Ich muss heute mal eine gescheite Überschrift wegfallen lassen, mir fällt wirklich nichts besseres ein. Ich habe “Naokos Lächeln” sehr schnell durchgelesen, sodass mir die Charaktere sehr schnell ans Herz gewachsen sind. Nicht dass ich mich identifizieren konnte, aber was auch schon in “Hard-boiled wonderland und Das Ende der Welt” funktionierte, klappt auch hier wieder. Man verlässt diese Welt für einen Moment und taucht ab in die Phantasien des Herrn Murakami.
Er schafft es, dass Melancholie bezaubernd wirkt und man anfängt mit dem Hauptdarsteller mitzufiebern bzw. dessen Ansichten zu teilen. Und je intensiver man eintaucht, um so mehr kommt das bittere Erwachen. Man schreckt am Ende des Buches hoch und will eigentlich weiterlesen, aber das Buch geht nicht weiter. Zu interessant wäre es, zu wissen, was weiter passiert, aber darauf gibt es keine Antwort. Man könnte mit etwas Entfernung denken, der Autor wäre ziemlich verwirrt gewesen, denn das Buch fängt in der Gegenwart an, springt in die Vergangenheit und endet dort. Meiner Meinung nach ist das der Punkt, warum man danach so irritiert ist. Man ist der Meinung, dass eine Handlung geschlossen sein muss, aber wie man bei dieserm Buch merkt – das muss sie nicht.
Was dieses Buch weltweit zu vielen Menschen kompatibel macht, ist die Tatsache, dass der Gedanke einer verpassten Chance, einer unglücklichen Liebe und dem vergeblichen Versuch eine Beziehung zu retten, universell ist. Ob der Protagonist nun Toru, Luigi, Thomas, John oder Pierre heißt, an dem Gefühl und der Intensität ändert sich nichts.
Ich werfe an dieser Stelle wieder den Spoiler aus, d.h. wer das Buch lesen will, sollte jetzt aufhören weiterzulesen.
Zentrale Person des Buches ist der junge Japaner Toru Watanabe, der Ende der 60er Jahre in Tokyo studiert – einer Zeit sexueller Freizügigkeit und Studenten-Revolten. Letzteres tangiert Watanabe nur am Rande, Inhalt seiner Erzählung ist seine Beziehung zu Naoko – wie sie begonnen hat, welchen Verlauf sie nimmt und wie sie endet. Watanabe beschreibt sich als normal und die Welt um sich herum als merkwürdig. Für Außenstehende ist er ein introvertierter Mensch, der sich für Musik interessiert, gerne liest und seit dem Selbstmord seines besten Freundes nur sehr wenige und sehr lose Freundschaften pflegt. Zu Beginn der Erzählung ist er 18 Jahre alt, hat sein Studium begonnen, was ihn aber nicht interessiert. Er lebt mehr oder weniger in den Tag hinein, weil er noch keine Richtung für sein Leben weiß. Er probiert sich hin und wieder mit One-night-stands, die an ihm aber wie Schatten vorüberziehen.
Zwei Frauen gelingt es trotzdem, durch diese unerschütterliche Mauer von Selbstschutz und Misanthropie durchzudringen. Zum einen Naoko, welche die Freundin seines besten Freundes war. Sie ist seit dessen Selbstmord auch sehr in sich zurückgezogen und das weibliche Spiegelbild zu Watanabe. Beide verbindet die enge Beziehung zu dem Verstorbenen, aber auch ein Wechselspiel aus gegenseitigem Begehren und Verletzlichkeit. Und je näher sich beide kommen, um so weiter entfernt sich Naoko von ihm, ohne genauere Gründe zu nennen.
Etwas später kommt Midori in sein Leben, eine Frau, die neben dem Studium zusammen mit ihrer Schwester täglich ihren Vater pflegt, dessen Buchhandlung weiterführt und keine Zeit für Hirngespinste hat. Sie ist sehr direkt, äußert jede ihrer Phantasien umgehend, lässt keinen Zweifel daran, dass sie an Watanabe interessiert ist und reagiert trotzdem sehr emotional, wenn er sie verletzt. Und das, obwohl sie einen Freund hat.
Watanabe beobachtet seine Beziehung mit Midori für den Leser fast mit Desinteresse, seine Maxime scheint zu lauten: “Lasst mich doch alle in Frieden”. Doch ganz abgeschieden mag er nicht sein und pflegt deshalb in Momenten der Einsamkeit die Kontakte mit Naoko und Midori. Als Naokos seelischer Zustand sich verschlechert, beginnt er sich intensiver um sie kümmern, besucht sie, schreibt ihr regelmäßig Briefe, in denen er seine Sorgen um sie außen vorlässt und von einer gemeinsamen Zukunft schwärmt. Sie kehrt immer weiter in sich, antwortet nur sporadisch bzw. überlässt die Kommunikation mit ihm ihrer Heimgenossin.
