Katzencontent
Ich wollte schon immer mal wissen, wie der typische Blogleser meines Blogs aussieht. Jetzt weiß ich es – es sind Katzen. Hier zum Beweis ein Foto. Es zeigt Schwiegermamas Katze, wie sie hochinteressiert meinen Beitrag über unsere Ausflüge bei La Paz liest. Irgendwie wird mir jetzt auch klar, warum niemand meine Beiträge kommentiert. Katzen kommen mit der Tastatur so schlecht zurecht

Nachruf
Manchmal muss man einfach aufhören, wenn es am schönsten ist. Den letzten Monat sind wir (Franzi, Kriszta, André und ich) gemeinsam durch Peru und Bolivien gereist. In der Zeit haben wir viel zu erzählen gehabt, jede Menge gelacht und waren natürlich auch als kleines Team schlagkräftiger, wenn es um Beschwerden oder Verhandlungen ging.
Ich hatte es mir schon vorab gewünscht, dass wir als kleine Gruppe durch Bolivien reisen können, weil die Gefahr bestohlen oder ausgeraubt zu werden unglaublich sinkt. Als wir die beiden in San Pedro kennenlernten und sie sich später entschlossen mit nach Bolivien zu kommen, freute ich mich. Nun nach einem Monat sind wir nicht nur ein Team gewesen, sondern auch gute Freunde geworden.
Ihre Reise geht jetzt seit 15 Monaten und sie haben sich jetzt Richtung Miami begeben, um dann langsam heimzukehren. Wir wünschen den beiden noch eine schöne Reise, gute Heimkehr und … ein baldiges Wiedersehen / -hören.
Abschiedsgrillen
Eine lange Pause steht bevor – wenn alles klappt, wie geplant, werde ich meine Kollegen jetzt 8 Monate nicht sehen. Hinterhältig und ohne mich zu fragen, hatte gestern mein Kollege Rico einen Grillabend zu meinem Abschied organisiert und so wurde auf der Jahnwiese in Bamberg mit knapp 20 Kollegen zu unserer bevorstehenden Abreise gegrillt.
Jeder hatte etwas mitgebracht und so wurde noch einmal gemeinsam gegrillt, getrunken, geredet und gelacht. Das Vergnügen war ein relativ kurzes, denn schon gegen 21 Uhr wurde es relativ frisch und wo man anfangs noch mit T-Shirt da stand, war es selbst mit Pullover und Jacke auf die Dauer etwas kühl.
… und trotzdem fiel der Abschied heute tierisch schwer. Ist halt ein netter Haufen!!!
Einstein@home

Fangen wir mal ganz simpel an: Das ist Seusz (sprich: See-uß, ungarisch für Zeus in einer halb deutsch, halb ungarischen Schreibweise), unser Hund. Na eigentlich ist es ursprünglich Krisztas, aber ich bin quasi Stiefvater. Für mich ist ja die Hundeerfahrung was grundsätzlich Neues, aber ich denke mal, der Kindererziehung nicht ganz unähnlich. Er ist ein ganz Lieber, aber trotzdem hört er manchmal nicht, macht was er denkt und nimmt die ganze Hand, wenn man einen Finger anbietet (aber nur im übertragenen Sinne).
Ich werde mal so ein paar Geschichten erzählen, die regelmäßig vorkommen, damit man sich ein besseres Bild machen kann. Es fängt damit an, dass er schreckhaft ist, ja fast ein Angsthase. Eine Heidenangst hat er vor dem Staubsauger, wenn der läuft. Dann gilt es einen großen Bogen darum zu machen. Auch ist er gerne mal außer Rand und Band. Zum Beispiel, wenn es darum geht, Gassi zu gehen. Es reicht schon oft, dass man den Schlüssel in die Hand nimmt und schon ist Seusz der Meinung, dass es jetzt raus geht und hoppelt hinter einem her und führt einen Freudentanz um die eigene Achse auf.
