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Gefährliches Halbwissen

Category: Allgemein

Hallo 2008!

War es das schon? Ich bin doch eben erst in meiner neuen Wohnung eingezogen, habe meine neue Arbeit angefangen und nun soll 2007 schon wieder Geschichte sein? Wenn auch das alte Jahr kalendarisch abgeschlossen ist, habe ich es psychisch noch nicht ganz abgeschlossen. Da fehlt noch eine Kleinigkeit. Aber die letzten Tage des alten Jahres haben mir ganz gut geholfen, alles etwas beiseite zu schieben.

Angefangen hat es mit der Blogverschwörung. Noch vor Weihnachten schrieb mich Frank (mit Blog) im Auftrag von Martina an, dass ich mich bei ihr melden soll – keine Ahnung worum es ging. Nachdem sie die Katze aus dem Sack ließ – ein Überraschungbesuch bei Dirk – wurden wir uns schnell über den Termin einig. Also packte ich am Morgen des 28.12. meine Sachen und begab mich auf den Weg Richtung Norden. Ich stieg in Bamberg bei trübem Wetter und -2°C ins Auto und als ich mich meinem Ziel näherte, machte ich (staubedingt) noch eine kleine Pause. Sonnig, 9°C – es war wie Frühling.

Als ich ankam, machte mir Martina die Tür auf, wir begrüßten uns und Dirk schaute mich aus dem Wohnzimmer an. Und er schaute weiter, ohne erstmal was zu sagen. Ich dachte: Erkennt er dich jetzt nicht? Ist die Überraschung geplatzt? Aber nein, die Überraschung stand deutlich in sein Gesicht geschrieben. Wir setzen uns ins Wohnzimmer und tranken erstmal Kaffee und quatschten. Später stieß dann noch Frank hinzu und so ließen wir den Abend ausklingen.

Den nächsten Tag fuhren wir ins CentrO, einem Einkaufszentrum der etwas größeren Sorte. Nach mehreren Stunden bummeln, fuhren wir wieder heim. Ich hätte nie geglaubt, dass es Bücher wie “Bestellungen beim Universum” bzw. “Reklamationen beim Universum” gibt. Normalerweise komme nur ich auf so einen Unsinn. Rückblickend kann ich nur sagen – ich hätte nicht gedacht, dass es tatsächlich funktioniert. Vielleicht sollte ich mal wieder schreiben, aber dazu ist mein Frustpegel noch nicht hoch genug. Zurück zum Überraschungsbesuch… Wir ließen uns auf die Couch fallen und für einen kurzen Moment fand ich das Betrachten meiner Augenlider von innen schöner. Nach dem Päuschen und einem Besuch beim Dönermann (einstimmig beschlossen) fuhren wir in den Duisburger Hafen in eine Cocktailbar. Es wurde Flirten garantiert, aber bei den Hühnern neben uns verging das einem ganz schnell.

So wurde es später Abend, wir genehmigten uns noch einen Absacker daheim und fielen dann ins Bett. Während des Frühstücks wurde beschlossen, dass ich das nächste Mal zur “Nacht der Museen” wieder auf der Matte stehe. Anschließend ging es weiter nach Marburg. Der Weg war frei, ich genoss die Musik und flog dabei über die Autobahn. Es reichte nicht, ich war trotzdem der letzte, der in Marburg eintraf. Nach dem wir Kaffee getrunken hatten, gingen wir zu den wesentlichen Sachen über: Pokern. Thomas erklärte schnell die Regeln, wir begannen und schon wenige Stunden später waren wir mit dem ersten Spiel fertig. Warum denn nicht noch eins? Und noch ein kleines? Und eins zum Abschluss? Die Einsätze waren aber auch wirklich hoch: Wer als erster sein Spielgeld verloren hatte, machte den Abwasch…

Und plötzlich war zwischen Lachen, Quatschen, Spielen und Essen der Nachmittag des 31.12. herangerückt, die Gäste kamen (klingt jetzt doof, weil ich ja auch Gast war) und wenig später waren auch die von Alex gegrillten Steaks und Würste fertig. Später stand dann noch “Dinner for one” auf dem Programm und im Anschluss spaltete sich die Truppe in Pokerspieler und “Nobodys perfect”-Spieler auf. Die “Eye Toy”-Minderheit wurde durch Platzmangel von den Pokerspielern assimiliert und wenige Augenblicke später war es Mitternacht. Ich glaube, es war neblig draußen oder wir waren das, ich kann das nicht so genau bestimmen. Nach dem Begrüßen des neuen Jahres ging es drinnen mit “Wer bin ich?” weiter. Wie ich bereits im letzten Beitrag erwähnte, scheiterte ich kläglich an Al Capone, obwohl ich die Idee gut fand. Der Morgen nahte und erinnere mich nur noch an das Display meines MP3-Players, der mir verkündete, dass es nach 4:30 Uhr war, bevor ich einschlief…

Das von mir gesetzte Ziel, mit dem neuen Jahr das Rauchen einzustellen, konnte ich nicht ganz erfüllen, der Überschuss an Zigaretten langte noch ins neue Jahr hinein. Und so kam es, dass ich gestern Morgen die letzte Zigarette rauchte. Ich bitte, kleine Gereiztheiten in den nächsten Tage großzügig zu entschuldigen. Gesundes neues Jahr euch allen!

Zwischen Christbaumkugel und Silvesterrakete

Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert. Meine Idee, am 23.12. zu fahren, erwies sich als äußerst günstig. Die Autobahn war nur mäßig belebt und ich hatte freie Bahn. Mein Autoradio und mein MP3-Player verstanden sich großartig und ich rollte zu einer bunten Mischung meiner Lieblingstracks gen Heimat.

Daheim angekommen, entschloss ich mich, faul zu sein und zu dem alljährlichen Vorweihnachtstreffen mit dem Auto zu fahren. Meine Freunde unterstützten mich in meinem Bestreben, schnell war das Auto voll und wir fuhren in die Neustadt. Diesjähriger Austragungsort war der dort ansässige Mexikaner (täusch ich mich oder wird mein Blog langsam mexikolastig?). Dort saßen wir bis nach Mitternacht, aßen, quatschten und lachten.

Weihnachten verging wie im Flug und ich staunte stellenweise nicht schlecht, von wem ich Weihnachtsnachrichten bekam. Um dem Weihnachtsspeck garnicht erst die Chance zu geben, begann ich mit meinem Vater mein ehemaliges Kinderzimmer umzuräumen. Hieß im Klartext: Verschraubung zwischen den Schränken lösen, Schrank verschieben, Teppich entfernen, Schrank auf das freie Stück verschieben, nächstes Teppichstück entfernen usw. Zur Belohnung ging es abends dann in den Kulturpalast zum 4. Außerordentlichen Konzert. Auf dem Programm standen Tschaikowskys 1. Sinfonie und Ausschnitte aus “Die Nacht vor Weihnachten” von Rimski-Korsakow. War soweit ganz schön, wenn die “Ausschnitte” sich nicht über eine Länge von 2 Stunden hingezogen hätten. Musikalisch einwandfrei, aber in russisch vorgetragen. Zum Glück wurden die Ausschnitte moderiert, sodass man einen kleinen Einblick gewann, worum es sich bei dieser Oper dreht. Und ich wurde in meiner Meinung bestätigt – Opern sind nicht meins.

