten Drucktest als zu weich für einen Obstsalat, also langweilten sich Mango und Banane in der Schüssel, bis mir die Muse zuflüsterte: Bananenmarmelade!

Also führte mich mein nächster Weg zum Supermarkt, wo ich den Rest für folgende Zutatenliste erstand:

  • 7 Bananen
  • 1 Mango
  • 3 Zitronen
  • 500g Gelierzucker 3:1

Die Bananen und die Mango schnitt ich in kleine Stücke, presste die Zitronen aus und dann verwandelte ich alles mit dem Pürierstab in einen Brei und rührte dann noch den Gelierzucker darunter. Während ich den Brei zum Kochen brachte, spülte ich inzwischen die Gläser mit heißem Wasser aus und nachdem die Marmelade 4 Minuten lang vor sich hingeblubbert hat, füllte ich sie in die Gläser um, Deckel drauf, stürzen und abkühlen lassen.

Heute Morgen dann der erste Test: Die Farbe ist ähnlich dem von Apfelmus, von der Konsistenz her sehr cremig und der Geschmack unglaublich bananig.

Der Anfang vom Ende (meines Urlaubs)

postcrossing40Die Postcrossingmaschine arbeitet langsam, aber sie arbeitet. Nachdem ich letztens die Info bekam, dass eine meiner Karten angekommen wäre, trudelte letzte Woche eine Karte aus Japan bei mir ein, von einer Australierin, die jetzt in Japan unterrichtet. Eines meiner Lieblingsmotive – “Buddha bestellt 5 Pils”. Oder wie mein Lieblingsprovider für Nerdware so schön auf einem T-Shirt schreibt “Jesus saves. Buddha does incremental backups.” Trotzdem stehen immer noch zwei Karten aus, bereits seit 50 Tagen unterwegs sind. Aber ich glaube nicht, dass eine Karte nach Finnland so lange benötigt.

Freitag Abend ging es dann mit Kollegen auf die Kartbahn in Weihenzell. Ich glaube es gibt günstigere Wege dorthin, als zwischen 17 und 18 Uhr durch Nürnberg zu fahren und dann durch die Pampa zu zuckeln, aber das Navi war der Meinung, der Weg wäre der Beste. Und so waren wir auch mal locker zwei Stunden unterwegs. Zu Beginn gab es eine kleine Einweisung für Erstfahrer und Erkenntnisresistente, was das Kart und das Verhalten auf der Bahn betrifft. Dann nochmal für alle die Flaggen, Signalzeichen und der Ablauf des Rennens.

kartfahren

Schon im Vorfeld wurden Teams zu jeweils drei Fahrern ausgelost. Dann begann das Qualifying. Jedes Teammitglied durfte 8 Minuten fahren und die schnellste Zeit des Teams wurde für die Startaufstellung gewertet. Die erste Runde fuhr ich noch sehr vorsichtig, da mir der Hallenboden sehr suspekt war. Aber schon nach 2., 3. Runde hatte ich den Dreh raus, wieviel Gas ich geben konnte, ohne Bekanntschaft mit dem Reifenstapel zu machen. Unser Team landete ziemlich weit hinten in der Startaufstellung, aber wir hatten das Glück, dass unser schnellster Fahrer das letzte Qualifying gefahren ist und damit gleichzeitig erster Fahrer im Rennen war. Relativ schnell arbeitete er sich auf den zweiten Platz vor und dann passierte das Unfassbare: Der Führende (mein ehemaliger Entwicklungschef) kassierte die blaue Flagge, dass er den zweiten überholen lassen soll. Beim Fahrerwechsel stieg er dann wüst schimpfend aus.