Richtig goldig wird es, wenn man am Tisch sitzt. Dann kann es passieren, dass man eine Schnauze auf dem Bein spürt, gepaart mit einem “Ich verhungere gleich”-Hundeblick. Aber er weiß, dass er so nichts bekommt, deswegen legt er sich hochgradig aufmerksam auf den Boden. Hier kommt der Hundephilosoph zum Tragen, denn es wird mal einfach Ursache und Wirkung verwechselt. Denn jegliche Reaktion muss ja Wirkung seines Handelns sein. In Hundegedanken: “Ich mache brav Platz und deshalb bekomme ich was!” In Realität sieht es so: Wenn es was gibt, wo wir Seusz einen Happen abgeben können, sagen wir im “Platz!” und dann gibts was.
Die Regel: Was des einen Leckerli, ist des anderen Gift! sorgte dafür, dass ich auch etwas über Ernährung von Hunden lernt. Seusz ist verrückt nach Käse, das geht ja auch in Ordnung, nur wußte ich bis dahin nicht, dass Schokolade auf Grund von Koffein und Theobromin tödlich sein kann.
Es gibt aber auch noch was, dessen Ursache ich überhaupt nicht verstehe. Die Post kommt mit einem Päckchen, klingelt und Seusz rastet aus und bellt bis zum Umfallen. Gilt natürlich nicht nur für die Post, sondern für jeden Klingler. Bestrafen fällt dabei ja aus, laut Foren wird Schimpfen vom Hund als “Menschenbellen” aufgefasst oder in Hundegedanken “Ich belle und Herrchen bellt mit”. Ablenken fällt aus, selbst mit Leckerlis kann man ihn nicht zur Ruhe bewegen. Entwöhnungstherapie – bringt nichts, Seusz mit vor die Tür genommen, ihm gezeigt, was passiert, wenn man auf die Klingel drückt – ja, der Hund bellt.
Soll aber nicht heißen, dass er dumm und unerzogen ist – ganz im Gegenteil, er beobachtet genau und zieht daraus seine Schlussfolgerungen. Eine ganze Zeit lang bin ich mit ihm Gassi gegangen und hab dabei immer Kopfhörer ins Ohr gesteckt. Was passierte? Ich brauchte nur die Kopfhörer in die Hand zu nehmen, schon ging der Freudentanz los. Ist schon schlau, der Kleine… und dann noch die verblüffende Ähnlichkeit zu Einstein…
Viele Gedanken und dann doch wieder – Realität
Als ich noch ein Teenager war, meine Eltern waren gerade im Urlaub und ich war aus dem “ich fahr mit”-Alter raus, wachte ich eines Nachts auf und mir ging ein Gedanke durch den Kopf – was ist, wenn alle Beziehungen auf die wir unsere Gesellschaft bauen, nur eine Illusion sind. So abwegig war der Gedanke nicht – betrachtet man es so, dass unsere DNS – die Bausteine der Vererbung – aus atomarer Sicht gesehen, keine Verwandschaft miteinander haben, ist jeder für sich ganz schön allein. Ich ließ dieses Gefühl eine Weile wirken und dann sausen.
Der Gedanke und das Gefühl tauchen heute immer mal wieder auf, aber es hat sich etwas grundlegend geändert. Eins hatte ich nämlich daran vergessen – den Austausch. Der ewige Wechsel von Leben und Vergehen. Kleines Gedankenexperiment: Stellt euch vor, ein Mensch stirbt, wird beerdigt und viele Jahre später wächst darauf eine Wiese. Die Nährstoffe, das Wasser kommen alle aus dem Boden. Auf der Wiese steht eine Kuh, die später geschlachtet wird und man sich einen Teil davon aufs Brot schmiert. Was da wohl drin sein mag?
Aber dem ganzen kann man noch die Krone aufsetzen und sich bewusst machen, dass dieser Prozess ständig abläuft. Der Stoffwechsel im Körper, Zellen sterben und werden neu gebildet – man kann schon fast sagen, wir erneuern uns permanent. Und dann kommt doch so etwas wie Gemeinschaftssinn auf – vielleicht sind in dem Baum vor meinem Fenster und in mir auch Atome drin, die vor tausenden von Jahren zum gleichen Lebewesen gehört haben.
Ich weiß, dass klingt nach ziemlichen Unfug, der weit hergeholt ist und man sollte solche Gedanken nie zu lange verfolgen, sonst dreht man durch. Besonders, wenn man anfängt, den Atomen ein zeitliches Bewußtsein anzudichten. Denn dann würde das heißen, dass alles was passiert ist, nie verloren geht, rings um uns schlummert und seine Geschichte erzählen möchte.
