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Gefährliches Halbwissen

Die Wiege der Demokratie

Wenn man von Griechenland hört, kommen einem verschiedene Dinge in den Sinn: Sonne oder Meer, wenn man Urlaub denkt, Akropolis, wenn man Sehenswürdigkeiten im Blickfeld hat, Troja oder Der Koloss von Rhodos, wenn man an historische Dinge denkt, das griechische Alphabet, wenn man wissenschaftlich veranlagt ist und nicht zuletzt Griechenlands Beiträge zu Demokratie, Naturwissenschaft und Philosophie. In jüngster Zeit ist Griechenland in die negativen Schlagzeilen gerutscht, weil die Staatskasse leer ist und auf Deutschland ist man dort angeblich auch nicht gut zu sprechen. Zeit sich man ein Bild vor Ort zu machen…

Während die meisten Ostern im kühlen Deutschland verbrachten, setzten wir uns ins Flugzeug gen Athen. Wir erreichten Athen nach Mitternacht und ließen uns vom Transferbus ins Stadtzentrum fahren. Zum Glück trafen wir im Bus eine Frau, die in ein Hotel, was unserem gegenüber lag, wollte und so konnten wir uns die Taxikosten bis zum Hotel teilen. Das “Aristoteles” war ziemlich spartanisch, aber für 24 Euro pro Nacht (inkl. Frühstück) absolut in Ordnung, zumal die Zimmer sauber und nicht abgenutzt wirkten. Am nächsten Morgen verschliefen wir erstmal das Frühstück und machten uns auf ins historische Zentrum.

Erstes Ziel war Keramikos. Wir schauten uns das Gelände von außen an und liefen dann weiter zur griechischen Agora. Hier stellten wir fest, dass man günstig für 12 Euro die sieben wichtigsten Sehenswürdigkeiten mit einem Sammelticket besichtigen kann. Gesagt, getan! Im Museum in der griechischen Agora sahen wir unter anderem Teile des Scherbengerichts und eine ziemlich clevere Zufallsmaschine – das Kleroterion. Nach dem Mittag bestiegen wir die Felsengruppe neben der Akropolis, um eine gute Sicht darauf zu haben. Und da wir schon mal grad dort waren, nahmen wir auch gleich die Akropolis in Augenschein. Ich war ehrlich gesagt ziemlich enttäuscht, denn man sah entweder Gerüste oder Ruinen.

Um es mit einfachen Worten zu sagen: In Dresden hat man in 10 Jahren die Frauenkirche wieder auferstehen lassen (130 Mio. Euro – größtenteils aus Spenden) und die Akropolis gammelt seit dem 17. Jahrhundert als Ruine dahin und das Geld (190 Mio. Euro) fließt in ein supertolles, megaarchitektonisches Museum. Trifft aber genau den griechischen Gedanken an Geld und dessen Verwendung, denn in den vielen Straßenkaffee hatte man als Tourist kaum Platz, denn viele Einheimische, bei denen eigentlich Sparsamkeit angesagt sein sollte, tummelten sich bei üppigen Speisen und Kaffee. Ein Kellner, der sich als ehemals in Fürth lebender Grieche zu erkennen gab, bewunderte die Deutschen für ihre “systematische und planende” Lebensweise und hatten für seine lebenslustigen Landesgenossen kein gutes Wort übrig.

Den nächsten Morgen steuerten wir erneut Keramikos an und schauten uns das Gelände von Nahem an. Es folgten Hadrians Bibliothek und die römische Agora. So langsam gingen uns die Ziele in Athen aus, als setzten wir uns an den Weg, der rund um die Akropolis führt und beobachteten das bunte Publikum, dass von leicht bekleideten Touristen in Flip-Flops, die von der warmen Sonne schon ganz verbrannt waren, bis hin zu den Einheimischen in Wintermantel reichte. Am Sonntag genossen wir noch den Wachwechsel am Regierungspalast und besuchten das Olympische Stadion, in dem die ersten Olympischen Spiele statt fanden und den Zeustempel. Die ganzen Tage hatten wir von früh bis abends strahlend blauen Himmel und um die 25°C, bis am Montag unserer Abreise viele Wolken aufzogen und als wir im Flugzeug gen Heimat saßen goss es in Strömen…