vollmondfunkelnAls ich einstieg, lag unser Team mit zwei Runden Vorsprung in Führung. Die haben wir auch bitter nötig gehabt, denn ich fuhr zwar schon schnell, aber noch lange nicht am Limit. Zumindest rettete ich den ersten Platz bis fast zum nächsten Fahrerwechsel und wurde dann einkassiert. Für das erste Mal im Kart sitzen und dann gleich zum Spitzenfahrer mutieren – keine Chance. Also übergab ich unser Kart mit einem guten zweiten Platz an unseren letzten Fahrer, der auch das erste Mal fuhr. Zum Ende des Rennens waren wir dann Vorletzte. Aber auf die Platzierung kam es mir ja auch nicht an, der Spaß am Rumheizen zählte. Nach der Siegerehrung und der Aufzählung, welches Team wieviele Strafen kassierte, ging es dann zu einem leckeren Chili über und machten uns dann später auf den Heimweg. Auf der Heimfahrt wurden dann die Handys herumgereicht und bei irgendwelchen Leuten angerufen, um sie so lange wie möglich mit der Nummer “Ich hab hier ein Handy gefunden, wem gehört das denn?” in der Leitung zu halten. Einer telefonierte und die anderen haben sich kaputt gelacht. Als ich dann wieder zuhause funkelte es verdächtig in meiner Wohnung. Es war Vollmond und die feinen Eiskristalle auf dem Dachfenster sorgten für ein glitzerndes Licht.

putencurry mit erdnussreis

Am Samstag ging es dann abends wieder mit Kollegen weg – Cocktails trinken. Ich wurde auf den neuesten Stand auf Arbeit gebracht und wir landeten bei den üblichen Themen: Softwareentwicklung, Lebensdauer von Software usw. Zum Absacker gab es dann noch bei Livemusik ein Guinness und bevor ich nach Hause fuhr, durfte ich zum zweiten Mal an diesem Abend mein Auto freikratzen. Da ich am Samstag eine ganze Menge Zugluft abbekam, hatte ich (wie nicht anders zu erwarten) am Sonntag Kopfschmerzen. Ließ aber im Laufe des Abends nach, ich quatschte noch ein bißchen mit Jenny, die sich “einfach so” meldete. Aber “einfach so” ist bei mir nicht, sie muss gewußt haben, dass ich was ausbrüte. Ich hatte ja noch vor, mir am Sonntag ein Putencurry mit Erdnussreis zu machen, verschob es aber wegen der Kopfschmerzen auf Montag. Montag fuhr ich auch noch ein bißchen herum und hab jetzt fast alle Weihnachtsgeschenke zusammen. Weihnachten kann kommen! Heute beging ich wieder den tödlichen Fehler, den Buchladen zu betreten und dass nachdem ich noch am Morgen Bücherrezensionen gelesen hatte. Das Ergebnis: “No future” von James P. Othmer. Ein teils autobiographisches Buch über einen Futurologen, der allen verspricht, was sie hören wollen, bis er sich eines Tages entschließt, die Wahrheit zu sagen.

Wallfahrtssonntag

joghurt schnitzelGestern nutzte ich den Tag, um ein bißchen zu entspannen, viel Musik zu hören, die ich für den Podcast heruntergeladen hatte, aber nicht dazu gekommen bin, sie zu hören. Außerdem hatte ich die “20 years of electronic avantgarde” von Deine Lakeien von einem Kollegen bekommen. Interessante Interpretationen die sie da herausgearbeitet haben, da die CD in Zusammenarbeit mit den Frankfurter Philharmonikern entstanden ist. War aber trotzdem nicht ganz mein Geschmack.

Am Abend durfte ich mein Küche wieder in ein Schlachtfeld verwandeln, diesmal stand ein Joghurtschnitzel auf dem Programm. Da uns diese Nacht wieder eine Stunde geschenkt wurde, ging ich erst relativ spät ins Bett und las noch etwas. Mit jeder Seite, die ich mich durch “Extrem laut und unglaublich nah” schmökere, gefällt mir das Buch besser. Außerdem leidet momentan mein Bücherstapel von Büchern, die ich noch zu lesen habe, unter unglaublichem Schwund, also wurde diese Woche wieder kräftig aufgestockt. Mal sehen, was mich da so in nächster Zeit erwartet.

Nachdem sich heute Morgen der Nebel zu lichten begann, beschloss ich einen kleinen Ausflug zu machen und da in Bad Staffelstein verkaufsoffener Sonntag war, konnte ich den Buchladen, der mich mit neuem Material eingedeckt hat, persönlich in Augenschein zu nehmen. Wir quatschten noch ein wenig und dann machte ich mich auf den Weg nach Vierzehnheiligen, einer Wallfahrtskirche. Und genauso ging es dort auch zu – die Touristen gingen den Berg hoch und wurden gleich neben der Kirche mit einer Reihe von Ständen konfrontiert – “Linke Reihe, jeder nur ein Kreuz!”. Trifft es nicht ganz, aber angesichts der Kreuze, Kerzen und Heiligenfiguren fiel mir dieses Zitat wieder ein. Entsprechend voll auch die Kirche, von Ruhe war dort nichts zu merken, das einzig angenehme war der Weihrauchduft, der noch in der Luft hing. Irgendwie mußte ich an Räucherkerzen und Weihnachten denken.

