Ein Wort zur Esskultur
Was mir immer wieder in asiatischen Ländern auffällt und in Nha Trang war es ganz extrem, sind die Speisekarten der Restaurants. Wer mal die Landesküche ausprobieren will, ohne gleich auf eine Straßenküche zurückgreifen zu müssen, tut sich schon etwas schwer, denn die Restaurants haben stellenweise für einheimische Gerichte gerade mal eine oder nur eine halbe Seite für lokale Speisen frei. Der Rest wird von “Western Food” wie Steaks, Hamburger und Pizza dominiert.
Besonders gut in Erinnerung ist mir eine Szene, wo wir uns in einem kleinen Lokal in Nha Trang niedergelassen haben, Kriszta eine Pho (die klassische vietnamesische Suppe mit Nudeln und Hühnchen oder Rind) und ich vietnamesische Frühlingsrollen aß. Vietnamesische Frühlingsrollen sind nicht wie die chinesischen fritiert, sondern hier sind die Teigtaschen roh und mit frischem Gemüse, gekochtem Hühnchen und Shrimps gefüllt. Hinter uns stand eine amerikanische Familie, welche die Speisekarte studierte und ich nur den Vater hörte, wie er seinen Sohn beruhigte: “Don’t be afraid, you get something different. Take a sandwich.” Ich habe natürlich mal einen Burger hier probiert, aber es ist das gleiche wie asiatische Küche daheim – es ist nur der Versuch, aber kommt bei weitem nicht an das Original heran.
Maybe horse…?!
Man stelle sich einen alten Hippie-VW-Bus vor, bocke die Räder ein wenig hoch, streiche in tarngrün an und schon hat man einen geländegängigen Mini-Van “Made in Russia”. Und nach wahrscheinlich gut 20-25 Jahren Dienstzeit hat das Teil auch die eine oder andere Macke entwickelt. Die Türen schließen nicht mehr so gut, d.h. auf staubiger Straße steigt man nach 4 Stunden Fahrt dreckiger aus, als die Umgebung ist. Die Abwärme des Motors kommt ungefragt direkt hinter dem Beifahrersitz hoch und wer das Pech hat dahinter zu sitzen, wird das Gefühl kennen lernen, wie es ist, bei 35°C die Sitzheizung auf Höchststufe laufen zu lassen. Dagegen kann man das Fenster öffnen, was aber genau auf der Seite immer wie von Geisterhand allein zu geht. Wer schon nicht entgegen der Fahrtrichtung sitzen möchte, kann gerne auf der zweiten Sitzbank Platz nehmen, deren Rücklehne irreparabel im Winkel von ca. 40° gegenüber der Senkrechten abweicht. Hinsetzen führt dabei unweigerlich zum Abrutschen und gleicht einem Liegesitz. Die einzig akzeptablen Sitze sind die beiden Vordersitze, die aber vom Fahrer und von der Köchin belegt werden.
Mit der Kiste fahre man jeden Tag von 8 – 17 Uhr, 300km pro Tag über staubige, steinige oder sandige Wege, querfeldein, abwechselnd Links- und Rechtskurven, hoch, runter und immer wieder Schlaglöcher oder Rinnsale, die tiefe Furchen in den Boden gefressen haben. 6 Tage lang. Dazwischen gibt es mittags mitten im Nichts etwas selbstgekochtes, was auch wirklich Klasse schmeckt. Abends wird man dann vom Gastgeber bekocht, ähnlich lecker oder besser. Wenn man dann die Nacht in der Jurte überstanden hat (13°C Innentemperatur), gibt es Tee, Gebäck und Toastbrot.
Klingt jetzt alles nicht nach Zuckerlecken, aber wenn man dann vor einsamen Klostern, roten Felsformationen, riesigen Sanddünen oder der scheinbar unendlichen Weite steht, dann weiß man wieder, warum man die Strapazen auf sich genommen hat und saugt gierig jeden Moment auf, der einem dort verbleibt, denn schon wenig später sitzt man wieder in der Klapperkiste und es geht weiter… Der Fahrer navigiert die 6 Tage natürlich rein optisch, d.h. er schaut sich nach markanten Wegpunkten um und fährt entsprechend. Da möchte man sich lieber keine Gedanken machen, was passiert, wenn er sich doch mal irrt, denn die Gobi (was übrigens nichts anderes wie “Wüste” heißt) ist riesig.