Panorama – der große Weitwinkel

Gelegentlich steht man vor dem Problem, dass man ein sensationelles Bild oder eine weite Landschaft vor sich hat und die einfangen möchte. Aber leider reicht selbst das größte Weitwinkelobjektiv nicht aus, um alles einzufangen. Hier beginnt der Bereich der Panoramabilder. Neue Kameras bringen schon stellenweise die Funktionalität mit sich, aber man kann sich auch ohne eingebaute Panoramafunktionalität weiterhelfen. Und das auch fürs kleine Geld.

Und genau vor so einem Problem stand ich, als ich die Laguna 69 erreicht habe. Ein türkisfarbener See, umrahmt von weißen Berggipfeln und das bei strahlend blauem Himmel. Man selbst auf ca. 4.800m und die weißen Bergspitzen über 6.000m hoch. Egal wie ich die Kamera drehte (siehe Bild 1), ich bekam kein Bild von der gesamten Pracht. Also machte ich viele kleine Einzelaufnahmen. Dabei achtete ich darauf, dass sich die Bilder vom Motiv her überlappen (d.h. die Bergspitze, die links oben im Bild gut im Bild ist, muss im mittleren Bild gerade noch drauf sein) – siehe Bild 2.

Wer bei seiner Kamera mit dem RAW-Format – also der herstellerspezifischen Speicherung der Bilder – arbeitet, sollte bei der Nachbearbeitung darauf achten, für alle Bilder den gleichen Weißabgleich zu nutzen und Helligkeitsunterschiede von Hand auszugleichen. Und jetzt kommt der Kniff: Microsoft bietet mit dem Image Compositing Editor (ICE) ein kostenloses und leistungsfähiges Tool an, das aus viele Einzelbildern ein großes Gesamtbild erstellen kann. Dabei erkennt es automatisch markante Bildpunkte und formt es die Originale so, dass ein homogenes Bild entsteht. Diesen Prozess des Markierens von prägnanten Bildpunkten nennt man Stitching. Kostenpflichtige Programme ermöglichen es dem Anwender bei schwierigen Bilderkompositionen auch, diese Bildpunkte selbst zu setzen – hier ist so etwas nicht möglich.

Wie man in Bild 3 erkennen kann, leistet das Programm auch ohne Nachhilfe sehr gute Arbeit. Einziger Punkt, wo das Programm gescheitert ist, waren die Wasserfälle von Iguazu, weil der feine Nebel am Bildrand zwischen zwei Bildern eine automatische Erkennung unmöglich machte. Da hätte ich mir manuelles Nachhelfen wirklich sehr gewünscht… Dabei ist die Handhabung spielend einfach: Einfach alle Bilder per Drag & Drop reinziehen und den Rest erledigt das Programm selbst. Akzeptierte Formate sind die üblichen Verdächtigen: TIF, JPEG, GIF, PNG und BMP. Im ersten Moment sieht das Bild etwas verformt aus, aber der Autocrop (d.h. das automatische Zuschneiden) leistet hervorragende Arbeit. Hier muss man schon beim Fotografieren der Bilder etwas Abstand mit einrechnen, denn mitunter kostet der Verschnitt ziemlich viel vom Motiv und dann ist das Panorama umsonst gemacht. Übrig bleibt nur noch Speichern und dann ist es fertig…

Frühlingswochenende im Schnee

Letztens haben wir es nicht mehr ausgehalten und mussten mal wieder aus unseren vier Wänden raus. Freitag Nachmittag ging es raus und dann ab Richtung Süden – der Bayrische Wald war unser Ziel. Auf Empfehlung hatten wir uns in der Schnitzmühle niedergelassen, die etwas außerhalb von Viechtach liegt. Hier bekamen ein schönes Zimmer im 2. Stock zugewiesen. Irgendwie wunderte ich mich aber. Auf der Webseite sah alles so nach Wellness-Hotel aus, trotzdem trieb sich sehr viel unrasiertes, laut niederbayerisch palaverndes Mannsvolk umher.