Am 26.12. ging es nach dem Kaffeetrinken wieder nach Hause. War auch wieder ein hervorragender Gedanke, denn die Autobahn war zwar belebt, wenn nicht sogar stellenweise regelrecht leer. Daheim wurde ich ziemlich frostig empfangen, die abgedrehte Heizung hatte das Wohnzimmer auf frische 10°C abgekühlt. Nach einem heißen Bad war es dann doch erträglicher und ich flog schnell über meinen Maileingang. Jede Menge Antworten auf meine Weihnachtsmails und zwischendrin mit einem 8,5-MB-Anhang die Antwort von Sammie aus Austin (Texas). Der Januar-Podcast kann kommen…

Die nächsten Tage werde ich mich mal um meine Plattensammlung kümmern, damit ich Anfang nächsten Jahres weiß, was dieses Jahr gut lief und was nicht. Darauf wird sich dann auch mein Jahresrückblick beschränken, denn zu meinen persönlichen Erlebnissen 2007 habe ich noch keine Meinung. Ich gebe mir heute mal den Luxus, einen Blick in die Sterne zu werfen, mal sehen was das neue Jahr bringt. Natürlich meint jedes Horrorskop etwas anderes und deswegen pick ich mir mal das Originellste heraus.

Es brodelt in Ihrer Seele: Da gibt es noch etwas aufzuarbeiten, was einer harmonisch erfüllten Beziehung im Weg steht.” Ich habe es befürchtet, denn das entspricht ungefähr dem aktuellen Stand der Dinge. “Spätestens im Herbst verfallen Sie erneut in Liebesrausch, so dass Sie am Ende von 2008 garantiert nicht alleine unterm Weihnachtsbaum sitzen werden.” Ahh, eine gute Nachricht, ich werde also nächstes Jahr wieder einen Weihnachtsbaum haben oder wie sollte ich diesen Satz verstehen? Schauen wir mal weiter… “Ein schönes und harmonisches Zuhause streichelt die Seele auch – sorgen Sie dafür!” Also doch ein Weihnachtsbaum! Ich hatte eigentlich vor, mein Wohnzimmer neu einzurichten, aber das lasse ich jetzt mal lieber. “Zu besonderen Energieschüben werden Ihnen die Sterne im Jahr 2008 nicht gerade verhelfen.” Wahrscheinlich genau aus diesem Grund. Der Weihnachtsbaum nächstes Jahr wird mich schon genug Kraft kosten. Was erwartet mich denn sonst noch? “[...], sollten Sie sich mit dem Durchschnitt zufrieden geben oder selbst häufiger mal die Initiative ergreifen, damit die Routine des amourösen Alltags nicht überhand nimmt.” Das lasse ich jetzt mal unkommentiert, die Routine ist ja zur Zeit echt unerträglich. Würfeln wir mal ein paar Horrorskopseiten weiter. “[...] so könnte sich bereits ab Mitte Januar eine leidenschaftliche, prickelnde Bekanntschaft entwickeln.” Dann habe ich jetzt schon drei Termine für nächstes Jahr: Anfang Januar – alte Beziehung aufarbeiten, Mitte Januar – prickelnde Beziehung beginnen und dann noch im Dezember der Weihnachtsbaum. Passiert denn dazwischen überhaupt nichts?

X-mas 2k7

weihnachtsbaumDie Geschenke sind verpackt, Weihnachtsmails sind verschickt und auf mich wartet morgen früh nur noch das Bügeln von ein paar Hemden und dann geht es Richtung Heimat. Dort wartet ein straffes Programm auf mich. Fängt mit dem alljährlichen Treffen am 23.12. an, geht über das 4. Außerordentliche Konzert im Kulturpalast und endet mit dem Ausräumen des Arbeitszimmers bei meinen Eltern und das sind nur die nichtweihnachtlichen Ereignisse.

Ich hatte gestern Abend mal den Versuch gewagt einen Rückblick auf das Jahr zu werfen, habe mich dann aber entschlossen, den Jahresrückblick für dieses Jahr anders ausfallen zu lassen. Dafür stehen schon ein paar Ziele für das nächste Jahr fest – die Umgestaltung von Wohn- und Schlafzimmer und (man höre und staune) mich wieder in die Reihen der Nichtraucher einzugliedern.

Diese Woche erfuhr ich dann auch noch, dass der mittelalterliche Weihnachtsmarkt in Dresden abgebrannt ist. Da es immense Schäden an der Bausubstanz gab, wird von Seiten der Stadt spekuliert, den mittelalterlichen Weihnachtsmarkt nicht mehr stattfinden zu lassen. Viele der betroffenen Händler waren wohl nicht gegen Brand versichert und müssen neben dem ohnehin entstandenen Verlust auch noch diese Schlappe einstecken. Dabei gehörte der mittelalterliche Weihnachtsmarkt doch einfach mit dazu. Aber die Stadt hat offensichtlich nach wie vor ein sicheres Händchen dafür touristische Attraktionen brachliegen zu lassen (Stichwort: Fernsehturm).

Ich will aber meinen Kopf nicht noch mehr mit komischen Gedanken vollstopfen, da wüten jetzt schon wieder genügend Sachen in mir drin, gerade als ich den Blick auf den Anfang des Jahres warf. Statt dessen will ich doch mal weniger über mich berichten, sondern auch mal was zur Allgemeinbildung beitragen. Heute mal etwas mexikanisches…

Die Geschichte von Mexiko-Stadt geht in das Jahr 1325 zurück, wo der Legende nach Azteken von ihrem Oberchefgott Huitzilopochtli die Anweisung erhielten, sich dort niederzulassen, wo sie einen Adler finden, der auf einem Kaktus eine Schlange frisst. Um 1519 fielen dann die Spanier in die Stadt ein, die damals noch Tenochtitlán hieß und damit begann das Ende der Aztekenzeit. Wer jetzt die Geschichte mit dem Adler und Schlange schon merkwürdig fand, sollte mal einen genaueren Blick in die aztekische Mythologie werfen. Denn der Vater von Huitzilopochtli (auch Uitzilopochtli oder Vitzliputzli genannt) war ein Ball Federn (Mixcoatl). Seine Mutter war von diesem Ball Federn unehrenhaft schwanger geworden, weshalb seine ältere Schwester (Coyolxauhqui) die Mutter noch vor seiner Geburt tötete. Huitzilopochtli nahm ihr das übel, sprang aus dem Leib der Mutter und tötete seine Brüder (400 Stück) und seine Schwester. Wer einen solchen Gott anbetet, opfert auch gern mal den einen oder anderen Kriegsgefangenen. Also wurde der Gefangene in der Opferfarbe Grau gestrichen, vier Priester hielten ihn fest, während der fünfte ihm mit einem Obsidianmesser das Herz herausschnitt. Schreien war bei dieser Prozedur jedoch nicht erwünscht und es wagte auch keiner seiner Opferung zu widersprechen.