Trotzdem bleibt genug Zeit, um in ein saftiges Sandwich aus Toast, Gurken, Salami und Mayo zu beißen und dann bleibt einem der Bissen im Hals stecken, wenn die Frage kommt: “What kind of meat is this?” und die Köchin ganz gelassen antwortet: “Maybe horse…?!” Um sowas zu vermeiden, greift man doch lieber zu Gerichten, wie z.B. Kebab. Klingt türkisch, gibts aber auch für die Mongolei.
Zutaten:
- getrocknete und gesalzene Seetangblätter (ca. A4) (wie z.B. für Sushi)
- 1 Dose Thunfisch
- Milchreis
- 1 Glas Gewürzgurken
Zubereitung:
- Reis nach Anleitung kochen
- Thunfisch unter den Reis mischen
- 1 Blatt Seetang halbieren
- Gewürzgurke vierteln
- Seetangblatt mit Reis/Thunfisch bestreichen
- Gewürzgurkenviertel in die Mitte
- Seetangblatt aufrollen – fertig
Back to the roots
Eigentlich wird es doch mal wieder Zeit, die alten Gebräuche aufleben zu lassen. Dazu gehört ja auch meine Sparte “Kochen und Backen”, die in den letzten Jahren regelrecht eingeschlafen ist. Tja, wenn man zu zweit ist, geht es mehr um den Genuss zu zweit, als es der ganzen Welt mitzuteilen. Aber in dem speziellen Fall will ich mal eine Ausnahme machen.
Auf unserer Reise nach China waren wir auch in dem kleinen Nest Xingping und aßen dort Lotuswurzeln, die Kriszta so gut schmeckten, dass sie die unbedingt auch mal hier essen wollte. Also organisierte ich Lotuswurzel (gibts bei ebay ganz problemlos – man muss nur aufpassen, dass es Wurzeln (Roots) und Wurzelspitzen (Rootlets) gibt). Leider schweigt sich das Internet mit Rezept etwas aus – man findet japanische Rezepte, aber japanische Pflaumen konnte ich auf die Schnelle nicht organisieren. Von daher wurde improvisiert und zwar wie folgt:
- 500g Lotuswurzel
- 750g reife Feigen
- 1 EL Ajvar
- 1 EL Honig
- 1 Prise 5-Gewürze-Mischung
- 3 Knoblauchzehen
- 1 Tasse Wasser
- Sojasauce
- Salz
- Pfeffer
- Öl
Die Wurzeln mit Öl leicht anbraten und dann das Wasser hinzugießen und dünsten. Inzwischen die Feigen mit einem Löffel auslöffeln und den Inhalt zu einem Brei zerdrücken. Dann die Feigen, den Ajvar, Honig und die Gewürze zu den Wurzeln geben und das Ganze köcheln lassen. Dazu dann die Knoblauchzehen pressen und abschließend mit Salz, Pfeffer und einem Schuss Sojasauce abschmecken. Sollte süß und würzig schmecken. Dazu gab es Reis.
Feuer frei!