Wir hatten ein Komplettpaket mit Halbpension gebucht. Noch am selben Abend kamen wir in den Genuss der exzellenten Küche des Hotels. Obwohl sich das Restaurant rühmt bayrisch-thailändische Spezialitäten aufzutischen, war der Großteil eher asiatisch angehaucht. Das hat uns aber nicht im Mindesten gestört. Es schmeckte unheimlich gut und schnell wurde klar, dass wir dieses Wochenende nicht schlanker werden. Auch das Frühstück am nächsten Morgen ließ nichts zu wünschen übrig. Viele Säfte, Tees und Kaffee rundeten das üppige Büffet mit vielen Brot- und Brötchensorten, Käse, Wurst und selbstgemachter Marmelade ab.

Nach der ganzen Schlemmerei brachen wir am Samstag Morgen Richtung Bodenmais auf, wir wollten eine Runde wandern gehen. Bodenmais war herrlich, die Straßen waren trocken, es war frühlingshaft warm, aber gleich neben dem Straßenrand lag noch jede Menge Schnee. Leider führte der Wanderweg, den wir auserkoren hatten, immer an der Straße entlang, sodass wir schnell umkehrten und weiter fuhren. Unser Weg führte uns zum Neunussberg, wo man einen herrlichen Blick auf die Umgebung hat. Anschließend kehrten wir nach einem vergeblichen Versuch, ein Restaurant in Viechtach zu finden, in die Schnitzmühle zurück und aßen eine Kleinigkeit zum Mittag.

Dann folgte ein ausführlicher Saunagang, wobei die Sauna noch sehr kühl war, aber dafür war das Erlebnis mit dem automatisierten Aufguss (ich will nicht zu viel verraten) schon toll. Unangenehm fiel hier auf, dass der Platz zum Ausruhen bei weitem nicht reichte, es ist für vielleicht 10 Leute Platz, aber ca. 20 Leute tummelten sich im Saunabereich. Für den späten Nachmittag hatten wir eine Tibetische Massage gebucht, die sich als Tantra-Massage entpuppte. Wem Tantra nur in Zusammenhang mit Sex bekannt ist, sollte den Gedanken ganz tief vergraben, hier geht es nur um Aktivierung der Chakren und Lösen / Erkennen von Blockaden. Nicht dass ich an so etwas glaube, aber es war herrlich entspannend. Kriszta hatte im Nachhinein noch bemängelt, dass Rainer – der Masseur sich vor ihrer Massage eine Zigarette angesteckt hatte, was wohl ziemlich unangenehm gerochen hat.

Nach einem opulenten Abendmahl zogen wir uns aufs Zimmer zurück und stellten fest, dass CSI kam. Also war der Abend gelaufen…

Astrofotografie – Der Mond

Vollmond bei 500mm, F/9, 1/250 Sek., ISO 100

Einige Wissenschaftler sind ja der Meinung, die Menschheit hat sich nur so weit entwickelt, weil wir die Möglichkeit haben, den Sternhimmel zu beobachten und uns die Frage gestellt haben: Was ist da oben noch so alles?

Ich habe mich in diversen Foren umgesehen, um ideale Werte für die Mondfotografie zu gewinnen. Natürlich gibt es kein Universalrezept, aber ich liste mal die notwendigen Dinge auf, die man benötigt:

  • ein Objektiv, was die notwendige Brennweite hat (in meinem Fall ein Sigma 50-500mm)
  • ein stabiles Stativ
  • ein Fernauslöser

Das Ensemble steht jetzt draußen, der Mond scheint und nun?

  • im Windschatten fotografieren
    Selbst der kleinste Windstoß kann für unscharfe Ergebnisse sorgen
  • Nicht Unterbelichten
    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass schon ein oder zwei Blenden Unterbelichtung zu Rauschen auf dem Bild führen können. Schließlich möchte man den Himmel schwarz sehen.
  • ISO so niedrig wie möglich wählen
    Genau aus dem gleichen Grund: Hoher ISO-Wert = stärkeres Rauschen
  • Bedeckung / Mondphase beachten
    Gerade wenige Nächte vor Vollmond scheint der Mond ausreichend hell zu sein und man überschätzt die Helligkeit. Auch leichte Schleierwolken können das Bild zwar nicht stören, aber die Helligkeit empfindlich dämpfen.