Dies also ein kurzer Umriss aus der Mythologie der Azteken und das einen Tag bevor wir den Geburtstag von Jesus feiern. Bloß gut, dass damals kein Ball Federn unterwegs war, wer weiß wie Weihnachten dann hier aussehen würde. Und bevor es noch mehr ausartet – an alle meine Leser:

Ich wünsche Euch ein wunderschönes Weihnachtsfest im Kreis eurer Familien, Eltern und/oder Kinder. Lasst euch reich beschenken oder genießt einfach die gemeinsame Zeit. Ein paar erholsame Tage wünscht Euch,

Jan

Der Anfang vom Ende (meines Urlaubs)

postcrossing40Die Postcrossingmaschine arbeitet langsam, aber sie arbeitet. Nachdem ich letztens die Info bekam, dass eine meiner Karten angekommen wäre, trudelte letzte Woche eine Karte aus Japan bei mir ein, von einer Australierin, die jetzt in Japan unterrichtet. Eines meiner Lieblingsmotive – “Buddha bestellt 5 Pils”. Oder wie mein Lieblingsprovider für Nerdware so schön auf einem T-Shirt schreibt “Jesus saves. Buddha does incremental backups.” Trotzdem stehen immer noch zwei Karten aus, bereits seit 50 Tagen unterwegs sind. Aber ich glaube nicht, dass eine Karte nach Finnland so lange benötigt.

Freitag Abend ging es dann mit Kollegen auf die Kartbahn in Weihenzell. Ich glaube es gibt günstigere Wege dorthin, als zwischen 17 und 18 Uhr durch Nürnberg zu fahren und dann durch die Pampa zu zuckeln, aber das Navi war der Meinung, der Weg wäre der Beste. Und so waren wir auch mal locker zwei Stunden unterwegs. Zu Beginn gab es eine kleine Einweisung für Erstfahrer und Erkenntnisresistente, was das Kart und das Verhalten auf der Bahn betrifft. Dann nochmal für alle die Flaggen, Signalzeichen und der Ablauf des Rennens.

kartfahren

Schon im Vorfeld wurden Teams zu jeweils drei Fahrern ausgelost. Dann begann das Qualifying. Jedes Teammitglied durfte 8 Minuten fahren und die schnellste Zeit des Teams wurde für die Startaufstellung gewertet. Die erste Runde fuhr ich noch sehr vorsichtig, da mir der Hallenboden sehr suspekt war. Aber schon nach 2., 3. Runde hatte ich den Dreh raus, wieviel Gas ich geben konnte, ohne Bekanntschaft mit dem Reifenstapel zu machen. Unser Team landete ziemlich weit hinten in der Startaufstellung, aber wir hatten das Glück, dass unser schnellster Fahrer das letzte Qualifying gefahren ist und damit gleichzeitig erster Fahrer im Rennen war. Relativ schnell arbeitete er sich auf den zweiten Platz vor und dann passierte das Unfassbare: Der Führende (mein ehemaliger Entwicklungschef) kassierte die blaue Flagge, dass er den zweiten überholen lassen soll. Beim Fahrerwechsel stieg er dann wüst schimpfend aus.

vollmondfunkelnAls ich einstieg, lag unser Team mit zwei Runden Vorsprung in Führung. Die haben wir auch bitter nötig gehabt, denn ich fuhr zwar schon schnell, aber noch lange nicht am Limit. Zumindest rettete ich den ersten Platz bis fast zum nächsten Fahrerwechsel und wurde dann einkassiert. Für das erste Mal im Kart sitzen und dann gleich zum Spitzenfahrer mutieren – keine Chance. Also übergab ich unser Kart mit einem guten zweiten Platz an unseren letzten Fahrer, der auch das erste Mal fuhr. Zum Ende des Rennens waren wir dann Vorletzte. Aber auf die Platzierung kam es mir ja auch nicht an, der Spaß am Rumheizen zählte. Nach der Siegerehrung und der Aufzählung, welches Team wieviele Strafen kassierte, ging es dann zu einem leckeren Chili über und machten uns dann später auf den Heimweg. Auf der Heimfahrt wurden dann die Handys herumgereicht und bei irgendwelchen Leuten angerufen, um sie so lange wie möglich mit der Nummer “Ich hab hier ein Handy gefunden, wem gehört das denn?” in der Leitung zu halten. Einer telefonierte und die anderen haben sich kaputt gelacht. Als ich dann wieder zuhause funkelte es verdächtig in meiner Wohnung. Es war Vollmond und die feinen Eiskristalle auf dem Dachfenster sorgten für ein glitzerndes Licht.

putencurry mit erdnussreis

Am Samstag ging es dann abends wieder mit Kollegen weg – Cocktails trinken. Ich wurde auf den neuesten Stand auf Arbeit gebracht und wir landeten bei den üblichen Themen: Softwareentwicklung, Lebensdauer von Software usw. Zum Absacker gab es dann noch bei Livemusik ein Guinness und bevor ich nach Hause fuhr, durfte ich zum zweiten Mal an diesem Abend mein Auto freikratzen. Da ich am Samstag eine ganze Menge Zugluft abbekam, hatte ich (wie nicht anders zu erwarten) am Sonntag Kopfschmerzen. Ließ aber im Laufe des Abends nach, ich quatschte noch ein bißchen mit Jenny, die sich “einfach so” meldete. Aber “einfach so” ist bei mir nicht, sie muss gewußt haben, dass ich was ausbrüte. Ich hatte ja noch vor, mir am Sonntag ein Putencurry mit Erdnussreis zu machen, verschob es aber wegen der Kopfschmerzen auf Montag. Montag fuhr ich auch noch ein bißchen herum und hab jetzt fast alle Weihnachtsgeschenke zusammen. Weihnachten kann kommen! Heute beging ich wieder den tödlichen Fehler, den Buchladen zu betreten und dass nachdem ich noch am Morgen Bücherrezensionen gelesen hatte. Das Ergebnis: “No future” von James P. Othmer. Ein teils autobiographisches Buch über einen Futurologen, der allen verspricht, was sie hören wollen, bis er sich eines Tages entschließt, die Wahrheit zu sagen.