Als ich mal auf Dienstreise in Kiel war, gingen wir abends in eine Pizzeria und dort gab es nur eine Pizza: Pizza nach Art des Gastes. Auf dem Tisch lag ein Block und man konnte auswählen, welchen Teig man möchte und aus mehr als 30 Belägen wählen. Ich hatte Lust auf was Scharfes und setze meine Kreuze bei Peperonisalami und Peperonis. Da mir das aber etwas wenig erschien, erweiterte ich meine Auswahl um Hackfleisch, Oliven und Zwiebeln. Unterhalb der Kreuzliste stand noch, dass es gratis Knoblauch auf Wunsch gibt, mal sollte nur Bescheid sagen. Ich unterstrich das Wort “Knoblauch” fett und gab den Zettel ab. Ich wurde noch gefragt, ob ich normale oder scharfe Peperoni möchte – natürlich die Scharfen. Das Ergebnis war ein Erlebnis – die Pizza war reichlich mit den Beilagen bedeckt und eins stach optisch als auch olfaktorisch heraus – der Knoblauch. Ungefähr 6 oder 7 Zehen mussten ihr Leben für diese Pizza lassen. Und auch die Peperonis hatten es in sich. Deswegen entschloss ich mich, diese Pizza bei mir nachzubauen. Also nahm ich…
- Pizzateig für ein Blech Pizza
- Tomatensauce (250ml)
- 100g Salami (Peperonisalami war nicht aufzutreiben)
- 3 EL Sambal oelek
- 500g Hackfleisch
- 2 rote Zwiebeln
- 1 Glas grüne Oliven
- scharfe Peperoni nach Belieben
- 250g geriebenen Käse
- 6 Knoblauchzehen
Ich fing erstmal mit den Zutaten an. Hackfleisch anbraten, Zwiebeln in Scheiben schneiden und die Knoblauchzehen abziehen und in grobe Stück schneiden. Danach kam der Pizzateig dran. Ich rollte ihn aus, passte ihn auf das Blech an. Ich schiebe das Blech samt Pizzateig dann schon mal für 5 Minuten in den vorgeheizten Ofen, dann ist der Teig nicht pappig. Und dann begann das lustige Belegen. Erst die Tomatensauce, dann die Salami, darauf dann das Sambal oelek, gefolgt vom Hackfleisch, den Oliven, Peperoni, Zwiebeln und dem gepressten Knoblauch. Ganz zum Schluss dann noch den Käse drauf und ab in den Ofen damit. 20 Minuten später war sie fertig… und richtig gut!
Für ein besseres 2009
Lange her, dass ich einen Beitrag geschrieben hab, vom Podcast einmal abgesehen. Inzwischen ging es bei mir inzwischen weiter. Das Drama Rechner ging in eine zweite und nun mittlerweile dritte Runde. Die ausgewechselte Platte ist inzwischen wieder da und tut friedlich ihren Dienst. Dafür hatte sich jetzt der etwas kleinere Monitor entschieden, bockig zu werden. Seit ein paar Wochen poppt eigentlich permanent das OSD-Menü hoch. Ich glaube, er hat mir übel genommen, dass ich die Anschlüsse verwechselt hab, als ich die Platte ausgebaut habe. So wurde er kurzzeitig mit 1600 x 1050 betrieben, was seinem Innenleben wohl nicht ganz bekommen ist.
Ich hatte also die Qual der Wahl – entweder ich stampfe den Monitor ein oder ich versuche preiswerten Ersatz zu finden. Schließlich hatte ich es mir in den Kopf gesetzt, sämtliche Applikationen auf dem großen Rechner zu betreiben. Ich entschloss mich für den Ersatz. Ich hätte ja nicht im Traum gedacht, dass es so schwierig wird, einen adäquaten Ersatz zu finden. Heute Abend hat es dann geklappt und ich hab meinen Nachfolger ersteigert. Damit sollte Rechnerdisaster Nummer 2 der Vergangenheit angehören. Ich hatte meine Rechnung ohne Microsoft gemacht. Ich habe eine einzige Schwäche für Microsoft und zwar für ihre ergonomischen Tastaturen. Die Dinger lassen sich echt gut bedienen und wenn man sich an die Lage der Tasten gewöhnt hat, wird man auf einer normalen Tastatur eher langsamer.