Astrofotografie – Allgemein

Den besten Tipp zum Einstieg in die Beobachtung des Sternhimmels fand ich immer noch: klein anfangen und nicht gleich viel Geld für teures Equipment verschwenden, was man nicht benötigt. Der kleinste Einstieg ist immer noch das Fernglas und dann geht es weiter.

Ich habe den Fehler gemacht und mir aus diesem Grund ein billiges Objektiv (600-1200mm) mit T2-Adapter zu holen und mich dann zu wundern, warum ich nur unscharfe Ergebnisse erziele. Grund hierfür waren die manuelle Fokuseinstellung, die nie die gewünschte Schärfe bringt und weiterhin, dass dieses billige Teil bei vollem Auszug einen leichten Knick in der optischen Achse macht und so nur ein kleiner Ausschnitt des Bildes annähernd scharf ist.

Wichtiges Hilfsmittel neben der Hardware sind Seiten, die einem erzählen, was am Himmel vor sich geht. Folgende Seiten besuche ich für solche Fälle gern:

  • Heavens Above – Sämtliche Daten über Satelliten, Raumstationen usw.
  • Space Weather – Alles was sich im Bereich Sonne abspielt: Sonnenflecken oder auch Nordlichter

Timelapse – Zeitraffer (vom Foto zum Video)

Einen Zeitrafferfilm hat wohl schon jeder einmal gesehen – wenn Wolken über den Himmel zu rasen scheinen, Blumen im innerhalb von Sekunden aufblühen usw. doch was braucht man für einen Zeitrafferfilm?

  • eine Kamera, die zu regelmäßigen Abständen selbst auslöst oder eine Kamera mit zeitgesteuertem Fernauslöser
  • Stativ
  • Software zur Nachbearbeitung

Klingt ziemlich simpel, aber der Teufel steckt im Detail. Wer seine Kamera auf Automatikeinstellung lässt, wird schnell merken, dass einiges schief gehen kann. Deswegen ein paar kleine Tipps, wie man seine Kamera präpariert, um schöne Zeitrafferaufnahmen zu bekommen.

  1. Manuelle Belichtungseinstellungen
    Sollte man die Belichtung auf Automatik lassen, kann es passieren, dass sobald eine Wolke vor die Sonne zieht, die Belichtung korrigiert wird und es zu unangenehmem Aufblitzen oder Abdunkeln des Bildes kommt. Das Patentrezept für Sonnenuntergänge habe ich allerdings noch nicht gefunden…
  2. Fokussierung
    Einen ständigen Fokuswechel im Zeitraffer merkt man, wenn das Bild zwischendurch “pumpt”, denn wenn der Fokus wechselt, stellt sich die gesamte Optik auf einen anderen Schärfepunkt ein und dadurch werden ganze Teile des Bildes mit einer anderen Schärfe versehen.

    • Fokus auf einen Punkt
      Das wäre quasi die Halbautomatik. Funktioniert aber nur unter der Voraussetzung, dass sich das Objekt hinter dem Fokus nicht oder nur sehr langsam bewegt.
    • Manuelle Fokuseinstellung
      Hier kann man es sich ganz einfach machen – einmal ein Bild mit voller Automatik machen und dann den Autofokus abschalten und schon ist alles richtig eingestellt. Diese Variante bevorzuge ich.
  3. Belichtungszeit vs. Zeitsteuerung
    In einem Artikel über professionelle Zeitrafferaufnahmen habe ich gelesen, man soll die Belichtungszeit so lang wie möglich wählen. Ich bin eher der Meinung, dass man die Belichtungszeit nur so lang wie gerade nötig wählen sollte. Wenn man einen Film plant, sollte man sich bewusst sein, dass ein Film ab 25 Bilder pro Sekunde vom Auge als ruckelfrei wahrgenommen wird. Das heißt im Umkehrschluss, dass man für eine Sekunde 25 Bilder benötigt. Das wären für eine Minute immerhin 1.500 Bilder. Nur mal eine Beispielrechnung: Angenommen, ich möchte 8 Stunden auf 1 Minute verkürzen – d.h. 1.500 Bilder in 28.800 Sekunden, was einem Bild aller 19 Sekunden entspricht. Und wenn die Belichtungszeit 20 Sekunden sind (gerade bei Nachtaufnahmen kommt man da schnell hin), muss man sein Projekt neu überdenken.