Okay, ich bin dieses Mal ganz schwer in die esoterische Ecke abgebogen, aber ich hing gestern Abend nachdem wir den Film “Vom Suchen und Finden der Liebe” schauten mal wieder dem Gedanken nach (unglaublich aber wahr, die Lieder sind von Harald Faltermeyer). Und dann klingelt heute Mittag das Telefon und meine Mutti erzählt mir mit leiser Stimme, dass meine Oma heute morgen eingeschlafen ist…
Nachgedacht…
Die wundervolle Zeit des Frühlings hat begonnen, alles grünt und blüht. Und wenn man an die Themen Frühling und Blühen denkt, bekommt so manch einer schon eine rote Nase und tränende Augen. Wir reden von einer der Melkkühe des Gesundheitswesens: Allergikern.
Die Ursachen sind vielfältig: Aggressive Substanzen (wie Formaldehyd, was früher zur Desinfizierung / Reinigung benutzt wurde) oder auch fehlende Krankheiten / zu viel Reinlichkeit werden aufgeführt. Die Therapien sind vielfältig, so z.B. die Desensibilisierung. Was passiert: Es werden einem über einen längeren Zeitraum die Allergene injiziert. Bis jetzt war der Erfolg bei allen, die dies probiert haben langfristig gleich Null oder es wurde schlimmer, denn es traten zusätzlich noch andere Allergien auf. Jetzt mal mit gesundem Menschenverstand: Seid ihr schon mal bei einer Grippeimpfung gewesen und wisst, was da passiert? Es werden abgeschwächte Grippeviren injiziert, damit der Körper Antikörper bilden kann, um erfolgreicher im Ernstfall zu wirken. Mh, und bei Desensibilisierung werden also Allergene geimpft und der Körper soll sich genau umgekehrt verhalten? Wenn ein erfahrener Mediziner mitliest – ich hätte gerne mal eine professionelle Erklärung!
Und dieses Jahr kommt die Frechheit, die das Maß an Volksverdummung überschreitet. Prof. Merk (Präsident des Ärzteverbands Deutscher Allergologen) verbreitet, dass dieses Jahr ein Mastjahr für Birken ist und dabei besonders viele Pollen verbreitet werden und alle Medien brabbeln ohne Nachdenken nach. Toll, dass Mediziner jetzt sich auch in der Forstwirtschaft auskennen. Und wieder der gesunde Menschenverstand, der sich bei mir einschaltet: Alle Birken auf einmal? Wie synchronisiert sich denn so eine Birke mit ihren Birkenbrüdern? Ich bilde mal einen unpassenden, aber ähnlichen Vergleich: Das wäre, als würden alle Frauen der Welt gleichzeitig ihre Periode bekommen. Also hab ich mal geschaut, was die Mast bei Bäumen bedeutet… Nachschlagen!… “Der Zeitabstand zwischen zwei Mastjahren ist regional unterschiedlich und beträgt sechs bis zehn Jahre”. Danke Wikipedia!
Die Geschichte mit der Postkarte

Ich hatte mich ja schon in meinem Rom-Beitrag etwas zum Thema Sixtinische Kapelle geäußert, aber da gibt es noch mehr zu sagen. Also man betritt die Sixtinische Kapelle und sie ist voller Menschen, alle Sitzplätze an den Seiten sind durchweg besetzt und die Leute starren andächtig an die Wände und an die Decke und tauschen Gedanken aus. Aus dem Tuscheln wird Sprechen und die Lautstärke steigert sich solange, bis wieder ein “Psscchhhtt!!!” von den Wächtern ertönt. Wir sind zwei mal in der Kapelle gewesen und jedes Mal ärgerte es mich um so mehr, keine Fotos machen zu können.
Wir wurden Zeugen, wie Leute gebeten wurden, ihre Kamera wegzupacken, wir wurden Zeugen, wie Leute durch ein “No Foto!” zurechtgewiesen wurden, nur weil ihre Kamera Richtung Decke zeigte. Nach Abschluss der zweiten Runde sah ich ein Hinweisschild auf das Vatikanische Postamt. Angeblich sollte die Vatikanpost schneller und zuverlässiger liefern, wie die italienische Post. Ich fand es eine coole Idee, eine Postkarte aus dem Vatikan mit passender Briefmarke und passendem Stempel als Erinnerung an uns zu schicken. Und natürlich bot sich als Motiv die Decke von Michelangelo an.