Anschließend ging es noch ins Kloster Banz, nicht ganz so spektakulär, dafür auch nicht ganz so überlaufen. Wenn schöne Sicht gewesen wäre, hätte man sicherlich ganz weit ins Land blicken können. Sollte ich mir nochmal vormerken, wenn dem so ist. Relativ nah zum Kloster ist ein Kletterwald, wo man ein bißchen Tarzanfeeling haben kann, wenn man über ein Stahlseil, was zwischen zwei Bäumen gespannt ist, von einem Baum zum anderen rollen kann. Super Sache, dachte ich mir, das mußt du unbedingt mal mit deinen Freunden machen. Also inspizierte ich die Tafel, die sich dort befand und nachdem ich sah: 2,5 Stunden Aufenthalt = 19,50 Euro, wußte ich – neee, doch lieber nicht.

Heute Morgen entdeckte ich, dass für Apophysis ein 3D-Hack veröffentlicht wurde. Die Dokumentatiom ist wie immer sehr mager, aber nachdem ich gesehen hatte, dass es neue Variationen gibt, hatte ich schnell aus einer flachen Grafik diese possierliche Form gezaubert.

 

test apo1 test apo2

Was scharf macht

Heute war eher ein ruhiger Tag, zu blöd, dass ich seit gestern Halsschmerzen hab. Da tolle ich schon draußen herum, versorge meinen Körper abwechslungsweise mit Vitaminen und nun das. Vielleicht ist es nicht gut, beim Wandern verschwitzt eine Pause zu machen oder vielleicht vertrage ich diese neue trockene Heizungsluft nicht.

Deshalb ließ ich gestern den zweiten Wandertag ausfallen und machte statt dessen einen Ausflug nach Coburg. Egal welchen Weg man wählt, man fährt auf jeden Fall einspurig nach Coburg. Nettes kleines Städtchen, im Vergleich zu Bamberg etwas kleiner, aber in meinen Augen viel belebter. Am Ende lag es nur daran, dass ich gegen Mittag da war und sich Unmengen von Schülern durch die Gassen bewegten.

choen charfDa meine Zigaretten sich langsam dem Ende neigten, suchte ich einen Laden für Tabakwaren und andere gesundheitsschädigende Mittel auf. Während sich die Verkäuferin augenrollend mit einem Mann auseinander setzte, der einige Mühe hatte auf deutsch zu artikulieren, dass er Filter sucht, wurden meine Blicke von kleinen Fläschchen gefangen genommen. Aber dann war ich schon dran und schnappte meine Schachtel und zischte wieder ab. Jeder, der die Folge der Simpsons mit Homer und dem Clownscollege kennt, weiß, was dann in meinem Kopf vor sich ging. Also ging ich noch eine Runde, bis ich mit dem Satz “Das ging mir jetzt nicht aus dem Kopf…” wieder im Laden stand. Wir fachsimpelten kurz und wenig später tauschten Ware und Geld ihre Besitzer und ich war stolzer Besitzer einer Flasche “Vicious Viper”. Laut Hersteller hat dieses Teil einen Schärfegrad von 250.000 Scoville Units und ist damit 50-100 mal schärfer als Tabasco (offensichtlich gibt es da Schwankungen). Klingt schon chön charf, aber um es auch mal nach oben einzuordnen – die Schärfe entspricht einem Achtel von Pfefferspray. Natürlich mußte die Sauce heute gleich für ein Chili con carne herhalten. Erstmal geschüttelt, dann mit einem Zahnstocher das Dosierungsloch gereinigt (das klebte noch das Dicke) – kurz an die Zunge getippt, ja – ist scharf. Und so verwandelten 8 Tropfen dieser – lt. Testbericht fruchtigen – Soße einen Topf voller Bohnen, Gehacktem und Paprika in ein schweißtreibendes Inferno. Auf jeden Fall sehr sparsam in der Dosierung.