Das waren die Vorarbeiten, jetzt kann man sich bequem zurücklehnen und die Kamera ihre Bilder machen lassen. Ich versuche für meine Projekte die Nachbearbeitung so gering wie möglich zu halten, d.h. ich fotografiere meistens nicht mit RAW-Format, sondern gleich in JPEG. Dafür nutze ich das kleinste Bildformat, denn das ist immer noch weit oberhalb von HD. Wichtig ist also, wie man jetzt die Bilder hinter einander ins Filmformat bringt. Ich habe mich schon mit mehreren Werkzeugen herumgeschlagen und möchte nun einen kleinen Überblick geben, mit welchen Werkzeugen ich arbeite.

Das Erstellen der Videosequenzen erledige ich momentan mit VirtualDub – eigentlich ein Videoeditor. Nachteil bei allen Programmen, die ich bisher in den Händen hatte war, dass sie selbst mit den Codecs (=Bibliotheken zum Kodieren von Videosequenzen) zu kämpfen hatten. Aber mit VirtualDub erhalte ich momentan die besten Ergebnisse. Im Anschluss setze ich die ganzen Sequenzen, die ich erstellt habe, mit dem Windows Live Movie Maker (auch gratis) zusammen. Da bekommt man auch noch spielend leicht Musik hinzugefügt und dann sieht das Ganze z.B. so aus…

Subtile Fremdenfeindlichkeit

Diese Woche gab ich mir endlich das Vergnügen, meinen neuen Personalausweis zu beantragen. Seit letztem Jahr wird nur noch der neue Personalausweis, sprich: im Scheckkartenformat mit Chip, ausgestellt. Lobenswert am neuen Personalausweis ist seine reibungslose Einführung. Im Gegensatz zur Maut und zur Einführung der EGK (elektronische Gesundheitskarte) war die neue Version einfach da und es gab keine Diskussionen.

Bei der Beantragung wird man gefragt, ob man seine Fingerabdrücke auf dem Ausweis gespeichert haben möchte. Wenn der Papierkram erledigt ist, bekommt man ein Informationspapier, was auf die neuen Möglichkeiten des Personalausweis hinweist. Denn bei Abholung muss man sich entscheiden, ob man die Onlinefunktionalität nutzen möchte oder nicht. Ich bin noch schwer am Überlegen, ob ich die Funktion nutzen möchte, denn der Einsatz des Onlinefunktion zieht ein Lesegerät nach sich, dessen Treiber vielleicht mehr überträgt, als mir lieb ist.

Beim Durchlesen stieß ich dann auf folgende Passage “Zutrittsysteme: Der Zutritt zu Werksgeländen oder Firmen ist oft nur Mitarbeitern gestattet. Die Online-Ausweisfunktion ermöglicht ein zuverlässiges Zutrittsmanagement.” Erstmal war ich positiv überrascht – tolle Idee: Zeiterfassung usw. ohne dass man viele Karten und Chips mit sich herumtragen muss. Dann musste ich aber an meine Freundin denken (stellvertretend für alle EU-Bürger, denen es frei steht, in einem EU-Land ihrer Wahl zu arbeiten) und kam zu der Erkenntnis, dass man in dem Satz problemlos “Mitarbeiter” durch “Deutsche” ersetzen kann und schon hat man den eigentlichen Inhalt erfasst. Denn dahinter steht: Kein deutscher Staatsbürger – kein Zutritt. Wer denkt sich denn sowas aus?

Das Leben nach der CD

Lange habe ich mich gesträubt, aber es führt kein Weg dran vorbei – die CD ist tot. Angefangen hat alles vor der Weltreise, als ich meine gesamte Sammlung von CDs und Platten digitalisiert habe und diese in MP3-Form mit auf Reise genommen habe. Seit der iPod classic dazu kann, wurde das Ganze noch portabler und nun frage ich mich: Kaufe ich noch CDs?