Also hab ich mir ein Set (ergonomische Tastatur + Maus) zum Geburtstag gewünscht. Sieht todschick aus und läßt sich prima bedienen. Mußte es zu meinem Geburtstag gleich mit dem Laptop probieren. Ich schrieb zwei, drei Sätze, schubste die Maus ein bißchen herum, alles bestens. Dann leuchtete kurz an der Tastatur die Batterieleuchte auf und es war Ruhe. Ich schob es auf den leeren Akku und beschloss daheim aufzuladen. Die Verpackung ließ ich natürlich bei meinen Eltern. Ihr ahnt, was jetzt kommt, stimmts? Daheim angekommen, stellte ich erstmal fest, dass es sich um ganz normale Batterien handelte, keine Akkus – ein “Hoch!” auf Microsoft und ihre Einstellung zur Umwelt. Da machte mich schon stutzig, aber ich wechselte trotzdem die mal die Akkus – nichts. Sender und Empfänger konfiguriert – keine Reaktion. Geschimpft und geflucht – hat auch nicht geholfen. Mein Vater hat mir also die gesamten Rücksendeunterlagen zugesandt und ich hoffe mal, der Versand ist so gnädig, die Tastatur auch ohne Originalverpackung zurückzunehmen.
Was ist sonst so passiert? Ich habe meinen Arbeitsplatz umdekoriert, zum Ärger meiner Kollegen, die auch mal auf Lofoten wollen (siehe Bild oben). Ist auch gleich viel angenehmer, als ständig auf eine Wand zu starren. Kurz vor Weihnachten haben wir dann von Arbeit einen Weihnachtsbaum spendiert bekommen. Meine Freundin und ich haben ihn schön dekoriert und er machte auch wirklich was her – nur man sollte ihn nicht berühren. Er entschloss sich schon nach kurzer Zeit zu nadeln. So kam es, dass Anfang des Jahres, als ich ihn runterschaffen wollte, dass ich so sehr schüttelte, dass er sich sämtlicher Nadeln entledigte. War die moderne Variante von Mülltrennung – 5 Schaufeln voller Nadeln und ein leerer Baum, den ich problemlos runterschaffen konnte.
Ich habe auch mal die Verwaltung meiner Platten befragt, was ich dieses Jahr so gehört hab. Irgendwie wundert mich bei der Liste eigentlich garnichts – ich bin garnicht groß dazu gekommen, neue Musik zu hören bzw. zu kaufen. Außerdem ist es so schon wieder schwierig, einmal im Jahr sich durch die Sammlung durchzuhören.
- Burial – Untrue
Wir sind Helden – Soundso - Boards Of Canada – The campfire headphase
Claudia Koreck – Fliang
Ulrich Schnauss – Far away trains passing by - Abfahrt Hinwil Links – Berge rechts Seen
Blumfeld Ein Lied mehr
Boards Of Canada – Geogaddi
Fluxion – Vibrant forms
Fluxion – Vibrant forms II
Ich habe heute gelesen, dass Bill Gates sich zum Thema Wirtschaftskrise geäußert hat. Dabei soll er gesagt haben, dass “der Kapitalismus habe zu unglaublichen Innovationen und Entwicklungen geführt, die man nicht schlechtreden dürfe”. So ein Satz aus dem Munde von Bill Gates – ich bin erstaunt. Wenn sowas von Leuten aus Deutschland kommt, wie z.B. Dietmar Dath, habe ich dafür Verständnis – schließlich war der Sozialismus gleich um die Ecke.
Und damit ich die dürren Zeiten gut überstehe, habe ich gestern erstmal wieder einen neuen Vorrat an Marmelade geschaffen. Keine Angst, es wird nicht weniger, die Gläser werden nur größer. Wie man dem Ettikett entnehmen kann, habe ich diesmal Pomelo-Feigen-Marmelade gemacht. Eine sehr interessante Mischung, ich bin bei der ersten Verkostung heute morgen noch nicht ganz im Klaren, wie ich sie geschmacklich einordnen soll. Ich hab dazu 1,1kg Honigpomelo, 400g Feigen, 500g 1:3 Gelierzucker und 2 Päckchen (á 5g) Zitronensäure genommen. Konsistenz ist super, nur muss ich den Geschmack noch irgendwie einstufen…
Feueralarm
Gestern Abend war es mal wieder soweit, ich stand in der Küche und produzierte einen Abwaschberg. Ich hatte mir vorgenommen Aji de Gallina zu machen, ein peruanisches Rezept was auf Deutsch Chilihühnchen bedeuten soll. Auf die im Rezept angegebenen 5 TL gemahlenen Chilis hab ich verzichtet, ich habe da andere Feuerstoffe. Zum einen Sriracha scharfe Chilisauce – eine würzige Sauce, die ich von einem Kollegen bekommen habe (der nimmt sie als Ketschupersatz) und natürlich meine Vicious Viper. Nach dem Kochen sah das erstmal ein wenig farblos aus, also habe ich so viel von der Chilisauce einfließen lassen, bis es eine leicht rote Farbe bekommen hat und dann noch etliche Spritzer von der Vicious Viper.
