Dominosteine und der Rest der Woche
Wenn ich sie sehe, komm ich einfach nicht daran vorbei. Die sind einfach zu lecker. Ich bin heute Nachmittag einkaufen gewesen und da lagen sie wieder. Danach hab ich schon mal mein Telefon umgemeldet und gleichzeitig auf einen neuen Tarif umgeschaltet. Damit ist dann mein Internetanschluss doppelt so breit wie bisher und ich kann auch noch rund um die Uhr gratis rumtelefonieren. Ach so und es kostet auch noch weniger als bisher. Ich wollte diesen Schachzug noch mit einem neuen Festnetztelefon krönen, aber so fortschrittlich wie der Mobilfunkmarkt ist, so veraltet sehen die Festnetztelefone aus.
Aber ich bin froh, dass die Woche um ist. Da ich laut Vertrag auch noch alle Überstunden abbummeln muss, wollte ich heute schon 14 Uhr Schluss machen. Wenn da nicht eine Stunde vorher der Panikanruf gekommen wäre. Super, mein getestetes Programm, dass jetzt schon seit gut 2 Wochen in Produktion ist, verweigerte jeglichen Dienst! Und das, nachdem ich gestern sämtliche Quellen auf den letzten Stand gebracht habe, die schon der nächsten Version entsprechen. Dementsprechend checkte ich die alten Quellen aus, begann mit dem Übersetzen und siehe da, ich hatte ja auch noch an einer anderen Bibliothek herumgeändert, die ich kunstvoll wieder auf den alten Stand brachte. Nach einer gefühlten halben Stunde war der Kompilierungslauf fertig, ich übernahm die Parameter, mein Programm lief. Ich liebe diese Nachvollziehbarkeit von Fehlern, kurz bevor man nach Hause gehen möchte. Also prüfte ich die Produktionsumgebung und siehe da, es stellte sich heraus, dass eine Datei, die per Installationsskript vom Test in die Produktion überführt wird, durch einen symbolischen Link ersetzt worden war, der ins Nichts zeigte. Link korrigiert und schon ging alles wieder. Ich rief schnell an und wollte Funktionsbereitschaft melden – Fehlanzeige, schon heimgegangen!
Als ich dann daheim war, wollte ich meinen Rechner anwerfen und noch zwei Fraktale rechnen lassen. Alles da, nur die Daten für die beiden Frakatale nicht – kann mal bitte jemand kommen und meine Platte aufräumen? Hier liegen 6GB an Netlabelmusik herum, die ich teilweise schon gehört, teilweise schon sortiert und teilweise noch nicht gehört habe, aber alles ist schön durcheinander. Aber erstmal wird morgen Abend Geburtstag gefeiert und am Sonntag bzw. schon morgen Nachmittag werde ich mich an den letzten Releasetext für dieses Jahr wagen. Sobald der Release veröffentlicht wurde, werde ich den Titel auch in meinen Podcast übernehmen, er ist einfach großartig.
Und noch ein kleiner Aufruf zum Schluss. Gestern Abend unterhielt ich mich nach dem Squash (Erstmalig ungeschlagen!) in der Sauna und es wurde von einer Mitspielerin gewitzelt, welche Nebenwirkungen ein Tai-Chi-Kurs haben könnte. Ihre Spekulationen reichten Veganer bis Buddhist. Anhand seiner Berufsgruppe schloss ich zwinkernd schon mal Buddhismus aus. Aber in meinem Hinterkopf entstand eine ganz andere Verknüpfung, die anhand meiner Beobachtungen zu folgender These führte:
Informatikerinnen (mit Abschluss) sind Vegetarier!
Bitte nicht allzu ernst nehmen, sondern einfach mal den Bekanntenkreis in Gedanken durchforsten und zustimmen oder Gegenbeweis antreten. Vielleicht gibt es ja auch ein Klischee für weibliche Informatiker?
Närrisches Treiben
Die närrische Zeit ist angebrochen, bei manchen schon etwas früher, bei manchen später. Allerortens zogen die Narren aus, um auch in den Blogs ihren Schabernack zu treiben. Sie versuchten sich in halbherzig recherchierten Definitionen, spirituellen Erkenntnissen und auch in philosophischen Fragen über Bloginhalte. Platz genug für eine Verschwörungstheorie: Ist wirklich die aufkommende Faschingszeit Schuld an diesem vermehrten Auftreten von unerwünschten Bemerkungen oder steckt hinter allem der fickende Manuel?