Also schnappte ich mir eine Karte aus dem Postkartenständer, ging zum Postschalter und verlangte noch eine Marke nach Deutschland. Ich durfte 0,65€ zahlen und gesellte mich wieder zu Kriszta. Als ich ansetzen wollte zu schreiben, fiel mir was auf. Wir diskutierten etliche Verschwörungstheorien, Kameraüberwachung und ewige Verdammnis und schickten dann die Postkarte an uns. Aus religiöser Sicht vielleicht doch suboptimal eine Postkarte im Vatikan zu klauen, aber rein moralisch nach dem Spektakel in der Sixtinischen Kapelle nur gerecht. Ich hatte ja schließlich Geburtstag…
Fundstück
Ich habe heute mal etwas aufgeräumt und bin dabei über meine alte Briefmarkensammlung gestolpert. Schon etwig nicht mehr da reingeschaut. Dabei bin ich über eine Mappe gestolpert, in der ich die ausgeschnittenen Briefmarken gesammelt habe, bevor ich sie abgeweicht habe. Auf der Innenseite ist folgendes Bild. Ich lasse das mal kommentarlos wirken…

Zur allgemeinen Lage
Mein Blog hat das Update auf die Version 2.8.6. hinter sich, zum Glück habe ich mich auf ein vorgefertigtes Theme verlassen. Jedes Mal diese Puzzelei ist zeitraubend und von selbiger ist momentan viel zu wenig da.
Wie schon im letzten Blogbeitrag geschrieben, hat sich mein gesamter Wohnungsinhalt aufgelöst und an anderer Stelle wieder materialisiert. Oder ohne um den heißen Brei herumzureden, Kriszta und ich wohnen jetzt zusammen. Nur leider ging wieder mal einiges schief. Geplant war es ja, Anfang November mein Zeug in die neue Wohnung zu schaffen und eine Woche später den Internetzugang zu verlegen.
Deswegen war ich schon Ewigkeiten zuvor im Laden und hab den Umzug beantragt – damals wollte ich den Anschluss noch Ende November umschalten lassen. Der Verkäufer wunderte sich noch “Da kommen Sie jetzt schon? Da ist doch noch ewig Zeit!”. Als ich 14 Tage später anrief und fragte, wo die Bestätigung bleibt und ob man das Ganze nicht schon Mitte November machen kann, kam ungefähr die gleiche Antwort – es wäre doch alles kein Problem.
Anfang November dann der Umzug – wir hatten schon viel Kleinkram in Kisten in die neue Wohnung geschafft, jetzt folgte der Rest. Krisztas Familie packte mit an und wir hatten das Zeug ziemlich schnell im Transporter. Das Teil hatten wir gemietet, etwas gewöhnungbedürftig, aber mit der Zeit macht es Spaß, so ein Riesenschiff zu fahren. In die neue Wohnung, alles ausgeladen und auf die Zimmer verteilt. Es war für mich zwar tierisch stressig, ich mag das hin und her zwischen den Wohnungen einfach nicht, aber trotzdem haben wir alles reibungsfrei über die Bühne gebracht.
Am Wochenende alles soweit aufgebaut, was von mir überlebt hat (eigentlich haben es nur der Schreibtisch, das Pult, CD-Schrank und Esstisch in die neue Wohnung geschafft) und mit Leben gefüllt. Das Wochenende darauf kamen dann die restlichen Schränke, die ich dann in mühsamer abendlicher Kleinarbeit aufgestellt und gefüllt habe. Die Kisten im Keller lichteten sich nun bleiben nur noch Reste (von der Küche mal abgesehen)… Lampen und Bilder. Deswegen gibts auch noch keine Bilder, es sieht halt noch nicht richtig nett aus.