Mit dieser Errungenschaft ging ich dann Richtung Parkhaus, als ich zwei Augen auf mich gerichtet sah. WerWieWoIch? Ich warf einen fragenden Blick rüber, der mit einem Lächeln beantwortet wurde. Ich grinste zurück und schaute gespielt desinteressiert in die Luft. “Der Herr mit den roten Schuhen…” wurde ich begrüßt, was denn – kein “Wir wollen mit Ihnen über Gott und die Welt reden!”, “Haben Sie mal etwas Zeit für den Tierschutz?” oder “Was tun Sie, um den schnabelschweifigen Zaunzwergspecht zu retten?”. Es versprach unterhaltsam zu werden.

Erstmal vorsichtig umgesehen, kein Tierschutz, kein Videoverleih, keine Partei oder Religion, was blieb also übrig – Menschenrechte. Na gut, mein soziales Gewissen nörgelt ohnehin schon seit einiger Zeit, dass ich mal was machen wollte. Von daher hatte Mareike ein leichtes Spiel, also nutzten wir die Zeit (wenn es nicht gerade um ernste Dinge ging) um herumzualbern. Ihr Kollege bemühte sich inzwischen verzweifelt einem korpulenten AOK-Führungsmitglied (wer trägt sonst eine Anstecknadel der AOK am Revers?) seine Ziele zu verkaufen – zwecklos. Wozu sollte man sich als Angestellter einer Krankenkasse für Menschen interessieren? Wir landeten dann beim Antragsformular und ich fing (mit Spielshowstimme) “Wir hätten hier ein Antragsformular, DIN A4, auf chlorfrei gebleichtem Papier…”. Mareike fing den Ball auf und machte weiter. Als ich bei der Unterschrift war, sagte sie vorher: “Ach so – hab ich dir gesagt, dass du jährlich eine Waschmaschine bekommst, die 5 Millionen kostet? Die buchen wir natürlich sofort von deinem Konto ab.” Ich lachte und schaute sie fragend an. Sonst noch was? Kurze Pause. “Die ist natürlich kaputt”. Wieder eine kurze Pause. “DIE muss ich haben!”, meinte ich und setzte meine Unterschrift. 1:0 für mich, für einen Moment schaute sie etwas verdutzt. Sie schrieb mir noch ein fettes DANKE auf das Antragsformular, malte eine kleine Sonne darunter, erinnerte mich an Artikel 24 der Menschenrechte (das Recht auf Erholung und Freizeit) und wünschte mir noch einen schönen Urlaub.

veste coburgJetzt kam der kulturelle Teil des Tages – ich fuhr zur Veste Coburg. Da es sehr trübe war, konnte man zwar nicht die Aussicht genießen, aber das Museum innen war auch sehr interessant. Da die Burg Sitz des Herzogtums Sachsen-Coburg war, lauerte doch an jeder Ecke das sächsische Wappen und auch einen speziellen Lutherraum gab es, der sich ein halbes Jahr in der Burg aufgehalten hat. Da es mitten in der Woche war, hatte die Burg kaum Besucher und außer den Museumsangestellten hörte ich nur wie die Holzdielen unter meinen Füßen knarrten. Neben den normalen Austellung gab es noch mit Aquatinta eine Austellung über das gleichnamige Tiefdruckverfahren. Neben Beispielen wurde auch die Technik erläutert, ziemlich interessant. Die Zeit verflog und ich trudelte zum späten Nachmittag wieder daheim ein.

3. und 4. Urlaubstag

fraenkische schweiz 200710 1Gestern Morgen wurde ich kurz nach 8 Uhr munter. Das konnte doch nicht mein ernst sein. Also horchte ich nochmal fix am Kopfkissen, nein, da war nicht mehr rauszuholen. Also kroch ich ganz gemütlich aus den Federn, fing an meine Sachen zu packen, denn ich wollte wandern gehen. Als ich meine Kamera aus der Fototasche holte, sah ich, dass die Batterien bald leer sind und nach dem Desaster im Baltikum wollte ich lieber vorsorgen.