Deshalb an dieser Stelle ein STOP!(*) Wer der Meinung ist, auf diesem Blog seine geistigen Blähungen unerwünscht ablassen zu müssen, erfährt eine umgehende und unkommentierte Löschung seines Kommentars. Ich schreibe hier nicht für die Leser, die es nicht interessiert und lehne es ab, mich zu rechtfertigen, warum ich schreibe. Wer so faul ist und anhand eines Beitrags auf den gesamten Blog zu schließen, dem werde ich auch keine weitere Aufmerksamkeit widmen. An alle anderen: Ihr seid jederzeit herzlich willkommen und ich freue mich über eure Anmerkungen.
(*) entnommen aus den Verkehrszeichen Deutschlands der Wikipedia.
Enttäuschender Vortrag
Kleiner Rückblick auf den gestrigen Abend – Der Vortrag war einfach nur enttäuschend. Was mich immer wieder wundert, dass Wissenschaftler, die sich auf Seminaren befinden derart schlechte Vorträge zusammenstellen. Dr. Lehning, der noch ziemlich jung ist, studierte in Bayreuth, ging dann in die USA, promovierte an der ETH Zürich, um seit dem in Davos beim Schweizer Lawineninstitut zu forschen. Von dem einstündigen Vortrag erläuterte er gerade mal 5 Minuten die Parameter der Software, die sie entwickelt haben. Aber welches Modell dahinter steht, blieb komplett im Dunkeln.
So begann sein Vortrag mit einem Überblick über Überschwemmungen in der Welt, die mit Hilfe der Forschungen früher oder später verhindert werden könnten. Anhand einiger Beispiele verdeutlichte er die Schwere der Schäden, die Lawinen und Murgänge anrichten können. Ausführlicher ging er dann auf die Kosten-/Nutzenanalyse ein, bei der Maßnahmen, die zur Verhinderung von Lawinenschäden getroffen werden können mit ihrem Nutzen gegengerechnet werden. Im zweiten Block ging es dann um den Nutzen seiner Forschungsarbeit, wo er Beispiele verdeutlichte, welche Ergebnisse die resultierende Software im Vergleich zu Experten, die den Schnee untersuchten, gebracht haben. Sein Fazit: Die Experten irren sich vielleicht, aber vielleicht sind ja auch Fehler im Modell.
Also ging ich etwas enttäuscht aus dem Vortrag, viel konnte ich mir nicht mitnehmen, außer dass ich jetzt weiß, was ein Murgang ist. Sonst wäre ich vielleicht noch auf die Idee gekommen, es wäre ein Gangsystem, das von den Muren, einer rattenähnlichen Lebensform mit dunkelgrauem Fell und schwarzen Knopfaugen, die ungefähr einen halben Meter groß werden können, gegraben wurde. Aber nochmal kurz zurück zum Vortrag. Nach einem Wechsel der Seite in seiner Präsentation, mußte ich mir das Lachen verkneifen und auch Dr. Lehning schien erst in diesem Moment, wo er den Satz näher erläutern wollte, dessen Zweideutigkeit zu bemerken. Also druckste er ein wenig herum, als er folgenden Satz von der Folie erklären wollte:
Verteilungen sind unbekannte Schwänze, die meistens dick sind.
Und weil ich gerade bei schlechten Witzen bin, schnell noch einer hinterher, der seit einigen Tagen hier herumgeistert: Wie heißt die Stadt, in der die heruntergekommenen Koalas leben? Koala Lumpur. Aua – kann man sowas nicht verbieten?
Nachtrag: Da meine Stimmung nichts desto trotz ziemlich im Keller ist, gab es gestern doch etwas, was mich etwas aufgemuntert hat. Man gehe auf die Seite von altavista, klicke auf die Bildersuche und gebe als Suchwort “fraktal” an. Das erste Bild kommt mir doch sehr bekannt vor.
Nachtgedanken
Bevor der Tag anbricht und meine Gedanken, die ich jetzt wälze, wieder klitzeklein werden, habe ich Dirks Beitrag zum Karnevalsblog gelesen und plötzlich hatte ich eine Idee. Ich schnappte mir von Chris Zippel die “Genuine – Nu Ambient Grooves 2″. Dort befinden sich ein paar Titel mit Ausschnitten einer Diskussion zum Thema Zeit…
A: What are you?