2008 wird ein rotes Jahr

kalender2008Anfang der Woche hatte ich schon die ersten Rundgänge für Weihnachten erledigt. Erste Erkenntnis – Geschenke für andere gibt es, sie müssen nur noch geholt werden. Nachteil der ersten Erkenntnis: Man entdeckt auch Sachen, die man selbst gern hätte. Hochgradig gefährlich sind natürlich Buchläden und Läden, wo man brauchbare Musik erhält. Denn im Buchladen fiel mir ein, dass ich noch einen neuen Kalender gebrauchen könnte. Und als hätte ich es nicht geahnt, steht vor mir der Moleskin 2008 (Limited Edition). Leider nur in dem feurigen Rot erhältlich, dafür aber unglaublich praktisch aufgeteilt. Links Wochenübersicht, rechts Platz für Notizen und jede Menge Aufkleber für alle möglichen Gelegenheiten. Natürlich konnte ich dem Stück Maulwurfshaut nicht widerstehen und schon war er meine. Daheim war dann erstmal “Pimp my Moleskin” angesagt und ich verpasste ihm ein paar von den ant-zen-Aufklebern, die sich im Laufe der letzten Bestellungen angesammelt hatten. Sieht zwar jetzt aus wie eine Mischung aus kommunistischem Parteibuch und einem chinesischen Ratgeber für Ameisenkunde, aber er gefällt mir jetzt wesentlich besser.

Die Krönung baute sich im Laufe der letzten Wochen auf, als ich Wäsche waschen wollte und in den Keller ging, die Waschmaschine vollstopfte und dabei einen Blick auf den letztens installierten Wasserzähler warf. Irgendwie war das nicht die Zahl, die ich im Kopf behalten hatte. Aber man ist ja vergesslich, also schrieb ich mir den Stand nach dem Waschen auf und ließ es darauf beruhen. Ich hatte einen Verdacht im Hinterkopf. Letzte Woche ging ich wieder runter und siehe da, der Zähler wandert ohne mein Zutun weiter. Ruckzuck hatte ich meine Vermieterin dran, sprach meinen Verdacht aus. Sie kümmerte sich darum und noch am selben Abend stand mein Nachbar vor der Tür und fing mir an einen Geschichte zu erzählen. Sie begann mit dem Tod seiner Mutter, wo die Waschmaschine bereits 8 Jahre alt war und nun wäre sie wohl 20 Jahre alt (also die Waschmaschine, nicht die Mutter) und würde sich nicht mehr richtig drehen. Da ich eine Maschine der gleichen Firma hab, wollte er nachsehen, ob sich meine dreht (Wie rücksichtsvoll!), weil bei seiner wahrscheinlich der Keilriemen kaputt ist. Dieser Vortrag ging ungefähr 10 Minuten und ich hielt mich vorsichtshalber am Türrahmen fest, damit ich nicht in schallendes Gelächter ausbreche. Die Ansprache lief darauf hinaus, ob er, bis er sich eine neue Maschine leisten kann, meine mit benutzen darf und wir uns in die Wasserkosten reinteilen. Eigentlich hätte an der Stelle ein Vortrag meinerseits folgen sollen, dass ich prinzipiell kein Problem damit hätte, er hätte vielleicht vorher fragen sollen, aber da das im Widerspruch mit meiner Einstellung gegenüber Leuten, die versifft den ganzen Tag am Busbahnhof hocken und sich die Lichter ausschießen, gestanden hätte, ließ ich es bei einem “Nein!” bewenden.

kuechentuecherNachdem dann die Wäsche nun getrocknet war, konnte ich sie heute abnehmen und wegräumen. Darunter drei Wischtücher, die ich beim Ausräumen der Wohnung meiner Oma mitgenommen habe. Man stelle sich vor: Original verpackte (Mint condition!) und absolut unbenutze Wischtücher aus dem Hause VEB Frottana Großschönau, Einzelhandelsverkaufspreis (EVP) – 10,65 M. Für das Geld hätte man sich seinerzeit 13 Bauernbrote holen können oder wenn man 6 Packungen von den Wischtüchern gehabt hätte, wäre das die Miete für eine 3-Raum-Wohnung gewesen. Gravierender Vorteil: Die Teile halten nahezu ewig und sind außerdem Made in Germany, was man von den heutzutage erhältlichen Geschirrtüchern wohl mehrheitlich unter Garantie nicht behaupten kann.

Am meisten frustriert mich momentan das Wetter. Wo hat sich denn die Klimaerwärmung dieses Jahr versteckt? Es ist Ende November und wenn ich morgens die Nase aus dem Fenster stecke, hab ich das Gefühl: Es ist Ende November. Jeden Tag höre ich aufs Neue, dass auf der Strecke Bamberg – Würzburg eine Baustelle ist, die einen kilometerlangen Stau erzeugt. Demzufolge muss der Besuch von Würzburg wohl noch etwas warten. Also müssen andere Beschäftigungen herhalten. Ich grabe DVDs aus, die ich mir schon vor etlicher Zeit geholt habe und nun endlich mal anschauen kann, so z.B. “Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran”. Der Film hat mir wirklich gut gefallen, schauspielerisch ganz hervorragend, auch wenn mir die Handlung etwas flach vorkam. Da ich aber das Buch nicht gelesen hab, aber schon mehrfach davor stand und weiß, dass es nicht gerade der Wälzer von Buch ist, wüßte ich nur zu gern, ob das Buch wesentlich besser ist, wie der Film und es sich somit lohnt, das Buch zu lesen.

Damit sich wir schon wieder bei einem meiner Lieblingsthemen – Bücher lesen. Nachdem ich schon mal Sue Townsends “Downing street No. 10″ gelesen hatte, wurde mir von der Tanzfee eins der Adrian-Mole-Tagebücher empfohlen. Seit Montag mit einem Lesezeichen versehen: “Adrian Mole und die Achse des Bösen”. Es war eine ganz schlechte Idee, damit vor dem Einschlafen damit zu beginnen, denn das Buch beginnt mit einem Brief an Tony Blair, in dem er ihn auffordert eine schriftliche Bestätigung zu schicken, dass der Irak Massenvernichtungswaffen besitzt und somit in der Lage ist Zypern innerhalb von 45 Minuten anzugreifen, damit Adrian Mole die 57,10 Pfund Anzahlung für seinen Zypernurlaub zurückerhält. Mittlerweile hab ich die Hälfte des Buchs fertig und komme nicht aus dem Lachen heraus. Dem ersten Brief folgen weitere (unter anderem Erinnerungsbriefe) und es gesellt sich eine Ja – Nein – Vielleicht – Getrennt – Verlobt – Nie – Wiedersehen – Doch – Wieder – Zusammen – Beziehung hinzu. Aber die SMS’ mit der Schwester der Ja-Nein-[...]-Freundin ist glasierte Kirsche auf dem Törtchen. Momentan reicht es, wenn ich daran denken muss, um weiter zu lachen. No. 1 Buch gegen Herbstdepression, senkrecht stehende Schneeflocken und andere Leiden der dunklen Jahreszeit.

puzzle smileysNachdem mir Claudia letztens erzählte, dass sie ein Puzzle geschenkt bekommen hat, hielt ich es für eine gute Idee, mir die Zeit im Urlaub (siehe Wetter und Kälte) mit einem Puzzle zu vertreiben. Kaum zu glauben, was für grauenhaft kitschige Motive man erstehen kann. Da fällt es wirklich schwer, sich zwischen springenden Delfinen im Mondschein, Löwenbabys und Sonnenuntergängen zu entscheiden. Also habe ich mich für eins mit vielen gelben Teilen entschieden. Hat mich die letzten drei Tage gekostet und siehe da – fertig! Ich werde mich aber trotzdem nicht an das nächste setzen, das ist ja ein unheimlicher Zeitfresser. Kaum schaut man mal schnell drauf, sind zwei Stunden vergangen. So hätte ich heute fast meinen Klavierunterricht verpasst.