Nach einem Kaffee-O-Saft-Brötchen-Ei-Frühstück startete ich und holte erstmal die Batterien. Danach hieß es ab auf die Autobahn, bis Buttenheim und dann querfeldein Richtung Ebermannstadt und von dort aus nach Streitberg. Halb 12 Uhr hatte ich meine Wanderschuhe an den Füße und schon ging es zur Ruine der Streitburg hoch. Von dort aus zum Guckhüll hinüber und eine Runde um den Berg gedreht und dann das Lange Tal entlang. An der Schönsteinhöhle vorbei ging es dann Richtung Neudorf. Laut Karte gab es dort eine Gaststätte.

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Keine Ahnung wo ich solange herumgekrebst bin, aber die Strecke Langes Tal – Neudorf hatte ich in einer halben Stunde zurückgelegt, sodass ich Viertel 2 in die kleine gemütliche Kneipe einfiel. Schon an der Tür wurde ich mit “Wir haben heute Rouladen” begrüßt. Da ich aber nicht so großen Hunger hatte, begnügte ich mich mit Bratwürsten, Kraut und Brot und dazu ein Weizen. Offensichtlich gehört zu jeder guten Dorfkneipe ein alter Mensch, der die Gäste unterhält. In meinem Fall ein älteres Mütterchen, das noch ziemlich lebendig wirkte und mit ihren Händen an dem Römer mit Rotwein herumspielte.

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Während ich meine Bratwurst verdrückte und dabei genüßlich das Weizen schlürfte erzählte sie mir, dass vor nicht allzulanger Zeit ein etwas korpulenter Mann in der Schönsteinhöhle hängen geblieben ist und das THW zu Hilfe kommen mußte. Von da aus war es nicht weit zu den “Als mein Mann noch lebte”-Geschichten. Da sie seit 50 Jahren in Franken lebt, war sie schon oft in der Fränkischen Schweiz wandern und konnte mir einige Routen empfehlen. Da ich die Karte gleich mit auf dem Tisch liegen hatte, konnte ich die Strecken nachvollziehen. Gut war auch, dass sie gleich sagte, wo man zu Mittag essen sollte und welche Geschichte an der Gaststätte hing.

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Ich ließ inzwischen meinen Blick über die Wände schweifen, sah, dass der Inhaber nicht nur Gaststättenbetreiber war, sondern auch Fleischermeister. Meine Vermutung wurde von dem Mütterchen bestätigt, alles was man hier aß, kam aus eigener Produktion und schmeckte auch dementsprechend gut. Preiswert – keine Frage, 5 Euro für den ganzen Spaß und ich zog weiter.

Im Laufe meiner Wanderung machte sich bemerkbar, dass ich schon länger keinen Sport gemacht habe, aber das störte mich weniger, vielmehr taten mir irgendwann die Füße weh. Berg hoch, Berg runter und dabei letzteres drückte mit der Zeit an den Zehen. Ich war heilfroh, dass der Rückweg von Muggendorf keine Höhenschwankungen mehr beinhaltete und so war ich gegen 16 Uhr wieder am Auto, zog die Wanderschuhe aus und ließ erstmal die Beine baumeln.

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Zuhause angekommen sprang ich erstmal in die Wanne. Das tat richtig gut. Nachdem ich wieder rausgekrabbelt war, lief ich nochmal den Berg herunter und schaute bei der Kirchweih im Ort vorbei. Aber da war nichts Spektakuläres, Bierzelt und ein bißchen Rummelatmosphäre und das sehr moderat besucht.

Abends ging ich dann ins Kino – “Ein fliehendes Pferd”. Kurz zur Handlung, ein Lehrer, der mit seiner Frau seit 12 Jahren jeden Sommer an den gleichen Ort an die See zum Urlaub fährt, trifft einen alten Klassenkameraden, der mal sein Freund war. Zwei völlig verschiedene Charakter prallen aufeinander – ein Pragmatiker und ein Lebemann. Der Lehrer, angewidert von der Anwesenheit seines alten Freundes, aber angezogen von seiner viel jüngeren Freundin und der Dandy, der sich für alles begeistern kann und immer wieder versucht, das andere Ehepaar für eine Unternehmung zu begeistern und auch nicht die Finger von der Frau des Lehrers lassen kann. Das Ende lass ich aber mal offen, es gibt ein Happy End, was zwar irgendwo realistisch ist, aber trotzdem unwirklich erscheint.

