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Gefährliches Halbwissen

Kuba – Teil 2 (Rundreise und Erholung)

Trinidad

5. Station – Trinidad: Trinidad war merkwürdig, überall Bettler und das in einer Stadt, die angeblich Weltkulturerbe war. Weltkulturerbe hieß für Kubaner offensichtlich, dass man nichts machen durfte – schon garnicht an den Straßen. Denn die waren in einem katastrophalen Zustand. Kopfsteinpflaster mit riesigen Steinen, von denen einige fehlten. Zum Glück musste man nicht weit auf diesen Wegen fahren. Wir wurden unterwegs mehrfach nach alten Sachen, Stiften und Bonbons angesprochen und verteilten unsere Mitbringsel. Dann wurden wir auch noch bis ans Auto verfolgt und man begann schon in unseren Sachen im Kofferraum zu wühlen und feilschte, was man davon bekommen kann.

Da es unsagbar heiß an dem Tag war, fuhren wir noch zum Playa Ancon und konnten dort einige Parkgebühren sparen, indem wir den Parkplatzwächter und seinen Kumpel ein Stück mitnahmen. Unsere Unterkunft Maria Dolores war etwas außerhalb von Trinidad und hatte wohl die ausgelegensten Betten in diesem Universum. Man spürte schon die Federn im Rücken drücken.

Blick vom Wachturm ins Valle de los Ingenios

6. Station – Santa Clara: Auf dem Weg nach Santa Clara machten wir vorher den Umweg über das Valle de los Ingenios. Hier waren früher die Zuckerrohrplantagen, wo die Sklaven von einem Aussichtsturm beobachtet wurden. Meine Freundin passte vorsichtshalber auf unser Auto auf, während ich auf den Turm kletterte, um die Umgebung zu fotografieren.

In Santa Clara angekommen, wurden wir sofort wieder von Fahrradterroristen belästigt, die uns den besten Weg zum Che-Mausoleum zeigen wollten, natürlich mit einem Parkplatz den sie kennen. Nichts da – es gab einen öffentlichen Parkplatz und beim Erscheinen der Polizei waren sie ganz schnell verschwunden. Das Museum war eine pure Enttäuschung und außerdem kamen uns mache Besucher sehr suspekt vor, die mehr Augen für die Handtasche meiner Freundin hatten, wie für die Exponate. Also schnell weg ins La Granjita, unsere Unterkunft für diese Nacht. Es gab ein paar Probleme mit der Klimaanlage, die nur eiskalte Luft blies und bei der die Fernbedienung abhanden gekommen war. Es war an dem Abend Unterhaltungsprogramm angesagt und wir genossen die Show. Nur die Mücken waren etwas lästig.

Blick auf das Hotelgelände

7. Station – Jibacoa: Abschluss unserer Rundreise hieß – wir geben das Auto bis 12 Uhr ab in Havanna ab. Es war relativ knapp, da wir auf der Autobahn nicht so schnell vorwärts kamen. Also konnten wir die Abgabe am Flughafen getrost vergessen und beschlossen das Auto wieder im Hotel Plaza abzugeben. Was uns natürlich enorm verärgerte. Im Vorfeld hatten wir versucht, ob wir das Auto nicht Varadero abgeben können, da der Transfer nach Jibacoa von dort aus günstiger und näher gewesen wäre. Nein, keine Möglichkeit! Auf dem Plan stand: Geben sie das Auto in Havanna oder Varadero ab – toll! Da wir aber den Transfer ab Flughafen Havanna gebucht hatten, mussten wir ja wieder nach Havanna. Nachdem wir das Auto pünktlich abgegeben hatten, machten wir noch einen kleinen Spaziergang durch Chinatown in Havanna, das überhaupt nicht mit China gemein hatte, außer dem Namen.

Am Strand

Um 16 Uhr sollte der Transfer am Flughafen nach Jibacoa starten. Wir standen mit dem Gepäck da. Es stellte sich heraus, dass wir in Varadero erwartet wurden und der Bus schon weg war. Kein Problem, warten sie bitte! Die Beauftragte des Busunternehmens hatte erstmal Pause. Danach begann ein kleiner Bürokratiekrieg – es wurden etliche Formulare ausgefüllt, einem Taxifahrer übergeben, der uns dann höchstpersönlich nach Jibacoa fuhr. Unterwegs wurde uns schon Angst und Bange, eine Ölpumpe reihte sich an die nächste, Raffinerien und ähnliche Betonklötze wechselten sich ab. Aber das Hotel war traumhaft gelegen, abgeschottet durch eine Hügelkette, lag hier ein kleines Paradies.

Die Woche verging wie im Flug. Wir machten Katamaranfahrten, schnorchelten am Ufer, fuhren mit dem Tretboot raus und schnorchelten, genossen das abendlich wechselende Essen, dass immer hervorragend war. Morgens, wenn es noch frisch war gingen wir ins Fitnessstudio, damit die Pfunde nicht zu heftig zuschlugen. An einem Tag kletterten wir organisiert auf die Hügelkette und schauten auf die Hotelanlage. Mit anderen Worten – wir waren faul, denn viel Zeit verbrachten wir auf den Liegen am Strand, lasen oder hörten Musik.

8. Station – Havanna: Den letzten Tag ging es nochmal nach Havanna zurück, diesmal verlief der Transfer problemlos und wir wurden direkt vorm Hotel Plaza abgesetzt. Als wir durch die Stadt bummelten geschah etwas merkwürdiges. Auf dem Flug nach Havanna hatten wir eine Frau kennengelernt, die neben uns saß und 4 Wochen in Kuba verbringen wollte. Wie es der Zufall so wollte, war sie auch mit uns im Hotel Plaza die ersten Tage untergebracht. Und genau diese Frau trafen wir 2,5 Wochen später wieder. Ihr Fazit: Ihr Geld für die 4 Wochen war alle, sie hatte das Rückflugticket umgetauscht und war von der Abzocke genervt und wollte weg. Wir nutzten den letzten Tag in Havanna noch einmal, um einen genaueren Blick auf die Leute zu werfen und machten viele schöne Bilder von den Einheimischen, bevor es dann wieder Richtung Paris / Frankfurt ging.

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