Oben übrigens ein Ausblick auf den Sonnenaufgang vom Wohnzimmer aus…
Eine Woche später, das Telefon sollte jetzt theoretisch bereit sein. Telefon und Splitter angeschlossen, Modem angestöpselt – Freizeichen kam, aber die Fritzbox blinkte nervös… kein DSL. Ich rief die Hotline an, wo man mir sagte, es habe technische Probleme gegeben und das DSL kann erst morgen aufgeschaltet werden. Kein Problem, ich war die nächsten beiden Tage nicht da, also kehrte ich Mittwoch Abend heim, steckte das Modem wieder ein – immer noch tote Leitung. Wieder angerufen – endlich eine kompetente Hotlinekraft, die mir das Ganze mit etwas Humor verkaufte: “Ja, da können Sie lange warten, Ihr Tarif wurde umgestellt – Sie haben nur Telefon auf diesen Anschluss angemeldet”. Ich wurde sofort mit dem Vertrieb verbunden, der mir den passenden Anschluss bestellte und von Bereitstellung Samstag oder folgenden Montag erzählte. Ich war sauer – ein bißchen schiefgehen ist ja okay, aber dermaßen daneben… Montag: ich fühlte mich saumäßig [eine gewissen Ironie hängt schon an diesem Wort], ging zum Arzt, der verzichtete auf einen Test und schrieb mich für 3 Tage krank. Also rief ich Montag wieder an, wo mein DSL bleibt. “Mh, die Kollegin hat das an die Auftragsabwicklung geschickt, aber so eine Abteilung gibts garnicht – ich mach das mal fertig, die Kollegen von der Technik melden sich dann gleich bei Ihnen.” Keine 10 Minuten später klingelt es: Kein Problem, Anschluss kann kommen – Danke für die Info, die Vormieter hatten auch schon DSL. Wenig später wieder ein Anruf: Automatische Bandansage, der Anschluss wird am Mittwoch bereitgestellt, von 8 – 18 Uhr – sehr präzise Zeitangabe. Und Mittwoch dann endlich – ich hatte früh schon das Modem angeschalten, hörte das Blinken auf und kurz darauf folgte wieder ein automatischer Anruf: Ihr Anschluss steht bereit. 9 Tage Verspätung… Memo an mich: das nächste Mal noch früher Bescheid sagen!
Blieb nur noch übrig, die alte Wohnung loszuwerden. Ich hatte mich natürlich schon lange vor dem Umzug mit der Vermieterin in Verbindung gesetzt, um einen Abgabetermin zu vereinbaren. Antwort auf meinen Vorschlag war in Kurzfassung: Geht nicht, habe Geburtstag. Aber auch kein Gegenvorschlag. Lassen wir die letzten 3 Jahre mal Revue passieren: ich ziehe ein, zum Glück verspätet, denn die Küche kam viel später wie versprochen. Im Sommer 2007 beginnen die Renovierungsarbeiten, die für das Frühjahr angekündigt waren. Herbst 2008: nach etlichen staubigen Monaten, einem Brand im Haus, vielen Dreckecken und mit viel “hinterher den Dreck wegmachen” sind die Renovierungsarbeiten abgeschlossen. Angesichts dessen, dass die Tapete einige Flecken und Kratzer abbekommen hat, schlage ich vor, die Wohnung besenrein zu übergeben und dem neuen Mieter die Wahl der Farbe und Gestaltung zu überlassen. Keine Reaktion.
Inzwischen meldeten sich zwei Immobilienfirmen (auch die, die mir damals die Wohnung vermietet hat) und ich dachte: Na jetzt muss doch mal ein Wort zur Übergabe fallen, wenn sie die Wohnung sehen. Nichts. Blöderweise legte mich die Grippe lang. Und genau in diesem Moment meldet sich eine Maklerin und fragt nach der Übergabe, sie hätte einen Nachmieter, der am Wochenende einziehen möchte. Eine tagelange Diskussion entsteht, die darin gipfelt, dass ich am letzten Novemberwochenende bei einem Telefonat den Koller bekomme, die (arme) Frau 5 Minuten am Telefon anbrülle, weil sich mein ganzer Frust entlädt und ich nicht einsehe, warum ich jetzt auch noch dem Maler, der die Wohnung gemacht hat, auch noch hinterherputzen soll (siehe oben: Warum soll ich immer den Handwerkern den Dreck nachräumen). Wir einigen uns: ich zahle den Maler und die Wohnung wird ungesehen abgenommen.
Abmarsch!