Natürlich ist es schön, die Scheibe im Schrank stehen zu haben, aber wenn jetzt alles digitalisiert ist und ich nur noch die digitalen Abbilder abspiele, warum dann noch neue Platten kaufen? Bis jetzt lief es ja ganz gut, weil es Händler bei amazon gibt, die neue CDs im Bereich von 8-10 Euro anbieten. Gut, der Versand dauert 1-3 Wochen, aber die CDs sind wirklich neu. In letzter Zeit stehe ich aber immer häufiger vor dem Problem, dass die CDs kaum unter 10 Euro zu erstehen sind und somit ein digitaler Erwerb immer mehr in Frage kommt. Außerdem habe ich bei meinen letzten Ersteigerungen bei ebay festgestellt, dass man Klassiker mittlerweile für nahezu gratis bekommt, d.h. die Wertsteigerung ist auch hinüber. Also nahm ich mal diverse Portale unter die Lupe…

Ist ja nicht so, dass ich dem Ganzen immer ablehnend gegenüberstand, aber es war einfach finanziell nicht lukrativ. Ich pickte mir als Beispiel: Ben Klock – One (Ostgut Ton) heraus. Als erstes besuchte ich Beatport, hier lag der Preis bei 9,27€. Verglichen mit dem Gebrauchtpreis für eine CD von 8,15€ bei amazon.de völlig unrentabel. Inklusive Versand hätte ich für 2 Euro mehr die CD in meinen Händen. Also weiter… nächste Station: Bleep. Ursprünglich der Versand von Warp Records, ist Bleep längst Label unabhängig geworden und auch dort fand ich den gesuchten Download für 9,99€. Ein bißchen musste ich grübeln, bis mir der Name des nächsten Stores einfiel. Irgendwas mit Cat… es dauerte eine Weile, bis mir boomkat wieder in den Sinn kam. Ein britischer Laden, der nur in Britischen Pfund anbietet und dort kam das Album auf erstaunliche 6,99 GBP (8,41€). Danach besuchte ich noch meinen alten Plattenladen, wo ich früher Vinyl bestellt hatte: web-records.com. Die sind ziemlich weltfremd und kannten das Album von Ben Klock garnicht erst.

Das war ein guter Zeitpunkt, um sich mal Gedanken über das Medium MP3 Gedanken zu machen. Mit welcher Bitrate wird überhaupt gehandelt? Beatport blieb mir die Antwort schuldig, alle anderen antworteten mit 320kBps. Ich gab nicht auf und befragte das Internet: Gibt es noch jemanden, der etwas mit Ben Klock anfangen kann? Erste Antwort: iTunes Store – ich war überrascht, hier hätte ich nur kommerzielle Produkte vermutet. Hier der Preis für das Album: 8,99€. Die Überraschung wuchs…

Zum Abschluss noch ein zweiter Test mit Hardfloors – 20-Two decades of Hardfloor. Hier gewann mit Abstand amazon.de, aber nicht weil dort die CD am günstigsten war, nein, hier lag der Download für das Dreifachalbum bei 12,49€, was 3 Euro unterhalb der preiswertesten gebrauchten CD war. Erkenntnis des digitalen Ausflugs: Wie mittlerweile bei allen Produkten kann man sich nicht mehr auf einen Laden des Vertrauens verlassen, sondern überall mal nachschauen. Gibt es eigentlich schon eine Suchmaschine über MP3-Verkäufe?

Schärfe an der richtigen Stelle

Eine Kamera kann noch so viele Sensoren für den Fokus haben, sie wir Dir nie sagen können, an welcher Stelle das Bild scharf sein soll. Für die normale Komposition wird man den Bildmittelpunkt als schärfsten Punkt haben wollen. Wenn dem nicht so ist, kann man ganz leicht seine Kamera dazu bewegen, mal den Fokus am Rand des Bildes zu haben.