Bewertung: Was auf dem Teller wie ein harmloses Frikassee aussieht, brennt im Mund gut. Durch die beiden Saucen werden auch noch die unterschiedlichen Arten des Brennens hervorgerufen. Vicious Viper brennt sofort und läßt schnell nach, die Chilisauce brennt da nicht so stark, dafür ein bißchen länger. Nach dem ersten Teller hatte ich schon keine Lust mehr auf den zweiten, hab mir dann aber doch einen geholt. Auch wenn es einem das Gesicht wegbrennt, es schmeckt halt doch unglaublich lecker (außer denjenigen, die Kümmel nicht mögen). Dazu gibts auch ein passendes Lied: “Beim ersten Mal tat’s noch weh, beim zweiten nicht mehr so sehr…”.
Die Herbstedition
Die letzte Marmelade neigt sich dem Ende und damit ist es an der Zeit, eine neue anzusetzen. Das wäre dann der dritte Marmeladenaufguss dieses Jahr (einen hab ich euch glatt unterschlagen). Mein Fruchtauge führte mich am Obstregal vorbei und dort entdeckte ich Brombeeren und ein Stück darunter Johannisbeeren. Die mußte ich schon aus lofotischen Nostalgiegründen mitnehmen, denn hinter dem Haus waren Johannisbeersträucher, die gegen Ende des Urlaubs täglich geplündert wurden. Damit war ich bei 500g Frucht, es fehlte nun noch etwas, was der Marmelade Körper verleiht. Ich entschied mich für 1kg Nektarinen.
Und wieder ging es los – kleinschneiden, purieren, Gläser ausspülen, Marmelade sprudelnd kochen lassen und in Gläser abfüllen. Ich bin nur überrascht, dass diesmal neben den zwei großen Gläsern, vier kleine komplett gefüllt sind. Dafür reichte es gerade so für eine kleine Portion zum Verkosten. Ich servierte die Marmelade an Toast, begleitet von Butter (nicht Margarine!) – leider immer wieder das Gleiche: lecker!
Was passiert hier eigentlich?
Gestern früh erinnert mich mein Handy kurz vor 7 Uhr daran, dass die Nacht nun doch schon zu Ende ist. Schlaftrunken wanke ich in den Keller, schließe die Tür zu meinem Keller auf, gehe wieder hoch und versuche weiter zu schlafen. Nichts da, denkste! Kurz nach 7 Uhr legt der Meißel los. Seine Opfer: die Front aus Glasbausteinen und die Kellerfenster. Also hocke ich mich ein wenig vor meinen Rechner, spiele ein wenig, höre nebenbei unter Kopfhörern Musik und versuche danach so schnell wie möglich mit dem Frühstück fertig zu werden, um dem Lärm zu entfliehen.
