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Gefährliches Halbwissen

Jesuitische Reduktionen

Unsere nächste Station nach Buenos Aires war Posadas. Hier fuhren wir mit dem Nachtbus hin. Uns erwarteter ungeahnter Luxus. Es gab Kissen und Decken für die Nacht und gegen 21 Uhr wurde Abendessen ausgeteilt, was vergleichbar mit dem Essen ist, wie es im Flugzeug serviert wird. Dazu konnt man nach Belieben Softdrinks und Bier konsumieren. Später gab es noch eine Runde Sekt, aber das war uns dann doch zu viel Luxus. Wie bereits gesagt, was das Ziel Posadas und hier ließen wir uns für zwei Nächte nieder.

Bevor ich näher auf die Ziele eingehe, muss man wissen, dass sich in der Gegend viele christliche Missionen befunden haben, welche die Aufgabe hatten, den Indios Feldbau, Handwerk und natürlich auch die christlichen Werte näher zu bringen. Heute findet man hier nur noch die Ruinen der Missionen, erhält aber trotzdem ein ganz gutes Bild, was damals passiert ist. Unser Reiseführer sprach dabei von “Reduktionen”, d.h. für den Feldbau wurde der Urwald gerodet und Platz für Felder gemacht. Ich meinte zynisch dazu, dass dies der erste Schritt war, den Einheimischen beizubringen, wie man den Urwald abholzt.

Erste Station war Trinidad in Paraguay, was sich ca. 45 Minuten (ohne Grenzwechsel) von Posadas erfernt befindet. Hier gingen wir den ersten Nachmittag hin und waren sofort begeistert. Eine sehr gepflegte Anlage, sehr wenig Touristen, sehr schöne Gravuren in den Ziegelsteinen und fantastisches Wetter. Wir liefen lange über die Anlage, bestiegen das Türmchen und bekamen so einen wundervollen Überblick über die Anlage. Auf dem Rückweg genoss ich noch ein paar Enpanadas (die ich inzwischen sehr lieb gewonnen haben) in Encarnación.

Den nächsten Tag fuhren wir nach San Ignacio, Fahrtdauer ca. 1 Stunde und dann läuft man noch 1,5km bis zur Anlage. Es ist touristisch sehr gut ausgebaut und dementsprechend viele Menschen befinden sich dort und dementsprechend sind die Eintrittspreise. 50 Pesos (was mehr als 8 Euro sind) werden dort pro Person verlangt. Ziemlich heftig, zumal die Anlage bei weitem nicht so schön ist, wie Trinidad. Deswegen wurde ich als Abgesandter unseres Team in die Anlage geschickt und nach einer halben Stunde stand mein Urteil fest: Man hätte sich die Fahrt sparen können, Trinidad schlägt diese Anlage in allen Bereichen. Es entstand bei mir auch ein wenig der Eindruck, dass San Ignacio mehr Arbeitslager war, wie eine Stätte, an der man den indigenen Völkern etwas von der westlichen Kultur beibringt.

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