Bild 1 zeigt, wie es aussieht, wenn ich mich auf die Automatik der Kamera verlasse. Diese sucht irgendeinen Punkt im Bild und fixiert ihn. Wie man in Bild 1b sieht, ist der Kamin unscharf geworden, obwohl er zentrales Motiv meines Bildes sein sollte. Also greife ich auf folgenden Trick zurück – ich stelle die Kamera ein, dass sie immer den Bildmittelpunkt scharf stellt. Dann fokussiere ich den Kamin an und drücke den Auslöser leicht durch (siehe Bild 2). Jetzt bewege ich die Kamera, dass der Kamin an den Rand des Bildes rutscht und löse aus. Das Ergebnis ist ähnlich zu Bild 1, nur mit dem Unterschied, dass jetzt der Kamin scharf gestellt wurde (siehe Bild 3b).

Einsatzmöglichkeiten für diese Technik gibt es viele – zum Beispiel, wenn man Personen vor einer Sehenswürdigkeit fotografieren möchte und dabei nicht den Schwerpunkt auf die Bildmitte lenken will, wo sich die Sehenswürdigkeit befindet, sondern auf die Person im Vordergrund. Eine andere Möglichkeit wäre zum Beispiel ein Zweig, der das Bild “einrahmt”, wobei die Landschaft in den Hintergrund tritt.

Das Märchen von Prinzessin Megapixel

Anfang 2012 – Kriszta ist mit ihrer kleinen Kamera (Canon Ixus 90 IS) unzufrieden, weil sobald nicht strahlend blauer Himmel ist, werden die Bilder schnell verwackelt und unscharf. Also folgten wir einigen Angeboten, die mich in den nahegelegenen Elektronikgroßmarkt führten.

Auf den ersten Blick sieht man: Die Kamerahersteller übertrumpfen sich im Bereich Megapixel (12 MP und mehr) im Bereich der Kompaktkameras. Schon nach einigen Testbildern wird mir klar – mit der normalen Einstellung muss man jedes Motiv in der Natur bitten, sich mal für einen Moment nicht zu bewegen, da sonst nur Matsch auf den Bild zu sehen ist. Auch das Auswählen des Sportprogramms bringt nur mäßige Besserung. Nach einigen Minuten in den Einstellungen der Kameras entdecke ich in einer Ixus eine Einstellung für sehr bewegte Motive. Der Test funktioniert, das Bild ist gestochen scharf. Das “Aber” folgt schnell: Das Bild ist nur 3MP groß. Also haben wir den Gedanken erstmal auf Halde gelegt.

Auch wenn die Kamerahersteller der Meinung sind – mehr Megapixel sind besser, das Gegenteil ist der Fall. Werfen wir mal einen Blick hinter das Gehäuse – dort sitzt der Sensor. Der Sensor besteht aus vielen kleinen lichtempfindlichen Zellen – den Pixeln. Bei Spiegelreflexkameras ist der Sensor größer, bei Kompaktkameras sind die Sensoren zum Teil so klein wie der kleine Fingernagel. Es ist aber nicht so, dass im Laufe der Jahre die Sensoren größer geworden wären, nein, man hat nur mehr lichtempfindliche Zellen auf der gleichen Fläche untergebracht. Um zu verstehen, was da schief geht, folgendes Gedankenexperiment.

Man nehme einen kleinen Garten von 10m² und pflanze dort 20 Pflanzen an. Das geht gut, man braucht keine oder nur wenig Düngemittel. Das sei unsere Digitalkamera vor 10 Jahren. Jetzt sind auf der gleichen Fläche 140 Pflanzen. Damit die ordentlich wachsen gibt es zwei Möglichkeiten – entweder mehr Licht oder Düngen. Und genau so verhält es sich mit den Pixeln. Neue Technologien haben es möglich gemacht, mehr Zellen auf gleicher Fläche unterzubringen, aber damit diese noch ordentliche Werte abliefern, muss sie genügend Licht treffen oder das magere Licht muss verstärkt werden. Das Ergebnis sind längere Belichtungszeiten (und damit verschwommene Bilder) oder mehr Rauschen auf den Bildern. Das Traurige daran ist, dass es derzeit noch keine Bestrebungen seitens der Hersteller gibt, den Trend umzukehren und wieder auf Qualität zu setzen, statt auf Quantität.