B: My species is known as human. I come from a planet called Earth.
A: Earth?
B: This is what my planet looks like. You and I are very different species. It will take – time – for us to understand one another.
A: What is this – “time”?
B: I do not understand the threat that I bring to you. But I’m not your enemy. Allow me to prove it!
A: Prove it?
B: It can be argued that a human is ultimately the sum of his experiences.
A: Experiences – What is this?
B: Memories – things from my past. Like this one…
A: Past?
B: Things that happen before now… You have absolutely no idea what I’m talking about?!
A: What comes before now is no different that what is now. Or what is to come. It is once existence!
B: Then for you, there is no linear time.
A: Linear time – What is this?
B: My species lives in one point in time and once we move beyond this point, it becomes the past. The future… all that is still to come, does not exist yet!
A: Does not exist yet?
B: That is the nature of a linear existence. And if you examine more closely, you will see that you do not need to fear me!
B: In a linear existence, we can’t go back to the past to get something we left behind. So – it’s lost.
A: It is inconceivable that any species could exist in such a manner. You’re deceiving us!
B: No, this is the truth. This day – this, this park – it was almost 15 years ago – far in the past. It was a day that was very important to me. A day that shaped every day that followed. That is the essence of a linear existence – each day affects the next!
Ich habe lange gebraucht, herauszufinden wo dieser Dialog entnommen wurde. Also ein kleines Quiz mit einem Hinweis: Aus welcher Serie stammt dieser Dialog und wer ist B?
Lösung: Dirk hat das Rätsel gelöst, es handelt sich um den Pilotfilm zur Serie “StarTrek – Deep Space 9″ und B ist der von der Föderation eingesetzte Capitain der Station Benjamin Sisko.
Mal ein bißchen Planung
Ich muss jetzt erstmal ein bißchen in meinem Kopf alles sortieren, denn da geistert so viel umher. Am besten ist es wohl erstmal, wenn ich erstmal das Ganze in Stichpunkte verpacke.
- Podcast: Der September-Podcast ist musikalisch bereits fertig. Hochladen ist aber erst ab dem 10. September wieder möglich. Ich hab die letzten Tage fast aussschließlich die Rohfassung gehört. Ich bin eigentlich hochgradig zufrieden, was das Ergebnis betrifft. Nur fehlt da noch was – ich. Ich könnte es wieder darauf hinauslaufen lassen, eine kurze Anmoderation zu machen und den Podcast dann laufen zu lassen. Ich weiß, es trifft nicht den Nerv, aber ich bin immer so angewidert, wenn ich das Radio anschalte. Ich weiß nicht, ob es in anderen Bundesländern ähnlich ist, aber in Sachsen ist man der Meinung: Viel reden hilft viel. Eins bis zwei Musikstücke und dann muss gleich wieder irgendein Ratgeber, Werbung, Sendehinweis oder Konzerttipp folgen. Meine Güte – ist es denn zuviel verlangt, dass wir die Grenze zum neuen Jahrtausend überschritten haben und man von den Leuten erwarten kann, dass sie selbst mal ins Internet schauen können, welcher Titel gerade lief? Aber ich vergaß – nur 12% der Deutschen verstehen die Tagesschau. Außerdem brauch ich Rumgekasper im Radio nicht – das mach ich schon allein
- Suchanfragen: Anfangs habe ich nach dem Einbau des Blogcounters mich noch gewundert, wieviele Suchanfragen zu meinem Blog führen. Mittlerweile hab ich mich daran gewöhnt, dass mehr als 10% der Besucher meines Blogs über Suchmaschinen eingeflogen kommen. Manchmal werden skurrile Dinge gesucht, sehr häufig auch Musik bzw. musikverwandte Themen (also z.B. Netlabels), aber die meisten Suchanfragen -da kommt wirklich täglich etwas- finden bei mir Antworten zu Alternativen Raumantrieben. Ich glaube, der Aufwand die Serie zu schreiben, hat sich damals echt gelohnt.