Und um den Tag der Schutzpatronin der Musik würdig zu feiern, hatte ich heute mal was mitgebracht, wo ich meine Klavierlehrerin bat, es mir vorzuspielen. Und deshalb gab es heute zu Ehren von Cäcilia – Meine Klavierlehrerin plays The Aphex Twin. An einem richtigen Klavier klingt das ohnehin viel besser als von Plastikscheibe.

Die Sechs-Machine

Endlich kann ich mich mal zusammenreißen und den Rest der Nummernschildgeschichte aufschreiben. Der Montag Morgen begann mit einem Besuch auf der Polizei – im Gegensatz zum Telefonat am Sonntag Abend waren alle sehr freundlich. Nachdem ich mein Anliegen geschildert hatte, kam sofort ein Beamter, notierte sich alles und sagte mir, dass er die Kollegen in Chemnitz anruft, da auf die Autobahnmeisterei nicht so Verlass wäre. Er wollte mir anschließend Bescheid geben, ob das Schild gefunden wurde, da es sonst für bedeuten würde, neue Nummernschilder zu beantragen.

Gegen Mittag kam dann der etwas depremierende Anruf, dass er gerade die Meldung von den Kollegen erhalten hat, die das Schild nicht auffinden konnten. Er sagte mir, dass er die Verlusterklärung bereits ausgestellt hätte und ich bräuchte dann nur noch vorbeikommen und das Schreiben abholen. Also fuhr ich nach Arbeit hin, erzählte an der Anmeldung, dass ein Schreiben für mich bereit gestellt wäre. Der Beamte quälte darauf hin seinen Computer und meinte, es gäbe keinen Kollegen dieses Namens bei der Verkehrspolizei, sondern nur bei der Kripo. Also suchte er meinen Vorgang, lachte und meinte, das System würde seine eigenen Kollegen nicht kennen und schon kam jemand mit dem Schreiben, sah sich schnell mein Auto an und händigte mir die Erklärung aus.

Da die Zulassungsbehörde fast nur vormittags offen hat, wartete ich bis Mittwoch (meinem ersten Urlaubstag). Ich war sofort an der Reihe, legte alle Schreiben auf den Tisch und suchte mir ein neues Kennzeichen aus, denn das alte ist für die nächsten fünf Jahre gesperrt. Ich hatte gerade nochmal Glück, denn die Buchstabenkombination gab es noch ein einziges Mal. Ich ließ mir neue Schilder anfertigen und fragte anschließend noch, ob sie eine Deckungskarte der Versicherung benötigen. War nicht nötig, ein Anruf würde genügen. Ich brachte das Nummernschild hinten an, fuhr in meine Werkstatt und besorgte mir eine neue Halterung für das vordere Schild (gab es gratis). Somit beliefen sich die Gesamtkosten auf knapp über 60 Euro – und das für einen herrenlosen Eimer auf der Autobahn.

Zuhause angekommen klingte ich dann noch schnell bei meiner Frisörin durch und kam gleich mittags dran. Anschließend ging ich noch einkaufen, denn seit dem Wochenende hatte ich nichts mehr geholt und die Vorräte schwanden. Nachdem alles dringende hinter mir lag, konnte ich mich mal wieder meiner Lieblingsbeschäftigung widmen – die Ramschkisten mit den CDs im Supermarkt durchsuchen. Nachdem ich mich durch Berge von CDs gewühlt hatte, die wirklich keiner haben will, hielt ich “Die Reklamation” von den Helden in der Hand. Schnäppchen – meins! Abends traf ich mich dann noch Kollegen auf ein Bierchen, war aber etwas reduziert, mein Schädel brummte mal wieder, außerdem konnte ich dem Thema “Kücheneinrichtung” und den Vorteilen eines Induktionsherds nicht viel abgewinnen.

Ich hatte letztes Wochenende auf Wunsch einer einzelnen Frau mit “Das Jesus Video” von Andreas Eschbach angefangen. Wenn man zuviel “Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod” gelesen, stolpert man schon über den Titel. Ich hatte mich schon letzten Freitag durch die ersten 40 Seiten gekämpft und war schon etwas skeptisch, dass die Spannung gleich am Anfang so anzog. Wie wollte er denn die Spannung das gesamte Buch über halten? Wie sich später herausstellte, gelang ihm das nicht so recht. Andreas Eschbach greift dabei sehr gern auf das Prinzip der Fortsetzung zurück, wo gegen Ende des Kapitels schon der nächste Schritt klar ist, man sich aber noch durch gut 20 Seiten eines anderen Handlungsstrangs kämpfen muss, um zu erfahren, dass alles so eintritt, wie man es erwartet hat. Es ist nicht gerade so, dass es nicht spannend geschrieben wäre, aber die Hinhaltetaktik gefällt mir ganz und garnicht. Er verliert sich sprachlich auch sehr oft in Vergleichen, die ich zwar auch gerne hier verwende, aber man kann es auch übertreiben. Da ich nun endlich damit fertig werden wollte, schnappte ich mir heute Morgen das Buch und gab mir bis kurz nach 12 die restlichen 300 Seiten. Wenn man nicht anhand der verbleibenden Seiten gesehen hätte, dass noch mehr folgte, wäre ich mit dem Ende zufrieden gewesen, dass die Kamera komplett zerstört wird. Es muss nicht immer ein Happy End geben. Aber nein, Andreas Eschbach drückt auf “Fast forward” und rasselt in den letzten Seiten runter, als hätte er keine Lust mehr gehabt. Von den Charakteren bleibt nichts mehr übrig, außer den Namen – es hätte auch jeder x-beliebige sein können, das wäre garnicht aufgefallen. Die Hauptdarsteller, die in mühsamer Puzzlearbeit die Teilchen für das Gesamtbild im ganzen Roman zusammengetragen haben, vergessen ihren Scharfsinn und begnügen sich damit, den Reisenden anhand der Tatsache zu identifizieren, dass er Amerikaner ist, nach Isreal fliegt und das Modell der Kamera bei sich trägt.