Nach dem Tod von Naoko verfällt Watanabe zusehends und lässt Midori, die seinetwegen ihre Beziehung beendet hat, monatelang im Ungewissen, in dem er planlos durch das Land irrt. Die Heimgenossin von Naoko läuft ihm dabei über den Weg und macht ihm klar, dass er mit dieser Taktik die nächsten 20 Jahre seines Lebens Naoko nachtrauern kann oder der Realität ins Auge sieht und erkennt, dass es eine Frau gibt, die er sehr mag und die auch ihn liebt.
Wie auch beim letzten Roman, den ich von Haruki Murakami gelesen habe, spielt auch hier zum Abschluss eine vernünftige Entscheidung die tragende Rolle. Auch wenn ich Kritiken gelesen habe, die “Naokos Lächeln” als sehr sexuell freizügig beschreiben, sehe ich eher den Zusammenhang in der Zeit, in welcher der Roman spielt bzw. um ehrlich zu sein – was wäre eine innige Liebe ohne sexuelle Phantasien? Ich habe natürlich noch ein entscheidendes Bruckstück in meiner Beschreibung entfernt, denn der Leser erfährt, welche Gedanken Naoko hegte, bevor sie starb.
Grund dafür war, dass ich wieder mal unterwegs war und abends nichts anderes im Kopf hatte, als mich ins Bett zu legen und zu lesen, bis ich nicht mehr konnte. So kam ich gut bei Naokos Lächeln voran. Günstigerweise war ich in der Nähe von Frankfurt und konnte mir so eine umständliche Anfahrt schenken. Das Ziel war Madrid, wo sich Kriszta schon seit einer knappen Woche befand. Für uns stand noch verlängertes Wochenende auf dem Programm. Der Flug war unter Straucheln der Webseite von Opodo gebucht wurden und so verhielt sich auch die gesamte Reise. Das Ticket verriet: Abflug Freitag, 21:15 Uhr.
In Spanien regnete es nicht, als wir landeten, aber rosig war das Wetter nicht. Ich war todmüde und wir liefen noch ein bißchen umher, weil die Zeitverschiebung in Spanien enorm ist. Vor 10 Uhr rührt sich da nicht viel, dafür sind die Straßen auch bis weit nach Mitternacht brechend voll. Man lebte, trank, redete, aß und wohnte auf der Straße. Gegen halb 3 war auch unsere Zeit gekommen und wir schliefen ein. Der Samstag zeigte sich anfangs verregnet und machte uns einen fetten Strich für die Fahrt nach Toledo durch die Rechnung. Also liefen wir ein bißchen durch die Stadt, lustlos, weil es immer wieder regnete. Später wechselten wir dann von Herumlaufen zu Shoppen, was bei dem Wetter besser angebracht war. Gegen Abend kam Wind auf. Ein ständiger Wechsel zwischen Sonne, Wolken und Regenschirm machte es nicht einfach. Erst gegen Abend hörte es auf, wurde deutlich milder und wir besuchten den
Wenn ich jetzt so an die Tage in Madrid zurück denke, fällt mir ein, dass ich zu Beginn der Meinung war, Madrid wäre wie Rom, nur ohne Sehenswürdigkeiten. Aber der Vergleich hinkte gewaltig. Das Zentrum von Madrid ist insgesamt schön anzusehen. Was natürlich nervt, sind die Unmengen von Menschen, die sich zu allen Tag- und Nachtzeiten überall befinden. Das Gefühl eine ruhige Stelle zu haben, geht völlig verloren. Und wo viele Leute sind, entsteht auch viel Dreck. Es scheint ein Hobby der Einwohner Madrids zu sein, ihre Stadt zuzumüllen, damit über Nacht in unermüdlicher Arbeit alles wieder sauber gemacht wird, um dann wieder von vorn zu beginnen. Was mir noch auffiel, war die unglaubliche Wärme in den Geschäften. Man geht in winterlichem Outfit rein und muss nach wenigen Minuten wieder die Flucht ergreifen, es sei denn, man entkleidet sich bis auf das T-Shirt. Naja gut, wer im Sommer 40°C hat, schlottert bei 12°C.
