Mein erstes Modem
Nachdem ich den Beitrag von Dirk heute las, mußte ich kurz einen Moment nachdenken – Wie war das denn damals(TM)? An mein erstes Modem konnte ich mich noch sehr lebhaft erinnern.
Ich hatte mein erstes Modem bei einem Hamburger Versand bestellt, der immer in der PC Professional (als sie noch professionell war) inserierte. Bestellt hatte ich erstmal am Telefon und dort wurde ich ganz nett darauf hingewiesen, dass mündliche Bestellungen nicht gültig sind und ich nur per Brief oder Fax bestellen kann. Ich kann mich auch nicht daran entsinnen, dass schon jemand Bestellungen per E-Mail entgegen genommen hat. In Ermangelung eines Fax-Gerätes schickte ich also per Post meine Bestellung hin und innerhalb von zwei Wochen stand der UPS-Mann vor meiner Türe. Mit zwei gleichgroßen Päckchen mit dem identischen Preis. Er lachte mich an und meinte, dass da wohl was schief gegangen sein muss und er gleich eins wieder mitnehmen soll. Ich nickte, bezahlte und schon war ich Besitzer eines Dr. Neuhaus Smarty 28.8 TI. Ein klobiger rechteckiger Kasten, soweit ich es noch in Erinnerung habe, war es ein schwarzes Aluminiumgehäuse mit grünen LEDs. Und alles was folgte, ließ mich das Rechnungsdatum nicht vergessen – 01.07.1996.
Das Rücksenden machte offensichtlich keine Probleme, denn ich hatte ja das Päckchen direkt beim UPS-Mann bezahlt. Dachte ich mir so… Als dann, fast auf den Tag genau, zwei Jahre später ein Brief eintraf. Bei Durchsicht offener Posten wäre wohl aufgefallen, dass noch ein Betrag in Höhe von xxx,xx DM offen sei. Ich sollte so schnell wie möglich begleichen. Im ersten Moment hatte ich überhaupt keine Ahnung was ich mit dem Rechnungsbetrag anfangen soll. Der Sachverhalt mit den zwei gelieferten Modems war mir zu dem Zeitpunkt entfallen. Also bat ich um eine Rechnungskopie der nicht gezahlten Rechnung. Kopie erhielt ich keine, dafür ein Schreiben eines Rechtsanwalts, der mit der Einziehung des Betrages im Zuge der Insolvenz der Firma beauftragt war. Mittlerweile hatte ich mich an die Geschichte mit den zwei Modems erinnert und ich antwortete mit der Schilderung des Sachverhalts und der Bitte um Klärung. Auf diese Weise gingen etliche Schreiben hin und her und dann war erstmal Ruhe. Dachte ich…
Wie Lionel Hutz bei den Simpsons schon so treffend bemerkte: “Wenn die Welt noch etwas braucht, dann sind es noch mehr Anwälte”. Denn so ziemlich ein Jahr später meldete sich Rechtsanwalt No. 2, der als Insolvenzverwalter eingesetzt worden war und wiederum den offenen Betrag anmahnte. Ich schickte ihm nochmal den gesamten Briefverkehr zwischen mir und Rechtsanwalt No. 1 zu. Dank dieser Papierflut kam nie wieder eine Reaktion von diesem Rechtsanwalt. Wer diesen Satz so liest wird sicherlich ahnen, was jetzt kommt – richtig – es schaltete sich ein Vierteljahr später Rechtsanwalt No. 3 ein und teilte mir mit, dass er jetzt Insolvenzverwalter ist. Mittlerweile war ich von dem Vorfall schon so angenervt, dass meine Antwort ziemlich kurz und lapidar ausfiel, indem ich schrieb, dass ein Päckchen was per Nachnahme geliefert wird, bei Annahme immer bezahlt ist und wenn ein Betrag offen ist, dann kann es nicht ausgehändigt worden sein. Und wenn er weitere Fragen hat, soll er sich an seine Kollegen wenden, die vorher Insolvenzverwalter waren.
Ende vom Lied: Entschuldigt hat sich keiner, vielleicht hätte ich es mit Humor nehmen sollen, wie ihn diesem Fall.
Deepness
Diese Woche hatte ich mal wieder eine von den Fluxion-CDs im Player liegen und erfreute mich an den Sounds, die an meinem Ohr vorbeirauschten und mir fiel wieder ein, wie ich zu den CDs gekommen bin…
Irgendwann in der Zeit meines Studiums erreichte mich eine Mail von einem Menschen, der mir bis dato völlig unbekannt war. Die Mail war aber offensichtlich auch nicht als Spam gedacht. An den Inhalt kann ich mich nicht mehr exakt erinnern, aber meinem nachfolgenden Anfall zufolge, muss es sich um eine der “Guck doch mal hier”- oder “Leite die Mail ganz schnell weiter”-Mails gehandelt haben. Ich bin kein Freund dieser Mails, aber bei Freunden drücke ich da gern ein Auge zu
Meine Antwort fiel dann auch dementsprechend aus, denn ich fragte ihn, was er sich einbildet, fremde Leute mit seinen Mails zu belästigen. Er entschuldigte sich umgehend und dabei klärte sich das Rätsel auf. Ursprung war eine Mail von einem Kommilitonen, der an Leute vom Studium und an seine Freunde eine Mail schickte und besagter Freund statt auf “Antworten” wohl auf “Allen Antworten” geklickt haben muss.
Daraus wuchs ein Mailkontakt über den sich herausstellte, dass wir den gleichen Beruf erlernt haben und auch die gleiche Berufsschule besucht haben. Über kurz oder lang kamen wir dann auf das Thema Musik zu sprechen, tauschten Musiktipps aus und einmal fragte er, ob ich von Fluxion die “Vibrant forms I + II” kenne. Nein, kannte ich nicht. Also hörte ich mal in die CD rein und lehnte sie ab. Das war mir zu ruhig…
Zeit ging ins Land und ich stieß ungefähr ein halbes Jahr später wieder auf die Samples und hörte sie mir immer und immer wieder an. Und wenig später standen die beiden Alben auch bei mir im CD-Schrank. Und dann finden sie von Zeit zu Zeit ihren Weg in den CD-Player, um dann des nachts für Untermalung meiner Arbeit am Rechner zu sorgen. Ich bin immer wieder begeistert von den Tracks, die meist so um die 10 Minuten lang sind und auch nur durch minimale Veränderungen sich über diese Zeit bewegen. Läßt man sich auf diesen Sound ein, wirkt er hypnotisierend und fordert die Aufmerksamkeit mit der Anziehungskraft eines schwarzen Loches. Läuft die Musik im Hintergrund, fällt nur auf, dass man so oft aufstehen muss, um die CD von vorn zu spielen. Es sei denn, sie läuft in einer Endlosschleife…