Bevor ich heute Morgen meinen Lesemarathon startete, klemmte ich mich noch schnell an den Rechner und mir fiel, dass ich letztens bei thelastbeat.com las, dass Anfang November das neue Album “Untrue” von Burial erscheint. Also habe ich da mal reingehört. Einmal hat schon gelangt… aber hört doch selbst.

 

Wenn, dann richtig!

Angenommen du wärst ein Polizist und hältst ein Auto an, dass ohne Nummernschild herumfährt. Bei einer genaueren Untersuchung stellst du fest, dass der Kofferraum voller Elektronik ist. Was würdest du denken?

Das mich noch jemand anhält, wäre die Krönung des sonst schönen Wochenendes gewesen. Das Wetter war ohnehin schon ziemlich mies. Starker Wind, Regen, Schnee – schon am Freitag, als ich in die Heimat fuhr. Mal abgesehen von den üblichen Unwissenden kam ich sehr gut durch. Samstag verluden wir einen Schuhschrank für meine Oma und gingen nochmal in ihre Wohnung, um noch ein paar Sachen zu holen. Ich hatte mich bereit erklärt mich ihrer Elektronik anzunehmen, also landeten ein Dampfbügeleisen, Verstärker, CD-Player und Videorekorder und die Boxen in meinem Auto. Wir fuhren zu ihr, luden alles aus, bauten auf und ich erklärte ihr noch was an ihrer neuen Anlage. Meine Eltern sprachen noch etwas mit ihr durch, ich ging mir die Hände waschen und stand gerade im Gang zur Türe, als der Kopf meiner Lieblingspflegerin Andrea zwischen Tür und Rahmen auftauchte, mich anstarrte und meinte “Huch!”. Ich mußte lachen und meinte “Ich hab’s mir anders überlegt. Ich fühle mich schon viel jünger und zieh wieder aus.” Fand sie nicht komisch oder war noch mehr verstört, keine Ahnung. Wir blieben noch ein bißchen und fuhren dann wieder heim.

Abends fuhr ich dann zu Claudi und Basti, später kamen noch Kathrin und Jens dazu, wir aßen chinesisch, quatschen und starrten zwischendurch raus, wo alles komplett zugeschneit war. Als ich dann wieder aufbrach, war schon wieder alles weggetaut. Der Wind blieb aber gleichmäßig stark, auch als ich mich heute Mittag wieder auf den Heimweg machte.

Über der Autobahn hing ein grauer Schleier von aufgespritztem Wasser und ich reihte mich in die Reihe derer ein, die mit den Elementen kämpften. Bei Chemnitz war es dann vorwiegend der Wind, als plötzlich ein kleiner Plastikeimer unter dem Auto vor mir auftauchte und es unter meinem Auto rumpelte. Ich hatte keine Chance auszuweichen. Bei der nächsten Raststätte fuhr ich runter, hielt an und stieg aus. Ich nahm den Geruch von geschmolzener Plaste wahr. Na prima, dachte ich und sah unter Rüedi. Ganz klar, wo der Geruch herkam – der Plastikeimer hatte sich an einer Schelle am Auspuff verklemmt. Ein kurzes Rütteln und schon löste er sich. Aber das war nur das kleine Übel – als ich mir Rüedi von vorn ansah, fehlte etwas. Das Nummernschild. Ganz großartig – ich hoffte, dass es eine unbürokratische Lösung gibt und fuhr weiter.

Als ich ankam, mußte ich feststellen – es wird nicht nur ein Haufen Papierkram geben, sondern auch noch ein bißchen was kosten. Ein Blick ins Internet verwies mich auf die Polizei – Verlust melden. Gut, also rief ich an, mußte mir erstmal anhören, dass ich doch hätte sofort rechts ranfahren müssen, wegen dem Eimer. Nachdem ich Herrn Wachtmeister klarmachte, dass ich auf der linken Spur war und den Eimer ohnehin eingesammelt habe, war er beruhigt. Trotzdem bekam ich die Nummer von der Autobahnmeisterei Chemnitz, die ich anrief und meldete, dass dort mein Nummernschild liegen könnte. Wenn sie es finden, bekomme ich es per Post. Ich war so satt, dass ich erstmal runter ans Auto ging, um die restlichen Sachen hochzuholen. Natürlich nahm ich nur den Autoschlüssel mit und warf die Wohnungstür zu. Größtenteils wird mir mein gnadenloser Optimismus zum Verhängnis, aber in so einem Fall ist er doch echt nützlich. Ist doch schließlich der 11.11., oder?

Guten Abend, gute Nacht!

Die letzten Tage waren schon irgendwie anders. Ich will nicht sagen befreiend, entspannend oder dergleichen. Aber es ist schon angenehm früh aufzustehen, zu frühstücken, noch eine Viertelstunde durch die Blogs geistern, dann auf Arbeit gehen und so viel Wind um die Ohren zu haben, dass man ganz verdattert ist, wenn ein “Mahlzeit?!” in den Raum schallt. Bin ich nicht gerade erst gekommen? Und wenn man dann gegen 7 endlich dazu kommt, seine eigenen Aufgaben zu erledigen, ist das fast schon wie Feierabend. Wenn man des Nachts heimkommt und sich nach einem kleinen Snack ins Bett fallen läßt und noch ein wenig liest, dauert es nicht lang und der Schlaf holt einen ein. Interessant wird es dann, wenn man feststellt, dass es bald keine frischen Socken mehr gibt und sich der Inhalt der Küchenschränke als Abwasch stapelt.

postcrossing38So gesehen ist es kein Wunder, dass ich kaum noch zum Bloggen komme, deswegen gibt es einen kurzen Überblick über die Ereignisse der letzten Tage. Die Postcrossingmaschine hat mir wieder mal zwei Postkarten beschert, aber irgendwie klemmt es momentan. Während die ersten Postkarten noch problemlos ankamen, finden sich jetzt mehr und mehr Nutzer, die sich anmelden, Postkarten verschicken, aber die empfangenen Postkarten nicht registrieren. Ergo – ich schreibe, sie “kommen nicht an” und deshalb empfange ich auch keine Neuen. Erst nach 3 Monaten werden sie auf “expired” gesetzt und dann hat man die Chance eine neue Karte zu erhalten.