Unser Urlaubsplan für dieses Jahr steht… zumindest in groben Zügen. Nächstes Wochenende werde ich mich wieder gen Süden begeben und dann Kriszta in Madrid besuchen, die dann eine Woche Sprachschule hinter sich hat. Das Merkwürdige an unseren Urlaubsplanungen ist immer, dass wir zwei Ziele ins Auge fassen und uns dann für ein drittes entscheiden. So auch diesmal. Die Auswahl stand zwischen Mexiko und Japan. Mit Tendenz nach Japan. Aber Japan ist teuer und Japan ist strange. Da muss man sich mit Gepäckfächern als 
Also gleich mal zu Beginn: Don’t try this at home kids! Ein absolutes No go für externe Festplatten ist ja der Betrieb mit dem falschen Netzteil. Wenn nichts reagiert und es auf einmal verschmort riecht, ist das wirklich kein gutes Zeichen. So geschehen mit Krisztas Festplatte, als wir zwischen Weihnachten und Neujahr unterwegs waren und zwar die Festplatte mit hatten, aber das Netzteil vergessen hatten.
Nun ist es mittlerweile schon wieder ein Woche her. Vor einer Woche ging es früh los, ab nach Nürnberg, rein in das Flugzeug und dann Richtung Süden. Gut 1,5 Stunden später hatte uns die Erde wieder, wir schnappten unser Gepäck, wurden noch wegen Shuttle-Bussen angequatscht, was uns aber nicht die Bohne interessierte und schon ging es mit dem Leonardo Express ins Zentrum von Rom.
Wobei wir schon bei einem hässlichen Punkt von Rom wären – es gibt für diese Riesenstadt nur 2 (in Worten: Zwei!) Metrolinien. Und die Dichte der Stationen ist bei weitem nicht mit Paris oder London zu vergleichen. Deswegen gibt es den Metroplan auch gratis überall zu haben, wogegen man für das dichte Netz der Buslinien bezahlen darf. Um der ganzen Bezahlerei aus dem Weg zu gehen, empfiehlt sich die Anschaffung des Roma Pass. So konnten wir drei Tage lang mit der Metro, Bus und Bahn durch Rom fahren und die ersten beiden Museumsbesuche (dazu gehört z.B. das Colosseum) sind auch mit drin.
Laut Reiseführer ist italienisch essen in Rom so eine Sache – angeblich essen die Römer früh und mittags wenig und hauen dann abends richtig rein. Heißt: Vorspeise (meist Bruschetta mit Olivenöl, Tomaten, Basilikum), 1. Gang (Pasta, Risotto o.ä.), 2. Gang (Fleischgericht) und dann noch ein Nachtisch. Dazu bietet sich noch ein Schluck Hauswein an und schon ist man mehr als gesättigt. Viele Restaurants schrumpfen die Auswahl auf der Speisekarte zu einem sogenannten Touristenmenü zusammen, was natürlich etwas preisgünstiger ist, wie die Einzelgerichte. Wir stolperten auch über eine Kneipe die mit ‘We are against war and “Tourist Menu”‘ sich dagegen positionierte. Danach ging es ins Hotel zurück, weil wir total fertig waren, aber nach einer Stunde wurde uns langweilig und wir machten noch eine Runde, um Nachtfotos zu schießen.
Samstag stand der Vatikan als Hauptpunkt auf dem Programm. Der
Der Abflug zurück begann mit einem Schauspiel, was ich typisch italienisch bezeichnen würde. Ich hatte mich schon immer gefragt, wozu die Schlangen vor den Sicherheitskontrollen aufgebaut sind. In Rom lernte ich ihre Bedeutung bis zum letzten Meter kennen. Dort standen wir ungefähr eine Viertelstunde, bis wir die Schlange durchgequert hatten und an der entgültigen Schlange zur Sicherheitskontrolle angelangt waren. An jeder Schranke standen ca. 4 Personen, eine die durchleuchtete, eine die kontrollierte, eine die herumlief und die Schalen wieder zurückbrachte und einer, der die Passagiere auf italienisch anwies, was man alles zu beachten hatte. Natürlich waren nur 4 der insgesamt 8 oder 9 Sicherheitsschranken besetzt. Daran änderte sich auch die nächsten 5 Minuten nichts. Dann wurden diese endlich besetzt, aber dessen nicht genug – zur Kontrolle der Schuhe besitzen die Beamten ein Gerät, was sie aber nicht benutzen, sondern lieber die Leute (vorzugsweise die Frauen) nochmal barfuß durch die Schranke zu schicken, was ich als ziemlich nervenaufreibend empfunden hab, weil es den Betrieb aufhielt. Führte natürlich dazu, dass es Leute gab, die gerade so mit Ach und Krach ihre Maschine erreichten und es gab auch solche, die dann noch am Gate in eine 10-minütige Diskussion verwickelt wurden, bis sie endlich passieren durften. Traf zum Glück nicht auf uns zu, da wir rechtzeitig da waren und so am Sonntag Abend wieder daheim eintrafen.