- Wochenendplanung: Heute abend werde ich mich erstmal mit Freunden treffen und dann wird es, je nach Größe der Runde, ein geselliger Abend oder -um es mit Gunter Schmäche zu sagen- Bierchen trinken, Skat spielen, Super!. Am Samstag kommt dann das böse Erwachen. Da in den nächsten beiden Wochen die Rohrleitungen in meinem Haus erneuert werden, werden in Bad und Küche die Wände zu den Rohrschächten geöffnet, Rohre gewechselt und dann noch ein bißchen neuer Schnickschnack, wie z.B. ein Badentlüftung in den Flur, installiert. Klingt mehrwürdig, habe ich aber schon selbst erlebt, dass zwischen der Fensterseite und dem Luftschacht so ein starker Luftzug herrscht, dass man kaum die Türen schließen kann. Also verspricht man sich einen Druckausgleich davon, mal sehen ob es funktioniert. Damit die Herren Handwerker natürlich problemlos an die Rohrschächte herankommen, muss ich also das Bad ausräumen und in der Küche die Schränke ausräumen und die Arbeitsplatten demontieren. Die Schränke werden dann von den Handwerkern selbst abgenommen bzw. wieder angehängt. Da sich dummerweise auch meine Computerecke in der Nähe der Küche befindet und auch mein restlicher Technikkram, werde ich also den Rechner und die Anlage komplett abbauen und in eine staubfreie Zone transportieren. Laut Vermieter werden die schlimmsten Schmutzarbeiten in der ersten Woche stattfinden und in der zweiten wird dann wieder alles hergerichtet. Demzufolge bin ich also nächste Woche weg. Ich habe jetzt schon miterlebt, welcher Dreck in den anderen Wohnungen entstanden ist und deshalb ergreife ich die Flucht.
- Zum Abschluss noch eine kleine Geschichte unter der Rubrik: Diese Woche erlebt. Durch die Baumaßnahmen ist der Haupteingang zum Haus gesperrt und man gelangt nur durch den Kellereingang ins Haus. Dazu muss einen kleinen Bogen laufen, der hinter einer Hecke entlang führt. Oder macht es wie ich: straight über den Rasen. Als ich eines Nachmittags von Arbeit kam, läuft eine Frau aus dem Keller und will den Bogen laufen, während ich den Rasenweg nehme. Kurz vor der Hecke bleibt sie stehen, sieht mich an und fragt: Haben sie Angst vor Spinnen? Ich sollte dringend etwas gegen meine ausufernde Phantasie tun, aber plötzlich sah ich vor meinem inneren Augen wie eine 1 Meter hohe Spinne hinter der Hecke lauert, dämonisch grinsend und sich die flauschig behaarten Beine in Erwartung eines Opfers reibt. Nein, meinte ich. Na da über der Tür sitzt eine und wenn ich wiederkomme, traue ich mich nicht wieder rein. Können sie die mal “wegmachen”? Ich mir die Spinne angesehen – ein ganz klitzekleine – und sie dann nett gebeten, die Frau nicht zu erschrecken und aufgefordert das Haus zu verlassen und sich doch eine andere nette Stelle auszusuchen. Ich hab ihr erstmal eine Stelle im Gras vorgeschlagen. Gegen diese Zwangsausweisung konnte sie erstmal nichts machen, aber vielleicht lauert ihre große Schwester ja immer noch hinter der Hecke…
Das Tierheim, der Personalrat und das Formular
Gestern sprach mich eine Kollegin drauf an, ob ich ihr nicht behilflich sein kann, die Webseite für das Tierheim, wo sie sich engagiert, etwas aufzumöbeln – kein Problem, da helf ich gerne. Schließlich möchte ich ja auch, dass die Fellmonster aller Art ein neues zuhause finden. Heute bin ich nochmal bei der Kollegin gewesen und fragte nochmal nach, wie dringlich die Angelegenheit ist, da ich ja nächste Woche erstmal vor dem Dreck durch den Umbau in meiner Wohnung flüchte. Keine Panik – sie wollte erstmal Kontakt zur Erstellerin der Seite aufnehmen, um Informationen (mit welcher Software erstellt etc.) herauszubekommen.
Auf dem Weg zu der Kollegin kam mir eine andere entgegen, die mir mitteilte, dass sie mir ein paar Formulare zur Bearbeitung hinlegt. Auch wieder kein Problem, sie kennt die Ablage auf meinem Platz, wo sie hingehören. Als ich wiederkehrte, mußte ich lachen – der Zettel war an mich adressiert, nur irgendwas stimmte da nicht. Formular herumgereicht, dumme Sprüche zu hören bekommen. Sicherheitshalber doch mal auf Toilette nachgesehen – zweifelsfrei: männlich.