Letzten Donnerstag war bei uns Feiertag – Grund genug, sich abends mit Kollegen zusammen zu setzen und ein Bierchen zu trinken. Schöner Abend und idealer Auftakt für den Feiertag, an dem ich WordPress aktualisiert und die Seele ein bißchen baumeln ließ. Und hatte ich nicht gerade “Extrem laut und unglaublich nah” begonnen, hat sich dieses Buch auch in die Reihe der gelesenen Bücher eingereiht. Drei Tagebücher, die sich zu einem vereinen, deren Sinn sich auch erst mit der Zeit erschließt, werden konsequent durchgezogen und durch die Geschichte zieht sich die Suche eines Jungen, der das Schloß zu einem Schlüssel sucht und damit den Tod seines Vaters, der am 11. September umkam, verarbeitet. Unglaublich nah wird das Buch, als eins der Tagebücher von der Bombardierung Dresdens berichtet und erzählt wie der Schreiber die Ereignisse am 11. September auf dem Dresdner Bahnhof (hier haben entweder Übersetzer oder Autor unzureichend recherchiert) verfolgt. Und für einen Moment werde ich Teil der Geschichte – ich war auch in der Stadt, als wir vor einem Riesenfernseher stehen blieben (ohne Ton) und die rauchenden Twin Towers betrachteten. War das ein Film? Konnte ja nicht anders sein, es wirkte ja so unrealistisch. Und was das Buch so richtig gut macht, ist die Offenheit des Buches – es wird nicht angeklagt und melodramatisch geheuchelt, nein, es bleibt realistisch und mit der Gestalt des naseweisen Oskar liebenswert.

Nachdem ich damit durch war, begann ich “Die Straße” von Cormac McCarthy. Nachdem ich mehrfach darüber gelesen hatte, dass sich dieser Endzeitroman ziemlich intensiv mit dem Thema Tod auseinander setzt, wollte ich mehr wissen. Die Vision, die McCarthy zeichnet, ist ein finsteres Thema, dass nahezu jegliches Leben auf dem Planeten ausrottet und die Hauptfiguren, einen Vater und seinen Sohn (der Welt “vorher” nicht kennt), ständig auf der Suche nach Nahrung und mit der permanenten Angst im Nacken, Opfer des Schemas “Fressen und gefressen werden” zu werden, südlich zur Küste ziehen läßt, in der Hoffnung, dass es dort wärmer ist. McCarthy benutzt dabei eine Sprache, welche die Tristesse der verbrannten Welt, der grauen Tage und eiskalten Nächte nahe bringt. Gut gefällt mir, dass er sich nicht, wie man anderer Autor in der ausführlichen Beschreibung von Grausamkeiten verliert, das Erwähnen und die Reaktionen sind entsetzlich genug.

postcrossing39Aber um nicht nur die ganze Zeit bei dem kalten, grauen Wetter daheim zu hocken, ging ich am Wochenende ins Kino. “Odette Toulemonde” stand auf dem Programm. Ein Schriftsteller, intelligent, mit einer erfolgreichen Geschäftsfrau an seiner Seite, die auch noch mit seinem schärfsten Kritiker fremdgeht, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, seine Romane wären etwas für die breite Masse, z.B. Frauen, die Verkäuferinnen und Frisörinnen sind. Und genau eine von diesen – Odette Toulemonde – glaubt an ihn. Der Rest des Film dürfte klar sein, denn er verliert sich genau in diesen schnulzigen, romantischen Klischees, die Inhalt der Romane des Schriftstellers sind. Von daher bleibt mir der Inhalt des Films verschlossen – eine Ode an den Kitsch? Ein Film für die breite Masse? Und nur weil ein paar Lippenstifte zur Musik tanzen, ist der Vergleich zu Amelie bei weitem nicht angebracht. Aber zumindest war die schauspielerische Leistung (Catherine Frot als Odette) überzeugend.

(Eigentlich sollte an der Stelle noch ein Bericht über “Wer früher stirbt, ist länger tot folgen, aber den reiche ich nach.)

Zum Abschluss noch ein wenig aus dem Bereich Musik. Nachdem die ganze Woche Claudia Koreck im Autoradio lief, habe ich mir am Samstag nun endlich die Konzertkarte geholt. Ich hatte mich im Datum geirrt, sie ist am 17.02. in Bamberg. Ich freu mich schon drauf.

Seit einigen Wochen hat die lettische Seite idm-net.lv ihre Tore geschlossen, also werde ich wohl in nächster Zeit verstärkt die Suche nach interessanten Netlabels selbst in die Hand nehmen müssen. Einen kleinen Tipp hatten sie immer parat und man blieb immer auf dem Laufenden. Deswegen hatte ich schon ins Auge gefasst, meine Entdeckungen separat hier zu veröffentlichen – ähnlich zu meiner “Neues aus der Plattenkiste”-Seite. Mal sehen, ob und wann ich mal dazu Anlauf nehme.

Wallfahrtssonntag

joghurt schnitzelGestern nutzte ich den Tag, um ein bißchen zu entspannen, viel Musik zu hören, die ich für den Podcast heruntergeladen hatte, aber nicht dazu gekommen bin, sie zu hören. Außerdem hatte ich die “20 years of electronic avantgarde” von Deine Lakeien von einem Kollegen bekommen. Interessante Interpretationen die sie da herausgearbeitet haben, da die CD in Zusammenarbeit mit den Frankfurter Philharmonikern entstanden ist. War aber trotzdem nicht ganz mein Geschmack.

Am Abend durfte ich mein Küche wieder in ein Schlachtfeld verwandeln, diesmal stand ein Joghurtschnitzel auf dem Programm. Da uns diese Nacht wieder eine Stunde geschenkt wurde, ging ich erst relativ spät ins Bett und las noch etwas. Mit jeder Seite, die ich mich durch “Extrem laut und unglaublich nah” schmökere, gefällt mir das Buch besser. Außerdem leidet momentan mein Bücherstapel von Büchern, die ich noch zu lesen habe, unter unglaublichem Schwund, also wurde diese Woche wieder kräftig aufgestockt. Mal sehen, was mich da so in nächster Zeit erwartet.

Nachdem sich heute Morgen der Nebel zu lichten begann, beschloss ich einen kleinen Ausflug zu machen und da in Bad Staffelstein verkaufsoffener Sonntag war, konnte ich den Buchladen, der mich mit neuem Material eingedeckt hat, persönlich in Augenschein zu nehmen. Wir quatschten noch ein wenig und dann machte ich mich auf den Weg nach Vierzehnheiligen, einer Wallfahrtskirche. Und genauso ging es dort auch zu – die Touristen gingen den Berg hoch und wurden gleich neben der Kirche mit einer Reihe von Ständen konfrontiert – “Linke Reihe, jeder nur ein Kreuz!”. Trifft es nicht ganz, aber angesichts der Kreuze, Kerzen und Heiligenfiguren fiel mir dieses Zitat wieder ein. Entsprechend voll auch die Kirche, von Ruhe war dort nichts zu merken, das einzig angenehme war der Weihrauchduft, der noch in der Luft hing. Irgendwie mußte ich an Räucherkerzen und Weihnachten denken.