knusprige putenstreifenNach der kleinen Bergtour von gestern stellte sich (wie zu erwarten) heute der Muskelkater ein, Treppensteigen wird zur Freude. Da ich aber nicht den ganzen Tag bei dem schönen Wetter daheimhocken wollte, machte ich eine kleine Runde durch die Stadt, kaufte noch ein paar Karten fürs Postcrossing und ging dann wieder heim. Während meines Spaziergang lief mein Podcast 3 mal durch und ich schob in Gedanken die Tracks noch ein bißchen hin und her und stellte nach meiner Rückkehr die Reihenfolge um, mit der ich jetzt zufrieden bin. Da die Küche schon wieder viel zu ordentlich aussah, erzeugte ich beim Kochen erstmal wieder einen riesigen Abwaschberg, indem ich knusprige Putenstreifen auf Senf-Orangen-Soße kochte.

Schon wieder müde?

haehnchen martiniqueEigentlich war ich ja an einer ganz anderen Stelle hängen geblieben. Als ich gestern meinen “Herzschlag”-Beitrag schrieb, stellte ich fest, dass es ein Video von Massive Attack gibt, das ich noch nicht kenne. Daran konnte ich mich auch erst erinnern, als der Bestellvorgang abgeschlossen war. Schon mal für das nächste Charaktereigenschaftenstöckchen vormerken: Impulsiv!

Gestern Abend ging es nach der Wanne ab auf die Autobahn, ca. 30km in westliche Richtung nach Zeil am Main, wo dieses Wochenende das alljährliche Weinfest stattfand. Ich hielt es für eine clevere Idee, vorher nicht den Geldautomaten zu befragen, war auch besser so, sonst hätte ich alle Weinsorten durchprobiert und wäre schwer beladen wieder heimgedüst. So ist es bei einer Flasche Dornfelder aus dem Hause Nüßlein geblieben. Eine Grundregel über die ich mich heute auch mit einer Kollegin unterhielt: Erst essen, dann trinken. Die Probe Dornfelder hatte es in sich und ich brauchte zwei Stunden, um wieder einen klaren Kopf zu bekommen. Aber so wurden die Schlager- und Blaskapellen erträglich und außerdem fiel es garnicht auf, zu später Stunde standen die Leute auf Tischen und Bänken und sangen lauthals mit.

Unglaublich war auch der Menschenauflauf in dem kleinen Städtchen. Als ich kam, konnte man sich noch durch die Massen auf dem Marktplatz schlängeln. Gegen 22 Uhr rutschte man in den Strom hinein und ließ sich einfach schubsend und drängelnd über den Marktplatz treiben. Was dann auch gleich mal eine Viertelstunde gedauert hat. Die Heimfahrt über die Autobahn war traumhaft – eine leere Strecke und die Sterne funkelten am Himmel. Ich aß noch etwas und fiel ins Bett. Dank Rollladen war die Nacht für mich auch erst wieder weit nach 10 Uhr zu Ende.

sanspareilIch frühstückte gemütlich, schaffte Wäsche zum Waschen in den Keller, chattete ein wenig und dann wollte ich noch etwas Sonne genießen. Ziel: der Felsengarten von Sanspareil. Ich ließ mich gemütlich über die Autobahn treiben. Die Suche nach einem Parkplatz gestaltete sich schwierig, na hoppla, das Auto kenn ich doch… ein mir sehr bekannter BMW stand da. Die Gegend ist einfach nicht groß genug für uns beide oder ein weiterer Fall von: Zwei Dumme, ein Gedanke. Ich drehte in Ruhe meine Runde, schaute, las… aha, Sanspareil (fränkische Schweiz) hat einen Zwilling in der richtigen Schweiz bei Basel – die Eremitage in Arlesheim.

Zuhause angekommen, ging es gleich in die Küche, heute eine wenig aufwendige, dafür um so leckerere Hähnchenbrust Martinique. Und jetzt werde ich noch etwas den Abend genießen, morgen wird es sicherlich wieder hektisch werden (auch vielleicht auch nicht?!) und außerdem war es jetzt erstmal das letzte unverplante Wochenende im August.