Wenig später klingelte das Telefon: Herr Speedy, haben sie Lust den Vorstand der Wahlkommission für die anstehende Personalratswahl übernehmen? Sie würden sich um die Organisation kümmern, aber nicht allein, Ihnen werden noch zwei Leute zur Seite gestellt. Ähm… ja gerne doch! Ehrlich gesagt – ich hab mich gefreut, offensichtlich vertrauen die Leute mir. Schön! *freu*
Wie bei meinen Geschichten üblich, muss es noch den roten Faden geben, der sich durch diese Geschichte zieht. Aber der sollte sich auch mir erst heute Nachmittag enthüllen, als ich meine Kaffeetasse ausspülte. Die Kollegin, mit der ich am Morgen über die Webseite gesprochen hatte, kam in die Küche und lachte “Herr Speedy, sie haben den selben Fehler wie ich, sie können auch nicht ‘Nein’ sagen!” – “Ähm, nein! Wieso?” – “Na erst die Webseite, dann die Personalratswahl… und dann sorge ich noch dafür, dass so viele Formulare auf ihrem Platz landen.” – “Ach! Machen sie da auch so kleine Klebezettel drauf?” – “Ja, wieso?” Ich erzählte ihr von ihrem Mißgeschick und sie mußte herzhaft lachen. Selbst als wir uns 5 Minuten später am Fahrstuhl trafen, hatte sie noch Tränen in den Augen vom Lachen. Zu allem Unglück bog noch eine Kollegin um die Ecke, die sich mit mir, als auch mit der anderen Kollegin prima versteht und mußte mir noch ein nettes “Schönen Feierabend, Frau K.” zuflöten. Reizender Laden!
Tierheim
… oder: Die 10 biblischen Plagen – Teil 8: Heuschrecken
Nachdem ich unlängst morgens auf einer Nacktschnecke in meinem Schlafzimmer ausrutschte, saß gestern abend ein undefiniertes Etwas auf dem Rand meines Sessel. Da ich immer aus der hellen Ecke meines Computerreiches in das dunkle Wohnzimmer tappte, war mir noch nicht klar, ob ich mich nicht mal wieder über ein Stück Gerümpel wundere, dass ich in einem Anfall von Vergessenheit hab liegen lassen. Also – Licht an! Es war grün, ungefähr 6 cm lang und wackelte lustig mit seinen Fühlern. Besuch, so spät am Abend?

Was bin ich froh, nicht im Dschungel zu wohnen – wer weiß, was mich da nachts im Wohnzimmer erwarten würde
Lachen + Denken
Heute ist mal wieder Mittwoch und es traf sich die Frühstücksrunde der entgleisten Gedanken. Unser Leipziger Kollege kam heute morgen etwas wutschnaubend an, als er feststellte, dass man bei einer Bestellung von drei Blätterteigtaschen auch was falsch machen kann. Nämlich zwei verschiedene Sorten einzupacken. Bei der näheren Erläuterung kamen dann auch zwei Verkäuferinnen vor, die beim Eintreten so vertieft ins Gespräch waren, dass die Begrüßung erstmal ausfiel. Da die Verpackung mit “Wir backen noch DDR-Brötchen!” wirbt, lag die Vermutung nahe, dass auch nach DDR-Manier bedient wird.
Von den Backwaren ging es dann nahtlos in den Supermarkt, wo wir das Geheimnis der Nummern am Einkaufswagen lüfteten. Wer es immer noch nicht weiß: Die Nummern am Einkaufswagen sind nicht dazu da, um zu bestimmen, wann der Wagen das nächste Mal zur Durchsicht muss oder wie häufig er benutzt wurde, sondern damit die Person an der Kasse mal ein bißchen Bewegung hat und auch mal aufstehen muss. Natürlich könnte man die Nummern auch benutzen, um fehlende Wagen aufzuspüren. Schließlich ist ein Einkaufswagen für einen Euro schon ein Schnäppchen. Außerdem kann man ihn dann “personalisieren”. Tieferlegen, Antenne mit Fuchsschwanz dran, Nebelscheinwerfer, Touchscreen mit Einkaufsliste – “Pimp my Einkaufswagen”. Dann folgte der Bruch…
Vor rund einhundert Jahren formulierte ein Mathematiker namens Poincaré folgendes Problem (populärwissenschaftlich formuliert): Man nehme die Oberfläche einer Kugel und entfalte sie. Einfachstes Beispiel: Die Weltkarte – eine 2-dimensionale Abbildung eines 3-dimensionalen Objekts. Poincaré äußerte die Vermutung, dass auch eine Umsetzung einer 4-dimensionalen Sphäre in ein 3-dimensionales Objekt möglich ist. Reales Problem hinter dieser Vermutung: Die 3-dimensionale Wahrnehmung einer 4-dimensionalen Sphäre, die unser Universum bildet. Außerdem wäre damit erwiesen, dass ein Raumschiff, was “geradeaus” durch das Universum fliegen würde, nach einer bestimmten Zeit wieder am selben Ort ankommt.