Anschließend ging es noch ins Kloster Banz, nicht ganz so spektakulär, dafür auch nicht ganz so überlaufen. Wenn schöne Sicht gewesen wäre, hätte man sicherlich ganz weit ins Land blicken können. Sollte ich mir nochmal vormerken, wenn dem so ist. Relativ nah zum Kloster ist ein Kletterwald, wo man ein bißchen Tarzanfeeling haben kann, wenn man über ein Stahlseil, was zwischen zwei Bäumen gespannt ist, von einem Baum zum anderen rollen kann. Super Sache, dachte ich mir, das mußt du unbedingt mal mit deinen Freunden machen. Also inspizierte ich die Tafel, die sich dort befand und nachdem ich sah: 2,5 Stunden Aufenthalt = 19,50 Euro, wußte ich – neee, doch lieber nicht.

Heute Morgen entdeckte ich, dass für Apophysis ein 3D-Hack veröffentlicht wurde. Die Dokumentatiom ist wie immer sehr mager, aber nachdem ich gesehen hatte, dass es neue Variationen gibt, hatte ich schnell aus einer flachen Grafik diese possierliche Form gezaubert.

 

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Der perfekte Moment

Es ist schon etwas merkwürdig – ich steige gerade aus der Wanne und habe beim Schreiben dieses Beitrages das Gefühl, er würde nicht von mir handeln. Es ist viel mehr wie ein Stück aus einem Roman, der von irgend jemandem handelt.

Ich habe mir wie so oft ein Buch geschnappt, in dem Fall war es Jonathan Safran Foers “Extrem laut und unglaublich nah“, ein Roman, von dem ich ganz schwer angetan bin. Obwohl ich erst am Wochenende damit begonnen habe, liegt schon wieder ein Viertel des 500-Seiten-Wälzers hinter mir. Meine Blicke rasen über die Zeilen, die Zeit spielt absolut keine Rolle. Es ist egal, ob jetzt eine Viertelstunde oder 2 Stunden vergangen sind. Mir wird unangenehm warm, mir laufen die Schweißperlen die Stirn hinab, was das Lesen hinderlich macht. In dem Moment wird es Zeit, dass ich aussteige. Ich bleibe aber noch einen Moment liegen, genieße die Wärme, lasse meine Gedanken umherschweifen, fange den einen oder anderen ein und denke ihn eine Zeit lang. Ich lasse den Urlaub Revue passieren und überlege, ob man im übertragenen Sinn durch die Zeit läuft oder doch eher schwebt.

Vielleicht ist es stimmungabhängig. Tagsüber laufe ich gern – laufen klingt nach Bewegung, ein wenig auch wie Anstrengen, Kämpfen. Und wenn ich dann wieder in der Wanne liege, dann schwebe ich für einen kurzen Augenblick. Einfach mal die Zeit loslassen, soll sie doch alleine laufen. Ich verharre einen Moment und wenn sie der Meinung ist, kann und wird sie mich mitreißen, aber das interessiert mich erstmal wenig. Genau in solchen Momenten entstehen dann die Grundlagen für Beiträge wie diesen.

Ich wasche mir noch die Haare und kurz bevor ich aufstehen will, sehe ich wie das Wasser aus meinen Haaren ins Badewasser tropft und ich halte meine Hände darunter. Es fühlt sich noch warm an – wie ein warmer Sommerregen. Und schon im nächsten Moment schnappe ich mir das Handtuch, trockne mir das Gesicht ab und mir fällt wieder ein, was ich noch alles zu erledigen habe. Als wäre mein Gesicht ein beschlagener Spiegel, den ich mit dem Handtuch abwische, damit man wieder etwas sieht.

Und dann lande ich wieder im Hier und Jetzt und mir fällt ein, dass ich noch etwas vom gestrigen Tag schreiben wollte. Ich war mit Frühstücken etwas zeitiger fertig wie gewohnt und machte mich auf den Weg. Ein Blick nach draußen hatte mir verraten, dass die Scheiben der Auto gefroren waren und ich mich auf ein Duell mit dem Eiskratzer einlassen konnte. Nach 5 Minuten Kratzen waren meine Finger schon eiskalt und ich hielt es für klüger doch Handschuhe zu holen. Schnell ging es deswegen nicht, aber das Ziehen in den Fingerspitzen ließ nach. Als ich dann endlich fertig war, stieg ich ein, ließ die Lüftung auf Hochtouren laufen und fuhr ein paar Parklücken weiter, um den feinen Film, der sich schon wieder auf die Frontscheibe legte, wieder abzukratzen.

ck cover fliangIn meiner grenzenlosen Weisheit habe ich nach meiner Fahrt nach Dresden sämtliche MDs mit in die Wohnung genommen und bin somit auf das Radio angewiesen. Es gibt lustige Momente, z.B. wo Leiki in Stockholm anruft und den Nobelpreis beantragt, weil er untersucht hat, was zuerst auf dem Boden aufkommt, wenn man eine Katze mit einem Marmeladenbrot auf dem Rücken fallen lässt. Aber größtenteils schalte ich wahllos zwischen den Sendern hin und her und versuche doch mal ein brauchbares Lied zwischen den Moderationen und Werbeschaltungen zu finden. Doch nicht gestern – im Kampf gegen das Lüftungsgebläse versucht ein Moderator mir irgendwas von einer Tour von einer Claudia zu erzählen, die in Bayern ganz beliebt ist. Ein Blick auf den Sender läßt mich doch etwas skeptisch bleiben – Bayern 3. Und dann kommt ein Ausschnitt aus einem Live-Mitschnitt und mir klappt der Unterkiefer runter. Wahnsinnsstimme, Musik in die Richtung Katie Melua, vielleicht etwas poppiger. Aber irgendwas ist anders – auch wenn die Lüftung faucht – ich verstehe die Frau. Aber irgendwie bayrisch. Kurze Pause an dieser Stelle, um sich Katie Melua auf bayrisch vorzustellen. So absurd, dass mir der Titel nicht aus dem Kopf geht. Ich nehme mir vor, abends nachzusehen, wer das ist und ob es da mehr gibt.

Der Abend ist ziemlich spät, ich sitze erst Viertel elf wieder im Auto und fahre heim. Bayern 3 läuft immer noch und was höre ich: noch mehr Live-Aussschnitte von Claudia Koreck. Da meine Lüftung abends nicht mehr so viel zu tun hat, kann ich mir auch mal die Texte anhören. Sie haben Witz, Charme und sind aus dem Leben gegriffen. Zumindest soweit ich auf der Strecke nach Hause beurteilen kann. Zuhause schau ich nach – Album (Fliang) vorhanden, die Tourdaten auf ihrer Webseite verraten mir, dass sie am 14.02.2008 in Bamberg ist. Auch wenn ich es vielleicht bereue, dass ich bald das Album in den Händen halte, bestellt ist es. An wem das bayrische Cowgirl Nicky vorbeigegangen ist, der wird damit kein Problem mit ihrer Stimme haben, aber an einen Stellen fröstelt es mich doch manchmal, aber nur ganz kurz. Wen ich immer noch nicht verschreckt habe – Anspieltipps (“Fliang”, “Herbstwind” und “Daschn”).