Ich gehe meinen üblichen Weg in die Stadt, das Wetter ist einfach herrlich, nicht zu warm, viel Grün und jede Menge Sonne. Meine Tabletten schlagen auch hervorragend an, nicht mal ein Kribbeln in der Nase. Ich bummel ein wenig durch die Stadt, schaue den Leuten zu, wie sie die Stände für den Trödelmarkt aufbauen. Ich begehe natürlich wieder den Fehler, in einen Buchladen einzufallen. Ergebnis: Catherine Jinks’ “Teuflisches Genie”. Ein vierzehnjähriges Computergenie, das die Weltherrschaft an sich reißen will, aber ein großes Problem hat: er ist ein richtig netter Kerl. Könnte witzig werden…
Also erstmal wieder heim, die Glasfront ist inzwischen ausgewechselt und die Kellerfenster sind soweit ausgemeißelt, dass sie nur noch eingesetzt werden müssen, schlägt meine Nase Alarm. Zuviel Frühling ist dann doch nichts für mich. Auch auf die Gefahr hin, mich jetzt unbeliebt zu machen – hoffentlich regnets bald wieder. Um 7 Uhr am Samstag aufstehen, ist überhaupt nicht mein Ding, also kommt der Schlaf mit Riesenschritten auf mich zu, als ich auf der Couch liege. Ding-dong! Der Mann der Vermieterin bereitet schon mal die Kabel für Rollläden vor. Einer auf dem Gerüst draußen, einer von drinnen. Ich lasse mich hinreißen, seinen Worten Glauben zu schenken, dass Ende Mai alles fertig ist. Noch knapp vier Wochen…
Ich setze mich also wieder an den Rechner, versuche den Fehler bei den HTML-Tags zu finden und siehe da: Das Skript greift über das DOM (Document Object Model) auf ein Element (in dem Fall das Editierfeld für die Kommentare) auf eine Weise zu, wie sie garnicht funktionieren kann. Äußerlich hat sich ja an meinem Blog nichts geändert, dafür sieht es hinter den Kulissen komplett anders aus. Der Tellerrand mußte dem Dashboard weichen und alles hat diesen Klick-dich-glücklich-Web2.0-Charme. Nicht schlecht und auf jeden Fall von den Farben besser gewählt, wie die Vorgängerversion.
Am späten Nachmittag komme ich endlich dazu, den Schlaf vom Morgen nachzuholen. Ich mag es zwar nicht, den Nachmittag zu verschlafen, aber besser als Samstag Abend um 10 totmüde ins Bett zu fallen. Etwas tranig wache ich wieder auf und da passiert es wieder. Ich habe keine Ahnung, ob mein Kopf das Lied irgendwie noch vom Bummel behalten hat, aber es macht sich breit…
Seal – Kiss from a rose
In solchen Fällen hilft nur das Übertönen mit anderer Musik. Ich bereite schon mal alles für den Kochabend vor und betreibe inzwischen etwas Online-Characterpflege. Ist auch eine Art entspannender Frustabbau. Zu meinem Kleriker hat sich jetzt noch die Kombination aus Warlock und Warrior gesellt. Und die junge Dame haut ganz schön auf den Putz, wenn es sein muss.
Zum späteren Abend mache ich mich dann in der Küche breit. Auf dem Programm steht Schweinefleisch mit Pflaumen nach Barceloniner Art. Ich halte mich dabei an den originalen Rezeptvorschlag und nehme dazu Weißbrot. Und zur Krönung darf ich mir ungefähr fünf mal noch an dem Abend (als ich weitergespielt hab) die Frage “¿Hablas español?” anhören. Nur weil ich spanisch gegessen habe, spreche ich es noch nicht.
Heute auf dem Programm: Einen Film über Angeln in Norwegen ansehen. Weniger, weil mich das Angeln interessiert, sondern eher, weil es dort auch einen Abschnitt über die Lofoten geben soll. Mal schauen…
Marmeladensonntag
Sonntag Nachmittag war es endlich soweit. Nachdem ich mich am Samstag mit einem 1kg Rhabarber und 500g Erdbeeren eingedeckt hatte, konnte ich mit der Marmeladenproduktion beginnen. Ich ließ 5-6 schmale Rhabarberstangen übrig und schnitt den Rest in kleine Stücke. Dann wurde das Ganze püriert, 500g Gelierzucker darunterrührt und die restlichen Rhabarberstangen in kleine Stücke geschnitten in das Mus eingerührt. Die Schüssel ließ ich dann eine Stunde stehen und bereitete inzwischen die Marmeladengläser vor.