Dieses Problem wurde vom Clay Mathematics Institute als ein Jahrhundertproblem definiert und mit einer Million Dollar Preisgeld dotiert. Und 2002 tauchte nicht in einer Fachzeitschrift sondern auf einer Webseite die vermutliche Lösung auf. Ein Einsiedler, der ohne Anstellung bei Muttern in der Datscha lebt, hatte ohne irgendwelche Ansprüche zu stellen, eine Lösung gefunden. Als das bekannt wurde, stürzten sich die Mathematiker darauf und bis auf kleine unwesentliche Fehler konnten sie seine Aussage nur bestätigen. Dafür sollte ihm jetzt die Fields-Medaille überreicht werden, der Nobelpreis der Mathematik, der nur alle vier Jahre verliehen wird, aber diesen Preis schlug er aus, er wäre nicht an materiellen Dingen interessiert. Es wird vermutet, mit der Überreichung des Preises wird seine Lösung als richtig anerkannt.
Und heute nachmittag hatte ich dann auch die Lösung des Problems – ich hatte die 4-dimensionale Kugel begriffen. Denn der kürzeste Weg ist nicht außen entlang, sondern durch die Mitte und so schaffte ich es, Mails zu beantworten, noch bevor sie eintrafen…
Und zum Schluss noch ein kleines Quiz zum Suchen und Grübeln: Angenommen ich stehe in 15 Metern Höhe mit einer Pumpe, die ich an ein Wasserrohr anschließe, um das Wasser hochzupumpen. Was passiert und warum?
Vom Dorf-Lordi und den kirchlichen Banken
Gestern war mal wieder einer von den schlechteren Tagen. Unser Operator war im Urlaub und die neue Vertreterin war noch nicht so gut angelernt, sodass ich ihr ein wenig unter die Arme griff und durch diverse Problemchen, Vergesslichkeiten und Mißverständnisse starteten wir das Programm sieben mal an einem Tag, was sonst aller 14 Tage einmal läuft. Ergo – der Fortschritt bei der Projektarbeit war nahe Null. Das Gute – ich bekomme morgen früh von der Kollegin einen Kaffee ausgegeben.
Heute morgen suchte ein Kollege noch Ideen zum 30. Geburtstag einer Bekannten. Ich erinnerte mich an meinen 30., wo ich einen Korb mit lauter Sachen bekam, die man gut im Alter gebrauchen kann, wie z.B. Gebissreiniger, Rheumabad, Baldrian, sowie Schlaf- und Nerventee. Im Gegenzug revanchierte ich mich mit einem Rentenantrag und einem Antrag zur Einweisung ins Altersheim. Seine Idee war den dreißigsten seiner Bekannten wie die “Nelly-van-Sale-Show” aufzuziehen und als Produkt einen Entsafter anzubieten, der verblüffende Ähnlichkeit mit einem Schraubendreher hat. Ich schlug vor, doch nicht nur einen, nicht zwei, sondern ein ganzes Entsafterset anzubieten, den schließlich braucht man für unterschiedlich große Früchte die passenden Entsafter. Weiterhin waren noch Obsttaschen im Gespräch, die merkwürdige Ähnlichkeit mit handelsüblichen BH’s haben, auch hier wieder in unterschiedlichen Größen für verschiedene Früchte erhältlich. Während wir lachten, fragte ein anderer Kollege, ob das nicht etwas zu derb ist. “Nein, das sind doch Dörfler.” Ich hörte auf mit lachen. “Was sind die?” – “Dörfler!” – “Ach so, ich hatte Dorf-Lordis verstanden.”. Lachen. Wir stellten uns kurz Funktion und Aussehen eines Dorf-Lordi vor und machten uns weiter an die Arbeit.