Ich muss mal wieder dringend ein Update rauslassen. Denn nach der Woche in der Schweiz hat mein Leben ja nicht aufgehört. Die darauf folgende Woche verschlug es mich nach Eltville. Eltville ist wirklich nicht die Weltstadt, aber für eine Woche mal ganz schön. Wer irgendwas mit Eltville assoziieren will, dem werfe ich mal MM Sekt vor. Ansonsten kommt man sich zu Beginn etwas hilflos vor, denn der erste Eindruck ist, dass hier die Bürgersteige um 18 Uhr hochgeklappt werden und man danach keine Chance mehr hat, etwas zu essen zu bekommen.
Weit gefehlt – ein Blick auf die Webseite der Stadt offenbart, dass es einiges an Gaststätten gibt. Wir haben alles mal probiert – vom Asiaten am Bahnhof bis hin zum Anleger 511, das etwas exklusiver ist, aber äußerst hochqualitative Speisen zu akzeptablen Preisen anbietet (Merke: 11. Generation Bratwurst). Mittags ging es immer zum Italiener Da Pino am Holztor, bei dem es drei Mittagsgerichte zur Auswahl gab.
Wieder angekommen, gingen wir mal wieder ins Kino. Auf einer Schokoladenpackung gab es Gutscheine, die wir einlösen wollten. Nur ich war so clever, die Werbung auf der Vorderseite auszuschneiden, statt den eigentlichen Gutschein auf der Rückseite. Trotzdem ging es los – Männerherzen. Das Kino war so gut wie leer, offensichtlich hatte keiner Lust auf diesen Film.
Ich bin kein großer Fan des deutschen Films, in der Regel sind diese sehr… ich weiß nicht, wie es ausdrücken soll – kalt. Es gibt sehr wenig natürliche Herzlichkeit, Wärme und Freundlichkeit. Vielleicht bin ich einfach nur in den falschen Filmen gewesen, aber dieser war auch wieder einer von denen, die mein Bild bestätigten. Til Schweiger darf ein Produzentenarschloch spielen, der haufenweise Models um sich herum hat und einen Schlagerstar produzieren soll, der sich sehr Ethno gibt und ein “Lied für die Welt” schreiben will. Christian Ulmen darf wieder den bleichen Deppen spielen, der bei den Frauen verloren hat, sobald er den Mund aufmacht. Und dann gibt es noch den Werbefutzi, der ständig plant, aber vergisst zu leben, den U-Bahn-Fahrer, dessen Frau sich von ihm trennen will, weil er seit seit einem Unfall mit der U-Bahn sehr aggressiv ist und sich aber nicht helfen lassen will und zum Schluss noch der ewige Praktikant, dessen Freundin schwanger wird.
Der Charme des Films ist eigentlich, dass überall die Fassade etwas bröckelt. Jerome ist zwar Produzent, heißt aber in Wirklichkeit Hans-Jürgen und will seine Jugendliebe zurück. Günter ist Beamter, lässt aber die Gaststätte des ewige Praktikanten mit einer Sonderregelung durchgehen. Der Planer und Werber wagt einen Seitensprung und wagt somit seiner Ehe ein ungeplantes Ende zu bereiten. Und der unbeliebte, hartherzige U-Bahn-Fahrer sorgt etwas rau dafür, dass sein demenzkranker Vater im Altenheim doch noch einmal Plätzchen backen darf. Der Schlagersänger hat Angst, dass keiner seine Schnulzen mehr mag und der Praktikant muss Verantwortung übernehmen.
Und ich glaube, damit kann ich meinen Finger genau in die Wunde des deutschen Films legen – nachdem, was ich da oben schrieb, brauche ich nur morgen auf die Straße gehen und erlebe diese Geschichten wieder. Es fehlt dem deutschen Film an solchen Stellen an der Fähigkeit, zu verzaubern und fremde Welten zu erschaffen. Man bleibt gern bei der Realität oder bereits abgeschlossenen Geschichten. Ich will damit nicht die Fiktion heraufbeschwören, aber etwas realitätsfremdes würde gut dahin passen. Beispiel: Die fabelhafte Welt der Amelie – spielt im hier und jetzt, weiß aber zu verzaubern.
Genug über den Film, jetzt gehts ans Eingemachte… ab sofort ist Ruhe hier! Zumindest für die nächste Zeit. Ab morgen löst sich mein Rechner in seine Bestandteile auf und materialisiert sich an anderer Stelle wieder. Und dort wird er frühestens ab dem 16.11. wieder ans Netz dürfen.