Der Rest geht dann ganz fix: Die Masse erhitzen, 4 Minuten sprudelnd kochen lassen und dann in die Gläser abfüllen und verschließen. Und schon am nächsten Morgen war es Zeit das Ergebnis zu verkosten. Prädikat: superlecker, denn überhaupt nicht so süß wie die konventionellen Marmeladen.
Übertage
Eigentlich war ja für dieses Wochenende die LA(H)N-Party angesetzt. Schon im Laufe der Woche zeichnete sich ab, dass es Freitag später werden könnte. Also kündigte ich schon mal ein verspätetes Eintreffen an. Und es kam, wie es kommen mußte – am Freitag Vormittag erreichte mich der Ruf, das Emergency Response Team am Samstag Vormittag zu bilden. Da ich ohnehin noch einige Probleme auf meiner Liste zu erledigen hatte, saß ich auch heute Morgen wieder früh an meinem Platz und ließ die Tasten klappern. Als ich dann heute Mittag wieder heim kam, ließ ich mich erstmal auf mein Sofa sinken und machte ein kleines Nickerchen, das irgendwie erst 17 Uhr zu Ende. Ich hätte also ohnehin eine denkbar schlechte Figur dieses Wochenende abgegeben.
Irgendwie hatte ich mich schon glatt unter Verdacht, dass ich meinen Blog vernachlässige, aber der letzte Beitrag ist ja gerade mal 9 Tage alt. Also setze ich mal an der Stelle auf. Wie angekündigt, ging es Donnerstag Vormittag auf nach Dresden. In Bayreuth kam ich dann in ein Schneegestöber, dass die Autobahn komplett zugeschneit war. Mir schwante schon Böses, aber hinter Hof wurde es wieder besser und ich hatte freie Bahn bis Dresden. Da ich gut in der Zeit lag, konnte ich noch vor dem Termin etwas Essen und fuhr dann nach Radebeul raus. Dort setzten wir uns zusammen, besprachen ein paar Entwicklungen der nächsten Zeit und allgemeine Probleme. Zum späten Nachmittag fuhr ich dann zu meinen Eltern und abends kam dann das langersehnte Squashmatch. Ich schlug mich für ein Jahr Abstinenz doch sehr wacker und konnte noch das ganze Wochenende von dem Muskelkater zehren. Vielleicht lag es auch daran, dass ich zusätzlich noch am Sonntag Vormittag schwimmen gegangen bin, aber das tat mir eher gut.
Da meine Eltern Anfang der Woche in ihren Urlaub wollten, fuhr ich bereits Sonntag nach dem Mittag wieder heim und machte mir noch einen schönen Sonntag Abend und einen angenehm ruhigen Montag daheim. Natürlich nicht, ohne ein obligatorisches Essen zu brutzeln. Dieses Mal war es ein Hähnchenschnitzel im Käsemantel.
Ich hatte letztens irgendwann festgestellt, dass mein Headset den Geist aufgegeben hatte und besorgte mir ein Neues. Problematisch war dabei, dass ich kaum ein brauchbares Signal im Rechner erhielt. Sämtliche Foren rieten dazu, dass man unter den erweiterten Einstellungen den Mic-Boost aktivieren soll. Keine Chance für mich, denn die erweiterten Einstellungen waren bei mir inaktiv. Ich suchte eine halbe Stunde herum, bis ich auf der letzten Seite der Einstellungen meiner Soundkarte den Schalter “Mikrofonverstärker einschalten” fand. Ja super, besser hätte man den nicht verstecken können.
Da sich morgen hervorragendes Wetter angekündigt hat, werde ich morgen wohl wieder mit einem Kollegen auf Fototour gehen. Bis dahin werde ich noch etwas Charakterpflege (virtuell) betreiben und in Gedanken dem Gemetzel der LA(H)Ner beiwohnen.
PS: Nicht vergessen – letztes Wochenende im März bzw. Oktober: Spring forward, fall back!