Bis zur Mittagspause, wo wir das Thema Gesundheitsreform und die Verwaltung von Geldern besprachen. Irgendwie schwenkten zum Thema Kirche und ich wollte wissen, ob es auch kirchliche Banken gibt. Und da waren sie wieder – die Szenarios… “Kirchliche Gemeinschaftsbank, sie sprechen mit Bruder Johannes!” Allgemeines Kundengespräch folgt, der Kunde ist empört: “Das kann nicht wahr sein, ich möchte sofort ihren Chef sprechen!” – “Kleinen Moment, ich verbinde sie…” An dieser Stelle brachen wir dann ab, ich mußte aber noch auf das ironische “Du wirst schon sehen, was du davon hast!” mit “Ich werde es schön warm haben” reagieren…
Nacktschnecke im Schlafzimmer
Der Tag fing schon sehr merkwürdig an, ich hatte heute morgen Zahnarzttermin und konnte deswegen noch ein bißchen liegen bleiben. Nachdem Aufstehen tapste ich erstmal verschlafen durch die Wohnung und dann wieder zurück ins Schlafzimmer – so sieht Morgensport jenseits der 30 aus. Als ich ans Fenster trat, merkte ich etwas feuchtes, klebriges am Fuß. Das Fenster hatte die ganze Nacht offen gestanden und ich dachte an Vogelkot. Ein Blick auf den Fußboden zeigte was anderes – da ringelte sich ein Tier. Ich wohne im 5. Stock und frage mich, was treibt eine Nacktschnecke nicht nur in diese Höhe, sondern auch noch in mein Schlafzimmer?
Nach der Entsorgung der Nacktschnecke machte ich mich auf den Weg zum Zahnarzt. Dort konnte ich meinen Kopf mit nutzlosen Fakten füttern. Wen interessiert schon, dass in der zweiten Liga in Rumänien die Ablösesumme eines Spieler 15 Kilogramm Fleisch waren? Herr Ballack kann sich wahrscheinlich von seinem Geld was er jeden Monat verdient, die gesamte zweite Rumänische Liga kaufen. Na zumindest kam meine Zahnfüllung nicht so viel, wie 15 Kilogramm Fleisch. Wenn es aber nach der Gesundheitsreform geht, sollen ja in Zukunft Rechnungen für jede Behandlung ausgestellt werden, damit der Patient ein Gefühl für die Kosten bekommt, die er verursacht. Mal abgesehen von der Papierverschwendung soweit das Einzige, was mir an der Reform bis jetzt zusagt. Und wenn ich die Eröffnungsrede von Ulla Schmidt gegenüber Vertretern der 50 größten gesetzlichen Krankenkassen ansehe und dort etwas von “Abbau von Bürokratie” lese, dann wird mir gleich erstmal schlecht. Eine staatliche Institution zu schaffen, die Gelder an die Krankenkassen verteilt, ist wirklich genau das Gegenteil von der Reduzierung. Warum die 50 Vertreter bei der Gesundheitsministerin waren, unterschlägt die “Reformseite“. Denn die Spitzenverbände planen bereits den Aufstand – nur verständlich, wenn man ihnen die Finanzierung entzieht und durch eine staatliche Behörde Gelder zugeteilt werden. Aber ich schweife ab…
Von Arbeit wieder daheim angekommen, las ich die Nachricht über den verunglückten Schokolaster. Kurz zur Info: auf der A2 ist gestern abend hatte ein Laster mit 19 Tonnen flüssiger Schokolade einen Unfall. Die Quellen sind sich nicht ganz einig, ob Schokolade auslief oder nicht, zumindest einige berichten von erschwerten Aufräumarbeiten, weil die Schokolade fest wurde. Aber trotzdem – 19 Tonnen! Man stelle sich 190.000 Tafeln Schokolade vor oder wie 19.000 goldene mit Glöckchen behängte 1-Kilo-Lindt-Hasen über eine grüne Wiese hoppeln. Traumhaft! Viel schlimmer die Vorstellung da durchfahren zu müssen und nicht mal eine Kostprobe zu nehmen. Und dann bleibt das vielleicht noch im Profil des Reifens kleben, was auch nicht lecker ist, genauso wenig wie früh morgens Nacktschnecke am Fuß…