Meine kleine Geschichte des Raytracings
Angefangen hat alles in den frühen 90er Jahren. Stand der Technik war damals bei mir ein AMD 80386 mit 40 MHz und noch viel besser: mit Coprozessor (aus heutiger Sicht lächerlich) Stand des Raytracings: von POVRay noch keine Spur (soweit ich mich erinnere gab es DKBTrace, aus dem später POVRay hervorging – kurz gegoogled – stimmt!) Die wohl einzige Alternative war Vivid, der genauso wie fast alle Raytracer zu der Zeit mit Textdateien gefüttert wurde. Daran hat sich grundlegend auch nicht geändert, nur grafische Oberflächen waren zu DOS-Zeiten ein Fremdwort…
Also fanden sämtliche Arbeiten die gerendert werden sollten prinzipiell erstmal auf Papier statt. Mein kompliziertestes Werk mit Vivid sollte das Schachbrett werden. Ich habe irgendwo auch noch die Entwürfe dazu, aber stellt euch vor – jede Figur ist in einzelne Polygone zerlegt, was im Quelltext so aussieht. Hier ein Ausschnitt aus dem Pferd, dass aus 5 Kegelstümpfen und 46 Polygonen zusammengesetzt ist.
// Pferd in SCHACH.V
cone { base 0 0 0 base_radius .625 apex 0 .125 0 apex_radius .625 }
cone { base 0 .125 0 base_radius .625 apex 0 .25 0 apex_radius .5 }
cone { base 0 .25 0 base_radius .5 apex 0 .375 0 apex_radius .625 }
cone { base 0 .375 0 base_radius .625 apex 0 .5 0 apex_radius .625 }
cone { base 0 .5 0 base_radius .625 apex 0 .75 0 apex_radius .375 }
polygon { points 4 vertex -.375 .75 -.375 vertex .375 .75 -.375 vertex .375 .75 .375 vertex -.375 .75 .375 }

Mitte der 90er Jahre stieg ich dann auf POVRay um, der sich da schon zum Standard gemausert hatte. Die grafische Oberfläche Moray gab es auch schon, hatte aber nicht den Umfang, den ich für meine Projekte benötigte oder erzeugte andere Quellen, wie ich mir das vorstellte. Also blieb ich bei den Textdateien. Ärgerlich war natürlich schon die Umstellung von Version 1.x auf 2.0, da sich dort die gesamten Vektorangaben geändert hatten.
Größtes Projekt bis dahin war die Stadt. Viele kleine Objekte, die sich wieder zu einem großen Gesamtbild zusammensetzen
Als ich das Bild das erste Mal jemanden zeigte, wurde sofort bemängelt, dass das Ganze ziemlich eben aussieht, als fügte ich ein per Fractint generiertes GIF-Bild als Bergkulisse ein. POVRay interpretiert die dort gemachten Einträge zur Farbpalette als Höhenangaben und macht somit eine “Bergwelt” mit 255 unterschiedlichen Höhenstufen möglich.

Interessant fand ich damals die Blobs, weswegen ich die Kakteen in dem Bild komplett aus einem Blob zusammensetzte.
#declare Kaktus =
blob {
threshold 0.5
component 1, 0.478267, <-0.0253165, 0.00843882, 0>
component 1, 0.377895, <-0.092827, 0.413502, 0>
component 1, 0.508989, <0.126582, 0.818565, 0>
component 1, 0.303734, <-0.160338, 1.13924, -0.261603>
component 1, 0.177747, <-0.329114, 1.32489, -0.126582>
component 1, 0.177747, <-0.531646, 1.29114, -0.0421941>
component 1, 0.177747, <0.43038, 1.0211, 0.194093>
component 1, 0.357266, <0.734177, 1.13924, 0.14346>
component 1, 0.177747, <0.7173, 1.44304, 0.092827>
component 1, 0.112417, <0.869198, 1.52743, 0.14346>
component 1, 0.129402, <0.582278, 1.5443, -0.0253165>
component 1, 0.327749, <0.0590717, 1.00422, 0.447257>
component 1, 0.128175, <0, 1.20675, 0.565401>
component 1, 0.286608, <0, 1.27426, 0.767932>
component 1, 0.277649, <0, 0.835443, -0.43038>
component 1, 0.128175, <0, 1.0211, -0.632911>
pigment { color Green }
sturm
}
